Nachtschreck (Pavor Nocturnus)

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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C.J.
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Beitragvon C.J. » 31.12.2005, 21:44

Hallo,
ich selbst habe Nachts bis ich so 16 oder so war oft geschrieen. Erinnern konnte ich mich fast nie, ausser meine Eltern weckten mich während dem Schreien auf! Ich habe meistens (so meine Mama) "Neineineinein" oder "Bittebittebitte" geschrien, manchmal geweint.
Ich bin auch Schlafwandlerin, bin einmal sogar bis auf die Strasse gelaufen (als ich 5 war), auf Regale geklettert etc...
Nachts geschrien habe ich besonders stark wenn es bei uns zu Hause nicht gut lief und wenn ich Angst hatte. Meine Eltern waren sehr sehr streng was Noten anging und vor Arbeiten in der Schule und nachdem eine Arbeit schief lief habe ich oft mehrere Nächte hintereinander geschrien. Als es in unserer Schule einen Bombenalarm gab (ETA) hatte ich auch danach mehrere schlechte Nächte.
Jetzt habe ich es nicht mehr (oder zumindest nicht oft, mein Freund würde das ja merken, wir leben ja zusammen), aber im Stress kratze ich mich nachts blutig.
Ich denke, du brauchst dich nicht zu sorgen und es wird sicher mit der Zeit weniger, ich denke auch wenn es zu schlimm wird Tage lang mal keine zu starken Emotionen zulassen. Mich hat es nie gestört und ich erinner mich nur daran, weil meine Mutter es mir sagte!
Liebe Grüsse aus dem (leider kalten) Spanien, und ein frohes neues Jahr, C.J.
C.J., humangenetische Beraterin in Great Ormond Street Hospital for Children, London.

“Today you are You, that is truer than true. There is no one alive who is Youer than You.”
(Dr. Seuss)

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NadineStoerk
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Beitragvon NadineStoerk » 01.01.2006, 11:19

Hallo zusammen,
als ich gerade diesen Beitrag las, konnte ich es irgendwie nicht richtig glauben.
Seit drei Wochen, rätseln und überlegen wir, was Joschua wohl haben könnte.

Er wacht so alle zwei Nächte, mitten in der Nacht auf, bzw. plötzlich wildes Geschreie, meistens schreit er "NEIN NEIN NEIN" und haut dabei wie wild um sich.
Er zittert am ganzen Körper und läßt sich nicht wieder richtig beruhigen. Er hat dann solche Angst, wenn wir das Zimmer wieder verlassen und schreit dann wieder weiter.
Es passiert aber manchmal auch zweimal.

Letzte Nacht haben wir ihn in unser Bett geholt und plötzlich sitzt er senkrecht im Bett und schlägt mit dem rechten Arm immer rauf und runter und schreit nein nein nein.
Dann habe ich ihn angetickt und in den Arm genommen, daraufhin schlief er weiter in meinem Arm eingekuschelt.

Was mein ihr, könnte es sich bei Joschua um das gleiche Problem handeln?

Lieben Gruß
Nadine

p.s. Er wird bald fünf, schläft aber schon seit vier Jahren durch.
Liebe Grüße Nadine mit Joschua 29 SSW & Rafael 28 SSW(BNS-Epilepsie)

Aspiemama
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Beitragvon Aspiemama » 01.01.2006, 11:31

Hallo,
habe das im Wikipedea gefunden:

Der Pavor (lateinisch die Angst) oder der Angor (lateinisch die Beklemmung, vergleiche Angina) ist eine Form der Schlafstörung, eine Parasomnie, die vorwiegend Klein- und Schulkinder betrifft. Sie kann nach dem zeitlichen Auftreten in zwei Formen unterteilt werden:

der Pavor nocturnus ist die Nachtangst,
der Pavor diurnus ist die Tagangst (Form beim Mittagsschlaf).
Inhaltsverzeichnis [Verbergen)

Symptome
Während des ersten Schlafdrittels (typischerweise ein bis drei Stunden nach dem Einschlafen) schreckt das Kind mit einem Schrei aus dem Schlaf und ist vegetativ zunächst so aktiviert, dass es für bis zu fünfzehn Minuten nicht ansprechbar sein kann. Als Zeichen dieser vegetativen Erregung kommen Kaltschweißigkeit, schneller Puls (Tachykardie) und beschleunigte Atmung (Tachypnoe) vor. Das Kind erkennt seine Eltern nicht und lässt sich nicht wecken. Am Ende des Anfalls erwacht es und schläft meist wieder ruhig ein. Meist kann es sich daraufhin nicht an das Geträumte erinnern (Amnesie), und gelegentlich liegt auch Schlafwandeln (Somnambulismus) vor.

