Ich bin dann mal weg – täglich auf dem Jakobsweg

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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Mamatom
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Ich bin dann mal weg – täglich auf dem Jakobsweg

Beitragvon Mamatom » 30.06.2011, 10:58

nur mal so...

täglich gehe ich den Jakobsweg auf meinem Spazeirgang mit dem Hund. Er verläuft direkt bei uns 'um die Ecke'. Manchmal überlege ich, wie es wäre ihn einfach weiter zu gehen.
Auch wenn ich jeden Tag nur ein kleines Stück gehe, so ist es doch immer wieder ein schöner Gedankenanstoß, wenn ich die Hinweisschilder sehe: wer läuft den Jakobsweg, aus welchem Grund und wie ist es, wenn man angekommen ist ? Und kann man etwas erbitten, wenn man nur ein kurzes Stück geht ? Was würde ich erhoffen ?

Ganz selten sehe ich Wanderer, die sich auf den Weg gemacht haben.

Ich wollte das nur mal mitteilen, weil ich mich jeden Tag darüber freue.

Liebe Grüße

Michaela
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Isi-Steffi
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Beitragvon Isi-Steffi » 30.06.2011, 11:07

Bitten kannst du immer!!
Die Kunst ist einmal mehr aufzustehen als man umgeworfen wird!

Steffi (*1980) und Christian (*1976) mit L.(*08/08 Mikrodeletion 7q11.23 ,Schlafstörungen, Muskelhypotonie), C. (*02/05) und J. (*03/98)

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Beitragvon anja and comp. » 30.06.2011, 12:22

...und DANKEN!

 8)
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und der kleine, große bruder geb.2000

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Beitragvon Anne-Katharina » 30.06.2011, 12:42

Hallo!
Ich gehöre hier nicht wirklich hin - ich habe meine Baustellen, aber mir geht es dafür gut und dafür bin ich dankbar.
Nach meiner Myocarditis ist irgendwann der Gedanke aufgekommen nach Santiago zu pilgern - als Dankeschön. Eine kurze Zeit lang hätte ich mir nie gedacht, dass das irgendwann schaffen werde.
Inzwischen bin ich sehr, sehr weit gewandert auf verschiedenen Jakobswegen.
2008 den klassischen Camino Francés , den traditionellen Jakobsweg und
2010 und 2011 die Via de la Plata - den südlichen Jakobsweg von Sevilla über Salamanaca nach Santiago de Compostela und weiter bis nach Muxia am Atlantik.
Mich hat es gepackt und der Jakobsweg läßt mich nicht wieder los. Nun bin ich erst seit 7 Wochen wieder zurück und mache mir Gedanken über meinen nächsten Weg.
Ich habe Santiago erreicht und habe mich bedankt - es war die Reise meines Lebens, wunderbar und sehr bereichernd.
2010 und 2011 habe ich viele liebe Bekannte, Freunde und auch Patienten in meinen Gedanken dabei gehabt und habe für sie eine Kerze angezündet und siein mein Gebet eingeschlossen.
Ich werde diese Reisen nie vergessen - sie tun mir gut. Es ist körperlich sehr, sehr anstrengend, auch wegen meiner Fibromyalgie - aber es ist so bereichernd und gut tuend, dass man die Anstrengungen beinahe vergißt.
Auch ich wohne hier zufällig direkt am Weg und sehe fast nie Pilger, aber das Pilgergefühl, die Verbundenheit ist auf den Strecken in Spanien größer (dabei habe ich auf der Via fast niemanden getroffen -10 Tage mit nur einem Mitpilger in der Herberge).
Gerne nehme ich euch in Gedanken wieder mit, falls ich 2012, aber spätestens 2013 wieder starte.
Zustand nach Pankreatitis, Meningitis und 15 OP´s, Multiple Sklerose

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Beitragvon Nicomum » 30.06.2011, 13:32

Hallo Michaela,

ich denke es kommt nicht drauf an, wie weit man geht, sondern wie man ihn geht, der Weg ist das Ziel, die Ausrichtung auf sich selbst und in die eigene Wahrnehmung zu gehen.
Liebe Grüße
Elke

Sohnemann (5.03), Hypospadie, Autismus-Spektrum-Störung - mit großem Bruder und großer Schwester

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Beitragvon Mamatom » 30.06.2011, 13:40

Hallo Elke,

daran werde ich morgen denkne: der Weg ist das Ziel !

Und danken werde ich auch, das finde ich ist auch ein schöner Gedanke !

Liebe Grüße

Michaela
Tom, frühkindlicher Autismus auf hohem Funktionsniveau

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 01.07.2011, 22:47

Hallo Michaela,

genau vor drei Tagen haben meine Eltern haben ihren persönlichen Jakobsweg - von ihrer Haustür bis Santiago des Compostela immerhin 2620 km - nach mehr als drei Monaten emsigen Wandern sbeendet.

