Pflegekinder?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Eliana
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Pflegekinder?

Beitragvon Eliana » 04.12.2005, 11:06

Hallo ihr nlieben wir würden gern ein Pflegekind nehmen und ich würde gern mal von euch hören welche erfahrungen ihr so habt.
Manchmal weiss ich nicht ob das so gut ist....Simon wünscht sich sehr geschwister und wir wünschen uns sehr noch Kinder.Lieber ein jüngeres was nicht so sehr als ,,übergeordnet,, empfunden wird...Fragen über fragen...Würde mich über bericht efreuen...Lieben Gruss Christina

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Beitragvon Brigitte 1953 » 04.12.2005, 20:25

Hallo Christina,

normalerweise vermitteln die Jugenämter meist jüngerer Kinder, damit sich die Älteren nicht entthront fühlen, das ist auch eigentlich sinnvoll.

Bei der eventuellen Aufnahme eines geistig behidnerten Kindes kann man sich an dessen Entwicklung orientieren und auch ein älteres Kind aufnehmen.

Viel Erfolg

Lieben Gruss

Brigitte :D

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Beitragvon Antje D. » 04.12.2005, 21:12

Hallo Christina,
wir haben seit langen Jahren Pflegekinder.
Aber eher umgekehrt, d.h. unsere drei leiblichen Kinder sind gesund und unsere Pflegekinder behindert.
Aber wir sind sehr glücklich in unserer Familiensituation. Wenn du konkrete Fragen hast, melde dich doch einfach per pn.

Viele Grüße

Antje D.

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Pflegekinder

Beitragvon Monja » 09.12.2005, 17:13

Hallo Christina,
wir haben ein Kind adoptiert und zwei Kinder zur Pflege!
Nadja ist jetzt 13,Jacqueline 8 und unser Leon 4.
Sie bereichern uns sehr,dennoch sind auch schon mal Probleme da!Aber in welcher Familie gibt es keine?Wir konnten Alter und Geschlecht bestimmen.Ein Pflegekind kommt normalerweise immer als jüngstes Kind in der Familie,gibt aber auch wohl noch Ausnahmen.Es soll erst einmal eine bestimmte Position einnehmen!
Das Jüngste wird am meisten verhätschelt und umsorgt,weil die Großen schon selbstständiger sind!Man muss einiges vorweisen als Pflegeeltern und man wird auch intensiv durch Kurse vorbereitet.Auch sollte man damit rechnen,dass noch Kontakte zur Herkunfstfamilie bestehen!Die Kinder bringen zum größten Teil Defizite und auch schlimme Erlebnisse mit!Wir kommen damit super zurecht. Haben aber auch ein krankes Kind bekommen,dass uns als gesund vermittelt wurde!Auch solche Sachen können nicht vorhergesehen werden!Ich würde freiwillig keins meiner Kinder mehr hergeben,dennoch kann es passieren,dass ein Pflegekind wieder zur Herkunfstfamilie zurück muss.
Wer nicht wagt gewinnt nichts,also nur Mut!!! :D

Viele liebe Grüsse Monja
Jacqueline geb.10/97. Gendefekt auf FILAMIN A,periventrikuläre noduläre Heterotopie,Epilepsie, Zöliakie,Intoleranzen,tertiären Morbus Addison,Aorteninsuffizenz-Aortenektasie,GÖR,EDS,Dysganglionose,Ileostoma,Thrombozytenfunktionsstörung,Hirnaneurysmen u. mehr

Leon :Kiss,ADHS

http://www.lissenzephalie.de/

Birgit1067
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Beitragvon Birgit1067 » 09.12.2005, 22:35

Hallo,
auch wir haben 2 Pflegekinder und bereuen, trotz der nicht unerheblichen Schwierigkeiten die wir hatten und haben, diesen Schritt nicht. Aber es kommt in der Regel schon einiges auf einen zu. Nicht ohne Grund sind die Kinder in Pflege gegeben worden. Auch der oft anstehende Besuchskontakt mit den leiblichen Eltern ist nicht unbedingt streßfrei. Sicherlich habt ihr bei euch auch eine Elterninitiative von Pflegeeltern, die euch bestimmt persönlich viel von ihren Erfahrungen berichten können. Informationen gibt es bei uns auch bei etlichen freien Trägern und nicht nur über das Jugendamt. Melde dich ruhig wenn du noch konkrete Fragen hast.

