Wer kennt das Medikament Dipiperon?

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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karlchen01
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Beitragvon karlchen01 » 10.12.2010, 16:54

hallo,
unser sohn (Fragx) bekommt seit 4 jahren Pipamperon und das vom ersten tag an 3x7ml,bis zu dem tag sah ich mit meinen 39 Jahren wie eine 50 Jährige. Heute ist unser Sohn 18 Jahre und keine neben wirkungen oder sonstiges. Er ist viel ruhiger geworden und die Nächte können wir genießen.
Ich vergesse es auch mal gerne vor allem abends auch mal mittags :oops: macht aber nichts er ist immer noch zu händeln und die Nächte wärden da durch auch nicht kürzer.

@ Raquel
es gibt doch andere Mittel damit man im Flieger ruhig ist aber vieleicht braucht ihr das gar nicht?
mein mann war Lkw fahrer und unser Sohn hatte immer angst vor den großen dingern, eines tagen haben wir ihn dazu bekommen ins klw zu steigen, erst war er schrecklig durcheinander und nervös nach 2 Stunden fahrt und wieder zu Hause bekamen wir ihn erst nach 3 Stunden aus dem Lkw raus, mein Mann sollte immer wieder mit ihm eine runde fahren. Gut das wir hier einen riesen hoff haben :D :D und der Cheff großes Herz.

Lg Bernadette
In mir schlummert ein Genie - nur wird das Biest nicht wach!

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ehemaliger User

Beitragvon ehemaliger User » 14.11.2012, 23:15

Hallo,

an alle bei denen Dipiperon zum Einsatz kommt, vielleicht auch bei ADHS-Betroffenen, wie lange wirkt das bei euch?

Ich bekomme es vorübergehend bei Bedarf wegen inneren Unruhezuständen denn die Prüfung steht bevor, der Auszug aus dem Internat, die komplette Neustrukturierung des Alltags usw. Was für mich wegen des ADHS nicht so einfach ist wie für gesunde Menschen, daher verschrieb mir das gestern die Dame zu der ich immer wegen des Ritalins gehe. Ich habe es heute Abend genommen so um 18:00 Uhr und merkte jetzt bereits vor einer Stunde dass die Wirkung schon deutlich weniger wurde.

Daher würden mich Erfahrungen zur Wirkungsdauer interessieren von denen die bei ihren Kids Dipiperon einsetzen.

LG
Simon

Astrid*
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Beitragvon Astrid* » 15.11.2012, 08:49

Hallo
ich kann nur sagen, mein Sohn hat auch Dipiperon bekommen, als er in der KJP war. ER war sehr ruhig - auch nachts. Er hat sich nicht mehr soviel rumgewälzt, sonder ruhig gelegen. Sein Verhalten war sehr angenehm.
Nebenwirkung: das Kind war immer müde -deshalb wurde es wieder abgesetzt

L.G. Astrid

mamavonsarah
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Beitragvon mamavonsarah » 15.11.2012, 09:11

Hallo,

unsere Tochter sollte mit 2 1/2 aufgrund ihres ständigen Schreiens mit Dipiperon eindosiert werden.
Vermutlich war unsere KJP aber nicht wirklich erfahren, denn wir sollten mit 1 ml /kg Körpergewicht anfangen. Das wären dann 15 ml Saft gewesen. :shock:

Abgesehen davon, dass man soviel aufgrund des fruchtbaren Geschmackes nicht ins Kind hineinbekommen hätte, wäre sie davon vermutlich in einen Tiefschlaf gefallen.

Wer mutig ist, kann sich ja mal eine Dosis von 2,5 ml verschreiben lassen im Selbstversuch probieren.... jap es wirkt sehr sehr beruhigend.

Ich bin heute froh, dass wir nicht auf diese Medis eingestiegen sind. Ich glaube nicht, dass man sie von heute auf morgen absetzen kann, und damit machen sie sehr wohl abhängig.

Es waren insgesamt fast 2 sehr sehr harte Jahre mit Schlafentzug, Dauerschreien und Autoaggressivem Verhalten aber heute ist es vorbei und wir haben wieder ein unauffälliges Kind... noch heute sind die Herrschaften in der KJP darüber verblüfft.

Deren Alternative zu Dipiperon war übrigens Valium. Das Rezept behalte ich mir als ewige Mahnung in der Geldbörse.

Auf Trial und Error mag ich mich bei meinem Kind nicht einlassen. Ich befürchte, hätten wir sie damals ruhig gestellt, hätten wir ihre Problem nur zeitlich nach hinten verlagert. Ich bin überzeugt, dass ihre Wahrnehmungstörungen keinen deut besser geworden wären.

Für uns war es der richtige Weg, weil wir es irgendwie tragen konnten.

Ich denke, diese Entscheidung muss jeder für sich mit einem verantwortungsvollen Arzt treffen.