Differentialdiagnose
Diese Anfälle sind nicht zu verwechseln mit Alpträumen, deren Traumthemen nach dem Erwachen zunächst meist sehr gegenwärtig sind und die nach heutiger Lehrmeinung als eigenständige Krankheitsentität aufzufassen sind.

Ätiologie
Als Krankheitsursache wird von psychoanalytischer Warte die Angst des Kleinkindes vor der Dunkelheit oder einem Liebesentzug vermutet, andere Psychiater, Kinderärztinnen und Neurologen meinen, es liege eine Unreife der Steuerung der Schlafphasenfolge vor.

Therapie
Es werden gegebenenfalls trizyklische Antidepressiva eingesetzt.

Liebe Grüsse
Ulrike

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kachiya
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Beitragvon kachiya » 02.01.2006, 08:31

Hallo,

ich habe hier auch noch mal den Auszug aus Babyjahre von Remo H. Largo:

Nächtliche Angstgespenster
Die Eltern von Peter begeben sich gerade zu Bett, als ihr zweijähriger Sohn aus Leibeskräften zu schreien anfängt. Sie stürzen ins Kinderzimmer und finden Peter mit einem äußerst angstvollen Gesichtsausdruck im Bett stehend. Seine Augen sind weit aufgerissen. Er schreit wie am Spieß und starrt gebannt ein imaginäres Ungeheuer an. Er atmet und schwitzt, als ob er Schwerarbeit leisten würde.
Als die Mutter sich ihm nähert, weicht er zurück. Die Mutter redet besänftigend auf Peter ein, was sein Geschrei aber nur verstärkt. Sie versucht ihn in die Arme zu nehmen und zu streicheln. Peter schlägt wild um sich. Schließlich schüttelt der Vater den Knaben, aber Peter lässt sich nicht wecken. Nach etwa zehn Minuten ist der ganze Spuk vorbei: Peter blickt umher, ist nicht mehr verstört. Er wirkt müde und schläft nach kurzer Zeit zufrieden ein.


Peter hat ein sogenanntes Angsterschrecken oder Pavor nocturnus gehabt. Der Pavor nocturnus kann Eltern, die dieses Verhalten nicht kennen, einen gehörigen Schrecken einjagen. Die meisten Eltern rufen beim erstmaligen Ereignis nach ihrem Hausarzt. Wenn der Arzt eintrifft*, ist das ganze Geschehen bereits vorüber. Die Eltern möchten vom Arzt wissen:
Warum war Peter so verstört?
Was hat Peter erlebt, daß sein Gesicht so angsterfüllt war?
Was hat Peter gesehen, daß seine Augen so aufgerissen waren?
Warum ließ er sich nicht wecken?
Könnte sich ein solcher Vorfall wiederholen?
Haben sie etwas falsch gemacht in der Erziehung?

Der Pavor nocturnus ist in den vergangenen 20 Jahren wissenschaftlich gut untersucht worden. Aufgrund seiner elektrophysiologischen Merkmale betrachten Schlafforscher den Pavor nocturnus als ein normales Schlafphänomen, das in einer bestimmten Altersperiode auftritt. Dem Angsterschrecken liegt ein sogenanntes partielles Aufwachen aus dem tiefsten Non-REM-Schlafstadium zugrunde; das heißt, das Kind wacht aus dem Tiefschlaf unvollständig auf, was sich in einer Art Verwirrtheitszustand äußert.

