Schulrückstellung-große Unsicherheit auf allen Seiten

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Sabine-nord
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Schulrückstellung-große Unsicherheit auf allen Seiten

Beitragvon Sabine-nord » 20.12.2005, 19:48

Hallo,

nun rückt auch für uns langsam das Thema Schule näher.

Und wie wohl den meisten hier , liegt auch mir dieses Thema schwer im Magen :-(

Ich "sammel " nun mal ein paar "Basis-Infos":

Mein Sohn geht in einen Heilpädagogischen Kindergarten.
Von Seiten des Kindergartens wurde mir definitiv gesagt, das es in Schleswig-Holstein keine Schulrückstellung mehr gebe.
Nun höre und lese ich aber immer wieder von Kindern, die von der Schule zurückgestellt wurden.

Hat jemand Info´s unter welchen Bedingungen das doch geht ?
Wie geht das organisatorisch von statten ?
Kann das Kind dann "einfach so " im Kindergarten bleiben ?


Freue mich über zahlreiche Antworten :)

Danke und liebe Grüße
Sohn 10/99 Frühchen aus der 24+5 SSW 650g/32 jetzt globale Entwicklungsretardierung,
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Susanne Docter
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Beitragvon Susanne Docter » 20.12.2005, 20:12

Hallo Sabine,
Du hast Recht. Es gibt sehr große regionale Unterschiede.
In Schleswig-Holstein sollen allenfalls Kinder für 1 Jahr zurückgestellt werden, bei denen im nächsten Jahr ein Regelschulbesuch in Frage kommt.
Wir haben trotzdem 1 Rückstellung beantragt; unsere Tochter wird erst im Mai 6 jahre alt; sie hat einen Hydrocephalus, ist sehr klein, (94 cm)
und hatte in diesem Jahr mehrere OP´s.
Die Ärztin hat die Rückstellung befürwortet, obwohl für Catalina Emmi auch keinen Fall ein Regelschulbesuch zur Diskussion steht.
Aber das heißt noch lange nicht, dass es auch klappt.

Wir wohnen übrigens in Sörup und Catalina besucht den örtlichen Kindergarten als i-Kind.

Wie fitt ist denn dein Sohn?
Die Körperbehindertenschule nimmt übrigens nur Kinder, wo die Körperbehinderung im Vordergrund steht.
Die nehmen pro Jahrgang nur wenige Kinder und sieben (leider) auch
gnadenlos aus.

Schade, ich habe für Catalina gehofft, dass sie dort einen Platz bekommt, aber ich glaube es sieht schlecht aus. Dazu ist ihr Rückstand zu groß

liebe Grüße Susanne

Sabine-nord
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Beitragvon Sabine-nord » 20.12.2005, 20:35

Hallo susanne,

vielen dank für Deine schnelle Antwort :-)
und viele Grüße in die Nachbarschaft.....

Thies ist am 31.10 6 Jahre alt geworden.
Ich war im Frühjahr mit ihm in Pelzerhaken zur Diagnostik und dort wurde sein Entwicklungsrückstand mit gut 3 Jahren genannt.
Ist schwer das zu pauschalieren. Tatsache ist, das er in den letzten Wochen einen enormen Schub gemacht hat.

Er würde jetzt wohl so als knapp 4 jähriger "durchgehen".
Er ist ca. 108cm bei 16 Kg, sein Entwicklungsrückstand zieht sich über alle Bereiche : körperlich und geistig, sprachlich ist es soweit ganz fit.
Er ist allerdings nicht trocken und sauber und es sieht nicht so aus, als ob es in Absehbarer Zeit was wird :-(
Es ist schon so, das sich seine Defizit in den letzten Monaten manifestiert haben, trotz aller Fortschritte, seine KIÄ meinte vor ein paar Wochen, dass sie vor 2 Jahren gedacht hätte, das er heute weiter wäre....

Er geht seit 2 Jahren in den heilpädogischen Kindergarten Adelby.

Es ist schon so, dass er seinen Entwicklungsrückstand nicht in einem jahr aufholen würde , ob ihm eine Schulrückstellung wirklich was bringen würde weiß ich noch nciht so genau, sehe ihn halt irgendwie noch überhuapt nicht als Schulkind.

Und die große Frage ist für mich auch: was würde ich mit diesem gewonnen Jahr anfangen- wäre er im Kiga nicht unterfordert ?

Hört sich jetzt ein bischen wirr an... aber so fühle ich mich bisweilen.....

werde mir aber auch noch mal den Schulkindergarten und den Föderzweig der Waldorfschule ansehen.

