DS-Mosaik-Kind: Zwangsbeschulung an G-Schule?!

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
Thomas
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 6901
Registriert: 20.03.2004, 16:00
Wohnort: Menden-Lendringsen
Kontaktdaten:

Beitragvon Thomas » 09.10.2004, 22:23

Hallo Silke,

sorry, aber ich glaube du hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen.
Ich zweifel weder an den von dir geschilderten Fähigkeiten des Kindes noch an den Unzulänglichkeiten der Gutachten. Ich frage aber, wie es zu der jetzigen Situation gekommen ist. Und sage, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es NUR am Schubladendenken der beteiligten Personen liegt.


Schönen Gruß
Thomas
Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder

Werbung
 
silke
Gast
Gast
Beiträge: 1096
Registriert: 23.09.2004, 21:18

Beitragvon silke » 09.10.2004, 22:33

...im nachhinein zu sagen, ich hätte es so und so anders (und besser) gemacht, ist immer leicht... Hinterher wäre sie vielleicht auch schlauer... (vielleicht schon vor 2 Jahren dies oder jedes zu beantragen... oder sich diesen oder jenen ins Boot zu holen.)
Versäumt vielleicht, sich vor einem Jahr schon einen sehr guten RA zu holen...
..................................................................................................
Die in meinen links vorgenannten Beispiele zeigen, dass diese Mutter mit ihrem Problem keinesfalls allein ist
(eindrucksvolles Beispiel auch eine Familie aus Niedersachsen:

Ein sehr engagierter Vater findet sich hier:
http://home.t-online.de/home/hans-peter.spanier

http://www.till-philipp-spanier.de

http://www.unser-chef.de )

Was haben diese Familien "falsch" gemacht? Wie sind sie da hinein "geraten"?

Vielleicht einfach, weil sie für ihre Kinder ein anderes Leben und mehr Möglichkeiten vorstellten, als das von den Behörden geplant war? Weil sie ihre Kinder nicht einfach als "geistig behindert" verwaltet wissen wollten?

Weil sie nicht einfach "JA" gesagt haben zu dem, was "vorgeschlagen" wird?

(Mein Sohn hatte eine schwere Legasthenie - ich habe nicht "JA" gesagt, weder zur Klassenwdh, noch zur Lernhilfeschule. Er besucht inzwischen das Gymnasium.)

LG silke

Helmut
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1353
Registriert: 30.04.2004, 22:55
Wohnort: Borken / NRW

Beitragvon Helmut » 09.10.2004, 23:08

Ach Silke,

wenn man die Gutachten auch selber gelesen hat, weis man davon noch lange nicht, aufgrund welchem Verhalten in der konkreten Situation sie entstanden sind. Du kennst nur die Version der Mutter, und was die auf der HP so schreibt, paßt an vielen Stellen nicht zusammen. Mir fällt beim Vergleichen der HP´s der anderen Kinder, mit der HP von Alex auf, das es auf den anderen HP´s nicht halb so viele "Unstimmigkeiten" gibt, wie auf Alex´s HP.... woran das wohl liegt ?

Ich kann mir zusammen genommen gut vorstellen, das die I-Schule und das Schulamt, eine I-Schule für Alex ablehnen, weil die Schule nicht nur Alex, sondern auch die Mutter therapieren müßte, was an einer G-Schule am ehesten möglich wäre. Tu Alex einen Gefallen und seh zu, das die HP vom Netz kommt, denn leichter wird es für Alex und ihre Familie bestimmt nicht, wenn man ihr Leben so darstellt.

Ein guter Anwalt hätte der Mutter vor 2 Jahren.. sowie heute.. eher dazu geraten, selbst in Therapie zu gehen, als das er ein Verfahren angestrenkt hätte, damit sie ihren Willen bekommt.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

silke
Gast
Gast
Beiträge: 1096
Registriert: 23.09.2004, 21:18

Beitragvon silke » 10.10.2004, 10:55

Ehrlich gesagt....
1. würde ich NIE einer mir unbekannten Person allein nach dem Lesen von Schriftstücken eine Th. anraten........... (ist im genannten Fall auch nicht notwendig aus meiner Kenntnis der ECHTEN Person).
Aber selbst WENN es so wäre, hätte das keinerlei Relevanz im Bezug auf das Recht dieses Kindes auf eine angemessene Überprfg. seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten.
2. ist es Sache einer jeden Person selbst, WIE sie ihre HP zu führen gedenkt. Du siehst es offenbar anders als ich, das ist absolut O.K.
Ich toleriere die Art der Mutter, ihre HP SO zu schreiben und würde mich weder hier noch in andere HP` s einmischen wollen.
"Ungereimtheiten" entdecke ich übrigens nicht.
(Und falls du die HP von Herrn Spanier von gestern bis heute GANZ gelesen hast: Respekt! Ich habe Tage dazu gebraucht!)

