Erziehung unserer besonderen Kinder

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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AnjaH
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Erziehung unserer besonderen Kinder

Beitragvon AnjaH » 12.12.2005, 22:32

Hallo

Ich habe mal ne Frage .
Wie haltet ihr es mit der Erziehung eurer besonderen Mäuseß

Dazu folgende GEschichte.
Ich besuche ja mit Felix ( stark entwicklungsverzögert, kann nicht krabbeln, laufen) eien Psychomotorikgruppe.
Dort sind meistens so um die 10 KIdner mit ihren Müttern/Vätern, bzw meist 1 Kindergartenkind vom angrenzenden Sonderschulkidnergarten für geistig Behinderte.
Dazu 2 Sonderschulpädagogen. Die KInder sidn zwischen 1 1/2 und ca 5 Jahre alt.
Alle Entwicklungsverzögert, geistig behindert, etc. Viele Down-Kinder.

So bisher waren wir immer in eine großen Turnhalle in der ein Spiel/Mattenparcours für die kIdner aufgebaut wurde. Es war viel Platz udn jeder konnte isch und seinem Kidn raussuchen was zu ihm passt. Die Pädagoginnen sidn immer rumgelaufen und haben Anregungen udn Tipps gegeben.

Heute nun waren wir im Psychomotorikraum der Schule.
Der Raum war wesentlich kleiner als die Turnhalle. Es waren tolle DInge drinnen ( Bällebad, Aufblasbares Kissen, Schaukel,etc) Eigentlich wudnerschön.
Nur es wurde sehr eng.

Nun ist Felix ein KIdn das Paltz braucht. Er kann sich auch wenn man ihn in Ruhe machen läßt mit kleineren Räumen anfreunden.

NUn war es so, egal was ich mit ihm machen wollte, ständig war er in der "Schußlinie" der anderen KInder. Er wurde getretten, gezwickt, man hat sich auf ihn geschmissen,etc.

ICh war 1 Stunde nur damit beschäftigt Felix vor den anderen zu retten.
Die anderen Mütter saßen in Kleingruppen zusammen und haben getrascht. Es hat sie nicht im Geringsten interessiert das ihre Kinder gerade schwächere Überrollen. :twisted:

Felix war am Schluß nur noch am heulen, weil ich ihn ständig aus seiner BEschäftigung rausreißen mußte.

NUn ist es so, das auch Felix z.B gerne nach PFerdeschwänzen,etc greift, egal ob da ein 9 MOnate altes Baby "dranhängt oder ein Erwachsener.
Ich pack ihn in solchen Situationen,schimpf ihn und setze ihn weg. So das für ihn "deutlich" wird das da was nciht in Ordnung war.
Auch wenn er nciht weiß was genau jetzt falsch war, reagiere ich doch so wie ich auch bei einem "gesunden" Kidn reagieren würde.

Wie handhabt ihr das, wenn euere KIdner z:B grob werden.?
LG
Anja+ Felix
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TanMü
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Beitragvon TanMü » 12.12.2005, 23:12

Hallo Anja!

Wenn mein Sohn grob ist dann schimpfe ich auch. Er versteht dann auch was nicht ok war.

Eigentlich wollte ich etwas zu deiner Psychomotorikgruppe sagen. Wir gehen auch in so eine Gruppe und dort ist eine Motopädin und meist eine Praktikantin. Die Eltern bleiben draußen. Dort sind noch 4 andere Kinder. Die Kinder sind zwischen 4 und 6 Jahre alt. Dies ist eine Kleingruppe die für mein Sohn so ausgesucht wurde damit er nicht überfordert wird. Er blockt schnell ab wenn er merkt das andere etwas besser machen und er es nicht so gut kann. Dies findet in einem mittelgroßen Raum statt. So wie du schreibst kann ich mir nicht vorstellen das ihr viel von dieser Gruppe habt wenn ja doch jeder macht was er will und die Eltern nur zum tratschen da sind.

Viele Grüße TanMü :D

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Andrea und Nina
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Beitragvon Andrea und Nina » 13.12.2005, 01:12

Hallo Anja,

bei Nina halte ich das mit der Erziehung im großen und ganzen ganz "normal".
Nur dürfte ich, was ich bei meiner anderne Tochter (die keine Probleme hat) auch nicht mache, aufbrausend wirken. Denn Ninas Selbstwertgefühl ist durch ihre Problematik nicht gerade das aller Beste. Ich versuche ihr das dann in Ruhe zu vermitteln.