LG Sandy

Ines - Vendettina
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Beitragvon Ines - Vendettina » 17.11.2012, 22:01

Hallo zusammen,

erstmal warnende Worte, an diejenigen die meinen Neuroleptika machen nicht abhängig.
Sehr wohl kann jedes Medikament abhängig machen. Ausnahmen gibt es, aber davon gibt es nur seeeeeeeeehr wenige Ausnahmen.
Ich habe Neuroleptika mal bekommen, als ich dann davon heftigstes Nasenbluten bekommen habe, habe ich es abgesetzt, denn über ca. 2 Wochen lang mehrmals tägliches Nasenbluten wäre ich sonst wohl früher oder später wegen Blutmangel zusammengebrochen. Nen paar Tage später war dann das Nasenbluten verschwunden aber ich hatte über 2 Wochen wahnsinnige Ganzkörperschmerzen und andere Entzugserscheinungen. Um auszuschließen, dass das etwas Anderes ist habe ich dann mal an einem Tag nochmal eine Dosis genommen und kurz darauf waren die Schmerzen (und auch die anderen Entzugserscheinungen) verschwunden. Also bitte seid vorsichtig mit der Aussage, dass ein Medikament bzw. eine Medikamentengruppe nicht abhängig macht. Sowas stellt man ja meist leider er am Ende der Therapie fest. Vorallem bei Kindern sollte man damit vorsichtig sein, denn letztendlich Alles wovon man abhängig werden kann, kann man auch Toleranzen entwickeln, d.h. man muss die Dosierung immer weiter erhöhen um den gleichen Effekt zu erzielen. (Genau das ist ja auch das was man bei einer Sucht macht, sei es Alkohol, Zigaretten, Opiate, Beruhigungsmittel oder andere Suchtstoffe.)
Und somit züchtet man sich dann eigens eine Sucht herran, die dann wenn die Therapie beendet wird natürlich zu Tage befördert wird.
Und wer möchte seinem Kind schon eine Entzugstherapie machen lassen?
Also bitte liebe Mituser des Forumes, bedenket immer, dass mit der Dauer der Einnahme und Erhöhung der Dosis die Abhängigkeitsgefahr steigt!!!
Bedenket das vorallem bei Kindern, denn die sind eurem Schutz unterstellt.
Wenn ihr euch selber für oder gegen ein Medikament entscheidet, so tragt ihr die Entscheidung für euch allein, aber wenn ihr die Entscheidung für ein Kind trefft, was auf besonderen Schutz durch euch benötigt, so bedenket immer die Risiken und Nebenwirkungen, die ein Medikament haben kann. Sollte es nicht anders gehen, aus welchen Gründen auch immer, werde ich die Letzte sein die sagt, gebt dem Kind das Medikament nicht, aber es sollte nur so gering dosiert und so kurz wie möglich eingesetzt werden.
Bedenket immer, jedes Medikament was ein Mensch einnimmt muss auch ausgeschieden bzw. verstoffwechselt und ausgeschieden werden. Sei es durch die Leber oder / und die Nieren, aber mindestens ein Organ davon ist immer daran beteiligt. Und solange ein Organ daran beteiligt ist, solange kann dann meines Erachtens auch das Organ dann einen Schaden nehmen.
Außerdem greifen einige Medikamente auch noch den Magen-Darm-Trakt an. Solche Mittel sind vorallem Kortison und die Schmerzmittel wie Ibuprofen, Naproxen, Acetylsalicylsäure (ASS) und Diclofenac. Deswegen bekommt man dann auch meist noch ein Medikament verordnet zum Schutze der Magenschleimhaut.
Paracetamol ist zwar auch ein Schmerzmittel, fällt aber nicht in die gleiche Gruppe wie Ibuprofen und Co., kann aber auch zu Magen-Darm-Beschwerden führen und vorallem bei Überschreiten der therapeutischen Dosierung ist man sehr schnell in dem giftigem Bereich. Deswegen rate ich immer von Paracetamol ab, (Ich bin zwar kein ausgebildeter Fachmann in der Medizin, musste mich aber auf Grund meiner ganzen Erkrankungen viel mit Medizin auseinandersetzen) denn bei einer Überdosierung kommt es nach wenigen Tagen Latenzzeit zu schweren und meist irreparablen Leberschäden und verbunden damit zu starken Schmerzen. Das Einzigste was dann noch hilft ist eine Lebertransplantation, nach der man dann den Rest seines Lebens Medikamente einnehmen muss, damit die Abstoßungsreaktionen des Körpers sich nicht gegen das Organ richten und die können wie jedes andere Medikament auch zu Organschäden (z.B. Leber, Niere, Magen, Darm, je nach Medikament) führen.

