DS-Mosaik-Kind: Zwangsbeschulung an G-Schule?!

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Margarete
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Beitragvon Margarete » 08.10.2004, 17:17

Hallo,

hier wird immer nur die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben hervor gehoben. Schön, wenn sie es wirklich kann! Das wird ihr in ihrem weiteren Leben einiges erleichtern.

Allerdings werden die Schwierigkeiten, die das Kind vermutlich hat nicht wahr genommen. Wenn doch, werden sie nicht dargestellt.

Wenn man die Homepage genau liest, findet man Aussagen darüber, dass das Kind wohl mit Gleichaltrigen nichts anfangen kann. Teilweise hat es sogar Angst vor diesen. Es wird von anderen Kindern gehänselt und geschlagen. Es kann sich nicht wehren.

Zu Kindergartenzeiten muss die Mutter mit dabei bleiben. Das Kind zeigt psychosomatische Beschwerden, als die Mutter versucht sie dort alleine zu lassen. Letztendlich wird es aus dem Kindergarten genommen, weil es dort "böse" Kinder gibt. Auch schon in den ersten Wochen der Grundschulzeit wird es in der Schule von Anderen "traktiert." Auch hier findet die Mutter, dass es besser sei eine andere Schule zu finden.

Wer wettet mit mir, was in der nächsten Schule sein wird?

In der HP wird berichtet, dass das Mädchen extrem gut hört und dadurch immer abgelenkt wird. Das deutet auf eine auditive Wahrnehmungsproblematik hin. Das Mädchen (besser:das Gehirn des Mädchens) kann vermutlich das momentan Wichtige nicht aus den Nebengeräuschen herausfiltern. Es hört alles und reagiert auf alles, deshalb ist es abgelenkt. Die Mutter bezeichnet das als Neugierde!

@ Silke
Du empfiehlst der Mutter eine MicroPort Anlage, wegen einer Hörverarbeitungsstörung. Dieses Gerät nutzt nur echt schwerhörigen Menschen etwas!

Was ich sagen will: Wenn man sich etwas näher mit den Beschreibungen auf der HP befasst, stellt man fest, dass viele kleine Dinge sich zu einem Puzzle zusammen setzen lassen, die auch eine Behinderung ausmachen können.

Ich habe mittlerweile eine regelrechte Wut auf diese Mutter, die sich über alle erhebt, Hilfsangebote von Fachleuten nicht annimmt und damit ihrem eigenen Kind so sehr schadet.

Jetzt gebe ich einmal eine Prognose ab: Wenn das Mädchen jemals auf einer L- Schule landen sollte, so wird es da sang und klanglos untergehen. Es ist in der Tat so, dass in dieser Schulform hauptsächlich Kinder aus soz. schwachen Familien beschult werden. Diese Schüler werden dann noch mehr schlagen und raufen. Da könnte sich Alex nun überhaupt nicht mehr wehren. Sie hat es ja schließlich auch nie lernen dürfen. Leider!!!

Ich hoffe, dass alles für Alex irgendwann einmal einen guten Verlauf nimmt und wünsche der Mutter, dass sie bald zur Besinnung kommt.

@Silke
Das was z.B. Ulli hier im Forum über ihre Kämpfe mit Ämtern und Behörden berichtet, ist absolut nicht zu vergleichen mit dem, was diese Mutter tut!

Grüsse von einer wütenden und zornigen
Margarete

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Beitragvon silke » 08.10.2004, 18:08

Auf einer L-Schule hauptsächlich Kids aus sozial schwachen Familien?

Das könnte aber nicht das Problem der WIRKLICH lernbehinderten Kinder sein...- sondern Sache der Schule, das zu regeln (habe übrigens selbst eine Schülerin von der L-Schule, ein allgemein lernbehindertes sehr liebes Kind aus sehr soliden Verhältnissen und weiß, das es nicht einzigartig an der L-Schule ist.)
Wer sagt, dass an einer G-Schule nicht auch gehänselt oder gemobbt würde? Der Schulhof (Gartengelände mit Baumbestand, langer Zaun neben öffentlichem Wanderweg) der bei uns örtlichen G-Schule ist gut einsehbar - und was ich dort sehe, sind u.a. sex. Übergriffe von Jungen gg. jüngere Mädchen ( gegen den Zaun drücken, festhalten und Küssversuche) und KEINE Aufsicht in der Nähe.
Wenn an einer GS (oder wo auch immer) gemobbt wird, ist es nicht Sache des Gemobbten , zu weichen, sondern Sache der Verantwortlichen, Mobbing, Drangsalieren usw. zu verhindern.
An jeder Schulform, egal bei welchem Kind (so ein 7.Klässler, Gym., Sohn von Freunden, der zusammengetreten wurde -Grund: klavierspielend, lange Haare...-> ANDERS! ... TÄTER bekam Androhung von Schulverweis!)
Du sagst:
Allerdings werden die Schwierigkeiten, die das Kind vermutlich hat nicht wahr genommen.

