Temporallappenepilepsie, wer noch mit dieser Diagnose?

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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Justins-Mami
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Temporallappenepilepsie, wer noch mit dieser Diagnose?

Beitragvon Justins-Mami » 06.02.2011, 20:22

Huhu

gibst hier noch andere die unter der Temporallappenepilepsie leiden? Bei meinem Frechdachs besteht der Verdacht drauf


lg
Steffi' 84 ->Kinderpflegehelferin, Asthma, einseitige Schwerhörigkeit, Hüftdysplasie mit Coxarthrose, einige Hüftoperationen hinter sich, Hüft-Tep, Hüftluxation, Fussheberparese versorgt mit Orthese, massive Wundheilungsstörung sowie V.a Ehlers-Danlos-Syndrom hypermobiler Typ
mit
Justin Luca' 05 ->Epilepsie, Adhs, Migräne

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Dani+Feli
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Komplex-fokale Anfälle bei Temporallappenepilepsie?

Beitragvon Dani+Feli » 19.02.2011, 19:04

Hallo Justins-Mama,
heute will ich dir mal antworten.

Wir haben diese Form als Verdacht. Keine Narbe, aber verkleinerten Hippocampus.
Deswegen habe ich oben diese Frage gestellt.
Wie äußern sich bei Justin die Anfälle genauer?
Nehmt ihr noch Timonil und Lamotrigin?
Bei Feli waren es Aura, Stürze mit Desorientiertheit und Müdigkeit in 4 wöchigen Abstanden 1 Anfall.
In welchen Abständen hat Justin Anfälle?
Mit Apydan Extend 150mg (75-0-75mg) sind wir gut eingestellt. Allerdings
sind wir gerade unter dem Wirkspiegel.

Erzähl mal von Euch noch mehr.
LG Dani+Feli

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Beitragvon Justins-Mami » 21.02.2011, 12:02

Guten Morgen

ja wir haben noch die Kombi mit Lamotrigin und Timonil, Timonil ist noch weiterhin in der Steigerung. Ja bei den letzten Arztbrief steht auch Versacht auf Temporallappenepilepsie. Bisher verträgt Justin die Kombi ganz gut.

Es schaut folgend bei ihm aus, entweder den großen tonisch-klonischen Anfall oder er zuckt nur mit dem ganzen Körper oder nur mit dem Oberkörper. Dann gabs mal 2 Anfälle die aber nur zum Glück einmal aufgetreten sind, da weiß ich jetzt nich wozu es einzuordnen ist, da bei dem einen von beiden auch nich ganz klar war, ob es nun ein Anfall war oder nicht aber die Ärztin meinte, es deutet schon etwas daraufhin. Dann hab ich manchmal schon das Gefühl gehabt und auch ne Freundin von mir, das er zu Absencen neigt.

Wie sind bei euch die Abläufe ?

lg
Steffi' 84 ->Kinderpflegehelferin, Asthma, einseitige Schwerhörigkeit, Hüftdysplasie mit Coxarthrose, einige Hüftoperationen hinter sich, Hüft-Tep, Hüftluxation, Fussheberparese versorgt mit Orthese, massive Wundheilungsstörung sowie V.a Ehlers-Danlos-Syndrom hypermobiler Typ

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Justin Luca' 05 ->Epilepsie, Adhs, Migräne

Dani+Feli
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Anfallsverlauf

Beitragvon Dani+Feli » 21.02.2011, 18:57

Hallo Justins Mama,

der Anfall beginnt immer mit Angst (Aura), dann Sturz (Tonus), dann
Pupillen weit und durcheindurch Blick, dann blass und schwitzig (vegetativ), dann schlapp und müde mit Kopfweh. Erst nach 30min ist er wieder völlig ok.
Durch diese Beshreibung konnten die Ärzte sagen, dass es komplex-fokale Anfälle sind, aus dem Temporalen Bereich heraus.

