Geschwisterliebe

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Andrea und Nina
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Geschwisterliebe

Beitragvon Andrea und Nina » 13.12.2005, 23:20

Hallo!

Ich bin ganz glücklich darüber wie meine 2 süßen Mädels zueinander stehen.
Ines hatte sich im Sommer das Handgelenk gebrochen. Nina (unser besonderes Kind) hat, als sie davon hörte, bitterlich angefangen zu weinen. "Meine arme Ines", sagte Nina unter Tränen. So ist es auch umgekehrt wenn Nina etwas hat das Ines ganz aufgeregt fragt was Nina denn hätte.
Heute morgen, das fand ich ja mehr als goldig, hat Nina Ines ihren Spiegel am Kleiderschrank mit ihrem Tafellappen, der voller Kreide war,
sauber gemacht. Natürlich hat sie den Lappen vorher nass gemacht. Einen Tag vorher hatte Nina den besagten Spiegel mit ihren Fingerabdrücken verziert. Nina war der Meinung das sie den Spiegel wieder sauber machen müsse um Ines eine Freude zu machen.
Wie der Spiegel nach Ninas Putzaktion aussah muss ich glaube ich nicht näher erklären :wink: :lol:

Auch Kuscheltiere werden ausgeliehen wenn es dem Anderen schlecht geht. So hat Ines ihren heiß geliebten Galupy Nina gegeben als sie jetzt krank war.

Natürlich gibt es auch Streitigkeiten zwischen den Beiden die aber sehr selten sind.

Wie ist das bei Euch wenn man fragen darf?

Viele liebe Grüße von Andrea

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Kerstin34
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Beitragvon Kerstin34 » 13.12.2005, 23:34

Hallo Andrea,
mein "Großer" liebt seine kleine Schwester auch heiß und innig ! Da sind wir auch sehr froh drüber :wink:
Als die Kleine anfangs ncoh mehr Arzttermine hatte und auch mal im KH lag, war er extrem unruhig. Er ist ja auch erst 5 und kann seine Sorge auch noch nicht so richtig in Worte fassen.
Wenn wir ihn z.B. aus dem Kiga abholen und irgendwann ist die Traube um den Kinderwagen so groß, dass Mareike doch verständlicherweise Panik bekommt und weint, dann geht er wie so ein kleiner Racheengel dazwischen und will sie beschützen.
Andersherum war er jetzt krank und lag im Bett bei geschlossener Tür, da sass sie davor und heulte und klopfte dagegen, bis wir sie auf den Arm genommen haben und sie nach ihm "sehen" durfte. Da war die Welt dann wieder in Ordnung.
Und endlich haben wir jetzt ein superstabiles Bett, da nimmt er dann die Stäbe raus, schlüpft rein und dann wird geknuddelt. Und sie liiiiebt das und turnt wie wild auf ihm rum. Bei uns oder seinen Kumpels würde er das so nicht durchgehen lassen :lol:
Na ja, ich könnte ewig so weiterschreiben. Kurz zusammengefasst, wenn ich die beiden manchmal so heimlich beobachte, muss ich mir schon manchmal ein Tränchen verkneifen, einfach weil ich dann so glücklich bin, die beiden zu haben und weil es so unglaublich rührend ist, wie die beiden miteinander umgehen.
In diesem Sinne, vile Grüße
Kerstin
Tochter 04/04 geistig behindert (GdB80 G+H) mit Autismusspektrumsstörung; Pflegestufe 2 mit außergewöhnlich eingeschränkter Alltagskompetenz; nichtsprechend, aber mit Talker und ziemlich mobil und Sohn 08/00 - Pubertist :-)

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Beitragvon DIANE » 15.12.2005, 21:28

Hallo,

unsere lieben sich auch sehr, jedoch ist auch jeder froh, wenn der andere mal nicht da ist.
Unser kleiner(fast 4) erklärt immer den anderen Kinder das seine Schwester(fast 6) nicht laufen kann, das sie aber einen Walker hat und das sie, als sie geboren wurde keine Luft bekommen hat. Total süß :icon_sunny: Und außerdem hat sie ein Bett zum hoch- und runterfahren, so tolle Sachen haben die anderen Kinder natürlich nicht :D .