Vermutlich - ist genau richtig, denn du kennst das Kind nicht, auch niemand aus dem Schulamt. Ihre Familie kennt sie, - ich habe ein bisschen Einblick nehmen dürfen.
Und aus meiner Kenntnis sage ich: KEINE G-Schule für dieses Kind. Bei einem anderen Kind würde ich evtl. anders entscheiden.

LG Silke

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Beitragvon Margarete » 08.10.2004, 18:20

Hallo Silke,
Ich schreibe immer vermutlich, weil keiner absolut in einen Menschen hinein sehen, hinein fühlen kann.

Es ist nicht ausschließlich Sache einer Schule, dafür zur sorgen, dass Kinder nicht prügeln! Auch Eltern haben die Pflicht, ihre Kinder so zu erziehen, dass sie in sich selbst Vertrauen haben und selbstbewusst durch das Leben gehen. Dann sind sie auch nicht so leicht angreifbar. Das tut Deine Freundin meines Erachtens nach für ihr Kind nicht.

Hast Du selbst den Hof dieser G-Schule gesehen, weil Du beschreibst, was man da erleben kann?

Mit der Aussage: Sexuelle Übergriffe im Schulhof etc. wäre ich sehr vorsichtig!

Warum sucht ihr eigentlich einen Anwalt? Es gibt doch schon eine Anwältin, die die Familie vertritt.

Margarete

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Beitragvon silke » 08.10.2004, 18:28

Die Anwältin, die sich derzeit mit dem Fall befasst, ist keine FACHANWÄLTIN und kennt sich im Schulrecht nicht so sehr aus.

Aber Nachrichten aus Alex Schulbezirk gibt es hier:

http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp ... et,g_a_s_t

Die Vorfälle an der G-Schule kann ich deshalb beobachten, weil ich dort öfter meinen Hund ausführe - besagter Wanderweg...
Wer als großer Kerl (etwa 14-15) ein etwa 12jähriges Mädchen (DS) an den Zaun drückt und gegen ihren Willen (Abwehr) versucht zu küssen, begeht einen sexuellen Übergriff... Nach meinem Empfinden jedenfalls.
Meine eigenen Söhne besuchen eine Schule in der Nähe, und bevor ich sie abhole, nehme ich meist den Fiffi mit raus.
..................
Erziehung: Ich erziehe meine Söhne auch zur gewaltfreiheit. Jetzt fast 12 und 10, haben sich noch nie geprügelt (der Ältere macht Jiu-Jitsu), würden eher weinen, schimpfen, aber nie SCHLAGEN. Bin ich übrigens stolz drauf.
Aug um Aug ist der falsche Weg.

LG silke

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Beitragvon Helmut » 08.10.2004, 20:40

Hallo Silke,

wenn die sich einen neuen Anwalt suchen, sollte sie vorher die HP vom Netz nehmen, denn wenn ein guter Anwalt das da ließt, weis er, das die Leute eher Therapeuten als einen Anwalt brauchen, und verhält sich entsprechend... (entweder lassen die Leute sich abwimmeln, oder sie werden ausgenommen).

Ich stolperte gerade im Elternforum über einen Beitrag, der gut zum Thema hier paßt.

http://www.eltern.de/forum/[...]

Ob Alexandra es gut finden würde, so behandelt zu werden ?

Der Fall, über den Kobinet da Berichtet, beschreibt Umgangsformen, die in ganz Deutschland immer mehr um sich greifen. Die betreffen Kinder, die von ihren Eltern als beihnderte Kinder anerkannt werden, und auf eine Sonderschule sollen um einiges härter, als Kinder, die aufgrund von persönlichen Eitelkeiten der Eltern nicht auf eine Sonderschule sollen. Es ist eher so, das solches Verhalten von Eltern, richtig behinderten Kindern das leben eher schwerer macht, als das es hilft die immer schlimmer werdenden Umgangsformen erträglicher zu machen.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

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Beitragvon silke » 09.10.2004, 08:06

