Welche Schule für Annika?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Corinna S.
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Welche Schule für Annika?

Beitragvon Corinna S. » 02.01.2006, 18:31

Hallo zusammen!
Zuerst mal allen ein gutes und Gesundes neues Jahr!!!!

Ich brauche mal ein paar verschiedene Meinungen über das Thema Schule!
Zwar hat unsere Annika noch 1 1/2 Jahre bis zur Einschulung , ich mache mit trotzdem schon so meine Gedanken.
Auf die Körperbehindertenschule möchte ich sie nicht so gerne tun, da sie geistig völlig fit ist, dennoch weiß ich nicht ob unsere Schule am Ort so die richtige Lösung ist.

Also steht die Überlegung an auf eine Walddorfschule, was uns schon sehr zusagen würde, aber das wäre mit einem Umzug verbunden!!

Der Umzug aber würde von unserem Jannik schon viel abverlangen und würde ihm unheimlich schwer fallen. Weg von den Freunden, Sportverein,
neue Schule usw.
Mir würde es schon auch sehr schwer fallen, ich würde auch viel hier lassen.

Also die Entscheidung fällt uns schon sehr sehr schwer.
Muß der große immer einstecken , wegen der kleinen Schwester????
Auch muss man sagen das er der viel sensiblere ist, in seinem ganzen Wesen!
Oder würde es Annika es schaffen sich hier am Ort durchzubeissen mit ihrer Kämpfernatur die sie hat??????
Oh viele viele Fragen und welche Entscheidung ist die richtige????

Auf viele Meinungen bin ich gespannt!!!!

Liebe Grüße Corinna

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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 02.01.2006, 19:03

Hallo Corinna,

wir simd damals auch wegen der Schule umgezogen und ich muß sagen wir haben es nicht bereut. Allerdings hatte mein Christian auch keinen älteren Bruder. Heute gehen beide auf eine Waldorf Sonderschule und sind glücklich.

Gruß Yvi 74

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C.J.
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Beitragvon C.J. » 02.01.2006, 19:57

Hallo,
ich zog als ich 10 war gross um (anderes Land), wegen meinem Vater und ich muss sagen es kostete mich gut 5 Jahre mich einzuleben obwohl ich die Sprache schon sprach! Ich habe meine Eltern dafür gehasst! Meine Schwester war bei dem Umzug 6 und fand es klasse, hatte gar keine Probleme... also Umzüge sind für jeden anders und jedes Kind bewältigt es anders! Auch habe ich Freunde die in Deutschland in dem Alter (10 und 5 oder 6) umzogen und bei denen war es für alle viel einfacher... (vielleicht bin ich einfach ein kompliziertes Kind gewesen!).
Gibt es in eurer Nähe keine integrative Schule die eure Annika nehmen würde? Ich denke, dass integrativ für Kinder die geistig fit sind am besten ist (aber ich habe keine Erfahrung, ausser dem Kontakt zu wenigen Kindern die integrativ an Schulen waren).
Wenn es die einzige Möglichkeit ist, mit der ihr Annika eine gute Schulzeit ermöglichen könnt, so würde ich es versuchen, denn Jannick, wird es hoffentlich schnell überwinden.
Liebe Grüsse und ein frohes neues Jahr, C.J.
C.J., humangenetische Beraterin in Great Ormond Street Hospital for Children, London.

“Today you are You, that is truer than true. There is no one alive who is Youer than You.”
(Dr. Seuss)

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Beitragvon sandramitjulian » 02.01.2006, 20:02

:roll: Hallo Corinna,

in einem sind wir uns einig, Deine Tochter gehört an keine Geistig Behinderten-Schule!

Nachdem Ihr noch ein bischen Zeit habt bis zur Einschulung.... erstmal die Frage, habt Ihr Euch schon mal die Körperbehinderten-Schule angeguckt?

Gibt es die Möglichkeit vor Ort, Annika in eine normale Grundschule integrativ einschulen zu lassen mit einer "Schulbegleitung"? Macht Euch da mal schlau!

Wichtig guckt Euch (beide als Elternpaar) alle möglichen Schulformen (KB-Schule, Waldorfschule, normale Grundschule) an, bittet um "Hospitations-Termine" (d.h. Ihr könnt eine Weile dem Unterricht mal beiwohnen).

Evtl. gibt es jetzt schon ein Ausschlußverfahren nach Euren Eindrücken, sonst laßt Euch nochmal mit Annika die Schulen zeigen und laßt sie mitentscheiden.

Alle Formen haben Ihre Vor- & Nachteile.

Ich kenne nur 2 KB-Schulen, aber die sind engagiert, innerhalb der ersten 4 - 6 Schuljahre geistig fitte Schüler in normale Schulen (bis zum Gymnasium hoch) zu integrieren. Bis dahin bekommen die Kinder in der Schule intensive Unterstützung für ihre Selbständigkeit (Ergo / KG), evtl. der Gebrauch von speziellen Hilfsmitteln (z.B. wenn Schreiben schwer fällt, Computer mit speziellen Tastaturen...), viele KB-Schulen haben eigene therapeutische Schwimmbäder, es gibt spezielles Rolli-Training bei Rollstuhlfahrern usw..

