Es geht voran, oder doch nicht?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Jenny66
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Beitragvon Jenny66 » 29.09.2016, 14:34

Jetzt mal wieder - kurz vor den Herbstferien - einen neuen Zwischenbericht. Von den Noten her ist unsere Tochter ganz gut in der Schule. Aber diese Schule entpuppt sich leider als Fehlgriff. Ich kann das jetzt hier öffentlich nicht alles ausbreiten. Aber für unsere Tochter und für uns steht jetzt fest, dass sie auf gar keinen Fall nach diesem einen Jahr noch weiter dort auf dieser Schule bleibt, um ihr Fachabi zu machen. Das scheidet aus.

Dafür wird aber in unserem Einzugsbereich ein Berufliches Gymnasium mit dem Schwerpunkt Ernährung ab dem nächsten Jahr neu beginnen. Also bleibt für unsere Tochter fast nur diese Option. Es wird dort noch einen Tag der offenen Tür geben und da wollen wir uns mal informieren.

In einem Monat geht es dann schon wieder los mit dem Praktikum und wir hoffen, dass das alles gut läuft. Leider ist mit Unannehmlichkeiten seitens der Schule zu rechnen. Unsere Tochter wird dann irgendwie vermitteln und beschwichtigen müssen. Auch darauf kann ich nicht näher eingehen.

Es ist nur so, dass das eine enorme zusätzliche Belastung hier reinbringt. Aber unsere Tochter hält sich momentan noch ganz wacker und ich hoffe, dass das so bleibt.

Gut ist jetzt einfach, dass sie ein Ziel vor Augen hat. Alternativen sieht sie für sich nicht und diesbezüglich scheint da jetzt etwas Ruhe hier reinzukommen. Natürlich muss sie dann auch angenommen werden. Falls nicht haben wir ein Problem. Aber na ja, schauen wir mal und warten ab.

Jenny66
Tochter, 1999 (sel. Mutismus + AS)

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Beitragvon rena99 » 29.09.2016, 22:14

Hallo Jenny,

magst du mir eine PN schreiben? Ansonsten: gut, dass deine Tochter sich "wacker hält". Wie ich Vicki ja schon geschrieben habe, sie entwickeln sich, die Mädels, wenn auch langsam.

Ich drücke euch die Daumen!

Rena
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Beitragvon Jenny66 » 01.10.2016, 21:04

Hab' Dir eine PN geschrieben. :)

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Beitragvon Jenny66 » 19.10.2016, 07:52

Es ist zum Haare raufen, heute ist erst der dritte Tag Schule nach den Herbstferien und bei unserer Tochter geht es schon wieder los mit schlapp sein und Bauchweh, usw. Es gab inzwischen so viel Unterrichtsausfall, dass die nächsten beiden Klassenarbeiten, die noch in dieser Woche geschrieben werden, vom Unterricht her gar nicht richtig vorbereitet wurden. Also muss ich mich mit meiner Tochter hinsetzen und wir holen uns Infos aus dem Internet, weil es auch nur ein Schulbuch gibt und es eigentlich so vorgesehen ist, dass die Kinder im Unterricht mitschreiben oder keine Ahnung, was die sich gedacht haben. Ich sage mal für "normale" Kinder ist das das tägliche Brot an den Regelschulen, für unsere Tochter ist das das reinste Chaos, was sie total blockiert und ihre Motivation hemmt. Uns stehen noch schwierige Monate bevor, fürchte ich. Leider sind auch meine Kräfte am Ende, ich bin durch meine Trauerarbeit um meine Freundin immer noch lahmgelegt, die mir ja auch durch sämtliche Phasen von Kummer und Sorgen eine große Stütze war.

Einen klitzekleinen Vorteil hat das alles...erstmalig freut sich unsere Tochter richtig auf die demnächst anstehenden vier Wochen Praktikum. Sie kann sich kaum etwas schlimmeres als diese Schule vorstellen, von daher muss es ihr im Praktikum besser gehen, ist so ihr Gedanke.

Wir müssen einfach durchhalten.
Aber ein Mädchen aus ihrer Klasse hat jetzt die Konsequenzen gezogen und ist jetzt gegangen und macht etwas anderes.

Wir stehen aber unter Druck, weil unsere Tochter ja danach noch das berufliche Gymnasium besuchen möchte. Ich habe Sorge, dass sie bis dahin so runtergenudelt ist, dass sie dazu gar nicht mehr in der Lage ist. Aber für uns gibt es jetzt nur diesen einen Weg und wir müssen schauen, dass wir das Beste daraus machen.

