Pflegefibel - Pflegegeld/Infos/Tagebuch

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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MichaelK
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Beitragvon MichaelK » 28.02.2006, 10:34

hallo nochmal zu den Therapiezeiten,
Es ist so, das die Therapien selbst als Reha bzw. Behandlungspflege nicht anerkennungsfähig sind, jedoch der Weg und die Wartezeiten, da hier der unmittelbare zwangsläufige Zusammenhang mit einer Verrichtung der Pflege (Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung) gegeben ist. Vielleicht steckt hier der Denkfehler.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
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Doreen mit Friederike
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Beitragvon Doreen mit Friederike » 28.02.2006, 10:49

Hallo Michael, ach, eigentlich müsste ich morgen bei meiner Widerspruchsbegutachtung glänzen, denn so viele Info`s die ich habe, dank dir!!!!!!!, könnte mir eigentlich nichts passieren. Habe trotzdem etwasBbammel, weil ich nicht verstehe, warum die nun die ganze Begutachtung widerholen, wenn es doch blos um Einrechnung der Weg/ Wartezeit zur Therapie geht und die Badezeit von 8 Minuten zu erhöhen, denn die schaffe ich nie. Friederike rollt vor Aufregung immer die Augen nach unten, wenn jemand Fremdes in ihr Bettchen starrt. Naja, hoffentlich lohnt sich das wenigstens. Aber mit Laptop werden die hier in Leipzig bestimmt nicht anrücken....
Vorausgesetzt, das Gutachten befriedigt mich dieses mal, wann meldet sich der MDK eigentlich zur Wiederholungsbegutachtung an, nach einem Jahr? Vom ersten Begutachtungstermin gerechnet oder vom Widerspruchsbegutachtertermin?

LG
Doreen
Charlotte, 16.08.2000, ehem. Frühchen 31.SSW und Friederike, 15.07.2004. extrem. Frühgeb. in der 24.SSW (720g., 33 cm), nach Hirnmittellinienzyste HC, shuntversorgt , entwicklungsverz., sehbehindert, Minderwuchs, Balkenagenesie
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Beitragvon AngelikaB » 28.02.2006, 11:28

Hallo Michael,
mit Therapiezeiten meinte ich natürlich die Wege zur Therapie und die Wartezeit während der Therapien.
Aber ich habe inzwischen nochmal bei der Kasse angerufen, weil ich noch eine Frage hatte, diesmal hatte ich wieder jemand anderen am Telefon.
Und diese Dame meinte, wieso ihr Kollege mir denn solche Auskuft erteilen konnte. Sie müsse sich jedenfalls erstmal die Akte holen und diese studieren, ehe sie mir etwas sagen könnte und sie würde mich zurückrufen. Das war vor ca. 1 Std. Es fängt an mich zu ärgern.
Gruß, Angelika.

@ Dorren:
Bei uns soll die nächste Begutachtung im 10. Lebensjahr erfolgen, also in 3 Jahren.

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Beitragvon leara johanna paityn » 28.02.2006, 11:59

Hallo Michael,

ICH - als "dumme Mutter" :-) würde das genauso sehen. Urteile konnte mir die arogante Zicke - sorry, ich kann es schon anders nicht mehr formulieren - nicht sagen, aber ich glaube, sie wollte das auch nicht. Urteile meinte sie, gäbe es wie Sand am Meer, aber es wäre nicht ihre Aufgabe, mir das zu zeigen, da müßte ich schon selbst danach suchen.

Ich weiß nicht, wie das mit der Verordnung in anderen Bundesländern ist. In Bayern gibt es für Kiddis unter 3 Jahren sog. Frühförderstellen. Für diese wird ein "Frühförderplan" ausgestellt (den kann ich Dir gerne schicken). Auf diesem Frühförderplan wird für Leara alles "verordnet", was sie braucht, also Krankengymnastik, Logopädie, Ergotherapie und sog. heilpädagogische Maßnahmen (in ihrem Fall: Blindenfrühförderung und Hörfrühförderung). Wir haben 2 x KG außer Haus und 2 Mal zuhause, Blindenfrühförderung und Hörfrühförderung sind zuhause. Logo hat sie sporadisch (derzeit) und Ergo noch nicht.

Meines Erachtens ist zumindest die KG außer Haus mit zu berücksichtigen. Auch die ganzen Arzttermine. Ist alles abgelehnt worden - ohne entsprechende Begründung. Gibt es hierfür Urteile, die Du kennst ? oder an wen könnte ich mich wenden, um diese zu erfahren ?

