Krisenfamilie! Hat jemand Erfahrung damit?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Lili
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Krisenfamilie! Hat jemand Erfahrung damit?

Beitragvon Lili » 06.11.2005, 11:30

Hallo zusammen!

Bei uns in Österr. werden immer wieder Krisenfamilien gesucht. Das bedeutet man nimmt ein Kind zw. 0-3 Jahren für 6-8 Wochen auf. Es sind kinder von familien die für kurze zeit ganz schnell eine auszeit brauchen um ihre probleme regeln zu können. Ziel ist es das das kind dann wieder zu den eltern zurückkommt. wenn das nicht geht oder die eltern nicht wollen wird eine pflegefamilie gesucht.

Mir spuckt diese sache schon so lange im kopf herum. ich bin seit langem am überlegen wir uns dafür zur verfügung stellen sollen. Vielleicht aber auch nicht gleich, sondern erst wenn mein kleiner laufen kann.

gibt in Deutschland auch krisenfamilien? hat jemand erfahrung damit? was kann da auf uns zukommen?

LG
Susanne

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B.ianca
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Beitragvon B.ianca » 06.11.2005, 14:27

Hallo Susanne!
In Deutschland gibt es auch soetwas, nur hier heißt es "Bereitschaftspflegefamilien".
Man muss sich als solche Familie beim Jugendamt anmelden. Wenn dann in einer Familie ein Problem auftaucht wird das Kind oder der Jugendliche in eine dieser Bereitschaftsfamilien gebracht. Das kann zu jeder Tages- und Nachtzeit passieren.
Die Namen der Familien bleiben geheim, so dass die Kinder auch wirklich in Sicherheit sind und ihnen nichts passieren kann.
Die Familien können auch mehr als ein Kind aufnehmen, je nachdem wie viel Platz sie eben haben.
Mein bester Freund war selbst einmal für vier Wochen in einer solchen Bereitschaftsfamilie und es hat ihm gut gefallen.

Liebe Grüße
Bianca
"Wer nicht bereit ist, von ihnen zu lernen und ihre Leistung zu achten, belästige sie nicht mit Mitleid und Trost."- Franz Fühmann

Bianca, 19 Jahre alt, Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin -> Fachschule für HEP in Reichenbach; meine Praxisstelle ist das Pater-Rupert-Mayer-Zentrum Regensburg

Johanna
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Beitragvon Johanna » 06.11.2005, 17:18

Hallo Susanna,
schau einmal unter www.wien.gv.at nach.

Liebe Grüsse von Johanna

Johanna
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Beitragvon Johanna » 06.11.2005, 17:23

Susanna,
Du musst zuerst zu Adoption u. Pflegefamilie und dann zu Pflegemamas und Pflegepapas.

nochmals Johanna

Lili
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Beitragvon Lili » 07.11.2005, 00:14

danke johanna, ich hab von der ganzen sache in einem alten ELTERN-Heft gelesen und war dann eh schon auf der seite.

Wollte nur eben eine meinung von jemanden der das schon gemacht hat

danke trotzdem
Liebe Grüße

Antje D.
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Beitragvon Antje D. » 07.11.2005, 06:56

Hallo Susanna,
wie schon gesagt wurde, gibt es so etwas auch bei uns in Deutschland, eben Bereitschaftspflege. Wir selbst sind Dauerpflegeeltern. Ich kenne aber einige Bereitschaftspflegeeltern. Ich halte diese Möglichkeit der Unterbringung von Kindern für sehr wichtig, da es dem Jugendamt die Möglichkeit gibt, in Krisensituationen schnell zu handeln. Ich denke aber die Bereitschaftspflegeeltern sollten sich vorher intensiv damit beschäftigen, dass diese Kinder wieder gehen und dies durchaus schmerzt. Denn oft brauchen dies Kinder extrem viel Zuwendung und das Angebot einer stabilen Bindung. Sie "verschlingen" geradezu dieses Angebot. Das bedeutet für die Bereitschaftspflegeeltern, sich darauf einlassen zu können, aber eben auch wieder loslassen können. Wer sich darüber im Klaren ist und dies bewältigt, für den ist dies eine interessante Aufgabe. Inzwischen kenne ich auch einige Familien, bei denen das betroffene Kind ein Dauerpflegekind wurde, da eine Rückkehr zur leiblichen Failie nicht mehr möglich war.

Viele Grüße

Antje D.


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