Herzliche Grüße
Birgit :D

Eliana
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Beitragvon Eliana » 14.12.2005, 12:26

Danke für eure antworten...Bin im moment bis zum 19. noch ohne festnetz...meld mich dann gruss christina

Antje 2
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Beitragvon Antje 2 » 01.01.2006, 23:42

Hallo Christina,

wir haben 3 Kinder und ein Pflegekind. Wir würden uns auch auf jeden Fall wieder für unser Pflegekind entscheiden. Aber einen entscheidenden Unterschied gibt es doch. Es ging uns nicht so sehr um ein weiteres Kind als um die Tatsache, dass wir unser Zuhause mit einem Kind teilen wollten, dessen Startbedingungen für das Leben nicht so gut waren wie bei unseren Kindern.
Es ist vielleicht schwer zu verstehen, aber ein Pflegekind kann schwer ein Ersatz für ein leibliches Wunschkind sein. Ein leibliches Wunschkind musst Du nicht teilen, Du musst nicht ertragen, dass die leibliche Mutter es küsst und liebkost, es wieder haben möchte oder mit ihm ihre Wochenenden verbringen möchte. Es taucht nicht unvermutet ein Vater auf, der Besuchsrechte haben möchte. Du kennst seine Geschichte und weisst warum es in bestimmten Situationen immer weint oder lacht.
Bei einem Pflegekind weisst Du oft nicht warum es sich so oder so benimmt. Es hat eine schlimme Vorgeschichte und entwickelt sich in den meisten Fällen nicht wie geplant. Ich könnte so noch stunden schreiben aber was ich Dir eigentlich sagen will ist, dass Du Dir über Deine Motivation klar werden musst.
Es gibt auch die Möglichkeit der Adoption. Oder Ihr bekommt noch ein eigenes Kind.
Ich sag das nicht, weil ich Pflegschaft nicht gut finde, ganz im Gegenteil. Aber erst wenn einem klar ist worauf man sich einlässt oder welche anderen Optionen einem noch offen stehen kann man eine gute Entscheidung treffen.
Ich drück Dir die Daumen, dass Du die richtige Entscheidung für Dich triffst.
Viele Grüße,
Antje 2
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Eliana
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Beitragvon Eliana » 02.01.2006, 10:32

Hallo Antje das mit der Motivation geht mir jetzt seit zwei Jahren durch den Kopf.... :wink: Ich könnte noch Kinder bekommen.Aber ich möchte nicht.Und es würde eine Chance bedeuten für irgendein Kind mit Liebe aufzuwachsen!Schwierigkeiten....kenn ich schon :lol: Die gibt es auch bei eigenen.Mir ist aber durchaus klar das es anders ist und davor habe ich auch Respekt deswegen meine Frage nach euren ERfahrungen...Lieben Gruss Christina

Antje 2
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Beitragvon Antje 2 » 02.01.2006, 11:06

Hallo Christina,

die Erfahrungen mit unserem Pflegekind in der Familie sind trotz aller Schwierigkeiten (besonderes Kind) absolut positiv. Unglaublich anstrengend ist der Kontakt zur Herkunftsfamilie. Wir haben auch einige Kontakte zu anderen Pflegefamilien und ich habe gemerkt, dass die Jugendämter sehr unterschiedlich arbeiten. Mein Tip daher auf jeden Fall Kontakte zu anderen Pflegefamilien im Umkreis knüpfen und nach ihren Erfahrungen mit den zuständigen Jugendämtern fragen. Dann würde ich mich an das Jugendamt wenden welches dabei am Besten wegkommt. Auch unabhängig vom Wohnort! Viele Kinder werden überregional vermittelt und Du kannst Dir nicht vorstellen wie wichtig es ist mit dem Jugendamt gut zusammenarbeiten zu können. Unser Jugendamt ist auch nicht vor Ort, aber die Zusammenarbeit funktionniert genial gut und das Jugendamt unterstützt uns optimal. Hier vor Ort haben wir unglaubliche Geschichten aus dem Freundeskreis gehört, das würde uns kaum einer glauben.
Dann gibt es da auch noch verschiedene Formen der Pflege. Normale Pflege, Sonderpflege oder heilpädagogische Pflege oder Erziehungsstelle. Der Unterschied liegt nicht nur darin, dass z.B. Kinder mit besonderen Schwierigkeiten in Sonderpflege vermittelt werden oder behinderte Kinder in heilpädagogische Pflegestellen. Auch die Betreuung der Pflegefamilie durch Fachberatung und Supervision sieht da schon ganz anders aus. Und nicht zuletzt spielt der finanzielle Aspekt auch eine Rolle. Nich jede Familie bringt ohne finanzielle Schwierigkeiten noch ein weiteres Kind mit durch. Für die Erziehungsstelle braucht man dann auch eine entsprechende Berufsausbildung (Pädagoge oder Sozialpädagoge).
Zum Thema gibt es tolle Bücher wie z.B. von Arnim Westermann und Monika Niestädt (bin mir bei der Schreibweise nicht sicher - hab das Buch grad verliehen) "Pflegekinder". Da kriegt man schon mal einen guten Überblick was da auf einen zukommt.
Ich find es gut, dass Du Dir bei Deiner Entscheidung so viel Zeit nimmst, die haben wir auch gebraucht. Um so mehr stehen wir jetzt hinter dem was wir tun.
Viele Grüsse,
Antje 2
mit Teenager Julia

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Eliana
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Beitragvon Eliana » 02.01.2006, 11:17

Hi Antje...schön das es bei euch klappt!Dann seid ihr ja jetzt eine ,,Grossfamilie,, :wink: !Also ich habe respekt vor jedem der so etwas meistert!Lieben Gruss Christina


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