Das mit den Tränchen verkneifen kenne ich auch.
Viele Grüße
DIANE

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Beitragvon Sabine2 » 16.12.2005, 08:50

Hallo,

bei uns ist es ähnlich. Joshua liebt all den technischen Firlefanz von Stella;-))

Interessant finde ich noch den Stella-Indikator. Wenn Joshua (älterer Bruder, fast 6) sich richtig weh getan hat, heult Stella (3) sofort mit. Weint er allerdings nur wegen der Show etwas lauter, interessiert sie das gar nicht. Und was sie aber gar nicht leiden kann: Wenn ich mit ihm schimpfe, schaut sie mich böse an und heult ebenfalls mit.
Das System weitet sie jetzt auch auf die Nachbarn aus. Unser Nachbar schimpfte letztens mit seinem Sohn, sie war zufällig dabei und fing ebenfalls sofort an zu weinen (aber nicht traurig, sondern eher wütend). Soviel zur Wahrnehmungsstörung!

Wenn das so weiter geht, können wir unsere Erziehungskonzepte hier alle über den Haufen werfen;-))

Viele Grüße
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)

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Beitragvon Sabine » 16.12.2005, 09:31

Hallo zusammen,

unser Timmi ist jetzt 9 Monate alt und ich habe das Gefühl, dass ihm schon jetzt das "Anderssein" seines großen Bruders bewusst ist. Gestern hat er versucht, ihm einen Greifring in die Hand zu stecken. Er lacht ihn auch oft an und versucht, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Manchmal schaut er Jan-Paul, wenn dieser gefüttert wird und er ebenfalls in seinem Stühlchen sitzt, ganz versonnen und nachdenklich an - so nach dem Motto: Mein Bruder ist etwas ganz besonderes... :wink: Ich glaube, wir dürfen uns da früh auf Fragen von ihm gefasst machen. :roll:
Was ich schon jetzt schade finde: Die beiden werden leider kaum etwas miteinander spielen können, da Jan-Paul aufgrund seiner schweren Behinderung nicht spielen kann. :( Das finde ich schon sehr traurig - besonders, weil ich immer sehr viel mit meiner großen Schwester gespielt und viel von ihr gelernt habe.

Lieben Gruß
Sabine
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Beitragvon ehemalige Userin » 16.12.2005, 10:10

Hallo, Ihr Lieben :pc5:

mir geht auch immer das Herz auf, wenn ich unsere beiden miteinander sehe. Es ist schon eine besondere Geschwisterliebe und meine große, gesunde Tochter würde ihren besonderen Bruder niemals hergeben.
Ich finde es auch immer sehr schön, dass die Freundinnen meiner Tochter so unbefangen und offen mit Jann umgehen. Es werden offen Fragen gestellt, aber die Freude im Umgang mit Jann steckt an und so freuen sie sich gleich immer mächtig mit, wenn kleine Fortschritte zu sehen sind.

Neulich bemerkte ich aber wieder einmal, wie viel doch auch im noch kleinen Kopf meiner Großen vorgeht, als sie mich fragte:
"Mama, wünscht du dir auch manchmal, dass Jann nicht behindert ist?"
Ich sagte:"Ja, das wünsche ich mir auch manchmal".
Bevor ich noch mehr dazu sagen konnte, ergänzte sie:"Aber so wie er jetzt ist, haben wir ihn ja auch total lieb, stimmt`s?"
Ich schluckte alle weiteren Kommentare hinunter und ließ es so stehen, weil alles andere nur geschnörkseltes Erwachsenenlatein gewesen wäre.

Viele liebe Grüße
Hope
:icon_flower:

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Geschwisterliebe

Beitragvon Heidio » 03.01.2006, 08:59

Ich kenne das ähnlich. Unsere Tochter, 4 Jahre, kein Sitzen laufen sprechen und unser gesunder Sohn, 3 Jahre gesund. Er ist ganz der "große" Bruder. Schon mit 2 Jahren hat er in einem Geschäft als erstes aus der Spielecke einen Teddy für seine Schwester angeschleppt. Dem Nikolaus hat er jetzt auch gesagt, sie dürfte nur weiches zum spielen. Sobald sie stark hustet, vermutet er schon dass sie spuckt und rennt, um ein Schnuffeltuch zu holen. Wenn ich ihre Bauchsonde verbinde, verbindet er eine Puppe. Knuddeln mögen die beiden auch total gerne, zum Schock aller legt er sich auf sie, und beide finden es toll. Ein gemeinsames Spiel hat er am Anfang herausgefunden: er legt ihr eine Spielkarte auf den Mund, die blieb dann wg. der Spucke kleben, das fanden beide gut. Jetzt spielen wir Tiger: ich nehme sie auf den Schoß dann greifen wir nach ihm und fauchen ganz laut oder wir verfolgen ihn. Das finden beide ganz toll. Außerdem kitzelt er sie gerne, sondiert sie zwischendurch mal (mit meiner Hilfe). Es ist wirklich rührend, so dass man (ihr kennt das ja) feuchte Augen u. einen Kloß im Hals hat. Viele Grüße Heidi.


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