Wer kennt das Medikament Dipiperon?

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

Moderator: Moderatorengruppe

guenther

Beitragvon guenther » 27.02.2006, 20:45

Hallo Katrin,

sicherlich bin ich kein Arzt und möchte hier auch nichts verordnen oder gar einem Arzt unterstellen. Wenn ich von Abhängigkeit schreibe, dann sind das meine beruflichen Erfahrungen. Ebenso, wenn ich sage, dass Strattera hier besser ist, so ist das meine Erfahrung. Ich teile also nur meine Erfahrungen mit und um mehr geht es hier ja nicht. Weder werden hier Therapien noch Medikamente verordnet. Es geht immer um persönliche Erfahrungen. Muss man dies in jeder Antwort extra betonen? Wenn ja, welchen Sinn macht dann das Forum?
Andererseits denke ich, dass jeder hier in der Lage ist, für sich selbst die Antworten auf seine Frage/Problemstellung zu bewerten und zu prüfen, ob etwas relevantes für ihn daran ist.

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Kat
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Beitragvon Kat » 27.02.2006, 21:02

Hallo Guenther,

ich finde ehrlich gesagt schon, dass es wichtig ist, gerade wenn man Abhängigkeitsproblematiken mit einbringt, zu betonen, dass es dazu jeweils eine Geschichte, eine Diagnose und eine ganz eigene Anamnese gibt!!

Deine Erfahrungen, auf die Du das geschriebene aufbaust, haben ja eine längere Dauer, bestehen aus mehr als nur ein paar geschriebenen Sätzen, daher finde ich es einfach schwierig, ein paar Ausdrücke einzuschmeißen und damit möglicherweise Verunsicherung aufzuwerfen, die im schlimmsten Fall für keinen mehr gut ist.

Sicher ist das immer auch subjektiv, und vielleicht sehe ich das für mich einfach etwas "extrem". Wer weiß...vielleicht bin ich da übervorsichtig.

Also, in diesem Sinne,

Katrin
Katrin (`75) mit L., 5/01 (ausgeprägte SI Störung, toxische Darmschädigung, SEV, Hyperaktivität und oppositionelle Verhaltensstörungen aufgrund hirnorganischer Schädigung)
S., 1/05 (Katarakt, Neurodermitis, Harntransportstörung und Harnleitererweiterung II°, noch nicht operiert)

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bettina k.
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Beitragvon bettina k. » 27.02.2006, 22:41

hallo,

unser eric bekommt 3x täglich 3 ml Dipiperon Sirup (keine tropfen oder tabletten).er ist seitdem er das dipiperon bekommt ein richtig "erträgliches" kind geworden.er ist immernoch sehr wild und unberechenbar,aber er ist nicht mehr so agressiv sich und anderen gegenüber.die ausraster sind auch seltener geworden.manchmal können wir sogar 5-10 min mit ihm kuscheln und schmusen,ohne das er wegrennt oder wie wild zappelt.das war vorher garnicht möglich und wir haben es alle sehr vermisst.wir versuchen mit der dosierung so niedrig wie möglich zu bleiben und trotzdem den bestmöglichen effekt zu erreichen.
er steht unter regelmäßiger ärztlicher kontrolle und es haben sich bisher keine nebenwirkungen gezeigt.wir hoffen natürlich ,das es so bleibt.

liebe grüße....bettina
Bettina & Maik mit Jannick(07/91) gesund und munter , Eric (05/01) Entwicklungsretardierung, Hypothonie atypischer Autismus ... & Naya Helena (12/03) atypischer Autismus,Epilepsie, Makrocephalus, ebenfalls eine Entwicklungsretardierung...

Susanne K
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Beitragvon Susanne K » 28.02.2006, 16:47

Hallo guenther,

soweit ich weiß, hat das Bundesgesundheitsministerium für Strattera eine Warnung ausgegeben, da seien wohl zu heftige Nebenwirkungen wie massive Depressionen und auch Suizidgefahr gewesen. Ich weiß auch von Müttern mit ADS Kindern, das es nicht bei jedem Kind hilft, vor allem aber dauert es bei einigen sehr lange bis überhaupt eine Wirkung festzustellen ist. Einige Kinder wurden sogar extrem aggressiv davon, mir ist bei diesem neuen Medikament nicht gerade wohl, es wird auch extrem beworben, da werde ich immer sehr vorsichtig.

