Wer kennt das Medikament Dipiperon?

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bettina k.
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Wer kennt das Medikament Dipiperon?

Beitragvon bettina k. » 09.11.2005, 11:37

Hallo ,

ich weiss nicht genau,ob das hier in dieses Forum passt,aber kennt jemand das Medikament Dipiperon und hat jemand vielleicht Erfahrung damit?

Libe Grüße...Bettina
Bettina & Maik mit Jannick(07/91) gesund und munter , Eric (05/01) Entwicklungsretardierung, Hypothonie atypischer Autismus ... & Naya Helena (12/03) atypischer Autismus,Epilepsie, Makrocephalus, ebenfalls eine Entwicklungsretardierung...

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Diana W.
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Beitragvon Diana W. » 09.11.2005, 12:22

Hallo Bettina,

ich kenne einige menschen, die aus verschiedenen Gründen Dipiperon bekommen haben und habe da auch einiges an Erfahrungen sammeln können in Hinblick auf Nebenwirkungen und so. Was genau möchtest du denn wissen.?

Liebe Grüße, Diana

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Susannes
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Beitragvon Susannes » 09.11.2005, 12:43

Hallo Bettina,
Dipiperon ist ein Psychopharmakon genauer gesagt ein Neuroleptikum. Klassische Einsatzgebierte sind Psychosen und Unruhezustände. Es wird wohl teilweise auch zur Therapie des ADHS verwendet. Reichlich Nebenwirkungen, bei Erwachsenen aber ganz gut verträglich (? bei Kindern )
Viele Grüße
Susanne
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Beitragvon Esmeralda » 09.11.2005, 17:07

Hallo Bettina,
meine Tochter hat das verschrieben bekommen, weil sie hyperaktiv ist und wir sehr lange brauchen, bis sie einschläft. Sie ist 4 Jahre alt und wir sollten ihr vor dem Abendessen 3 ml geben. Nach eine Woche sollten wir mit dem Arzt sprechen, ob das was gewirkt hat oder nicht...(ob sie etwas ruhiger damit auch konzentrierter, usw... geworden ist oder nicht). Das war bei ihr nicht der Fall. Sie war so wie immer. Dann sollten wir das auf 6 ml (zwei volle Teelöfel) überdosieren. Das haben wir wieder 1 Woche gemacht, aber keine Veränderung. Wir sollten nun auf 9 ml gehen, und das habe ich nicht gemacht. Ich finde, sie ist noch zu klein, dass ich ihr so eine hohe Dosis gebe, obwohl der Kinderarzt andere Meinung war. Ich habe auch gehört, dass meistens solche Neuroleptikas bei autistische Menschen nicht unbedingt wirken...Wir haben damit aufgehört. Das war unsere Erfahrung zu diesem Medikament.
Gruß
Fereschta
geb.:09.2001 Diagnose: frühkindl. Autismus

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bettina k.
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Beitragvon bettina k. » 10.11.2005, 09:34

:pc5: hallo,

vielen dank für eure antworten! :)

es geht in unserem fall darum , das unser eric seit ein paar wochen nicht nur hyperaktiv und überaus wuselig ist, sondern er ist unberechenbar und teilweise agressiv (wenn er ´nen schlechten tag hat),oft auch autoagressiv.er ist kaum noch zu bändigen und steht sich oft selbst im wege..er rastet regelrecht aus,wenn es nicht so läuft wie er es will bzw,wie es immer ist.wenn zb.beim waschen und zähneputzen nicht immer der gleiche ablauf zustande kommt,schmeisst er sich hin(ohne rücksicht auf verluste) und tobt erstmal.man kommt auch nicht an ihn ran,weil er vieles garnicht versteht,aufgrund seiner geistigen behinderung.es geht oft an die grenzen der belastbarkeit für die ganze familie.am meisten leidet oft seine kleine schwester,der er in den haaren zieht oder sie sonstwie nervt.ich muss dann sehr oft einschreiten,weil er dann nicht aufhören kann oder will und ich angst habe , das er sie verletzen könnte(natürlich nicht mit absicht).
auf jeden fall muss etwas passieren,denn so gehts echt nicht weiter.so wie´s im moment ist ,ist es für ihn nicht gut und für uns auch nicht. :cry:

liebe grüße ... :hand: bettina.
Bettina & Maik mit Jannick(07/91) gesund und munter , Eric (05/01) Entwicklungsretardierung, Hypothonie atypischer Autismus ... & Naya Helena (12/03) atypischer Autismus,Epilepsie, Makrocephalus, ebenfalls eine Entwicklungsretardierung...

