Pflegekinder?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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iggisw
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Pflegekinder

Beitragvon iggisw » 02.01.2006, 13:36

Hallo Christina-Marie

Es ist eine wunderschöne Aufgabe, Kinder auf ihrem Weg zu begleiten. Das gilt für leibliche Kinder genauso wie für adoptierte Kinder oder Pflegekinder - und es gilt für gesunde, kranke und behinderte Kinder!!!
Pflegekinder aufzunehmen, das bedeutet in der Regel aber auch, sich und seine Familie zu öffnen. Da ist zum Einen das Jugendamt, das in der Regel sehr genau prüft, welche Familie zu welchem Kind passt und umgekehrt und das natürlich immer wieder mitmischt, sobald ein Kind in der Familie lebt. Dazu kommt, dass die allermeisten Kinder noch Kontakte zu ihrer Ursprungsfamilie haben - das sind zunächst fremde Menschen, die vielleicht nicht unbedingt in unser Lebensbild passen.
Pflegekinder - ob gesund oder behindert bringen immer ihre Vorgeschichte mit in die Familie und diese Vorgeschichte ist sehr häufig nicht gerade besonders schön. So haben viele Pflegekinder schon Erfahrungen mit Gewalt, Misshandlung, Missbrauch, Vernachlässigung, Alkohol- und Drogenproblemen der leibl. Eltern, Krankheit dieser und vieles andere mehr erlebt. Viele haben Bindungsstörungen und gelten selbst als seelisch behindert, sehr häufig sieht man Alkoholschädigungen.
Ich möchte dir mit diesen Ausführungen den Mut nicht nehmen, sondern deutlich machen, dass es eine wirklich echte Aufgabe ist, diesen Menschenkindern liebevolle Ersatzeltern zu sein, sie in ihrer Einzigartigkeit anzunehmen braucht viel Geduld, Durchhaltevermögen und Kraft.
Aber es ist auch die schönste Aufgabe, die ich mir vorstellen kann!!!!
Informiert euch sehr gut, welche Art der Pflege für euch in Frage kommt. Es gibt sehr unterschiedliche Pflegeformen, von Kurzzeit- über Bereitschaftspflege (in diesen Fällen lebt ein Kind nur vorübergehend in der Pflegefamilie) bis zur Dauerpflege mit Rückführungsmöglichkeit oder ohne eine solche. Wer eine Ausbildung im pädagogisch, betreuenden oder medizinischen Bereich hat kann Sonderpflegestelle werden. Allerdings gibt es auch genug schwer behinderte Pflegekinder in ganz normalen Pflegefamilien!
Ganz liebe Grüße
Siggi mit 3 leibl. Kindern und 3 Dauerpflegekindern
3 leibl. Kinder (*83, 87, 89), 7 Dauerpflegekinder (*93, 98, 02, 03, 08, 09, 11) - Erfahrung mit CF, A/V-Malformation, Tracheostoma, Autismus, Misshandlung, Missbrauch, geist. Behinderung, Frühgeburt, Lernbehinderung, Bindungsstörung, Traumata, FAS.....
Die 5 jüngsten Kinder leben noch zu Hause, die anderen kommen gern!


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