Hast du die Rückstellung jetzt schon beantragt ? und wie und wo ?
Käme sie den in Flensburg zur Schule ?

Ich werde mich auch mal erkundigen, wie Integration in der Regelschule läuft.

Von der Schule für Körperbehinderte habe ich hier in Flensburg auch sehr viel Gutes gehört. Aber die kommt für uns wohl eher nicht in Frage.

Liebe Grüße
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Beitragvon Susanne Docter » 20.12.2005, 21:50

Hallo Sabine,
sieht leider so aus als hättet Ihr nicht so große Chancen eine Rückstellung erwirken zu können.
Auch Catalina ist schätzungsweise 2-3 jahre verzögert, übrigens sprachlich auch recht gut, daher blendet sie damit und schafft es von ihren eigentlichen Problemen abzulenken.
Die Waldorfschule - kleine Klasse ist auf jeden Fall eine gute Adresse.
unser großer Sohn Marek, 11 Jahre, besucht die 5. Klasse und wir sind im Großen und Ganzen sehr zufrieden.
Offiziell darf die Schule allerdings keine geistig behinderten Kinder aufnehmen, aber es gibt immer wieder Kinder, die da reinrutschen.
Allerdings wird nur alle 2 jahre eine neue 2. Klasse eröffnet und in diesem jahr hat eine gestartet.
Klassenlehrerin ist Frau Fendrich, eine ältere Dame, recht erfahren und klar und konsequent in ihrer Linie.
Nicht jedermanns Geschmack, aber ich mag sie.
Gutes höre ich auch von der Schule in Adelby; dort soll es wohl eine Kooperationsklasse der Friholtschule geben.
Vielleicht wäre das etwas für Euch?

Wir werden auf jeden Fall versuchen für Catalina einen Platz an der KB Schule zu bekommén. Aber ich denke nicht dass es klappt.
Die sortieren die Kinder auch während des Schuljahres aus und das kann nicht im Interesse des Kindes sein.
Integration in Sörup ist schwierig. Halte zwar generell sehr viel von Integration, aber es muß halt auch von der Schule gewollt sein.
Und das sehe ich hier nicht.
Spätestens nach 2-3 jahren sind die kinder mit größeren Schwierigkeiten
wieder draußen.

Zuständig für uns wäre dann die GB Schule in Süderbrarup.
Na ja, mal abwarten.

Zu Deiner Frage bezüglich der Einschulungsuntersuchung:
Da Catalina hier im Kindergarten als I-Kind läuft, finden die Schuluntersuchungen immer recht früh statt.
Bei uns Ende November.
Finde ich gut, dann hat man wenigstens genügend Zeit zu reagieren.
Gruß Susanne

Christiane2000
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Beitragvon Christiane2000 » 20.12.2005, 22:42

Hallo,
wir wohnen auch in Schleswig-Holstein. Meine Tochter hat eine Entwicklungsverzögerung und ist I-Kind in einem integrativen Kindergarten. Im April 2006 wird sie 6 Jahre alt und somit schulpflichtig. Habe auch zuerst an eine Rückstellung vom Schulbesuch gedacht. Mir wurde aber im Kiga gleich mitgeteilt, daß die Chancen schlecht stehen. Rückstellungen werden nur befürwortet, wenn absehbar ist, daß das Kind ein Jahr später die REgelschule schafft. Wenn das nicht der Fall ist, muß das Kind eingeschult werden. Man ist der Meinung, daß das Kind in der Schule besser gefördert wird, als im Kindergarten. Mal abgesehen davon, daß Integrationsplätze in den Kigas rar und teuer sind und Wartelisten vorhanden sind. Im Klartext: Noch 1 Jahr Integrationsplatz ist unmöglich! Also bleibt ja nur noch die Einschulung.
Natürlich kommt es immer noch auf die Schwere der Behinderung bzw. Entwicklungsverzögerung an.
Das Gesundheitsamt hat uns klipp und klar gesagt, daß unsere Tochter trotz ihrer Probleme im sprachlichen und motorischen Bereich eingeschult werden muß. Allerdings akzeptiert man unseren Wunsch nach integrativer Beschulung. Es wird jetzt ein Gutachten zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs erstellt. Da mindestens noch 1 I-Kind in unsere ausgewählte Grundschule kommt, hoffe ich natürlich, daß für die beiden genügend Förderstunden durch eine Sonderschulpädagogin zusammen kommen.
Also die kommenden Wochen werden für uns alle noch aufregend. Hoffe, daß wir alle unsere Kinder gut unterbringen und daß sie sich in der Schule (welche auch immer) wohl fühlen.
Gruß
Christiane


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