Der Pavor nocturnus tritt typischerweise ein bis drei Stunden nach dem Einschlafen auf. (Ein Angstzustand in den frühen Morgenstunden ist kein Pavor!) Das Kind hat die Augen weit offen, reagiert aber nicht oder inadäquat auf das Erscheinen der Eltern. Sein Gesicht und seine Haltung drücken Angst, Wut oder Verwirrung aus. Das Kind schwitzt ausgeprägt, atmet verstärkt und hat einen jagenden Puls. Es nimmt die Eltern nur begrenzt wahr. Wenn es angesprochen wird, gibt es keine oder verwirrte Antworten. Es gelingt den Eltern nicht, das Kind zu wecken. Wenn die Eltern versuchen, das Kind zu beruhigen, indem sie es streicheln und in den Arm nehmen, regt sich das Kind zusätzlich auf. Es stößt die Eltern weg und schlägt um sich. Das Aufwachen geschieht abrupt. Atmung und Puls normalisieren sich schlagartig. Wie ein Spuk verschwindet der Schreck aus dem Gesicht und der Haltung des Kindes. Das Kind ist zufrieden. müde und schläft rasch ein. Wenn die Eltern das Kind fragen, was es erlebt hat, kann es keine Auskunft geben. Es hat auch in den folgenden Tagen keine Erinnerung. Die meisten Episoden dauern fünf bis 15 Minuten. Selten dauert eine Episode mehr als eine Viertelstunde - eine sehr, sehr lange Zeit für die Eltern.

Der Pavor nocturnus tritt zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr, selten bereits Ende des ersten Lebensjahres auf. Am häufigsten wird er im vierten und fünften Lebensjahr beobachtet. Genaue Angaben über die Häufigkeit des Pavor nocturnus fehlen. Man darf aber annehmen, daß zwischen dem zweiten und siebten Lebensjahr ein Drittel bis die Hälfte aller Kinder solche Episoden haben. Bei den meisten Kindern tritt der Pavor nur sporadisch auf, insgesamt ein bis mehrere Male. Manche Kinder erleben während ein bis zwei Jahren alle ein bis zwei Monate ein solches Ereignis. Selten tritt der Pavor bei einem Kind jede Nacht auf.

Nach einem ereignisvollen Tag, zum Beispiel nach einem Familientreffen oder dem Besuch eines Rummelplatzes, neigen manche Kinder in der darauffolgenden Nacht zu einem Pavor nocturnus. Im Schlaf verarbeiten die Kinder, was sie am Vortag erlebt haben. Waren die Kinder ungewöhnlich vielen Reizen ausgesetzt, kann ihnen deren Verarbeitung Mühe bereiten, was sich als Pavor nocturnus äußern kann.


Der Pavor nocturnus gehört zum normalen Schlafverhalten, er ist keine Verhaltensauffällkeit! Beim Pavor nocturnus liegt keine psychische Störung vor. Ein Angsterschrecken ist nicht die Folge schwerwiegender psychische Erlebnisse. Betroffene Kinder leben nicht häufiger in schwierigen familiären Verhältnissen als Kinder ohne Pavor nocturnus. Der Pavor ist auch nicht mit einem bestimmten elterlichen Erziehungsstil verbunden. Er ist nicht die Folge einer Fehlerziehung.

Es gibt andere Verhaltensweisen, die die gleiche elektrophysiologische Grundlage haben wie der Pavor nocturnus. So gibt es Kinder, die mit den Zähnen knirschen oder im Schlaf reden - wie übrigens auch Erwachsene. Ein Teil der Kinder mit Pavor nocturnus neigt im Schulalter zum Schlafwandeln. Wenn die Eltern bei Großeltern, Onkeln und Tanten nachfragen, stellen sie häufig fest, daß Pavor nocturnus und Schlafwandeln in der Familie Tradition haben.

Wie sollen sich die Eltern verhalten?
Es ist verständlich, daß Eltern alle ihnen verfügbaren Mittel einsetzen, um ihr Kind von diesem psychischen Terror zu befreien. Sie versuchen, das Kind durch Zureden, Streicheln und Halten zu beruhigen. Sie möchten das Kind wecken: Sie schütteln es, waschen ihm das Gesicht mit einem kalten Waschlappen ab oder halten es unter die Dusche. Alle diese Maßnahmen sind vergeblich. In ihrem Kind läuft ein Prozess ab, zu dem die Eltern keinen Zugang haben.
Wenn sich das Kind nicht wecken läßt, was können die Eltern tun?
Sie können das Kind vor Verletzungen schützen, indem sie es zum Beispiel davor bewahren, daß es eine Treppe hinunterstürzt. Daß es Eltern schwerfällt, tatenlos das Ende des Anfalls abzuwarten. ist verständlich. Beruhigend ist: Der Pavor ist nichts Gesundheitsschädigendes, insbesondere keine Epilepsie, und wird nicht durch den elterlichen Erziehungsstil ausgelöst.