Wer hat das noch so ähnlich im Ablauf, oder diese Form von Diagnose?

Manchmal verläuft es ohne Sturz und ohne Müdigkeit, aber mit Angst, dann Blässe, dann mit Beinbewegungen (Automatismen) und mit Schlappheit.
Sind das dann fokale Anfälle?

Zählt, nur ständiges Gähnen, innerhalb von 5-10min, noch zur Epilepsie
oder kann das in Richtung Überforderung oder Tics gehen?
Danke
LG Dani

**carmen**
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Re: Anfallsverlauf

Beitragvon **carmen** » 21.02.2011, 19:16

Dani+Feli hat geschrieben:Hallo Justins Mama,

der Anfall beginnt immer mit Angst (Aura), dann Sturz (Tonus), dann
Pupillen weit und durcheindurch Blick, dann blass und schwitzig (vegetativ), dann schlapp und müde mit Kopfweh. Erst nach 30min ist er wieder völlig ok.
Durch diese Beshreibung konnten die Ärzte sagen, dass es komplex-fokale Anfälle sind, aus dem Temporalen Bereich heraus.

Wer hat das noch so ähnlich im Ablauf, oder diese Form von Diagnose?

Manchmal verläuft es ohne Sturz und ohne Müdigkeit, aber mit Angst, dann Blässe, dann mit Beinbewegungen (Automatismen) und mit Schlappheit.
Sind das dann fokale Anfälle?

Zählt, nur ständiges Gähnen, innerhalb von 5-10min, noch zur Epilepsie
oder kann das in Richtung Überforderung oder Tics gehen?
Danke
LG Dani

Hi
Wir haben auch derartige Fälle mit Aura,Desorientierung,Verwirrtheit
sowie starker Unruhe mit Panickattacken.
Oft entwickelt sich daraus ein tonisch klonischer Anfall,ebenfalls mit
Blässe oder Röte.
Noah hat auch einen Herd im Frontallappen
Gruss Carmen

Dani+Feli
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Beitragvon Dani+Feli » 23.02.2011, 16:08

Hallo Carmen,
also entwickelt sich der Anfall von fokal auf sekundär generalisiet bei ihm?
Welche Medis habt ihr?
Wie lange dauert der Anfall?

Hast du eine Idee mit Felix Gähnattaken?
LG Dani

**carmen**
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Beitragvon **carmen** » 23.02.2011, 17:18

Hi Dani
Gähnattacken ,könnten das nicht eher Ticks,bzw. Zwangshaltung sein.
Unter Anfälle kann ich es nicht einordnen,habe sowas auch noch nicht gehört.
Noah hat schon einige verschiedene Formen von Anfällen,die sich ständig
verändern.
Anfangs waren es viele fokale Anfälle mit und ohne Aura.Auffallend ein
intensiver Tremor beider Beine,aber nur bis zum 2.Lebensjahr.
Fieberkrämpfe mit Atemnot und Zyanose,ähnlich dem Grand Mal,langanhaltende tonische Phase ohne Kloni.
Die tonischen und klonischen Anfälle kamen schleichend,oft Nachts.
Dann wurden unter Medis die fokalen Anfälle weniger
und die Myoklonien kamen.Teilweise hatte er einseitige generalisierte Anfälle,später beidseitig.
Das kam immer ohne Aura sehr plötzlich und unerwartet.
In dieser Zeit verliert Noah oft viele Eigenschaften,und Fortschritte entwickeln sich nicht weiter.
Jetzt unter Valproat hat er selten generalisierte Anfälle,aber wieder
vermehrt fokale Anfälle und oft Myoklonien :roll: :roll:
Tonisch klonischen Anfälle dauern oft nur Sekunden bis zu ca 3 Min.
Komplexe Fokale Anfälle können bis zu 20 -30 Minuten dauern.
Schlimmer sind die kurzen Anfälle,da sie so heftig sind,das Noah oft
noch ein Tag später daneben ist.
Bei den fokalen Anfällen bin ich ja vorgewarnt durch die Aura.....
oft Tage zuvor braut sich was zusammen,und dann ist das Kind nicht
wieder zu erkennen :x
Gruss Carmen

Dani+Feli
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Dauer der fokalen und komplex-fokalen Anfälle?