Nein, Helmut,

ich hab den thread gelesen, aber das ist kein vergleichbarer Fall, weil Alex sich nicht in dieser Weise (aufstehen, herumlaufen, stören, zerstören) benimmt!
Sie kann die Regeln einhalten, daher auch keine Maßnahmen, (die im vorgen. Fall natürlich absolut indiskutabel sind!) solcher Art von Nöten sind!
Und weil ich es in dem Beitrag las: Klar kann Alex die Farben benennen (schon lange). Ich ging mit ihr durch den Garten und wir sprachen über die Farben der Blumen... "Zählen" wäre erstmal eine rein mech. Gedächtnisfähigkeit, wenn das Kind mit der Zahl nicht die entsprechende Menge verbände (, und da habe ich klare Regelschulkinder erlebt, die Ende 2.Klasse den ZR bis 10 nicht beherrschten!).
Alex zählt derzeit bis 10 und schafft die 1 zu 1 Zuordnung (das Rechnen fällt DS-Kindern eher am schwersten, aber auch da gibt es Möglichkeiten... - so rechnet die 12jährige DS-Tochter meiner Bekannten nun sicher im ZR bis 20, weil sie es über anderes didaktisches (selbst gefertigtes!!!) Material sich nun "begreifbar" aneignen konnte.
In Mathe in ihrer G-Schul-Klasse den höchsten Stand aller Kinder wie auch im Lesen und Schreiben.
Auch Rechnen DAHEIM gelernt..., wobei die G-Schule von der Mutter inzwischen mit dem selbstgefertigten Material "versorgt" wurde (welches man bei uns nicht im Laden kaufen kann.) - in 1.Linie, damit ihr Kind auch in der Schule damit rechnen kann - aber nun können auch die anderen Kinder (nicht DS) davon profitieren.

Ich kann eigentlich keinerlei Wertung über andere Kinder abgeben, denn die Schwierigkeiten sind sicher so individuelle wie die Kinder es sind... -
Pablo P. sagte 1997 in Madrid:

"Glaubt Ihr wirklich an unsere Fähigkeiten oder haltet Ihr uns für einen Fehler? Und an die Lehrer: Habt Ihr Vertrauen in unsere Kompetenzen oder seht Ihr vor allem unsere Grenzen? Schließlich an die Politiker und Wissenschaftler: Sind wir für Euch anerkannte Bürger oder stupide Idioten? Es folgt der Appell: Teilt uns nicht in zwei Gruppen ein, die Normalen und die Anormalen! Wir sind genau so gleich und verschieden wir Ihr!"
(Kompletter Text hier nachzulesen:
http://bidok.uibk.ac.at/library/boban-e ... hls=pineda )

So ist es: Genauso gleich und verschieden...- wie Menschen ohne DS....- daher individuell anzuschauen... - das ist es, was die Mutter für Alex möchte...!
-----------------------------------------------------------------------------
In meinem Landkreis macht ein anderer Fall gerade Presse- Schlagzeilen:

Eine Regelgrundschule beherbergt eine KOOP-Klasse, 3.SJ, einer G-Schule. Die Zusammenarbeit war gut. Im Frühjahr, der GS-Rektor war von einer längeren Kur heimgekehrt, kündigte dieser im Alleingang den KOOP-Vertrag mit der G-Schule (stand ihm gar nicht zu!).
Den Eltern der G-Kinder gegenüber äußerte er mdl.: "Mit solchen Idioten (gemeint die G-Kinder) kann ich nicht arbeiten!"
Seitdem offene Feindschaft von seiner Seite, Bollerwagen darf nicht mehr im Schulgebäude parken..., die Lehrer der G-Klasse dürfen nicht ins Lehrerzimmer,... die Kinder machen keinen gemeinsamen Unterricht mehr (Begegnung auf dem Schulhof ist nicht zu vermeiden).
Der Gesamtschulelternrat steht hinter der KOOP-Klasse, der Gemeinderat auch..., der Rektor wurde von der Dez. der Bezirksreg. mit einer Aufsichtsbeschwerde belegt (was ihn -kurz vorm Pensionsalter!) nicht zu hindern scheint).
Die Sache ist noch offen... - nicht entschieden. Das Kollegium hatte keine Probleme mit den G-Kindern, wird aber vom Rektor massiv bedroht.
Wer soll nun weichen? Der Rektor, (ein "Pädagoge"...)- oder die G-Kinder, die am Wohnort als Gruppe beschult werden und in der Dorfgemeinschaft bleiben wollen?

