Integrationskraft nur noch bis Ende März bewilligt

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Susanne K
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Integrationskraft nur noch bis Ende März bewilligt

Beitragvon Susanne K » 01.01.2006, 20:11

Hallo Ihr Lieben,

habe ein Problem mit unserem Jüngsten, er hat bisher für zweimal die Woche eine Einzelintegration genehmigt bekommen, die Ihn unterstützen sollte in der normalen Kindergartengruppe zurecht zu kommen. Vor einigen Wochen nun mußten die Erzieherinnen einen Bericht für das Sozialamt schreiben, sie lobten seine Entwicklung in den höchsten Tönen, das hat nun dazu geführt, das die Einzelintegration nur noch bis zum 31.3 genehmigt wurde, er solle in dieser Zeit vor allem im feinmotorischen Bereich gefördert werden, wir mögen ihn deshalb bitte regelmäsig in den Kindergarten bringen, um dies effektiv tun zu können.
Eigentlich halte ich das ganze für einen Witz, seine Physiotherapeutin war in der Einrichtung um ihn zu beobachten, sie war entsetzt, er wäre keineswegs in die Gruppe integriert, würde viele Dinge nicht mitmachen, säße teilnamslos herum, bräuchte noch einige Hilfsmittel zur Unterstützung. Ich weis nicht ob ich mir das so einfach gefallen lassen soll, oder eventuell eine Unterbringung in einem Kindergarten der KBF ins Auge fassen soll, um das Hick - Hack zu beenden. Wer von Euch kennt sowas, bin für Antworten sehr dankbar.

Liebe Grüße Susanne K

Eliana
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Beitragvon Eliana » 01.01.2006, 21:18

Hallo was ist kbf?Gruss christina

ABosch
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Beitragvon ABosch » 01.01.2006, 22:56

Hallo Susanne,

natürlich wehrst Du Dich!!!
Kenne die Diagnose Deines Kindes nicht, würde aber nicht alleine wegen eines solchen Berichts aus Resignation in eine Sondereinrichtung wechseln.
Sprich mit der Physiotherapeutin, bitte sie um einen schriftlichen Bericht.
Dieser wird jedoch nicht ausreichen.
Besser wäre ein Bericht einer Ergotherpeutin und am allerbesten der einer Frühberatung.
Damit beantragst Du dann neu!

Liebe Grüße
Andrea
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Ein Bericht mit Fotos
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Beitragvon Aspiemama » 02.01.2006, 10:40

Hallo Susanne,

überlege doch mal, ob du deinen kleinen in einen Förderkindergarten geben möchtest. Sebastian war auch zuerst im Regelkindergarten, saß dort stundenlang unterm Tisch, hörte sogar zeitweise auf zu sprechen und war 0 integriert. Schon nach wenigen Monaten im KiGa der Lebenshilfe machte er rießenfortschritte. Dort sind nur 8 Kinder pro Gruppe, dazu 2 Erzieher u. ein Praktikant. Im KiGa gibt es ausserdem Psychologe, Ergotherapeuten, Logopäden u. a. Fachpersonal. Der Umgang ist liebevoll konsequent. Sebastian ist inzwischen - trotz Autismus- voll integriert und hat Fortschritte gemacht, die niemand für möglich hielt, er wird dieses Jahr eine Regelschule besuchen.
Habe so ausführlich geschrieben, weil ich immer wieder auf Ängste stosse, wenn ich vom Lebenshilfekindergarten erzähle. Überlege es dir und schaue es ditr einfach mal an.
Liebe Grüsse
Ulrike

Susanne K
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Beitragvon Susanne K » 02.01.2006, 22:57

Hallo Ihr Lieben,

die Abkürzung KBF steht für Körperbehindertenförderung, die Einrichtung im Nachbarort besteht aus einem Kindergarten, einer bis jetzt Grundschule, die aber noch in diesem Jahr um eine Oberstufe erweitert werden soll, in der die Möglichkeit besteht alle Schulabschlüsse zu erwerben. Es besteht auch die Möglichkeit einer Rückschulung auf die Regelschule.

Leider ist unsere Physiotherapeutin zur Zeit selber in Rehabehandlung, ich hoffe inständig das sie wieder ganz gesund wird, sie ist einfach ein Schatz. Sie behandelt unseren Sohn schon seit er ein halbes Jahr alt ist, sie steht mir in fast allen Belangen mit Rat und Tat zur Seite.