Vom Angsterschrecken zu unterscheiden sind die sogenannten Angstträume. Angstträume können auch bereits in den ersten Lebensjahren auftreten, sind aber seltener als der Pavor nocturnus. Während der Pavor immer spätabends auftritt. kommen die Angstträume vorwiegend in der zweiten Hälfte der Nacht vor. Die Eltern erleben einen Angsttraum bei ihrem Kind anders als einen Pavor nocturnus, Wenn die Eltern auf das Kind aufmerksam werden, ist es bereits wach. Es ist verängstigt, aber nicht orientierungslos. Es möchte getröstet werden und braucht die Zuwendung der Eltern. Die Eltern können - im Gegensatz zum Pavor nocturnus - sich mit dem Kind verständigen, es in den Arm nehmen. Je nach Alter des Kindes können die Eltern mit ihm über den Trauminhalt sprechen. Das Kind erinnert sich an das Geträumte, oft auch noch in den folgenden Tagen. Inhalt der Angstträume sind häufig für das Kind belastende Ereignisse.

Das Kind braucht die Zuwendung und das Verständnis seiner Eltern, damit es seine Traumerlebnisse verarbeiten kann. Die Eltern sollten nicht versuchen, dem Kind die Träume auszureden. Träume haben für die Kinder eine ganz andere Qualität als für uns Erwachsene. Träume sind für die Kinder so real wie ihre Wahrnehmung im Wachzustand: Für die Kinder sind Träume Wirklichkeit. So kann es geschehen, daß ein Kind die Eltern beharrlich nach dem großen schwarzen Hund fragt, der ihm im Traum so große Angst eingejagt hat.

Die Angstträume sind wie der Pavor nocturnus - auch wenn sie sporadisch auftreten - Teil des normalen Schlafverhaltens. Sie weisen nicht zwangsläufig auf das Vorliegen einer psychischen Störung hin. Kommen Angstträume ein oder mehrmals pro Woche vor und ist das Kind auch tagsüber verängstigt und bedrückt, sollten die Eltern fachliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Wir haben uns nun ausführlich mit den schlechten Träumen beschäftigt. Selbstverständlich haben Kinder in den ersten Lebensjahren auch gute Träume. Weil für sie die Traumwelt genauso real ist wie die Welt im Wachzustand, nehmen sie wahrscheinlich an, ihre Träume seien uns bekannt. So reden die Kinder selten darüber, was sie Schönes im Traum erlebt haben; aber ihre glücklichen Gesichter im Schlaf zeugen davon. //

Das Buch Babyjahre ist übrigens eins meiner Lieblingsbücher.

LG,

Nadine L.
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Beitragvon Nadine L. » 05.05.2009, 11:36

Meine Tochter Lea 3 Jahre und 4 Monate, weint seit ca. 8 Monaten wie eure Kinder. Nur fast jede Nacht. Sie steht in ihrem Bettchen, brüllt wie am Spieß, nur hat sie selten die Augen dabei auf. Die Kinderärztin meinte nur das ist in dem Alter normal. Ich solle sie wachmachen ansonsten würde sie zwar bald wieder einschlafen aber dann geht es von vorne los. Es dauert immer 20 Minuten bis ich sie wach habe. Dann ist sie total irritiert und will ins Bett. Ich bin schon ganz gerädert weil es von 7 nächten 5 bis 6 sind und das immer zwichen 22 und 1 Uhr. Mal früher mal später. Seit dem ich sie jedesmal wach mache habe ich das Gefühl das es schlimmer wird und nicht besser :-(
Muß ich sie wirklich wach machen?
LG Nadine

Susannesally
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Beitragvon Susannesally » 05.05.2009, 11:46

Ich kann auch davon berichten!

Bei unserem Sohn Michel hat diese Nachtschreckphase 2 Jahre gedauert, dann jedoch wieder aufgehört (zum Glück). Mein neuer Kinderarzt kannte sich aus und gab uns Globulis (leider kann ich Dir nicht mehr sagen welche, zu lange her) zur inneren Ausgeglichenheit, das half bei ihm. Es kam nicht mehr vor.