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Beitragvon Aspiemama » 13.12.2005, 08:56

Hallo Anja,

was du da erlebt hast, ist uns auch schon ganz oft passiert. Als Sebastian kleiner war, saß er meist nur in einer Ecke und beschäftigte sich mit Lichtkreiseln o.ä. . Andere Kinder schubsten u. traten ihn oder lachten ihn aus, ständig musste ich ihn "retten". Als ich die anderen Mütter darauf ansprach (die da saßen und tratschten), sageten sie: Muss er sich halt wehren, das muss er lernen. Weil er das nicht tat, wechselten wir die Krabbelgruppe, aber da war es genau so.
Heute wird er noch rumgeschubst (kindergareten o. auf Geburtstagen), und er wehrt sich nicht.
Umgekehrt, hatte er eine Zeit, da biss erund petzte. Ich habe ihn immer wieder aus der Situation genommen, erklärt. gut , er versteht vieles nicht, da er als Asperger Autist ja in erster Linie Probleme im sozialen - emotionalen Bereich hat. trotzdem ruhe ich mich darauf nicht aus, sondern versuche immer wieder, es ihm begreiflich zu machen.
Leider sehen das viele andere mütter nicht so. die müssen sich durchsetzen halte ich oft für eine ausrede. Wegschauen ist ja so viel einfacher, nicht wahr? allerdings wird das mit dem Wegschauen nicht ewig gut gehen, man beachte nur mal die enorm gesteigerte Agressivität der Kinder. Da wo nicht mehr erklärt und vorgelbt wird, wie man miteinander umgehen sollte, da wo der Stärkere recht bekommt, da wird es immer mehr Agressivität, Frust, aber auch Depressionen schon bei den Kindern geben - leider.
meine Aufgabe sehe ich darin, Sbastian zu einem guten Menschen zu erziehen, wenn auch bei Aspies die Emphatie fehlt, so hat es doch seinen Sinn.
Liebe Grüsse,
Ulrike

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Beitragvon kachiya » 13.12.2005, 09:18

Hallo Anja,

in dem Punkt sollte sich die Erziehung von besonderen und normalen Kindern nicht unterscheiden. Allerdings beinhaltet das auch, dass sich größere nicht auf kleinere werfen und kratzen, beißen und zwicken. Ich finde, dass die anderen Mütter darauf achten sollten, was ihre Kinder machen, Felix kann sich schließlich nicht wehren. Das müssen die anderen Kinder lernen, entweder von den Eltern oder den Betreuern.
Finley ist zum Glück sehr lieb und ärgert andere Kinder nicht, wahrscheinlich weil er weiß, dass er sich nicht wehren kann. Er wird regelmäßig geärgert, da er in eine KITA geht und zwei Erzieherinnen 17 Kinder von 1 bis 4 beaufsichtigen. Er weiß aber, was zu tun ist. Er ruft im Zweifelsfall die Erzieher herbei. Wenn er doch mal grob ist (zu unseren Katzen z.B.), dann sagen wir ihm auch ganz klar, dass das nicht geht. Die Erzieher machen das auch.
Wir hatten schon ein sehr heftiges Erlebnis. Finley wurde von einer 2,5 Jährigen direkt niedergestreckt und im Gesicht blutig gebissen. Leider hat keiner, der sprechen kann, diesen Vorfall beobachtet. Die Erzieher haben sich mehrfach entschuldigt, die Eltern des Mädchens noch nie. Zum Glück ist das nicht wieder vorgekommen, da die Erzieherinnen auf dieses Mädchen sehr gut aufpassen. Das Mädchen ist aus sozialpädagogischen Gründen in einer Krippe, da sie aggressiv auf kleine Kinder reagiert :shock: , toll, dass die gerade in unserer KITA einen Platz bekommen hat.

Vielleicht solltest du mit den Pädagogen und Eltern darüber sprechen, dass es nicht geht, dass größere Kinder die Kleinen ärgern. Schließlich soll Felix von Psychomotorik profitieren und keine Angst davor bekommen.

LG

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Elisabeth1
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Beitragvon Elisabeth1 » 13.12.2005, 09:39