LG silke

Helmut
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1353
Registriert: 30.04.2004, 22:55
Wohnort: Borken / NRW

Beitragvon Helmut » 10.10.2004, 11:22

Hi Silke,

ich hab die HP sicher nicht ganz, sondern wie die von Alex "nur" Stellenweise gelesen. Wenn ich Alex HP ganz lesen würde, müßte ich am ende Zum Arzt weil s einfach zum verzeifeln ist, wie da mit dem Thema umgegangen wird.

Es ist sicher jedem selber überlassen, wie er sein Leben auf seiner HP darstellt. Praktischer weise ist es aber auch jedem selbst überlassen, wie er mit Leuten umgeht, die so mit sich und ihrem Umfeld umgehen. Mit so einer Darstellung seines Lebens baut man stabile Mauern auf, und hat so überhaupt keinen Grund, sich darüber zu beschweren, das man immer wieder gegen diese anrennen muß.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

silke
Gast
Gast
Beiträge: 1096
Registriert: 23.09.2004, 21:18

Beitragvon silke » 10.10.2004, 13:11

Du schreibst, Helmut:

"Mir fällt beim Vergleichen der HP´s der anderen Kinder, mit der HP von Alex auf, das es auf den anderen HP´s nicht halb so viele "Unstimmigkeiten" gibt, wie auf Alex´s HP.... woran das wohl liegt ? "

- räumst im nächsten Post ein, die HP` s (Alex`und die anderer Kinder) nur teilweise gelesen zu haben.......
-empfiehlst auf Grund deines "Teilstudiums" dennoch (nur) der Mama von der Alex eine Therapie, die Alex auf die G-Schule, weil "die Schule nicht nur Alex, sondern auch die Mutter therapieren müßte, was an einer G-Schule am ehesten möglich wäre"

Sorry, Helmut , DAS übersteigt meinen Horizont........ - dazu kein Kommentar!
.......................................
Auch den Widerspruch des Schulamtes habe ich nun gelesen. Da ein schwebendes Verfahren, darf und werde ich mich zum Inhalt nur soweit äußern, dass er ín KEINER WEISE Stellung nimmt zur Art des von der Mutter zu Recht bemängelten Überprüfungsverfahrens. (Warum wohl nicht?)
Und zum anderen: Die dort gemachten Behauptungen seitens des Schulamtes in sich schon widersprüchlich sind... Wenn ich an einer Stelle über ein Kind das und das behaupte, das Kind im nächsten Absatz genau entgegengesetzt darstelle, kann da was nicht stimmen.
Und eben weil das so klar auf der Hand liegt, hat die Klage sehr gute Erfolgsaussichten.
........................
Warum ich mich AUCH engagiere: Mein Vater (Jg. `26) war schwerbehindert. Entging nur durch ein paar glückliche Umstände der Euthanasie der Nazis, landete später in Bethel, zwangseingewiesen. Ein junger Hamburger Arzt (Dr.U.) half im dort heraus (Klageweg), er erkannte: "Sie gehören hier nicht her!"
So konnte mein Vater spät aber doch noch ein "normales Leben" beginnen, einer Beschäftigung nachgehen, heiraten, eine Familie gründen... - sonst gäbe es mich gar nicht.
Seitdem meine Söhne zur Schule gehen, engagiert für Kinder, mit Kindern...
Z.B. das Mädchen A., damals 8 Jahre, Regelschule: Die lernt nie rechnen!, sagte ihre Lehrerin...- sie lernte es.
Ein junger Mann, nun 19, in unserer Kreisstadt, Sauerstoffmangel, schwerstbehindert geboren, bis 6 Jahre robbend, damals kaum Sprache, von den Eltern damals aus der KB-Klasse herausgeklagt, neu eingeschult als I-Kind ...besucht in Klasse 12 regulär unser örtliches Gymnasium mit Zivi als Schulbegleiter, der den Nachteilsausgleich der Körperbehind. (schwere Begungs- und Sprachstörung) übernimmt.
Das (Pflege)kind von Bekannten, heute erwachsen, als Säugling schwerbehindert aus einem Erwachsenenheim geholt, Schulamt wollte L-Schule, hat Realabschluss gemacht, Ausbildung, studiert derzeit (teils auch im Ausland).
Meine derzeitige Schülerin , 8 Jahre, lt. ärztl. Gutachten "lernbehindert" (nach dem HAWIK III, im Mann-Zeichen-Test aber sensationelle 127 Punkte- Widerspruch!) , ist sie definitiv nicht!!! Hat nun andere Techniken gelernt, liest, schreibt und rechnet inzwischen völlig unauffällig (Diktat von Donnerstag mit nur 1 Fehler!)
........................
Alles MENSCHEN, jedes ein Einzelschicksal -beurteilt von "Fachleuten"...- ich glaube nicht mehr primär dem, was "Fachleute" binnen weniger Stunden über ein Kind und seine Entwicklungsmöglichkeiten herausgefunden haben wollen.

