Unterlagen für Antrag auf Eingliederungshilfe reichen nicht

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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stefanM
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Unterlagen für Antrag auf Eingliederungshilfe reichen nicht

Beitragvon stefanM » 20.05.2010, 21:05

HAllo !
Habe für meine körperbehinderte Tochter (7) Hemiparese
Eingliederungshilfe § 53 SGB XII gestellt
Eingang wurde vom Sozialamt bestätigt.
". . . dieser Bericht reicht jedoch zur Beurteilung der Angelegenheit nicht (unterstrichen und in fett geschrieben) aus. ich darf sie bitten mir weitere ärztliche unterlagen zur Verfügung zu stellen"

Nun wollen die also von mir noch nen anderen Arztbericht haben ausser den superaktuellen vom SPZ + Orthopäden.
Da hab ich aber sonst keinen ausführlicheren/aktuellen !
Bin ICH in der Pflicht da tätig zu werden , kann ich denen ne pauschale Schweiogepflichtentbindung zu senden ?
Müssen die nicht selber ALLES überprüfen , Infos holen die die brauchen ?
Was ist deren Pflicht damit meiner Tochter geholfen wird ?
m f g

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Nico-le-nnox
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Beitragvon Nico-le-nnox » 20.05.2010, 21:14

Hallo Stefan,

in der Regel beauftragt das Sozialamt das Gesundheitsamt mit der Erstellung eines entsprechenden Gutachtens und man bekommt vom Gesundheitsamt einen Termin zur Begutachtung.
Sicherlich hast du aber jetzt die Telefonnummer von der zuständigen
Bearbeiterin und kannst die weitere Verfahresweise absprechen.

Liebe Grüße
Nicole mit Lennox

stefanM
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Beitragvon stefanM » 20.05.2010, 21:28

nun wenn ich mich bei dem Hr. melde gehen bei ihm die lampen an ,denn der hat nach zähem Ringen für meine Frau (auch Hemi.) ein Treppengeländer für gutes Geld bewilligt.
Der macht nen bequemen eindruck und ich würd ihm gerne sagen was SEINE Pflichten als Sozialer nach SGB Sachlage sind ... manche Beamte brauchen halt mal nen rechtsanspruch

Nico-le-nnox
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Beitragvon Nico-le-nnox » 20.05.2010, 21:42

Was hast Du denn für eine Form von Eingliederungshilfe beantragt? § 53 SGB XII ist etwas zu allgemein gefasst. Kann mich dann mal bei meinen Kollegen kundig machen - bin auch eine von diesen Beamten :lol: .
Nicole *1981, Mathias *1978 mit Lennox * 2004 Ertrinkungsunfall aber ein Kämpferherz und Tizian *2007 unser Hauszickchen

Wahre Stärke ist das Schicksal anzunehmen und doch dagegen anzukämpfen.

stefanM
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Beitragvon stefanM » 20.05.2010, 21:56

Hallo Nico-le-nnox,
folgende Hilfen beantragt:
-Hilfe zum Erwerb praktischer Kenntnisse + Fähigkeiten
(z.B.individualpäd. Fahrradschulung / Inlinerlauf durch Integrationshelfer)
- H. zur Wohnumfeldverbesserung
(z.B. elektrische Fensterollos , therapeut. Trampolin , Linkshändlerhilfsmittel)
- H. zur Teilhabe am gesellschaftlichem + kulturellem Leben
(z.B. Schwimmkurs , Reitkurs , Sport in einer Gruppe)
- sonstige Hilfen
(fin.Zuschuß zu preisintensiveren Qualitätsschuhen , da Tochter hochwertige Einlagen tragen muss)
:o

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Beitragvon Ursula M. » 20.05.2010, 22:41

Uiiiii, kann man all diese Dinge über Eingliederungshilfe bekommen? *Ironie off*

Wenn doch selbst das therapeutische Reiten nicht von der Eingliederungshilfe bezahlt wird, warum sollte denn dann der Reitkurs übernommen werden. Den muss ich für meine gesunden Kinder auch selbst zahlen. Ein gesunder Linkshänder braucht genauso wie ein behinderter Linkshänder die Linkshänderhilfsmittel, das Trampolin lieben gesunde wie behinderte Kinder, Schwimmkurse machen auch gesunde Kinder, Qualitätsschuhe kaufe ich für alle meine vier Kinder (und da sind die Schuhe für die Großen z. T. noch teurer als die Schuhe für die Kleinen).

Nein, mal ganz ehrlich: Sind das nicht alles Dinge, die man für gesunde wie auch behinderte Kinder bzw. Menschen bezahlen muss?! :roll: Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich mich hier im Anspruchsdenken-Thread befinde. :roll:

Nichts für ungut.....

VG Ursula

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Beitragvon Anja Katharina » 20.05.2010, 22:46

Hallo,

wow, merke gerade das ich zu dumm für diese Welt bin :cry: , selbst das Treppengeländer haben wir selbst anfertigen lassen.

Ich denke immer wenn das alle bezahlt haben wollen, woher das alles nehmen???

Liebe Grüße Anja
Tochter Alena , Gehirnbluten durch ein Angiom

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Beitragvon Erica » 20.05.2010, 23:06

Hallo Stefan,

stefanM hat geschrieben:-Hilfe zum Erwerb praktischer Kenntnisse + Fähigkeiten
(z.B.individualpäd. Fahrradschulung / Inlinerlauf durch Integrationshelfer)
- H. zur Wohnumfeldverbesserung
(z.B. elektrische Fensterollos , therapeut. Trampolin , Linkshändlerhilfsmittel)
- H. zur Teilhabe am gesellschaftlichem + kulturellem Leben
(z.B. Schwimmkurs , Reitkurs , Sport in einer Gruppe)
- sonstige Hilfen


und warum soll nun die Allgemeinheit für diese Dinge aufkommen?
Das wird die Info sein, die dem Amt aus den Unterlagen nicht hervorgeht und das verstehe ich hier auch nicht wirklich.

Also wir haben solche Sachen wie Trampolin, Hängematte, großer Gymnastikball, etc. selbst angeschafft und sind nie auf die Idee gekommen, dass das jemand anderes zahlen sollte, nur weil es in der Therapie genutzt wird und wichtig ist.

Auch Schreibhilfen und Hilfen für die Schule zahlen wir selbst, Schwimmkurs muß jede Familie mit einem gesunden Kind auch bezahlen, warum wir also nicht?

Radfahren und Inliner fahren kann man seinem Kind auch selber beibringen, und letztlich ist das nicht lebensnotwendig, das muß man nicht unbedingt können.
Lena kann jetzt grad Fahrrad fahren (wohlgemerkt mit neun Jahren!), Inliner geht leider noch nicht, das ist dann eben so.
Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass die Allgemeinheit dafür bezahlen soll, dass ein Profi (wer soll das eigentlich sein, ein KG?) ihr das dann beibringen soll... :shock:

Kopfschüttelnde Grüße
Erica
Mama von Lena (18 Jahre), Frühchen, occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, Herzrhythmusstörungen, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, Gesichtsfelddefekte, etc

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Beitragvon Bea F. » 20.05.2010, 23:41

Hallo,

soweit ich informiert bin, wird über die Eingliederungshilfe nur die Person bezahlt,die das Kind betreut während Freizeitveranstaltung, nicht aber die Mittel und Sachgegenstände für die Ausführung.
Ich glaube auch nicht, dass die Mehrkosten hochwertiger Schuhe getragen werden würden, denn wenn das Kind Spazialschuhe benötigt, so kann man diese verordnen lassen, z.B. Stabilschuhe. Aber auch da muss man einen Eigenanteil zahlen .
Man bekommt über die Eingliederungshilfe 10 Stunden / Monat bezahlt, bis zum 14. Lebensjahr , danach erhöht sich die Stundenzahl. Es soll Entlastung für die Angehörigen sein, dammit das besondere Kind mal etwas ohne die Eltern unternehmen kann und die Eltern eben Entlastung haben. Anders habe ich es noch nicht gehört ...

l.G:
Bea
Nando 93, Dario 97 nach Unfall 2001 hypoxische Hirnschädigung mit Tetraspastik, Button seit 2001 und verschiedene kleine Baustellen, Nevio 97 und Leya 2005.... und natürlich Bea , Bj. 63 :-)

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Beitragvon *Sally* » 21.05.2010, 07:12

Hallo,

.....da frage ich mich doch gerade, warum wir über ein Jahrzehnt lang die Schuhe immer selbst bezahlt haben ?

Im übrigen sind mein Mann und ich Linkshänder , trotzdem gibt es in unserem Haushalt keine speziellen Gerätschaften, die ausschließlich für diese Zielgruppe sind .

LG Evi
Evi mit Debbie-Maus * 95


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