Beitragvon Dani+Feli » 23.02.2011, 18:56

Hallo Carmen,
danke für deine ausführliche Beschreibung!
Wie lange dauern fokale Anfälle und sind die auch mit Schlappheit und Blässe verbunden?
Ich bin bei den komplex-fokalen Anfällen immer verunsichert, wann das
tatsächliche Ende genau ist ?
Wenn die Pupillen wieder normal sind, oder wenn die Blässe wieder weg
ist, oder wenn die Desorientiertheit und Schlappheit wieder weg ist, oder
wenn die Müdigkeit ganz weg ist ?
Warum muß man nicht, den Anfall nach 15min unterbrechen ?
Weil die Vitalfunktionen nicht dabei abfallen ?
Du siehst, tausend Fragen!
Danke!
LG Dani

**carmen**
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Beitragvon **carmen** » 24.02.2011, 00:16

@dani
bei Noah sind die einfachen fokalen Anfälle sehr kurz ,aber oft in Serie und
kommen in Intervallen.
Die komplexen fokalen Anfälle,sind wie du schon beschreibst,oft durch eine
Aura begleitet,der Anfang sowie Ende,kann man gar nicht eingrenzen......
da das Kind danach oft desorientiert ist und auch unter Verkennen von vertrauten
Personen und Umgebung leidet.Dieser Zustand ist für mich eher eine Auswirkung
des Anfalles.
Ob die Auswirkungen noch zum Anfall selbst zählt,ist eine gute Frage :roll: :?: :?:
je nachdem ,wie schwerwiegend er nach dem Anfall betroffen ist,zählt das mit.
Ich versuche ohne Diazepam auszukommen,da Noah nach Diazepam völlig daneben
ist,und alles verschlimmert.
Mitunter hatte Noah immer so ein finsteren Blick drauf,ganz grosse
Pupillen....wie ein grosses schwarzes Loch,keine Mimik....richtig
unheimlich.Dann kommt er mit seinem Gesicht ganz nah an mein Gesicht,
das ist sehr untypisch,da Noah keinen Blickkontakt hält :?
Man sollte Anfälle eigentlich schon nach 5 Minuten unterbrechen,
da das Kind in einen Status übergehen kann.Ein Status zu unterbrechen
ist recht schwierig und kann gefährlich werden.
Ein Gehirn lernt zu krampfen,wenn Anfälle nicht ausreichend mit Medikamenten verhindert werden,
da diese Anfälle im Gehirn abgespeichert werden.
So entwickelt sich dann eine theraphieresistente Epilepsie.
Gruss Carmen

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Beitragvon Dani+Feli » 24.02.2011, 12:02

Hallo Carmen,
danke, dass wir uns so intensiv austauschen können!
Wir hatten 7 Anfälle innerhalb einen Jahres, bis wir es in cerebrale Anfälle
einordnen konnten. Seit Dezember 10 nehmen wir Oxcarbazepin und haben bis jetzt noch keine Anfälle wieder gesehen. Toi,Toi,Toi!
Es ist für mich komisch, bei normalen EEG und MRT, müssen wir Tabletten
geben, weil wir diese Anfälle beobachtet haben. Ein Arzt oder ein Lehrer hat es noch nicht beobachten können. Wie offen reagieren heutzutage
eigendlich Erzieher und Lehrer auf Epilepsie? Haben die noch alte Vorstellungen oder falsche Ängste?
Was habt ihr für Erfahrungen damit gemacht?
Danke!
LG Dani


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