Mit Dipiperon haben wir bisher keine Erfahrungen gemacht, obwohl unsere ADS Kids sehr, sehr schlecht einschlafen. Aber wenn das Zeug abhängig machen kann hat es meines Erachtens nach nichts in der Behandlung von Kindern verloren.

Viele liebe Grüße Susanne K

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yve
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Beitragvon yve » 28.02.2006, 18:38

hallo,

steven bekommt schon sehr lange dipiperon da er sehr unruhig und viel am schreien ist. es hat sich aber ein bischen gebessert mit seiner unruhe. nie konnte uns jemand sagen woran es liegt.

lg yve

NicoleP
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Beitragvon NicoleP » 28.02.2006, 18:41

Hallo,

ich arbeite seit Jahren mit psychisch kranken Erwachsenen und habe deshalb ein bißchen einen Einblick in die medikamentöse Versorgung, auch wenn ich natürlich niemals das Wissen eines Arztes haben werde. Zudem verstehe ich nichts von der Behandlung von Kindern, kann also dazu nicht wirklich etwas sagen.

Aber was ich anmerken möchte: Bei allen psychischen Erkrankungen ist es (salopp gesagt) eine "try and error- Methode" um auszutesten, wie das jeweilige Medikament wirkt. Das wurde ja auch schon gesagt.Sämtliche Psychopharmaka greifen tief in die "Chemie" des Gehirns ein, und lösen dort vielfältige Prozesse aus. Wie sie dann im Einzelfall wirken, dass hängt von vielen Faktoren ab, die im Einzelnen bis heute nicht bekannt sind.

Sicher ist es so, dass die sogenannten Botenstoffe zwischen den Nervenzellen, die Neurotransmitter eine zentrale Stellung haben bei der Entstehung von psychischen Erkrankungen. Bei schizophrenen Psychosen ist das vor allem das Dopamin und bei den Depressionen das Serotonin. Dennoch kann man keine dieser Krankheiten so vereinfachen, dass nur ein einzelner Stoff kausal für eine Erkrankung der Auslöser ist. Das Zusammenwirken der Neurotransmitter und auch deren Vernetzung mit den Hormonen ist unendlich kompliziert und man steht in der Forschung dazu erst ganz am Anfang.

Was ich damit sagen will ist: Ihr müßt es einfach ausprobieren, Bettina! Dipiperon gehört zur Gruppe der schwachen/mittelstarken Neuroleptika, und wirkt beruhigend, eventuell auch schlaffördernd. Wie alle Neuroleptika macht es nicht abhängig. Es kann aber natürlich diverse Nebenwirkungen haben. Wichtig ist, dass ihr mit der Verschreibung bei einem Arzt seit, dem ihr vertraut und der sich mit Psychopharmaka und der Behandlung von Kindern auskennt.

Sollte dieses oder ein anderes Medkament nicht wirken, müsst ihr weiter ausprobieren, oft lohnt es sich geduldig zu sein, denn wenn ein Medikament bei einem Menschen hilft, dann muß es das noch lange nicht bei einem anderen mit den gleichen Symptomen auch helfen.Insgesamt aber finde ich, zumindest bei Erwachsenen, dass Psychopharmaka oft eine große Hilfe sein können bei der Lebensbewältigung. Es darf aber immer nur ein Baustein sein, ein geeignetes Umfeld und andere Hilfen müssen immer mit in der Versorgung dabei sein. Wenn das alles aber gegeben ist und bstimmte Verhaltensweisen dennoch auftreten, dann lohnt sich in vielen Fällen der Versuch mit Medikamenten.

Ich hoffe, ihr findet eine für euch geeignete Lösung!

Liebe Grüße


Nicole

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Beitragvon NicoleP » 28.02.2006, 18:45

Hallo Bettina,

hüstel, hüstel...

Gerade lese ich, dass ihr schon Erfolge habt! Super! Dann hat sich das mit dem Ausprobieren ja erledigt.

Trotzdem alles Gute und liebe Grüße

Nicole

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Beitragvon Margot Stadler » 07.03.2006, 19:59

hallo Nicole,

Wir hatten sehr lange Dippiperon (über Jahre), haben aber nicht den gewünschten Erfolg damit erzielt.Wir sollten immer noch höher gegangen sein mit der Dosierung war mir aber dann zu viel.( 2 mal 9 ml) Jetzt haben wir Eunerpan, was sie zwar für den Moment ruhiger macht aber irgendwie ist sie wie in Trance. Habt ihr Erfahrung mit Eunerpan?, und ist es stärker als Dippiperon?


LG margot

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shone
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Beitragvon shone » 07.03.2006, 20:35

Hallo,
ich sehe das auch wie Nicole und kann da von meinen positiven Erfahrungen berichten:
Als Dennis 2004 super aggressiv und zwanghaft wurde, hat er dringend Unterstützung durch Medis gebraucht (zusätzlich zu dem Verhaltenstherapeutischen Ansatz !), anders wäre es einfach nicht mehr gegangen und er hat sehr darunter gelitten.

Mit einer erfahrenen Ärztin und vorsichtiger Umgangsweise beim eindosieren und ausprobieren von Risperdal, Ritalin und einem Serontonin Wiederaufnahme Hemmer sind wir nun bei zweien geblieben und diese braucht Dennis wirklich.

Ein Versuch wieder welche wegzulassen war negativ, er bekommt aber bisher glücklicherweise nur 1 ml von Risperdal (abends) und Zoloft (morgens).

Euch weiter viel Erfolg und Vertrauen
Inci
(http://www.inci-auth.de - Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein)

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Beitragvon Tina. » 10.02.2008, 14:20

Hallo.....

und erstmal super Katrin, danke für deinen Beitrag, weil ich wurde schon etwas ungehalten.

Ich bin kein Fachmann, aber ich denke das Strattera und Dipiperon zwei ganz unterschiedliche Medis sind.....

Ich kam durch Zufall auf diesen Beitrag. Ich telefonierte gerade mit meinem Sohn, der zur Zeit in der KJP in Hildesheim ist.
Mein Sohn bekommt seit 3 Jahren Risperdal....
Und immer mal Zwischendurch, wenn es ihm ganz schlecht geht mit agressiven Ausbrüchen und Unruhe Truxalsaft.
Der Trusalsaft wurde seit Dezember sehr erhöht bei ihm, weil er aus einen Ausbruch in den nächsten geht....

Als ich eben bei ihm anrief, bekam ich mittgeteilt, das der Truxalsaft abgesetzt werden soll und sie bei ihm Dipiperon ausprobieren wollen.
Ich guckte natürlich erstmal bei Googl, was das ist, und was es bewirken soll.

Meine Meinung: Es ist natürlich nicht schön, wenn mein Kind so schwere Medis nehmen muss. Aber erstens ist er in der KJP und wird überwacht und zweitens wenn es ihm das Leben erleichtert bin ich dankbar für solche Medis.


Wie alle Neuroleptika macht es nicht abhängig.


Das war ich übrigens auch der Meinung..........

Und mal ganz ehrlich, selbst wenn es abhängig macht..... mein Sohn könnte ohne Medis den Alltag gar nicht meistern und evtl. muss er sie eh bis an sein Lebensende nehmen......

Ich bin mal gespannt wie es bei meinem Sohn wirkt und ich bin guter HOffnung, das die KJP ihn helfen kann wieder einen schöneren Alltag zu erleben, ohne alles zerstören zu müssen.....

Liebe Grüße Tina
Tina (*68), Thomas (*59), Kathleen (*91) und Kevin (*94) psychisch und seelisch krank

God, grant me the serenety, to accept the things I cannot change.
The courage to change the things I can.
And the wisdom to know the difference!


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