Anton ist bald ein Kindergartenkind

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Nata
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Anton ist bald ein Kindergartenkind

Beitragvon Nata » 20.12.2005, 10:24

Wir haben es geschafft! Anton bekommt schon ab Januar einen Platz im integrativen Kindergarten. (Als seine Schwester die Nacricht hörte, meinte sie: "Toll! Dann wird er bald laufen!" Ein Stich in mein Herz.) Die Einrichtung hat einen guten Ruf. Eigentlich – Hurra! :D
Aber ich habe Aaaangst! :cry: Wie wird er sich eingewöhnen? Mein Hase wird bestimmt wieder viel krank. :cry: Wie wird er dort gefüttert? Hat jemand so viel Geduld, ihn 1 Stunde zu füttern? Viele, viele Fragen…
Wie erging es Euch?
Natalja mit Anastassia 8/97, einer Leseratte und Anton 1/03, Zwerchfellhernie, perinatale cerebrale Schädigung, Hydrocephalus et vacuo, mehrfach behindert aber ein Sonnenschein

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ks.kathrin
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Beitragvon ks.kathrin » 20.12.2005, 10:51

Liebe Nata,

auch mir erging es so! Ich freute ich mich, dass Melina nun endlich mit anderen Kindern Kontakt aufnehmen konnte (ich habe sämtliche Krabbelgruppen aufgrund von Melinas Behinderungen verweigert...) - ich freute mich auf "meine Freizeit", auch wenn ich dabei ein schlechtes Gewissen hatte :oops:. Am ersten Kindergartentag liefen natürlich bei mir ungehemmt die Tränen, als ich sie zum ersten Mal für 2 Stunden "ablieferte". Aber mittlerweile weiss ich, dass die Erzieherinnen dort echt ganz nett sind und sich Mühe geben. Melina mach Fortschritte und ich denke es tut ihr vor allem auch gut mit anderen Kindern gemeinsam den Tag zu verleben.

Auch mit dem Füttern musst Du Dir normalerweise keine Sorgen machen. Auch Melina braucht ewig, aber die Zeit nehmen sich die Erzieherinnen einfach. Allerdings ist Melina in einem speziellen Kindergarten und da kommen 3 Erzieherinnen auf 5 Kinder :shock: - Im Integrativkindergarten wird das wohl nicht so großzügig sein... :oops: .

Du kennst Deinen Schatz am besten. Ich habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen und streng beobachtet, wie Melina emotional in den Kindergarten geht bzw. wie sie drauf ist, wenn sie am Nachmittag wieder heimgebracht wird.

Du kannst bestimmt auch kurzfristig und unangemeldet am Anfang in der KiGa-Gruppe auftauchen und dann Dich überzeugen, ob alles klappt oder nicht.

Viel Glück und vor allem nütze die "gewonnene Freizeit" auch für Dich - Du hast es bestimmt nötig bei 2 besonderen Kindern :wink:

'Gruß Kathrin
Mama von Melina *Okt 2001 blind und entwicklungsverzögert
sowie N. *Mai 1991 u. R. *März 2005 beide gesund
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Eva D.
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Beitragvon Eva D. » 20.12.2005, 17:05

Hallo Nata,
ich kann deine Ängste ganz gut verstehen. Unser Sohn Hauke ist im Oktober 2 Jahre alt geworden uns seit diesem Zeitpunkt ist er Kindergartenkind. Hauke ist schwer mehrfach behindert, das heisst er ist motorisch etwa auf dem Stand eines 5 Monate alten Kindes, er spricht nicht und braucht bei allem Hilfe.
Er ist in einem reinen heilpädagogischen Kindergarten untergebracht und es funktioniert wunderbar. Es ist wirklich erstaunlich was er alles dazu lernt und wie gut ihm der Kontakt mit den anderen Kindern tut.
Kürzlich hat er z.B. begonnen gewisse Dinge alleine zu essen, so muss er bei "festen" Dingen, Brot z.B. nun nicht mehr komplett gefüttert werden.
Ich will dich wirklich ermutigen, denn wir sind jeden Tag erstaunt wie gut ihm der Kindergartenalltag tut und wie gern er dort die Zeit verbringt!
Liebe Grüße
Eva
Eva (05/75), Eike (12/76) und Sohn Hauke (10/03) mit Hydrocephalus, kompl. Hirnfehlbildung, ICP, Hypotonie, Sehbehinderung, schwer mehrfach behindert, Epilepsie