LG silke

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Beitragvon silke » 09.10.2004, 09:23

P.S.: Hatte die Frage "Anwalt" eigentlich hier gestellt, weil ich weiß, dass sich hier viele rechtlich erfahrene Menschen tummeln, die vielleicht hätten einen entsprech. Tipp abgeben können (oder sich aus Kenntnis des Schulgesetzes noch einen Hinweis zutrauen hätten können).
Da das offenbar nicht der Fall ist, ich wiederum weiß, dass inzwischen eine Reihe weiterer Menschen involviert wurde, die u.U. weiterhelfen können (Funk, Presse, MK usw.), beende ich von meiner Seite an dieser Stelle die Diskussion, weil ich denke, aus meiner persönlichen Kenntnis den Fall klar genug dargestellt und alles gesagt zu haben, was nach dem Jetzt-Stand zu sagen war und ist.

LG silke

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doch noch ein paar Anmerkungen ...

Beitragvon Moni » 09.10.2004, 11:33

Hallo, Silke und alle, die sich hier beteiligen.
Ich komme aus dem Sonderschulbereich. Die konkrete Situation kann ich nicht beurteile, da ich weder das Kind kenne noch die Mutter, noch die betreffenden Schulen und Schulbehörden bzw. die beteiligten Personen. Ich habe mir auch die Homepage von Alexandra angeschaut. Wenn ich richtig verstanden habe, liegt an Gutachten bezüglich der kognitiven Entwicklung bisher vor: Zwei Tests (welche?), die im Alter von 2 ½ und 4 Jahren durchgeführt wurden und das aktuelle Gutachten, bei dem kein standardisierter Test durchgeführt wurde, sondern auf einer Beobachtung des Kindes in einer Unterrichtssituation in der Schule „für Geistigbehinderte“ beruht. Das reicht nach meiner Einschätzung nicht aus, um die Frage nach dem Förderbedarf und dem geeigneten Förderort, sprich: Schule für Alexandra ausreichend zu klären. Zwischen dem Alter von 2 ½ und 4 Jahren kann viel an Entwicklung passieren, es kann aus einer Feststellung des Entwicklungsstandes in diesem Alter nicht auf den Stand im Alter von 6 oder 7 Jahren geschlossen werden. (Ganz abgesehen davon, dass offensichtlich eine starke Aversion zwischen der Mutter und der die Tests durchführenden Person bestand, was das Verhalten des Kindes während des Tests, das objektive Testergebnis und die Interpretation durch die Testerin durchaus beeinflussen kann). Eine Beobachtung gibt wichtige diagnostische Hinweise, ist aber nicht mit einem standardisierten Test gleichzusetzen. Das Kind wurde – wenn ich das richtig verstanden habe - in einer völlig fremden Umgebung und Lernsituation in einer nicht altersangemessenen Jahrgangsstufe beobachtet. Ich weiß nicht, wie ein Gutachten über eine völlig „normale“, vielleicht auch etwas schüchterne Schulanfängerin in einer vergleichbaren Beobachtungssituation ausgefallen wäre...
Ein standardisierter altersangemessener Test und/oder eine Beobachtung in einer altersangemessenen Lernsituation wäre hier nach meiner Einschätzung durchaus sinnvoll, um die Fragestellung besser beurteilen zu können, nach Möglichkeit durch eine Person (Fachmann/Fachfrau), der es gelingt, auch das Vertrauen der Mutter zu gewinnen.
Ich weiß, dass es Müttern/Eltern von Kindern mit Entwicklungsbeeinträchtigungen oft schwerfällt, den Entwicklungsstand ihres Kindes realistisch einzuschätzen bzw. bestehende Beeinträchtigungen zu akzeptieren. Es ist möglich, dass das auch hier zutrifft. Die Tatsache, dass die Mutter bisher offensichtlich sämtlichen beteiligten Fachleuten misstraut und ihre Gutachten ablehnt, scheint dafür zu sprechen. (Zudem hat sie offensichtlich ein Horror-Bild von einer Schule „für Geistigbehinderte“, bei dem auch zu hinterfragen wäre, wie das zustande kommt). Allerdings gibt es tatsächlich auch Fehlentscheidungen seitens von Schulbehörden.
Ich kenne einen „Fall“, da sollte ein Kind mit einer Chromosomenanomalie auf die Schule „für Geistigbehinderte“, da Chromosomenanomalie mit geistiger Behinderung gleichgesetzt wurde. Das Kind hatte einen Herzfehler und leichte Entwicklungsauffälligkeiten. Das Kind wurde schließlich in einer Diagnose- und Förderklasse (Unterricht nach dem Lehrplan der Grundschule, aber die Inhalte der 1. und 2. Jahrgangsstufe auf 3 Schuljahre verteilt und mit zusätzlichen Förderangeboten) eingeschult, entwickelte sich dort sehr gut und konnte nach 3 Jahren auf die 3. Klasse Grundschule überwechseln. Es besucht inzwischen die Hauptschule.
Solche Geschichten gibt es auch.
Das einzige, was mir bei Alexandras Situation sicher zuzutreffen scheint, ist, dass die Kommunikation zwischen Mutter und Fachleuten offensichtlich sehr gestört zu sein scheint - aus welchen Gründen auch immer. Es von vorneherein alleine der Mutter anzulasten, erscheint mir schwierig - da gehört in der Regel mehr als einer dazu!
Ich wünsche Alexandra und ihrer Mutter, dass eine Lösung gefunden wird, die die Mutter akzeptieren kann – und zwar bald, denn die derzeitige Situation ist ja für aller Beteiligten sicher nicht toll!
Viele Grüße
Monika