Vielen Dank schonmal

Anja mit Leara
leara 7/04 schwerste Asphyxie vor Geburt - aufgrund Ärztefehler (Kaiserschnitt zu spät gemacht), Microcephalus, spastische Tetraparese, starke Entwicklungsverzögerung, Blind, schwerhörig, nicht einstellbare Epilepsie

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Doreen mit Friederike
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Beitragvon Doreen mit Friederike » 28.02.2006, 12:15

Hallo AngelikaB, kann ich das in meinem Gutachtenb irgend wo lesen, wann die nächste Begutachtung ansteht?

LG
Doreen
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Beitragvon MichaelK » 28.02.2006, 12:31

Hallo Leute,

@Doreen
Da mußt du jetzt durch. Wenns dich tröstet, ich hab auch immer Bammel, das ist halt so, kann man nix machen. Die Zeit bis zur erneuten Überprüfung ist verschieden, je nach Prognose und Alter der Kinder. Im Gutachten steht meist eine Empfehlung dazu.

@Angelika
Diesen Ärger mit den Kassen müssen wir im Interesse unserer Kinder ertragen. Mit der Zeit wird das sicher zur Routine werden. Du bist auf jeden Fall im Recht. Keine Angst vorm Widerspruch.

@Anja
Grundsätzlich ist das Pflegerecht Bundesrecht. Da kann Bayern nicht was anderes bestimmen. Ich kenne dieses Konstrukt mit der "Paketversorgung" nicht. Frühförderung haben wir auch 2 mal die Woche, die Finanzierung läuft über das Sozialamt. Hier gibt es auch keine ärztl. Verordnung; es werden nur ärztl. Zeugnisse mit herangezogen.
Dagegen wird die Physiotherapie jedesmal ärztl. verordnet und von der Krankenkasse bezahlt. Erkundige dich doch mal bei dieser "Frühförderstelle", wie die Finanzierung der einzelnen Maßnahmen ist und bei welcher Therapie eine ärztliche Verordnung notwendig ist. Unabhängig davon sehe ich den entsprechenden Hilfebedarf als gegeben an für die KG außer Haus.
Und jetzt das Urteil:
http://juris.bundessozialgericht.de/cgi ... s=5&anz=11
Hier der betreffende Abschnitt rauskopiert:BUNDESSOZIALGERICHT Urteil vom 28.5.2003, B 3 P 6/02 R(Auszug)
Anmerkung: Beim Kläger handelt es sich um ein damals 6jähriges Kind

Bei der vom Kläger besuchten Ergotherapie entsteht wegen der Notwendigkeit der Begleitung ein Hilfebedarf, der als Hilfebedarf beim Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung (§ 14 Abs 4 Nr 3 SGB XI) berücksichtigt werden kann. Eine Ergotherapie besteht aus einer Kombination von Beschäftigungs- und Arbeitstherapie und soll Störungen der Motorik, der Sinnesorgane sowie der geistigen und psychischen Fähigkeiten angehen; Ziel ist auch die Verbesserung der Selbstständigkeit und Kommunikationsfähigkeit im täglichen Leben sowie des Selbstvertrauens und Durchhaltevermögens (vgl Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 259. Aufl 2002, Stichwort "Ergotherapie"). Für die - notwendige - Eingrenzung des bei dieser Verrichtung berücksichtigungsfähigen Hilfebedarfs hat der Senat gefordert, dass das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung für die Aufrechterhaltung der Lebensführung zu Hause unerlässlich ist. Dazu zählen Arztbesuche, aber auch Wege zur Krankengymnastik oder zum Logopäden, soweit sie der Behandlung einer Krankheit dienen und nicht die Stärkung oder Verbesserung der Fähigkeit zu eigenständiger Lebensführung im Vordergrund steht (BSG SozR 3-3300 § 14 Nr 5, 6 und 8). Maßnahmen der sozialen oder beruflichen Rehabilitation sind daher nicht zu berücksichtigen; bei Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation kommt es darauf an, dass sie der notwendigen Behandlung einer Krankheit dienen. Die Abgrenzung zwischen Krankenbehandlung durch nichtärztliche Heilmittelerbringer und Rehabilitation kann im Einzelfall schwierig sein, weil die Behandlung häufig mehreren Zwecken dient: der Besserung des aktuellen Gesundheitszustandes sowie der Verbesserung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten für die Zukunft. In solchen Fällen muss es ausreichen, dass die Behandlung auch zur Behebung oder Besserung einer Krankheit führen soll. Im vorliegenden Fall dient die Ergotherapie nach den Feststellungen des LSG einer vom Arzt verordneten Behandlung einer Entwicklungsstörung. Es bestehen deshalb keine Bedenken, den dadurch erforderlichen Pflegeaufwand zu berücksichtigen, sofern er mindestens einmal wöchentlich anfällt.