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Beitragvon kachiya » 21.12.2005, 12:58

Hallo Nata,

ich kann mich Eva nur anschließen, den meisten Kindern bekommt der Kindergarten sehr gut.
Unser Sohn kam mit 13 Monaten in eine Regelkrippe, er kommt sehr gut zurecht. Er kann inzwischen (er ist jetzt knapp 23 Monate alt) alleine essen, Hände waschen und selbständig mit anderen Kindern umgehen. Alle diese Fähigkeiten werden von den Erzieherinnen gefördert und wenn ein Kind etwas noch nicht so richtig kann, dann helfen sie.
Und jedes Kind wir am Anfang der Kindergartenzeit viel krank, das Immunsystem muss sich erstmal dran gewöhnen, bei uns hat das 8 Monate gedauert.

LG,

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Beitragvon Nata » 23.12.2005, 16:56

Liebe Kathrin, liebe Eva, liebe Katja!

Vielen Dank für Eure netten Antworten! :D
Inzwischen war ich mit Anton noch einmal im Kindergarten und habe seine Gruppe, die Physiotherapeuten und die Krankenschwester kennen gelernt.
Anton hat sich von seiner Schokoladenseite gezeigt :D , und das obwohl wir am gleichen Tag noch im SPZ waren.
Der KiGa nennt sich „integrativ“, da es dort auch große Gruppen mit 5 behinderten und 10 nicht behinderten Kindern gibt. Anton kommt allerdings in eine kleine Gruppe von 5 Kindern und 4 Betreuern. Eine bessere Unterbringung kann man sich gar nicht wünschen. Das Zimmer ist geräumig und hell, die Kinder gehen jeden Tag raus, der KiGa steht in einem großen Park, die haben sogar ein eigenes Schwimmbad.
Was mich auch noch freut, die Kinder werden nicht sehr früh abgeholt, erst um 8.15.
Am 9 Januar bringe ich Anton erstmal selbst dorthin.
Euch allen wünsch ich frohe Weihnachten und erholsame Feiertage!
LG
Natalja
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Beitragvon Eva D. » 23.12.2005, 18:34

Hallo Natalja,
na das hört sich ja wirklich klasse an! 5 Kinder und 4 Betreuer, ich kanns ja gar nicht glauben!
Ich wünsche Anton einen super Kindergartenstart und bin gespannt was du so erzählen wirst.
Viele Grüße und schöne Feiertage
Eva
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Beitragvon Nata » 23.12.2005, 21:45

Na ja, bei den 4 Betreuern handelt es sich um zwei Erzieherinen (eine auch als Krankenschwester ausgebildet), 1 Praktikantin und 1 ZiWi :wink:
Ich erzähle natürlich gern, wie es läuft.
LG
Natalja
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Beitragvon vjestica » 23.12.2005, 23:13

Hallo Natalja,
hört sich doch super an!!!
Der Kindergarten meines Sohnes war genauso strukturiert.
Er war dort aber als nicht "besonders" eingestuft.
Es war aber wunderbar und ich kann integrative Kindergärten nur empfehlen.
Einem Jungen hat mein Großer sogar das Laufen beigebracht.
Fast ein Jahr lang übte er jeden Morgen (und mit einer Therapeutin natürlich) das freie Gehen.
Was meinst du wie mein Sohn geheult hatte,als dieser kleine Junge seine Ersten Schritte alleine machte.
Es entstehen wunderbare Freundschaften und die Erzieherinnen kümmern sich super um die Kiddies.
Liebe Grüße Jenny