LG silke

Helmut
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1353
Registriert: 30.04.2004, 22:55
Wohnort: Borken / NRW

Beitragvon Helmut » 10.10.2004, 15:21

Hallo Silke,

nun zählst du eine Reihe von Kindern auf, denen du schon geholfen hast. Haben deren Eltern im Interent auch so damit geprahlt, das alle die mit dem Kind zutun hatten immer nur aller falsch, und nur die arme Mutter immer alles richtig gemacht hat ?

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

silke
Gast
Gast
Beiträge: 1096
Registriert: 23.09.2004, 21:18

Beitragvon silke » 10.10.2004, 17:32

Wieder falsch, Helmut.
Nicht alles Kinder, denen ich helfen konnte. Z.T. ja schon erwachsen (und ich bin etwa erst seit 5 Jahren mit dem thema befasst), Kinder, bei denen sich FACHLEUTE geirrt haben, auch Schulämter!!! Und deren Eltern an sie glaubten und auch einige andere wichtige Menschen.
(Ja, es ist richtig, die Geschichte einiger der Menschen steht im Netz als Mutmacher für andere Betroffene.)
In Alex Fall aber gibt es wichtige Neuigkeiten. Näheres wohl dann auf ihrer HP (ich bin nicht autorisiert!)
................................................
Der Eintrag ist auf der HP. Aus rechtlichen Gründen zur Zeit nicht mehr Info. Aber die Mutter hat absolut recht - die Gründe sind menschenverachtend und haben in keiner Weise etwas damit zu tun, wo Alex bei ihrem derzeitigen Kenntnisstand am besten aufgehoben wäre.

Alex und ihre Mama haben heute bei "total normal" einen Radiobeitrag aufgenommen, der morgen bei einem regionalen Sender ausgestrahlt wird.

LG silke

Helmut
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1353
Registriert: 30.04.2004, 22:55
Wohnort: Borken / NRW

Beitragvon Helmut » 10.10.2004, 21:10

Irgendwie erinnert mich die Geschichte am meinen ersten Kontakt mit dem Kiga und Schule meiner Tochter. Der einzige Kiga im Ort, der sie aufnehmen konnte, nahm sie an Anfangs auf, und warf sie 3 Monate später, nachdem sich raus gestellt hatte, das sie nur halbtags in den Kiga gehen konnte, wieder raus. Der Leiter wartete nicht mal damit, bis wir die Halbtagsregelung mit dem Träger geklärt hatten. Am nächsten Tag war der Platz schon wieder vergeben. Alex Mutter würde an der Stelle wohl Himmel und Hölle in Bewegung setzen, damit sie in dem Kiga bleiben kann. Ich mach seit der Zeit ganz simpel eine Bogen um das merkwürdige Gesindel was da arbeitet, und werd mich hüten meine Tochter zur Beschäftigung von sowas zur Verfügung zu stellen. Wir hatten einfach gesagt, regelmäßig alle 4 Jahre solche Erlebnisse. Jedes mal sind wir besser damit zurecht gekommen, das wir Sonja da weg nahmen wo man sie nicht mehr wollte, als das wir sie mit Druck da gelassen hätten. Ich würde mich selber für beklopt erklären lassen, wenn ich mein Kind an eine Schule drängen würde, die es nicht will.

Wenn ihr es nicht gut findet, das eine Schule Alex als I Schüler ablehnt, solltet ihr statt darum zu kämpfen das sie doch auf die Schule kann, eher einen großen Bogen um das Gesindel machen, als durch solche Aktionen, das so oder so schon sehr verworrene Thema noch verworrener zu machen. Selbst wenn ihr heute mit ganz viel Druck doch einem I Platz bekommt, ändern die Kostenträger nächstes Jahr die Voraussetzungen für solche Plätze so, das nur noch die G Schule, oder "billigere I Klassen mit nur Behinderten" .. wo Alex dann rein käme...an einfachen Schulen gemacht werden, und rechtlich nix dagegen getan werden kann. ( einige Komunen machen das schon heute so ) . Wir werden sehen wie es mit Alex weitergeht.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

Werbung
 
silke
Gast
Gast
Beiträge: 1096
Registriert: 23.09.2004, 21:18

Beitragvon silke » 11.10.2004, 08:06

1. Die Situation deiner Tochter ist in keiner Weise mit der von Alex vergleichbar.
2.Es geht nicht um: I-Kind auf jeden Fall - es geht um: Der Entwicklungsstand des Kindes ist so gut, dass es entwicklungsmäßig auf der G-Schule "versauern" würde.
Die Mutter möchte es aus diesem Grund nicht auf eine G-Schule haben (schon gar nicht in diese Ghetto-Einrichtung!).
3. Alles, was das Schulamt derzeit anbietet, ist eben diese G-Schule, und das, wie wir seit gestern wissen, aus Gründen, die überhaupt nichts zu tun haben mit dem (guten) Entwicklungsstand oder Bedürfnissen des Mädchens.

...........................................
Ergebnisse von Frau Dr. Stengel-Rutkowski:

http://www.down-syndrom.org/pr20040517-01.shtml

http://info.uibk.ac.at/c/c6/bidok/texte ... owski.html
.............................................

LG silke


Zurück zu „Kindergarten und Schule“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste