Kinderwunsch und Folsäure

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Birgit, Sascha und Jolina
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Kinderwunsch und Folsäure

Beitragvon Birgit, Sascha und Jolina » 09.11.2005, 11:24

Hallo,

habe mal eine Frage:
Wir, mein Mann und ich, haben den Wunsch, ein 2. Kind zu bekommen und möchten dies auch in die Tat umsetzen :lol: . Sind allerdings noch in der "Vorbereitungsphase".
Schon als die Schwangerschaft unserer 1. Tochter geplant war, habe ich 5 Monate vor Empfängnis, begonnen, Folsäure Tabletten zu nehmen. Trotzdem hat Jolina eine Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte und schwerste Hirnfehlbildungen. Hat ja auch kein Mensch behauptet, daß es nur auf die Folsäure ankommt ;-) !!! (Entschuldigt meinen schwarzen Humor, aber momentan ist mir danach)
Nun habe ich im Internet gelesen, daß Risikopatientinnen Folsäuretabletten in hoher Konzentration (5 mg) vom Frauenarzt verschrieben bekommen könnten. Ich denke schon, daß ich, was das angeht, zu den Risikopatientinnen gehöre (ein Grund für die Fehlbildungen konnte nicht gefunden werden).
Außerdem habe ich gelesen, daß ein sog. Neuralrohrdefekt (daraus entwickelt sich wohl Gehirn,...) schon im 1. Schwangerschaftsmonat auftauchen kann und durch die Folsäure Zufuhr verhindert werden könnte :icon_scratch:
Natürlich werde ich in der nächsten Zeit irgendwann mal zum Frauenarzt müssen :( und mich dort mal schlau machen müssen. Aber vielleicht kann mir jemand von Euch mal schreiben, wie es Vorsorgemäßig gelaufen ist und ob man tatsächlich 5 mg Tabletten bekommt.
Wollte mir nämlich heute erst schon die herkömmlichen in der Apotheke kaufen und bin froh, vorher den Artikel im Internet gefunden zu haben. :icon_cheers:
Viele liebe Grüße vom Niederrhein,
Birgit, Sascha & Jolina

Jolina (07/04): Hirnfehlb., Balken-/Kleinhirnhypoplasie, Hydrocephalus int., LKGS, Entwicklungsstörung, Epilepsie (Lennox-Gastaut-Syndrom), Reflux, schwere Skoliose

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Tomas
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Beitragvon Tomas » 09.11.2005, 11:42

Hi Birgit,

erstmal Glückwunsch zu dem Entschluss! Finde ich eine gute Sache.
Was ich zu dem Thema sagen kann ist folgendes. Ich meine zu wissen das es sich mit Folsäure genau wie mit Vitamin C verhält. Soll heissen der Körper kann nur eine gewisse Menge aufnehmen. Überschuss wird ausgeschieden. Deshalb würde ich vorher abklären ob die 5mg Tabletten überhaupt was bringen. Andererseits wäre es natürlich schön die Folsäure auf Rezept zu bekommen. Sprech am besten nochmal mit deinem Frauenarzt.

LG
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Beitragvon Sabine » 09.11.2005, 17:45

Hallo Birgit,

ich habe zwei Monate bevor ich mit Tim-Henrik schwanger wurde auch mit Folsäure angefangen - also statt Pille Folsäure genommen :wink: und dann auch die gesamte Schwangerschaft hindurch. Sonstige Präparate brauchte ich nicht zu nehmen - hatte immer einen HB-Wert von 15, selten darunter. Das war bei Jan-Paul aber auch nicht anders gewesen. Während der Schwangerschaft mit JP habe ich erst in der 5. SSW. mit Folsäure angefangen. Ich glaube aber, das hatte keinen Einfluss auf JPs Hirnfehlbildungen. Die sind "einfach so" passiert - eine Laune der Natur. Ich war während der Schwangerschaft mit JP genauso gesund wie bei TH. Es ging mir ähnlich gut. Deutliche Unterschiede merkte ich allerdings in den Kindsbewegungen. Jan-Paul habe ich praktisch gar nicht gemerkt. Der Timmi war dagegen immer schön am Strampeln! :D Da hat sich zum Schluss die Bauchdecke richtig gewölbt!
Die ersten Kindsbewegungen spürte ich schon in der 17. SSW., bei Jan-Paul habe ich erst gegen Ende der Schwangerschaft Kindsbewegungen bemerkt, manchmal spürte ich auch praktisch nichts... Insofern dachte ich mir schon in der Schwangerschaft mit TH, dass er wohl ein völlig anderes Kind werden würde. So war es dann ja auch!

