Wieso reicht zur Kontokündigung der Betreuerausweis nicht?

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anjajura
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Wieso reicht zur Kontokündigung der Betreuerausweis nicht?

Beitragvon anjajura » 10.05.2011, 15:37

Hallo,

Ich komme gerade von der Sparda Bank und wollte dort, mit Betreuerausweis (Betreuung für alle Belange), ein altes Girokonto meines Sohnes kündigen.
Hatte extra einen Termin ausgemacht :?
Nun meinte die junge Dame, die ich mit meinem Ansinnen dort als Anprechparnerin hatte, dass ich auch mit Betreuerausweis nicht einfach so ein Konto kündigen darf und ausdrücklich auf eine Bestätigung der zuständigen Betreuungsstelle bestand?
Welche Erfahrungen habt Ihr denn schon mit dem Betreuerausweis gemacht. Es ist klar, dass ich über sämtliche wichtigen Dinge, auch Kontoauflösungen einmal im Jahr einen Bericht ans Betreuungsgericht schreibe, aber bedarf es in manchen Dingen tatsächlich nochmal einer vorherigen Absprache /Bestätigung durch das Betreuungsgericht?
Das stellt ja ansonsten den Sinn des Betreuerausweises in Zweifel.


LG

Anja
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angela
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Beitragvon angela » 10.05.2011, 15:57

Hallo Anja,

hab jetzt mal in den Unterlagen nachgesehen, aber nix Konkretes gefunden.

Ich bin bisher auch davon ausgegangen das die Vermögenssorge auch solche Dinge ohne Absprache mit dem Betreuungsgericht beinhaltet.
Geld abheben dürfen wir doch auch, warum nicht ein Konto auflösen?
Erschließt sich mir nicht wirklich der Sinn, gerade weil man ja die Vermögensaufstellung machen muß am Jahresende.
Ich such nochmal ob ich was Konkretes finde.

LG - Angela
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Beitragvon Iris+5 » 10.05.2011, 16:05

Hallo,

so kenne ich das auch, alles was ich als Betreuerin meines Vaters machen wollte musste ich von der zuständugen Richterin genehmigen lassen. Ohne die Genehmigung hätte ich auch kein Konto auflösen können.

Dient sicherlich dazu dass die Betreuer sich nicht uneberechtigter weise bereichern können.

LG
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Marianne56
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Wieso reicht zur Kontokündigung der Betreuerausweis nicht?

Beitragvon Marianne56 » 16.11.2011, 14:40

Hallo Anja,

soweit ich weiss, muß man einen Beschluss des zuständigen Betreuungsgerichtes vorlegen, aus dem einwandfrei hervorgeht, dass man für die betreffende Person die Betreuung auch in Vermögensangelegenheiten hat.

VG

Marianne
Marianne, 59, Alois,64, mit Florian, 32, schwere perinatale Asphyxie, weitreichender Hirnschaden, Tetraspastik, Anfallsleiden, geistige Behinderung,seit Dezember 2003 stationär in Wohpflege, Wolfgang, 30, gesund und munter

Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 16.11.2011, 15:17

hallo

ich kenne das auch so,wenn die zu betreuenede person Ü 18 ist....

lg

MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 16.11.2011, 15:29

Hallo,

eine Betreuung ist im Gegensatz zu früher, keine Entmündigung mehr.
Um solche Dinge wie höhere Geldausgaben, wie Kontoauflösung und die Anschaffung von Eigentum zu tätigen, reicht eben nicht ein einfacher Betreuerausweis... sondern soll, im Sinne des Betreuten, noch einmal von anderer Stelle geprüft werden; hier also das Gericht.
So ist es bei meinem Großvater, dessen Betreuerin ich bin, auch. Größere Anschaffungen, Kontoauflösungen etc. müssen richterlich genehmigt werden.

Da dein Sohn bereits volljährig ist, bist du nicht mehr die Erziehungsberechtigte, sondern nun Betreuer. Gesetzlich ein großer Unterschied...

Grüße,
Miriam

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Beitragvon Püppimelli » 16.11.2011, 17:32

Das Thema ist schon 6 Monate alt... :wink:

Da ich aber im Vormundschaftsgericht gearbeitet habe, eine kurze Erklärung:
Es ist nicht unbedingt notwendig eine Kontoauflösung vom Gericht genehmigen zu lassen. Sofern die Vermögensangelegenheiten im Aufgabenkreis beinhaltet sind, kann man es bei einigen Banken auch so auflösen. Der Nachweis über das Geld muss dann in der jährlichen Vermögensaufstellung aufgelistet sein. Da "alle Angelegenheiten" für die Banken aber oftmals nicht ausreichend sind als Erklärung verlangen sie eine Genehmigung, die man dann aber recht problemlos bekommt.

Was aber im Allgemeinen vom Gericht bzw dem Rechtspfleger genehmigt werden muss, sollte man bei seinem zuständigen Rechtspfleger erfragen, da jedes Gericht dort ein wenig anders handelt. Denn auch die Aufgabenkreise sind in Deutschland nicht eindeutig definiert und was ich so an Aufgabenkreisen aus anderen Bundesländern gelesen habe... da konnte nicht einmal ich etwas mit anfangen. :roll:
Liebe Grüße

Melli

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Beitragvon anjajura » 16.11.2011, 18:52

soweit ich weiss, muß man einen Beschluss des zuständigen Betreuungsgerichtes vorlegen, aus dem einwandfrei hervorgeht, dass man für die betreffende Person die Betreuung auch in Vermögensangelegenheiten hat.


Nein, das reicht eben nicht!

Der Nachweis über das Geld muss dann in der jährlichen Vermögensaufstellung aufgelistet sein.

Es handelt sich um ein leeres Konto. Das mir, weil es umsonst geführt wird, bei der Auflistung entgangen ist.
Das war mal ein Taschengeldkonto, bis unser Opa gestorben ist. (Vor 7 Jahren)
Ich habe jetzt Bedenken, dass es Schwierigkeiten dewegen geben könnte,oder es mir als "Verschleierung" ausgelegt werden könnte....., denn wer vergisst schon ein Konto :oops:

LG

Anja
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Beitragvon MiriamP » 16.11.2011, 19:23

Hallo Anja,

aber man kann doch anhand von Kontoauszügen (Girokonto) bzw. dem Sparbuch selbst nachweisen, dass man nichts veruntreut hat.
Ansonsten kann ich dir nur raten, deinen Sohn mitzunehmen und mit ihm gemeinsam zur Bank zu fahren. Bei meinen Großvater hatte dieses damals geklappt, da klar war, dass es sein Wille ist und ich als Betreuerin nichts dagegen hatte.

Grüße,
Miriam

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Beitragvon Püppimelli » 16.11.2011, 19:39

Hallo Anja,

da du nachweisen kannst, das auf dem Konto nichts was, kannst du es wirklich auflösen lassen. Und wenn die Bank mitspielt auch ohne extra Genehmigung. Die Bank kann dir auch eine Kontoübersicht ausdrucken, woraus ersichtlich ist, das nichts drauf war oder vorher runter genommen wurde.
Liebe Grüße



Melli


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