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Beitragvon rena99 » 19.10.2016, 10:14

PN an dich liebe Jenny :D
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Beitragvon rena99 » 19.10.2016, 10:19

Uff, ich hätte euch wirklich gewünscht, dass ihr etwas mehr Glück habt mit der Schule. Aber wahrscheinlich ist das tatsächlich der ganz normale Wahnsinn. Unterrichtsausfall ist hier auch an der Tagesordnung, ich frage mich wirklich, wie unsere Schulministerin auf eine Versorgungsquote von 104% kommt.

Ich glaube, ich würde versuchen, das Schuljahr in "machbare" Teile zu gliedern. Und sich dann Teilziele setzen. Manchmal hilft es auch, nur den nächsten Tag in den Blick zu nehmen, weil einen sonst der Berg dessen, was alles noch kommt, total hemmt. Wahrscheinlich müsst ihr ausprobieren, was für euch passt.

LG und ich drücke euch die Daumen
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Beitragvon Jenny66 » 20.10.2016, 07:44

Ja, Rena, so versuchen wir es, - habe auch Deine PN schon gelesen -.
Und wir versuchen auch so kleine Höhepunkte der Ablenkung einzubauen, soweit das irgendwie geht. Meine Tochter kämpft. Es wäre etwas leichter für sie, wenn ich nicht auch noch so durchhängen würde. Mir geht echt die Puste aus. Gestern haben wir zusammen geübt für die Klassenarbeit, mir sind dauernd die Augen zugefallen...dann kam auch noch ein Anruf, unser Sohn ist gestürzt bzw. umgeknickt, muss ihn heute zum Arzt bringen...er wohnt ja in eigener Wohnung. Ich streiche schon ganz viel, was außerhalb der Familie so an Verabredungen ist, weil mir sonst alles zu viel wird. Mache gleichzeitig aber auch die Erfahrung, dass es anderen da auch so geht. Manchmal wird etwas abgesagt noch bevor ich mich dazu entschließe abzusagen. Die laufen wohl grad alle auf Sparflamme. :wink: :lol:

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Beitragvon Jenny66 » 04.11.2016, 13:06

Das Praktikum ist am Montag gestartet. Ich weiß zwar nicht, wie es heute dort geworden ist, weil unsere Tochter noch nicht zuhause ist, aber bis jetzt war alles richtig super. Die sind da alle super nett zu ihr. Und sie macht ihre Sache wohl auch ganz gut, ihr wird auch viel zugetraut.

Jetzt hat sie nur noch den Druck der Schulleiterin im Nacken, weil so einige Dinge erfüllt sein müssen und sie sehr wahrscheinlich "mogeln" muss und das auch noch unterschreiben lassen muss.

Über diese Dinge muss sie heute im Praktikumsbetrieb auch sprechen, ganz diplomatisch, echt schwierig. Ich hoffe mal inständig, dass sie das gut hinbekommen hat und vertraue ihr da. Bin eh schon an einem Punkt, wo ich ihr kaum noch etwas raten kann, weil sie durchaus selbst schon Strategien und Ideen entwickelt, denen ich nicht vorweggreifen will. Deshalb ermutige ich sie jetzt immer und nenne Beispiele, wo sie selbst gut den Durchblick hatte und Probleme gelöst hat. Sie muss jetzt eigentlich nur lernen, dass sie auf sich selbst setzen und bauen kann.

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Beitragvon rena99 » 04.11.2016, 19:15

Mensch Jenny, das klingt doch gut! Schritt für Schritt voran, wenn auch langsam!
Deshalb ermutige ich sie jetzt immer und nenne Beispiele, wo sie selbst gut den Durchblick hatte und Probleme gelöst hat. Sie muss jetzt eigentlich nur lernen, dass sie auf sich selbst setzen und bauen kann.
Richtig. Aber auch das dauert und braucht Geduld. Meine Tochter kann mir auf einen Fall, wo es gut lief, immer gleich 10 nennen, wo es nicht gut lief (aus ihrer Sicht, man kann das auch anders sehen aber nun gut). Deshalb haben wir jetzt eine Gedankenwaage "eingekauft", da bekommen die guten Gedanken einen Faktor 10 extra :D

LG
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Beitragvon Jenny66 » 05.11.2016, 07:25

Deshalb haben wir jetzt eine Gedankenwaage "eingekauft", da bekommen die guten Gedanken einen Faktor 10 extra :D
:lol: :lol: :lol: Gute Idee :icon_thumleft:
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