Hallo!
Das habe ich auch immer wieder mit Max erlebt,das er z.B.mit Spielzeug beworfen wurede damals in der Spielgruppe.Da haben aber die Mütter immer reagiert und ihren Kindern gesagt,das dieses Verhalten nicht in Ordnung ist.Da hatte ich ziemlich Glück gehabt.Aber ich finde auch,das man unseren Kindern soweit sie es können,nicht die Gelegenheit nehmen darf auch mal selbst sich verdeidigen zu "dürfen".Sie müßen es auf ihre Weise lehrnen,denn irgendwann müßen sie alleine durchs Leben gehen.Wenn wir IMMER eingreifen,dann haben unsere Kinder keine Chanse sich auch mal selbst zu verdeidigen und ihr Selbstvertrauen aufzubauen.
Mit Tobi(gesund)ist es anders,er muß sich alleine verdeidigen lehrnen von Anfang an.Wenn er aber selbst etwas böses getan hat,dann greife ich ein und erkläre ihm das es nicht in Ordnung ist.Er muß sich dann auch entschuldigen
Ich finde es nicht in Ordnung wenn andere Mütter sich in eine Runde setzen und überhaupt nicht reagieren,das find ich zum Ko...Wie sollen denn dann die Kinder lehrnen die anderen Kinder zu respektieren und auch nicht weh zu tun,wenn sie es nicht vermittelt bekommen das solch ein verhalten nicht geht?
Ich weiß nicht was in den Köpfen solcher Mütter vorgeht...
Rede mit den Müttern darüber,über deine Sorgen und Ängste und deine Vorstellungen des Miteinander.
LG Elisabeth1
Mutter Elisabeth 29J.,Vater 33J.,Sohn Tobi 6J. J.gesund,Maximilian 7J.,ehm.Frühgeb.33+1SSW,Chromosomenanomalie,Entwicklungsverz.um fast 2 Jahre Geistig und Körperlich,2 Herzfehler.Elias verstorben in der 16 SSW auch Chromosomenanomalie.
http://www.maximilianwirthseinleben.blogspot.com

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Beitragvon Antje und Justin » 13.12.2005, 09:59

Hallo,

Wir haben damals auch mit unserer Spielgruppe glück gehabt ich fand sogar Justin wurde dort in Watte gepackt.Denn der Sinn für mich war es das er dort sich etwas abschaut und etwas lernt sozialen Kontakt aufbaut.
Aber leider ist mein kleines Teufelchen das gegenteil,die Kinder hatten leider Angst vor ihm denn er wehrt sich zu doll (er kann die Grenze nicht einschätzen)so das ich eher die anderen Kinder retten mußte.Gott sei dank blieben die anderen Mütter ruhig und sagten immer das ist nicht schlimm.Ich als Mutter finde es schon sehr nervig ihn immer von anderen Kindern runterzuholen weil er meint jetzt seine wut an jemanden auslassen zu müssen.Selbst vor acht oder neun jährigen oder Erwachsenen macht er nicht halt so das ich gezwungen bin um die anderen Kinder zu schützen ihn in sein Pflegebett reinzustecken bis er sich wieder beruhigt hat.Denn von unserem großen traut sich schon kaum ein Kind zu uns weil die Angst vor ihm haben und der große Bruder leidet auch sehr darunter.
Ich sage immer das was der eine zu wenig hat :wink: (der große Bruder wehrt sich kaum)das hat unser kleines Teufelchen zuviel :roll: .

Gruß
Antje
Mama von Justin 8 und Danny10,Justin hat eine Perinatale Hirnschädigung ,Muskeltonusstörungen,Muskelschwäche,Symtomatische Epilepsie mit fokalen Krampfanfällen,Kein Räumliches Sehen,Weitsichtig6,5,Aggresives u.Autoaggressiv, keine Opstipation,Entwicklungsstand eines 2Jahren alten Kindes,kein richtiges Sprechen,Autistische Züge,ADHS usw....

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Beitragvon AnjaH » 13.12.2005, 12:21

@ Elisabeth 1 : Ich sehe das auch so.

Er muß lernen sich zu wehren. Aber bitte unter "gleichstarken". 5 Jährige sind ihm einfach überlegen.

In der KRabbelgruppe sidn alle zwischwn 12-18 mOnaten, da laß ich ihn auch, denn dort stimmen die Kraftverhältnisse.
LG

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Beitragvon Aspiemama » 13.12.2005, 14:19

Hallo,

es kommt immer darauf an, wo ein Kind steht. Wenn es sich nicht wehren kann - auch bei Gleichaltrigen- ist es sozial einzugreifen bzw. darauf Rücksicht zu nehmen.
Finde ich jedenfalls.

Liebe Grüsse
Ulrike

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Susanna
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Beitragvon Susanna » 14.12.2005, 21:15

Treten, zwicken, treten??? Ich frage mich wie es in diesem Psychomotorikkurs wo 2 Fachkraefte ( und Mütter!!!) anwesend sind, dazu kommt, dass Kinder gepiesackt werden.
Es ist doch eine Psychomotorikgruppe und kein Selbstverteidigungskurs.
Sicher muessen Kinder lernen sich zu wehren.
Das steht in diesem Kurs aber nicht im Vordergrund sondern die Psychomotorik die ihm Spass machen soll.
Ich schliesse mich meinen Vorrednern an, auch, dass dies mit den anwesenden Pädagogen und Müttern unbedingt geklaert werden soll.

Wir machen auch keinen Unterschied in der Erziehung unseres "besonderen" Kindes und unserem "normalen" Kind. Beide werden gleich erzogen. D.h. zum Beispiel, respektvoll und ruecksichtsvoll mit Mitmenschen umzugehen.


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