Passender gehts glaub ich nimmer, Anja, dieses Urteil könnte auch für euch stehen!

LG Michael
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Beitragvon AngelikaB » 03.03.2006, 12:27

Hallo Michael,
ich muß jetzt nochmal nachfragen, nachdem ich mit einem Herrn des MdK telefoniert habe wegen der Berechnung meiner Pflegetätigkeitszeiten (wegen der Rentenversicherung).
Ist es richtig, dass die Wege zur Therapie nicht mit angerechnet werden, sondern nur die Zeiten, die ich brauche um das Kind in das Auto zu setzen und wieder rauszuholen. Bei mir wollen sie nur 4 x 4 min (2min. reinsetzten und 2 min. rausholen) anerkennen anstatt der wirklich gefahrenen 120 min.
Die Wartezeit ist für den Herrn oK. Die wird mitgerechnet.

Gruß, Angelika.

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Beitragvon MichaelK » 03.03.2006, 12:36

Hallo Angelika,
Die Wegzeit muß voll anerkannt werden, sofern sie angemessen ist. Das heißt, du kannst natürlich nicht den am weitesten entfernten Therapeuten auswählen, es sei denn, er ist der einzige, der die notwendige Therapie anbietet.

In den Richtlinien der Spitzenverbände der Pflegekassen steht :

" Neben den Fahrzeiten sind die zwangsläufig anfallenden Wartezeiten der Begleitperson anzurechnen,
wenn sie dadurch zeitlich und örtlich gebunden ist. Generell kann hierfür eine
Wartezeit von 30 bis 45 Minuten anerkannt werden. Bei Kindern kann die Notwendigkeit der
Begleitung zum Arzt zur Durchführung therapeutischer Zwecke oder der Begleitung zur Inanspruchnahme
vertragsärztlich verordneter Therapien vorausgesetzt und einschließlich der
Wartezeit als Hilfebedarf berücksichtigt werden.""

Ich lese da nichts von ins Auto setzen oder rausholen. Du etwa??
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Beitragvon Doreen mit Friederike » 03.03.2006, 12:36

Hallo Angelika, dass ist momentan ein Streitpunkt hier und auch mit dem MDK. Wie es so aussieht, wird es unterschiedlich gehandhabt. Aber:

Wenn die Therapie ( z.Bsp.KG) ärztlich verordnet und eine medizinische Rehabilitation ist ( also keine Frühförderung), dann wird sie mit angerechnet.

Aber in meinem Fall zum Beispiel weder Wartezeit noch Wegzeit. Michael kümmert sich momentan darum, eine kompetente Auskunft von einer fachkundigen Stelle zu erhalten, da dieser Punkt nicht gesetzlich eindeutig geklärt ist und wahrscheinlich vom Gutachter abhängt.

Also auf jeden Fall Widerspruch einlegen.

Michael wird sich bestimmt noch melden auf deinen Beitrag und mich gegebenenfalls korrigieren.

LG
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Beitragvon MichaelK » 03.03.2006, 12:51

Hallo Doreen ,
einen Hauch zu spät,lol.


Michael kümmert sich momentan darum, eine kompetente Auskunft von einer fachkundigen Stelle zu erhalten, da dieser Punkt nicht gesetzlich eindeutig geklärt ist und wahrscheinlich vom Gutachter abhängt.


geregelt ist das schon ziemlich eindeutig Doreen, wie du ja lesen kannst, aber leider versuchen die Gutachter Zeit zu schinden. Es gibt da jede Menge Varianten. Die Nummer kannte ich auch noch nicht, das nur das ins Auto setzen und rausholen gezählt wird. Das hat der Gutachter wohl mit der Verrichtung "Gehen" oder "Stehen" verwechselt. Vielleicht hat er nur einen "Schnellbesohlungskurs" absolviert?

LG Michael
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