Marc hat eine Tetraspastik, er ist aber gehfähig, geistig sehr rege, ein quietschvergnügter kleiner Wirbelwind, mit jedem Wachstumsschub allerdings, macht sich die Spastik wieder mehr bemerkbar, er hat dann häufig Schmerzen in den Beinen, läuft dann sehr steif und abgehackt, es geht ihm dann nicht sehr gut. Meistens ist er dann noch sehr ungnädig, noch unkonzentrierter und ungeduldiger als er es eh schon ist. Er bemerkt sein Unvermögen, dann blockiert er auch bestimmte Aufforderungen, z. B. er sollte vor kurzem ein Lebkuchenhäuschen im Kindergarten bemalen, will heißen, er sollte lauter kleine Details aufmalen, er hat sich geweigert nach ein paar kleinen Kringeln, es war ihm zu mühselig, vor allem weil er mitbekam das die anderen ganz flott fertig waren, er aber nur einen klitzekleinen Teil geschafft hatte. Solche Dinge werden ihm auch das Leben an einer Regelschule erschweren, dort wird er dann gleich als unwillig eingestuft werden, keiner wird auf sein Handicap Rücksicht nehmen.
Ja Ulrike ich habe es in Erwägung gezogen ihn in eine Einrichtung zu bringen, die seinen besonderen Bedürfnissen Rechnung trägt, obwohl er mit einer guten Unterstützung durchaus im Stande wäre in Regeleinrichtungen zurecht zu kommen, aber diese zu bekommen gestaltet sich als eher schwierig.
Was mich an der Geschichte so ärgert, ist der Umstand, das man mir den Brief zwischen den Feiertagen geschickt hat, also in einem Zeitraum, in dem mir die Hände gebunden sind. Werde jetzt noch versuchen unsere Sonderpädagogin in der Frühförderstelle zu erreichen, um nachzufragen, auf wessen Misthaufen, so ein Blödsinn zustandegekommen ist. Eigentlich hies es, sie hätte da ein Wort mitzureden, bin mal auf ihre Antwort gespannt.

Werde aber für meinen kleinen Feger alles tun was in meiner Macht steht, vielleicht hilft ja mal wieder der dezente Hinweis auf seine prominenten Paten, den Bundespräsidenten, manchmal nutzt es was.

Seid erst mal lieb gegrüßt,

Susanne K

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kachiya
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Beitragvon kachiya » 03.01.2006, 08:29

Hallo Susanne,

was sagt denn der KIGA dazu, die merken doch auch, wenn ein Kind nicht richtig in die Gruppe integriert ist. Bitte doch auch um ein Gespräch mit den Erziehern der Guppe, um zu klären, wie die die Situation einschätzen. Falls du einen Vermittler brauchst kannst du die Elternvertreter der Gruppe hinzuziehen.

LG,

Susanne K
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Beitragvon Susanne K » 09.01.2006, 20:27

Hallo Katja,

leider ist ausgerechnet der ausgesprochen positive Bericht der Erzieherinnen ja der Grund für die verfahrene Situation, die sind jetzt ganz erschrocken, das Ihnen mitgeteilt wurde, das die Maßnahme Ende März als beendet angesehen wird. Leider haben sie die Situation unseres Sohnes falsch eingeschätzt, sie haben zu wenig seine Bedürfnisse in den Vordergrund des Berichtes gestellt. Er wirkt auch immer recht fit, macht fast alles mit, Grenzen sind ihm z.B. bei Ausflügen in den Wald gesetzt, er kommt dann halt nicht hinterher, braucht immer jemanden der ihm behilflich ist, wenn es über Stock und Stein geht, oft habe ich ihn dann früher geholt, weil es einfach zuviel für ihn ist. Normalerweise soll er ja größere Strecken mit seinem Therapierad bewältigen, er läuft aber sehr gerne, kann aber seine Kraft selber nicht einschätzen, danach hat er tagelang Schmerzen in den Beinen.
Von seinen Defiziten in der Feinmotorik ganz zu schweigen, zudem fehlt er auf Grund seines Asthma bronchiales sehr häufig für längere Zeit, jeder Infekt ist gleich in der Lunge, da kann ich kein Risiko eingehen. Hier macht sich die mangelnde Lungenreife bei seiner Geburt bemerkbar.
Dann hat er ja eine Entwicklungsverzögerung von ca einem Jahr, leider mußten wir vor kurzem feststellen, das er hin und wieder Rolandoanfälle hat, Gott sei Dank keine schweren Krämpfe, aber die bremsen ihn doch um einiges aus, er ist dann halt am nächsten Tag so müde, das er im KIGA einschläft im Stuhlkreis, dann schläft er halt bis zu drei Stunden dort auf dem Sofa in der Gruppe, ist durch nichts mehr wach zu kriegen.
Solche Dinge haben die Erzieherinnen halt vergessen in ihren Bericht reinzuschreiben, werde morgen noch versuchen die Entwicklungsneurologie in Tübingen zu erreichen, denen das Problem schildern, eventuell macht ein Schreiben von dort mehr Sinn.
Danke für Eure Anteilnahme, liebe Grüße Susanne K

Ach, ja die Elternvertreterin der Gruppe bin ich!


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