Unser kleiner Fabian wird nachts wach und benimmt sich dann wie ein Nachtgespenst, er macht sich ünerhaupt nicht bemerkbar und ist ganz leise, stellt "verbotene" Dinge an, legt sich zu seinen Geschwistern ins Bett, etc.

Ruhigere Nächte wünscht
Susanne
Susanne und Henning, mit Sally (12/97 hochbegabt), Lea (07/01; Bindungsstörung, ADS; Pflegekind, SBA 50%); Michel (12/02; Instabilität der HWS mit neurologischen Auswirkungen, ADHS, Hochbegabung, SBA 60%); Fabian(09/05 GdB 80 (H, B, G)); globale Entwicklungsretadierung, Spastiker, ADHS, frühkindlicher Autismus

*Katharina*
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Beitragvon *Katharina* » 05.05.2009, 12:39

Hallo,

das ist ja wirklich interessant, ich kann mich auch zu denjenigen zählen, die noch nie von einem "Nachtschreck" etwas gehört haben. Ist ja super, dass ihr dieses Posting nochmal "hochgewühlt" habt.
Allerdings gehören wir auch zu denjenigen, dessen Kind nachts phasenweise auch schreit. Bei uns ist das aber wohl kein Nachtschreck- ich würde das eher als ein "Baby-schläft nicht durch" Phänomen bei uns bewerten.

Sie wacht auch nicht wirklich auf, sondern schreit und weint im Schlaf und wühlt mit ihrem Kopf hin und her. Ausserdem lässt sie sich durch Anfassen und Kopfstreicheln wieder beruhigen. Manchmal hat sie auch die Augen auf dabei, aber man merkt, dass sie im Schlaf ist. Wenn das nichts hilft, lege ich sie in einer anderen Position zum Schlafen hin, dass ich sie z.B. auf die Seite lege und am Rücken und Kopf abstütze- dann geht´s. :wink: .
Bei Ihr ist das auch nicht jede Nacht, aber wenn, dann so 3-4 mal in 30min. Abständen, irgendwann ist dann Ruhe und sie schläft wieder normal.

Na- bin auch schon gespannt, wann das besser wird.

Lg
Marlene
Maus(10); Mitochondriopathie mit diverser Organbeteiligung.

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Beitragvon ehemalige Userin » 05.05.2009, 13:17

Hallo!

Ja, wir gehören auch in den Nachtschreck-Club...Sind schon seit drei Jahren mit dabei. Felix ist jetzt 6.

Mir macht das jedesmal ganz schön Angst, obwohl Felix das noch nicht mal sooo dramatisch hat. Er schlägt immerhin nicht um sich oder sowas. Es ist immer vor Mitternacht, manchmal mehrfach hintereinander. Er sitzt oder steht (!) im Hochbett und spricht mehr oder weniger unverständlich, ruft, hat Panik, ist nicht aufzuwecken. Manchmal hält er sich die Ohren zu und ruft, es sei so laut, so schrecklich laut! Ich nehme ihn dann oben im Bett auf den Schoß, das kann dann eine ganze Weile dauern. Auf einmal gähnt er, das ist meistens ein gutes Zeichen, daß es bald geschafft ist. Dann sagt er vielleicht sowas: "Mama, kann ich was zu trinken haben?" oder: "Ich muß mal schnell aufs Klo", oder er legt sich einfach von alleine wieder hin und ist von einer Sekunde auf die andere fest eingeschlafen.

Wenn ich's nicht auch schon bei Remo Largo gelesen hätte, ich wäre wohl sehr verunsichert gewesen. "Unvollständiges Erwachen aus dem Tiefschlaf", wird es bei Largo definiert, und auf einer Stufe mit Schalfwandeln o.ä. gesehen.

Felix hat das auch eher dann, wenn sein tag trubelig war. Aber manchmal auch aus heiterem Himmel.