Deshalb nochmal ein warnender Hinweis:
Medikamente nur wenn unbedingt notwendig und nur so niedrig dosiert wie möglich (aber dann trotzdem soviel wie es nötig ist) und natürlich so kurz wie irgendwie möglich. (Hin und wieder mal eine Dosis "vergessen" bzw. geringer ausfallen lassen als sonst kann schon einen Hinweis geben, ob man es noch braucht oder nicht.
Auf jeden Fall nie mehr einnehmen als in der Packungsbeilage angegeben ist (manchmal sagen auch Ärzte etwas Falsches). Sollte die Packungsbeilage besagen, dass die Höchstdosis weniger ist als vom Arzt verordnet würde ich es so machen, dass ich dann nochmal Rücksprache mit dem Arzt halte, um Überdosierungen ganz sicher auszuschließen. Ich habe lieber einmal zuviel nachgefragt, als dass ich hinterher mit einer Vergiftung in einem Krankenhaus liege. Sollte der Arzt an diesem Tag schon zu haben, so halte ich mich immer erst an die Eindosierung der Packungsbeilage, denn lieber zu wenig nehmen und vorerst keine Wirkung haben, als einen Organschaden, evtl. sogar auf Dauer, zu haben.
Ansonsten wenn der Arzt bereits zu hat und das Medikament aber sehr wichtig ist, z.B. Antibiotika, Herzmedikamente, Asthmamedikamente oder andere Medikamente die wichtig erscheinen kann man an dem Tag auch zu einer Notfallpraxis gehen, die es in vielen großen Städten gibt oder zum nächsten Krankenhaus oder dort auch anrufen, denn der Arzt wird das mit großer Wahrscheinlichkeit auch am Telefon beantworten können. Und wenn er dafür Untersuchungen machen muss, dann kann er auch sagen, bitte kommen Sie in die Praxis bzw. Klinik.

Kurzes Fazit: Mit Medikamenten, egal Welchem, ist nicht zu Spaßen. Außnahmen gibt es dabei nur wenige!!!

Aso:
Mit den anderen hier genannten Medikamenten habe ich bisher keine Erfahrung gemacht, deswegen kann ich dazu nur wenig sagen. Aber das oben Geschriebene war mir sehr wichtig das zu erwähnen, nicht dass mal irgendwer ein Medikament als harmlos betrachtet und das ist es nicht, das wäre fatal, vorallem dann wenn es dann zu einem dauerhaftem Schaden kommt, egal an welchem Organ.

So nun aber Schluss mit der Gardinenpredigt und alles Gute.
Eure Vendettina

KathrinS
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Dosierung Dipiperon

Beitragvon KathrinS » 30.01.2019, 20:17

Hallo,
ich wollte mal fragen ob jemand das o.g Medikament gibt und
wie oft am Tag. Unser Sohn bekommt 40 mg, wiegt 60 kg.
Es ist doch ziemlich niedrig dosiert, aber 3 Gaben am Tag vielleicht auch nicht so günstig. Wir werden das mit dem Arzt beschprechen, aber nach dem was wir durchhaben ist doch noch etwas Spielraum nach oben.. Er hat auch zugenommen, daher läßt die Wirkung auch nach.

LG Kathrin
Sohn mit Diagnose frühkindlicher Autismus

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Beitragvon rafima » 30.01.2019, 21:22

Hallo,
ich wollte Dir kurz antworten. Unser Sohn bekommt es seit bereits zwei Jahren. Er wiegt 27 kg und bekommt 20mg einmal abends vor dem Einschlafen gegen seine Schlafstörungen.
Und ehrlich, er verträgt es gut. Er schläft insbesondere in der ersten Nachthälfte deutlich besser und tiefer. Wir haben zweimal versucht, es abzusetzten, aber das Schlafverhalten brach ein und er war tagsüber auch deutlich aggressiver und unruhiger. Und zwar sehr bald. Das hat uns auch der heilpäd. KiGa so zurückgemeldet. Es wirkt, obwohl abends gegeben, also sogar deutlich beruhigend noch in den Tag hinein.
Seitdem geben wir es wieder, und es geht uns allen besser.
Mir haben bisher die Ärzte im SPZ und Kinderpsychiatrie gesagt, die Dosis wäre noch recht niedrig. Wir machen uns keine Vorwürfe mehr, und schauen, dass die Dosis nicht zu hoch wird. M.E. ist das alles nicht so tragisch, wie wir zu Beginn der Medikamentengabe dachten...

Pobiere es aus, und guck mal.
Bei uns brauchte es aber ca 1 Monat bis die Wirkung deutlich wurde.

Viele Grüße
Rafima mit Rasselbande

R. *06, M. *08, B.*12,
N. *13, (frühkindlicher Autismus, Verdacht auf syndromale Entwicklungsstörung, GB 70 mit G,B,H, PG 4) und D.*16

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KathrinS
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Beitragvon KathrinS » 02.02.2019, 20:43

Hallo rafima,

ich danke dir für die Mitteilung eurer Erfahrung.

LG Kathrin
Sohn mit Diagnose frühkindlicher Autismus


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