Ich kenne nicht die Behinderung Eurer Annika, aber evtl. stärkt sie zunächst eine KB-Schule. Manchmal haben die "Sonderschulen" einen schlechteren Ruf, als sie tatsächlich sind. Deshalb angucken, vergleichen und dann entscheiden, Ihr kenn Eure Tochter am Besten.

Evtl. bezieht Ihr Euren großen Jannik auch mit ein, wenn Ihr merkt, das die Tendenz "Umzug" ansteht, damit nicht über seinen Kopf weg entschieden wird. Nehmt ihn auch mit zu den Schulen, auch er kennt seine Schwester und möchte bestimmt ein gute Schule für sie.

Hoffe Euch auch ein bischen weitergeholfen zu haben.

Sandra
Sandra (1971), Julian (4 / 1991) schwerstmehrfachbehindert, Sitzschalenrolli, Pflegest. 3, zu 90 % fröhlich und am Lachen, Mama seit 2001 im heilpäd. & integrativen Kiga tätig

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Beitragvon Danie » 02.01.2006, 20:28

Hallo Corinna :hand: ,

habe gerade mal in deinen alten Beiträgen gestöbert, um ein paar Infos über Annika zu bekommen.... :idea:

Nun, da ich die Einrichtungen eurer Region nicht kenne, kann ich dir leider keinen konkreten Tip geben. Auch ist es immer schwierig, beratend tätig zu sein ohne ein Kind persönlich zu kennen. Ich kann aber gern versuchen dir ein paar allgemeine Hinweise zu geben, die euch evt. bei der Entscheidungsfindung helfen.

Auf die Körperbehindertenschule möchte ich sie nicht so gerne tun, da sie geistig völlig fit ist, dennoch weiß ich nicht ob unsere Schule am Ort so die richtige Lösung ist.


Grundsätzlich kann Annika auch auf der KB-Schule nach Regelschulrichtlinien gefördert werden. In NRW erfolgt die Einstufung in KB-Schulen im dritten Schulbesuchsjahr. Danach arbeiten die Schüler verstärkt differenziert in verschiedenen, ihrem geistigen Level entsprechenden Lerngruppen. Auch ein Schulabschlus ist generell möglich.
Natürlich kann Annika auch im Rahmen der Integration eine Regelschule besuchen. Weshalb hast du Zweifel an der örtlichen Grundschule? Liegt es an den räumlichen Gegebenheiten? Bentötigt Annika eine barrierefreie Umgebung, um sich selbstständig fortbewegen zu können, evt. auch eine rollstuhlgerechte Ausstattung? Oder sprechen andere Gründe dagegen? :?:

Der Umzug aber würde von unserem Jannik schon viel abverlangen und würde ihm unheimlich schwer fallen. Weg von den Freunden, Sportverein,
neue Schule usw.
Mir würde es schon auch sehr schwer fallen, ich würde auch viel hier lassen


Deinen Zeilen ist deutlich zu entnehmen, dass ein Umzug ein sehr starker Einschnitt für euch alle, insbesondere für deinen Sohn darstellen würde :( . Welche Vorteile bietet die Waldorfschule? Wichtig für Annikas Entwicklung ist nicht nur die vermeintlich "ideale" Beschulung, sondern in gleichem Maße das Wohlbefinden ihrer Familie. Sie ist Teil der Familie, ihr Leben besteht zum weitaus größeren Anteil auch aus Familienleben. Eine zufriedene, ausgeglichene familiäre Situation ist eine wichtige Grundlage für erfolgreiches Lernen.
Wenn du diese Stabilität durch einen Umzug nachhaltig gefährdet siehst, würde ich persönlich diesen Schritt nicht gehen.

Auch muss man sagen das er der viel sensiblere ist, in seinem ganzen Wesen!
Oder würde es Annika es schaffen sich hier am Ort durchzubeissen mit ihrer Kämpfernatur die sie hat??????


Natürlich ist Jannicks Wohlergehen ebenso wichtig wie das deiner Tocher, obgleich ich mir vorstellen kann, dass der Balanceakt zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen beider Kinder bestimmt nicht einfach ist und man als Mutter evt. geneigt ist, stärkeres Augenmerk auf das "besondere" Kind zu richten.
Habe an anderer Stelle gelesen, dass Annika bereits erfolgreich einen Regelkindergarten besucht :) .
Warum dann nicht primär versuchen, eine Lösung vor Ort zu realisieren - sprich integrative Beschulung?
Liebe Grüße!
___________
Daniela (*1973, LKGS) mit Sohn (*2004, Neurodermitis, KISS und diverse
Nahrungsmittelallergien), Tochter (*2009) und unseren Zwillingssternchen (*2008/+ 2008) ganz tief im Herzen

Unsere Galerie: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=3982 .


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