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Beitragvon Nata » 14.01.2006, 12:45

Hallo ihr Lieben!
Unsere erste Woche im KG ist rum. Leider bin ich noch gar nicht sicher, ob es mit der Eingewöhnung überhaupt klappt. :( Anton ist ein sehr empfindliches und anhängliches Kind und er verbindet gerne negative Emotionen mit einem Ort. Aus diesem Grund mussten wir schon die Physiotherapie auf Hausbesuche umstellen.
Ich bin die ganze Woche mit im KG gewesen und dadurch erreicht; dass Anton sich einigermaßen an den Raum, die Geräusche und Stimmen von anderen Kindern gewöhnte. Ich bin regelmäßig für kurze Zeit „abgehauen“. Anton hat friedlich gespielt, aber sobald er meine Abwesenheit merkte wurde er ganz schnell unruhig, geriet schnell in Panik und wurde hysterisch. :cry: Mein Vorschlag, es möge sich jemand intensiv in meiner Anwesenheit mit Anton beschäftigen, damit er sich an die Person gewöhnt, ohne bis zur Erschöpfung schreien zu müssen, wurden überhört. Stattdessen schlägt man mir vor, Anton ab Montag für mindestens 2 Stunden alleine in den KG zu schicken, das sie das immer so machen, und es nicht üblich wäre, dass Kinder so lange begleitet werden.
Ich werde es tun müssen, wohl wissend, dass ich ein erschöpftes und verstörtes Kind 2 Stunden später mit nach Hause nehme. Ich weis nicht, wie lange wir es aushalten und, ob es überhaupt was bringt. Sätze wie: „Es gab bisher kein Kind, das sich nicht eingewöhnen konnte“ beruhigen mich irgendwie nicht.
Ich brauche im Moment ganz dringend euren Rat und Ermutigung, denn meine Familie ist eher bereit aufzugeben. Ich denke jedoch nicht, dass es in einem halben Jahr, oder in einem Jahr leichter wird. Außerdem habe ich mich auf ein Arbeitsverhältnis eingelassen, dass sehr verlockend war und überhaupt – die letzte Chance eines beruflichen Wiedereinstiegs für mich.
Wer hatte ähnliche Erfahrungen mit der Eingewöhnung? Kennt ihr andere Methoden? Ich überlege sogar, ob es möglich wäre, dass eine von den Erzieherinnen zu und stundenweise nach Hause kommt und wir es als Verhinderungspflege abrechnen. Bin jedoch gar nicht sicher, dass sie einverstanden wären.
Liebe Grüße,
eure verzweifelte Natalja
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Jenny2409
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Beitragvon Jenny2409 » 14.01.2006, 13:39

Erstmal: Kopf hoch!
Eine Woche ist rum und die war schwierig. Aber das ist doch ganz normal. So eine Eingewöhnung braucht ihre Zeit, bei manchen Kindern geht's schneller, andere brauchen länger. Ich hab während verschiedener Praktika in Kindergärten immer wieder Eingewöhnungsphasen von "neuen" Kindern miterlebt. Manche Kinder haben die neue Situation vom ersten Tag an gut akzeptiert, andere nicht. In den meisten Kindergärten läuft die Eingewöhung übrigens so ab, wie du sie beschrieben hast.
Versuch das am Montag doch einfach mal, geh für zwei Stunden weg und guck was passiert. Für den Notfall kannst du ja eine Telefonnummer hinterlassen, unter der du während dieser Zeit erreichbar bist. Anton braucht vielleicht ein paar Tage, bis er verstanden hat, dass du zwar weggehst, aber auch wieder kommst. Aber aufgeben würde ich zu diesem Zeitpunkt nicht!

Übrigens, du glaubst gar nicht, wie schwer es für Eltern auch sein kann, wenn das Kind direkt am ersten Tag freudestrahlend "tschüss" sagt und zum Spielen verschwindet.


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