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Beitragvon Diana W. » 10.11.2005, 10:22

Hallo Bettina,

Dipiperon wird in diesen Fällen ganz oft ausprobiert um ein wenig Stabilität zu erreichen. Ich selber habe damit nicht so ganz tolle Erfahrungen gemacht. es konnte zwar eine Verbesserung erzielt werden, ohne das die betreffenden Menschen so extrem sediert erschienen. Aber insgesamt hatte ich immer das Gefühl auf einem Pulverfass zu sitzen. Die Unruhe und die Aggressionen haben sich aufgestaut und dann kam plötzlich der große Knall und alles Grenzen waren überschritten. Bei einem unserer Bewohner haben wir das über Jahre mit Dipiperon probiert und so einmal im Monat kam es dann auch zu dem großen Knall. Unsere neue Ärztin hat ihn dann auf Risperdal umgestellt und seitdem ist Ruhe. Er hat zwar auch immer noch Phasen, in denen er angespannt und leicht aggressiv ist, aber er lässt sich jetzt in diesen Phasen lenken und man kann ihm Möglichkeiten zur Entlastung und zum Entspannen aufzeigen. Und diese positiven Erfahrungen habe ich jetzt schon des öfteren mit Risperdal gemacht. Wenn du in die Suchfunktion Risperdal eingibst, findest du dazu auch noch einige Erfahrungsberichte dazu.

Liebe Grüße, Diana

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wiebke
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Beitragvon wiebke » 10.11.2005, 10:35

Hallo Bettina,
ich selbst habe keine Erfahrungen damit gemacht, weiß aber , dass viele MPS-Kindern in ihrer "wilden" Phase zum Teil erfolgreich damt behandelt werden.
Ich habe Dir eine PN geschickt.
Alles Liebe, Wiebke
Wiebke Hindmarsh
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Bent 1.6.1993 - 11.8.2007 (MPS IIIA)

Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus.
Marie v. Ebner-Eschenbach

guenther

Beitragvon guenther » 10.11.2005, 11:37

Hallo Bettina,

die Beschreibung des Verhaltens deines Sohnes zeigt doch, dass er Handlungsunfähig ist. Warum ist das so? Er hat die eigentlichen Handlungsmuster fest im Kopf und kann sie nicht ausführen (z.B. beim Zähneputzen). Hier solltest du ihm helfen. Versuche doch mal zu ergründen, warum diese Handlungsunfähigkeit eintritt. Sie ist ja nicht immer da. Sind es einfach zu viele Reize, ist es Übermüdung, ist es eine innere Getriebenheit? Es kann vieles sein.
Wir hatten das gleiche Verhalten bei unserem Kind. Nachdem wir die Ursachen der Handlungsunfähigkeit herausgefunden hatten, konnten wir ihm gezielt helfen. Es sind in der Regel mehrere Ursachen. Es hat lange gedauert. Aber wir haben es geschafft. Wenn du die Ursachen weist, dann schreibe sie noch mal ins Forum oder schicke mir eine PN. Ich glaube , da kann ich dir dann noch einige Hinweise geben.

utgly

Beitragvon utgly » 13.11.2005, 21:32

Hallo Bettina,

unser Sohn hat MPSII und Dipiperon verschrieben bekommen. Die ersten paar male hat es ganz gut gewirkt- er ist ruhiger gewesen; aber nach ein paar Tagen kam er gar nicht mehr zu sich, wurde agressiv und war wie in Trance. Da hat dann schon die kita gesagt, das er gar nicht mehr er selbst ist! Wir haben es dann sofort abgesetzt und es nie wieder probiert!
Liebe Grüße UTGLY

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Mel

Beitragvon Mel » 17.11.2005, 14:45

Hallo ich bins Mel
unser Julian bekommt auch seit cirka 4 Wochen dieses Dipiperon . Er bekommt 2mg pro Kilogramm Körpergewicht. Im Moment 2x mal täglich 5ml ,ob er dardurch ruhiger ist ist nicht immer klar zu erkennen, aber im grossen und ganzen schon.
Nebenwirkungen habe ich noch keine bemerkt.
In 4Wochen müssen wir mit Julian zum Kinderarzt zur Kontrolle und Überlegung der Weitergabe oder Reduzierung.
Aber mehr Erfahrung habe ich noch nicht damit , wir sind noch in der Probierphase.
Liebe grüsse
Melanie mit Julian


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