Grundsicherung

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Heike2011
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Grundsicherung

Beitragvon Heike2011 » 23.06.2011, 17:57

Hallo, ich bin neu hier und auf der Suche im Internet auf dieses Forum gestossen.
Ich habe mal eine Frage zur Grundsicherung.
Mein Sohn (18) besucht noch die Schule für Menschen mit Behinderungen, er hat einen Schwerbehindertenausweis (60Gdb) und bei ihm ist eine Intelligenzminderung mit Verhaltensauffälligkeiten festgestellt worden.
Ich habe auch einen Betreuerausweis für Daniel.Im Dezember 2010 habe ich dann die Grundsicherung beantragt. Jetzt im Juni ist die Ablehnung gekommen. :oops:
Im ersten Gutachten der LVA wurde Daniel als voll erwerbsgemindert eingestuft. Dann hat die Dame vom Sozialamt da noch mal hingeschrieben, wobei die sich auf das Gutachten zur Betreuung beruft (die Betreuung ist erst mal auf 2 Jahre festgesetzt). Nun hat die LVA Daniel für 2 Jahre als erwerbsgemindert eingestuft. Daraufhin kam jetzt auch die Ablehnung der Grundsicherung. Waskann ich tun??? Hat jemand einen Tip für mich???
Ich wäre sehr dankbar für jeden Hinweis.

Viele Grüße aus Mittelfranken
Heike :(

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Beitragvon dunja/diana » 23.06.2011, 18:45

Hallo Heike,

als Erstes ein herzliches Hallo!
Hier wirst du dich bestimmt mit vielen Eltern austauschen können, die dir bei der einen oder anderen Frage behilflich sein können!

Kannst du schreiben, wegen was ihr die Ablehnung bekommen habt? Hat er zuviel Geld?

Wenn du die Ablehnung nicht genau verstehst rufe doch mal beim Sozialamt an und frage sie genau nach dem "WARUM" !
Dann würde ich Wiederspruch einlegen.

Bei uns war es am Anfang so, dass meine Tochter zuviel "Vermögen" gehabt hat, da sich von ihrer Halbweisenrente einiges angesammelt hatte. Dazu kam natürlich noch das Kindergeld usw. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht die Betreuung sondern sie hatte eine Betreuerin aus einer Betreuungsgemeinschaft.

Ich weiß nicht, ob ich dir weiterhelfen konnte, wenn nicht kannst uns genauere Infos schreiben, dass wir dir besser weiterhelfen können.

Liebe Grüße
Dunja

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Beitragvon MichaelK » 23.06.2011, 18:51

Kannst du schreiben, wegen was ihr die Ablehnung bekommen habt?
Hallo Dunja,

hatte Heike doch geschrieben:
Im ersten Gutachten der LVA wurde Daniel als voll erwerbsgemindert eingestuft. Dann hat die Dame vom Sozialamt da noch mal hingeschrieben, wobei die sich auf das Gutachten zur Betreuung beruft (die Betreuung ist erst mal auf 2 Jahre festgesetzt). Nun hat die LVA Daniel für 2 Jahre als erwerbsgemindert eingestuft. Daraufhin kam jetzt auch die Ablehnung der Grundsicherung.
LG Michael
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Beitragvon MichaelK » 23.06.2011, 18:58

Hallo Heike,

Leistungsberechtigt wegen einer dauerhaften vollen Erwerbsminderung ist, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat, unabhängig von der jeweiligen Arbeitsmarktlage voll erwerbsgemindert im Sinne des § 43 Abs. 2 des Sechsten Buches ist und bei dem unwahrscheinlich ist, dass die volle Erwerbsminderung behoben werden kann.

Du kannst zunächst zur Fristwahrung formal Widerspruch gegen den Bescheid einlegen und das Gutachten, dass der Entscheidung zugrunde liegt, anfordern. Hat eine Begutachtung stattgefunden oder wurde nach Aktenlage entschieden?

LG Michael
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Beitragvon dunja/diana » 23.06.2011, 18:59

Hallo Michaela,

das ist ja das, was ich nicht ganz verstehe, Heike wenn die Betreuung auch "nur" auf zwei Jahre festgelegt hat, hat er doch für diese zwei Jahre Anspruch auf Grundsicherung. Deshalb war ich mir nicht sicher, ob dies die einzigste Begründung war. Entschuldigung, da hatte ich mich wohl etwas falsch ausgedrückt.

Auf jeden Fall, wenn dies die einzigste Begründung war würde ich erst mal mit dem/der Sachbearbeiter/in sprechen, dass du das nicht nachvoll ziehen kannst, und dass sie dir genau erklähren soll.

Liebe Grüße
Dunja

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Beitragvon MichaelK » 23.06.2011, 19:02

Hallo Dunja,

hast du auch wieder recht. Aber ich weiß nicht, ob eine Betreuung in jedem Fall auch immer gleichbedeutend mit voller Erwerbsminderung ist.

LG Michael
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Beitragvon SophiaR » 24.06.2011, 13:49

Hallo zusammen,

ich werfe mal eine kurze Frage ein: Heike schrieb, dass Ihr Sohn noch die Schule besucht. Hat er denn als Schüler überhaupt Anspruch auf Grundsicherung?

(Ich muss zugeben, ich kenne mich noch nicht so mit dem Thema aus. Unser Sohn macht eine berufsvorbereitende Maßnahme und hat deshalb keinen Anspruch auf Grundsicherung. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei einem Schulbesuch ähnlich ist)

VG, *Sophia*
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Beitragvon MichaelK » 24.06.2011, 14:00

Hallo Sophia,

rein vom Gesetz her besteht der Anspruch ab dem 18. Geburtstag. Mit Schule oder Maßnahmen hat das nix zu tun.

LG Michael
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Beitragvon gesaartur » 24.06.2011, 14:40

Hallo,

unser Pflegesohn ist 18, besucht die TaBi, da er noch schulpflichtig ist und er erhält Grundsicherung.
Antrag auf Überprüfung der Erwerbunfähigkeit läuft, aber ich frage mich, wenn er die Werksrtatt besucht, ist er ja auch erwerbsfähig und dürfte dann keine Grundsicherung erhälten. Erhält er dann ergänzend Hartz IV? :roll:

LG
Gesa

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Beitragvon SophiaR » 24.06.2011, 14:45

Hallo Michael,

danke für die Antwort.

Ich habe gerade noch einmal in unserem Bescheid nachgelesen, es geht dabei um Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II, diese ist ausgeschlossen (bzw. nur in bestimmten Fällen ein Zuschuss zu den ungedeckten Kosten für Unterkunft und Heizung gemäß § 22... möglich)

Wenn ich das also richtig sehe, hätten wir eventuell doch einen Anspruch auf die Grundsicherung wegen Erwerbsminderung, wenn diese festgestellt werden würde (da unser Sohn allerdings im Moment von Montagmittag bis Freitagmittag im Internat untergebracht ist - von der Bundesagentur für Arbeit finanziert - ist uns da noch nie in den Kopf gekommen noch zusätzlich etwas zu beantragen).

VG, *Sophia*
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