Allseits gute Nächte wünscht

Esther

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Sylvia&Lars
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Beitragvon Sylvia&Lars » 06.05.2009, 09:49

Hallo

Auch wir gehörten dazu,wir hatten es bis Lars 5 Jahre alt war,bei uns war es genau wie bei euch ,doch wir hatten es immer zwei mal in der ersten und in der zweiten Nachthälfte und es hielt jedesmal 20 Minuten,ich konnte regelrecht den Wecker dannach stellen es war immer die gleiche Uhrzeit,und wir hatten das Drama Täglich jede Nacht,ich kann euch sagen ich war völlig fertig ich hatte nach den Jahren nur noch 42 kg,wenn er mal aus anderen Gründen schrie konnte man den unterschied des Schreieins genau erkennen,der Schrei des Nachtschrecks ging mir jedesmal durch Mark und Bein es war grausam,und bin froh als es mit 5jahren ein ende hatte,denn es ist jedesmal schlimm wenn mann sein Kind so sehen muß.Ich weiß noch die Angst die ich hatte ihn Abends hinzulegen ,weil ich auch lange zeit nicht wußte was es ist,ich war mit ihm beim Arzt aber seine aussage war nicht zu gebrauchen(kommt bei Jungs schon mal vor),Lars war eh nicht so ganz einfach er war ein Schreikind Brüllte immer :shock: selbst Tagsüber Brüllte er und war ein sehr Knatschiges Kind,ich bin Froh und Glücklich das es vorbei ist.
Doch sein jetziges verhalten bringt mich sehr oft am Rande des Wahnsinns,und ich glaube oft das das ganze mit seinem heutigen verhalten irgendwie zusammen hängt.Bin schon oft deswegen bei Ärzten gewesen ,aber habe das Gefühl die nahmen mich nicht so ganz ernst,doch jetzt entlich bekommen wir die Hilfe die und vieleicht ein Stück weiterbringt er kommt jetzt in die KJP Viersen zur Diagnostik auf Asberger Syndrom,stehen auf der liste ganz oben einen Termin mußte ich leider schon Absagen,weil er ja noch die hohen gibse hatte,beim Nächsten Anruf ist Lars dran und ich hoffe das es uns Hilft mit allem umzugehen

so nun Wünsche ich allen Müttern noch ruige und erholsamme Nächte

Sylvia und Lars
Ihr lacht über mich weil ich anders bin? Ich lache über euch weil ihr alle gleich seid...

Lars ADHS Audidative & Visuelle Wahrnehmungsstörung,Hypertonus,Spitzfuß,kombinierte Entwicklungsstörrung,Haltungs und Tonusasymmetrie
seit dem 11.11.09 Diagnose Aspergersyndrom

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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 06.05.2009, 19:49

Hallo

Wir haben das um es mal krass auszudrücken endlich seid 4 Jahren hinter uns.
Mein Sohn weinte, schrie und war alle 30-45 min wach vom ersten LebensTAG an bis zu seinem 5 Lebensjahr.

Als er 2 Jahre alt wurde, fing er an sich arg selbst zu verletzen. Stach sich die Finger in die Augen, haute sich den Kopf an die Wand, schlug um sich ( auch uns wenn wir versuchten Ihn zu beruhigen )

Haben viele viele Ärzte aufgesucht doch aus deren sicht, gab es keinen Grund für sein Verhalten. deren begründung war: wir seien zu blöd ein Kind zu erziehen, sollten mal härter durchgreiffen und einen vernüftigen Tagesablauf hinlegen. :shock:

Als er knapp 5 J alt war, kam er erneut ins Krankenhaus ( wie schoneinmal mit 15 mon - jedoch entlassung ohne diagnose )
Endlich diagnotizierte man den Pavor - Nocturnus und man spürte einfach nur erleichterung.
Endlich wusste man was los sei und man musste sich keine dummen kommentare etc mehr anhören. Und vorallem wussten wir, wie wir weiter vorgehen mussten. Wir durften ihn nicht ansprechen, aber aufpassen auf ihn, das er nicht die treppe oder so hinunter stürzt.

Wir haben all die Jahre immer versucht ihn zu beruhigen ( was auch völlig normal sei ) doch in dem fall Nachtschreck, soll man die Kinder ja nicht ansprechen. Daher hat unser Sohn auch die argen selbstverletzungen entwickelt.

Etwa 6-9 Monate nach der Diagnose hörte das nächtliche schreien ( was im übrigen exakt 1 std andauerte-man konnte die Uhr nach stellen ) endlich auf und wir fanden nach 5 Jahren endlosen anstrengenden Nächten, Tag für Tag endlich schlaf :)

Lg Jessica


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