Grundsicherung abgelehnt - Widerspruch bei LVA einlegen?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Heike2011
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Grundsicherung abgelehnt - Widerspruch bei LVA einlegen?

Beitragvon Heike2011 » 25.06.2011, 15:15

Ich hab ja schon geschrieben, daß die Grundsicherung für Daniel abgelehnt wurde. Nun mal noch eine Frage. Kann ich die LVA anschreiben und diese bitten, sich doch mal die ärztlichen Gutachen anzusehen und nicht nur das Gutachten für die Betreuung? Die Sachbearbeiterin vom Sozialamt hat nämlich nur das Gutachten für die Betreuung weitergegeben. Es wären keine weitern ärztlichen Gutachten notwendig, so ihre Aussage. Aber das verfälscht doch das ganze, oder? Und wie könnte ich das ganze an die LVA formulieren. Hat auch ein Gutachten der Schule einen Sinn? Den die Schule, die Daniel besucht, ist auch der Meinung, daß er alle Voraussetzungen erfüllt, um die Grundsicherung zu erhalten. Er ist im Moment noch nicht mal in der Lage, die an der Schule angeschlossenen Werkstätten zu besuchen.Hat jemand einen Tipp?
Ich bin für jede Antwort dankbar.

Viele Grüße
Heike

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Marie2003
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Beitragvon Marie2003 » 25.06.2011, 15:22

Hallo Heike,
ich arbeite beim Ärztlichen Dienst der Arbeitsagentur und wir beurteilen die Leistungsfähigkeit auch bei behinderten Menschen/jungen Erwachsenen. Dabei ist es für eine Eingliederung in eine WfbM oder auch für die Grundsicherung wichtig, dass die Beurteilung lautet: "weniger als 3 Stunden täglich voraussichtlich auf Dauer".
Dann können/müssen die Behinderten dann in eine WfbM oder bekommen wohl Grundsicherung.

Ich werde aber nochmal genau nachfragen.

Ist dein Sohn den vom Arbeitsamt begutachtet worden? Wie alt ist er denn?

LG,
Susanne

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Beitragvon KerstinM. » 25.06.2011, 17:05

Hallo Heike,

schau mal hier http://www.familienratgeber.de/schwerbe ... herung.php

Er ist im Moment noch nicht mal in der Lage, die an der Schule angeschlossenen Werkstätten zu besuchen.

Und er hat einen SBA von 60 Gdb? Da würde ich auch nochmal nachhaken. Soweit ich weiß, braucht es für die Werkstatt sowieso min. GdB von 80. Vlt solltest du hier mal einen Antrag auf Höherstufung stellen.

Gruß Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein
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Beitragvon MichaelK » 25.06.2011, 17:21

Hallo Heike,

hatte ich dir schon in dem anderen Thread geschrieben, wo im Übrigen das Thema sachgleich ist. Wieso schreibst du dort nicht weiter?

Du mußt Widerspruch einlegen und kannst eine Begründung nachreichen. Dazu kannst du natürlich sachdienliche Gutachten als Beweismittel beilegen. Wenn du das GA der Betreuung für nicht zweckdienlich hälst, warum gibst du das dann überhaupt zu den Akten? Man gibt nur Gutachten weiter, die auch ein für den Antragsteller "günstiges" Bild im Sinne der begehrten Leistung vermitteln. Das ist doch klar und legitim, wenn man Antragsteller ist. Man muß auch nicht Jeden von der Schweigepflicht entbinden.
Wenn die LVA dann weitere Gutachten benötigen sollte, kann sie die ja selbst veranlassen, was übrigens nicht die schlechteste Idee ist :!: Oder ein Gutachten vom Ärztlichen Dienst der Arbeitsagentur, wie Susanne schon geschrieben hatte. Die sind in der Hinsicht oft auch sehr sachdienlich, weil es ja inhaltlich um die gleiche Sache geht und die BA hier ausnahmsweise mal mit dem Antragsteller gemeinsame Interessen hat :) .
Das sind, aus meiner Sicht, Überlegungen, die man sich generell schon vor einer Antragstellung machen sollte.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)


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