Lieben Gruß,
Sabine
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Beitragvon babsi » 09.11.2005, 21:15

Meine Tochter Ylvi hat einen Neuralrohrdefekt (offener Rücken).
Ich habe Folsäure erst ab der 6. Schwangerschaftswoche genommen, was ich auch hätte sein lassen können, den das Neuralrohr bildet sich bis zum 28. Tag der Schwangerschaft. Wäre also eh zu spät gewesen. Ob das die Ursache war, weiß ich nicht... ich hatte nämlich in der 3. SSW auch einen hochfieberhaften Virusinfekt... vielleicht wars auch das!?!
Ich gehöre auf jeden Fall zu den Risikoschwangeren und bekäme somit 5mg Folsäure zur Vorbeugung bei erneuter Planung einer Schwangerschaft. Die Folsäure-Einnahme sollte aber mindestens 6 Monate vor Absetzen der Pille begonnen werden. Es gibt sogar Frauenärzte, die allen Frauen im gebärfähigen Alter die Einnahme von Folsäure auf Dauer empfehlen.
Man kann sich auch den Folsäurespiegel im Blut bestimmen lassen.
Es gibt auch eine neue Studie, daß es Frauen gibt, die Antikörper gegen Folsäure haben. Eine Tabletten-Einnahme würde in dem Fall nichts bringen, sondern Folsäure müßte gespritzt werden. Das kann man aber testen lassen.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar Infos geben. Wie Du siehst, bin ich "Folsäure-Experte". :wink:

Liebe Grüße!

Barbara
Barbara (11/74) und Patrik (12/70) mit Ylvi (*19.05.2004) Spina bifida, Hydrocephalus, Arnold Chiari Malformation, Syringomyelie, Skoliose, Button, zentrale Apnoen mit nächtlicher O²-Pflichtigkeit
und Tove (*17.12.2007)

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Beitragvon Kirsten und Noel » 09.11.2005, 21:39

Hi,
seit unser Jüngster mit LKGS geboren wurde, nehme ich auch regelmässig Folsäure - nicht weil wir momentan noch ein Kind möchten, sondern weil ich, falls ich doch ungeplant schwanger werden sollte, einfahc sicher sein möchte, dass der Folsäurespeicher voll ist...
Der Zusammenhang Folsäure -LKGS ist noch nicht erwiesen, aber es spricht doch einiges dafür, dass ein Folsäuremangel bei erblicher Disposition zu Spaltfehlbildungen die Schwelle zum tatsächlichen Auftreten einer Spalte senkt. Da auch ein Sauerstoffmangel während der kritischen Zeit, in der sich primärer und sekundärer embryonaler Gaumen herausbilden, an der Spaltentstehung beteiligt sein kann, verschreiben manche Ärzte auch sauerstoffanreichernde Medikamente. Empfohlwn wird aussserdem Vitamin B1, 300 mg täglich. Kannst Deinen Gyn ja mal fragen - oder auch Euren MKG-Chirurgen, die sind da meistens auf dem neuesten Stand...
Viele Grüße von
Kirsten mit David (5/00), Fiona (5/02) und Noel (2/04), Lippen-Kiefer-Gaumen-Segelspalte rechts, und Kendra (12/08), völlig gesundes ehemaliges SGA-Baby

www.lkgshilfe.de
www.trage-tuch.de

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Beitragvon Birgit, Sascha und Jolina » 09.11.2005, 21:45

Hallo Babsie,

super lieben Dank für die vielen Info's. Das ist genau das, was ich wissen wollte. Danke.
Man kann nicht wirklich sagen, ob Folsäure was bringt oder nicht. Aber man kann diese "Gefahrenquelle" mit der Einnahme ausschließen. Auch wenn ich das in der 1. Schwangerschaft ja schon getan habe. Wer weiß, vielleicht entwickelt ja auch mein Körper Antikörper gegen Folsäure. Ausschließen kann man es nicht. Natürlich kann ich nicht alles Testen lassen und möchte auch relativ "frei" an die nächste Schwangerschaft gehen. Aber was ich im Vorfeld ausschließen kann, durch kleinen Aufwand, möchte ich auch tun.
Ich hatte übrigens in der Frühschwangerschaft einen Pilzinfektion. Mir hat man gesagt, daß auch das evtl. ein Grund gewesen sein könnte. Habe sonst nie Probleme damit.
Naja, wie auch immer, unsere kleine Jolina ist da und darüber sind wir super glücklich. Und das nächste Kind wird so oder so gesund. :wink:
Viele liebe Grüße vom Niederrhein,

Birgit, Sascha & Jolina



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