Gut möglich, dass sie auch bei Euch vorbeigekommen sind :wink:

Sie haben natürlich auch ihre Enkelkinder in Gedanken mitgenommen.

Unser Deal war: Ich bete mit den Kinder täglich um ein Nachtlager (hat geklappt, Bettwanzen und nervende Herbergszimmernachbarn gab es natürlich trotzdem :lol: ) und sie für die Entwicklung der Kinder.

Naja, seit etwa drei Wochen holt Mila motorisch MÄCHTIG auf: krabbelte plötzlich versiert durch die Gegend und stellte sich von jetzt auf gleich mehrfach hin - und gestern gewährte uns das Amt für Bene ohne jede Rückfrage drei Stunden täglich Autismustherapie in der KITA!

Falls das Amt sich damit nicht vertan haben und tatsächlich drei Stunden täglich ein zusätzliche Fachkraft (!) in die I-KITA (!) schickt, hat sich der Weg nach Santiago doch schon aus diesem Grunde gelohnt, oder :wink:

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Beitragvon RenateT » 15.07.2011, 07:34

Liebe Michaela

mir geht es bei jedem Fernwanderschild so, dass ich denke, wenn ich jetzt doch nur hier einfach weiterlaufen könnte. Sehen könnte, was hinter der nâchsten Kurve ist, hinter dem nâchsten Hügel....Ich habe früher viel gewandert, und was war das für ein Gefühl, wenn man den Berggipfel geschafft hat!!!!Einfach gewaltig! Dazu all die anderene Wanderer, denen man unterwegs begegnet, die man mal überholt, von denen man dann mal selber überholt wird, die man dann am Ziel wieder trifft.....Unterwegs denkt man: ich kann nicht mehr und dann hilft es, wenn man ein fach nur an den nâchsten Schritt denkt, und irgendwann hat man es geschafft und wird belohnt für die Mûhe.. Das ist einfach immer so ein gewaltiges Erlebnis!!!

Renate
Mutter von drei nichtbehinderten Kindern und von Tikvah: schwere Entwicklungsstörung des Gehirns, Epilepsie, frühzeitige Pubertät

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Beitragvon TimsMama2009 » 15.07.2011, 09:58

Komisch, seit einigen Wochen trage ich mich mit dem Gedanken, irgendwann mal den Jakobsweg zumindest in Teilen zu gehen... Den Beweggrund hierfür kann ich gar nicht mal nennen, aber irgendwie ist das Leben seit Tim´s Geburt noch tiefgründiger geworden.

@ Anne-Katharina - gerne darfst Du uns in Gedanken mitnehmen (für uns zum Schnuppern sozusagen) :D

LG
Nicole
Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), Lissenzephalie, Balkenagenesie, Erweiterung der Seitenventrikel, seit Febr. 2010 West-Syndrom (nicht anfallsfrei mit auffälligem EEG) und seit Nov. 2013 PEG - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär
unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 66#1229866
- Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiss wie Wolken schmecken -

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Anne-Katharina
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Beitragvon Anne-Katharina » 15.07.2011, 10:53

Hallo Tim´s Mama!
Gerne nehme ich euch in Gedanken und zum Schnuppern mit. Ihr glaubt gar nicht, wieviele Personen in so einen kleinen Rucksack passen.
Es ist nicht wichtig, wie weit man läuft, oder dass man den gesamten Weg in einer Tour läuft. Wichtig ist doch nur, dass man sich aufmacht, dass man sich Gedanken macht.
Und ihr seit hier doch alle täglich am Pilgern: auf der Suche nach dem besten Weg für eure Kinder und euch - ich habe da größten Respekt vor.

Ich mag einen Satz von Friedrich Nietzsche sehr gerne, der mich in schweren gesundheitlichen Zeiten begleitet hat:
Es gibt auf der Welt nur einen Weg auf welchem niemand gehen kann, außer dir: Wohin er führt? Frage nicht, gehe ihn.

Das Leben so nehmen wie es kommt, mit allen Widrigkeiten, sich seinen Weg suchen - das ist es letztendlich was auch den Jakosweg ausmacht. Ihr geht diesen Weg täglich.
Ich möchte auch Menschen Mut machen: sovieles ist möglich. Niemand hätte mir den Weg zugetraut, nach allem was gewesen ist.

Herzliche Einladung, falls jemand mal etwas Richtung Santiago abdriften möchte:
www.anne-sternenweg.blogspot.com
Im Nachhinein habe ich meine Erfahrungen, kombiniert mit Fotos und Dia-Shows in einem Blog zusammengefasst.

Ihr seid alle auf dem Weg, die Kilometerzahl ist nicht entscheidend!
Lieben Gruß Anne
Zustand nach Pankreatitis, Meningitis und 15 OP´s, Multiple Sklerose


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