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Beitragvon silke » 09.10.2004, 12:40

Hallo Moni,

wollte zwar eigentlich nichts mehr dazu schreiben - aber du hast es genau erfasst und auf den Punkt gebracht.
Alle (Fachleute), die das Kind sahen-kurz sahen- , waren m.E. vordringlich "erpicht" darauf, das Kind als "behindert" zu testen. Das war auch aus den Gutachten zu erlesen, die ich alle eingesehen habe.
Keiner hat das Kind "unvoreingenommen" betrachtet. Sie hat DS (Mosaik kennt kaum jemand!) , also ist sie "geistig behindert"-> also kann sie das und das und das nicht können!
So etwas wie du Moni, es beschreibst, kenne ich auch, unterrichte privat, nicht in einer Schule, aber oft Kinder, die von der Schule (Regelschule ) "aufgegeben wurden...
Alex habe ich "unvoreingenommen" angeschaut, mal gucken, was sie wirklich kann - und sie kann eine Menge!
Das Misstrauen der Mutter kann ich nachvollziehen aus dem, was sie erlebt hat.

LG silke

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Beitragvon Helmut » 09.10.2004, 16:11

Hallo Silke,

natürlich sind die Umstände bei dem Thema in Elternforum etwas anders. Da weis man jedoch nicht, wie das Kind in die Schule kam,... aufgrund der "freien" Entscheidung der Schulbehörde, oder aufgrund von Druck der Eltern, die bis dahin keine GB Schule wollten ? Ich kann mir nur sehr gut vorstellen, das es Alex an einer Schule, die sie aufgrund von Druck der Eltern nehmen muß, genau so ergeht.

Der Link nach bidok ist gut, nur paßt der Artikel nicht so ganz zum Problem von Alex. Da ist beschrieben, wie gut Kinder mit DS in von allen Beteiligten gewollter, Integrativer Umgebung, von anderen Kindern lernen können. Bei Alex ist es so, das die Schule, auf die sie nach Meinung der Eltern soll, sie nicht haben will. Es ist ja nichtmal "nur" das Schulamt, das Alex nicht auf die Schule lassen will, die Schule selbst will Alex nicht. Ich denke, wenn du mal den Herrn Pineda fragst, wird der eher dringend davon abraten, so ein Kind auf die Schule zu geben, als das er da lange rum diskutieren würde. Such bei Bidok mal nach Texten zu mißlungenen Integrationsversuchen, und du findest Artkel, die beschreiben, wie solche Versuche mit Kindern mit DS in die Hose gingen, weil die Kinder nur aufgrund von Druck der Eltern aufgenommen wurden.

Zur Mosaikform von DS. Bei der Mosakiform ist DS nur in Teilbereichen ausgeprägt, an sonsten entwickeln sich Betroffene normal. In den betroffenen Teilbereichen KANN das DS da aber "so schlimm" sein, das das Kind nichts davon hat, das es auch nicht von DS betroffene Bereiche hat. So erklärt sich recht gut, das Fachleute mit der Beutreilung von solchen Kindern vorsichtig sind. Da eine Umschulung von G Schule nach I-Schule besser verarbeitet wird als umgekehrt, ist es für mich recht gut nachvollziehbar, das man eine G Schule vorzieht.

Wenn die Familie tatsächlich wert auf eine I Schule für Alex legt, sollte sie im weiteren Umkreis eine solche suchen die Alex aufnehemen würde,( = vor dem Antrag ausprobieren ! ) und ggf. umziehen. Da hat Alex und die Familie mehr von, als wenn man versucht, sie mit "Gewalt" = Anwalt und co. auf eine schule zu schicken, die sie nicht will. Bin mal gespannt wie die Sache ausgeht.

:-) Helmut
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