Integrativplatz im Kindergarten

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

nicolel

Integrativplatz im Kindergarten

Beitragvon nicolel » 04.11.2005, 12:15

Hallo!

Lange nicht hier gewesen und auch nur wenig Zeit gerade.

Samuel hat eine Sprachentwicklungsverzoegerung und eine Wahrnehmungsstoerung, ist seit ueber einem Jahr im Kindergarten als Integrativkind, ist super gluecklich dort, macht riesen Fortschritte,... Nu ziehen wir aber um. Und die Stadt in die wir ziehen hat schlauer Weise zwei KiGa Gruppen zu gemacht und hat nun keine Integrativplaetze mehr und auch keine Moeglichkeit einen zu schaffen.
Duerfen die das?
Die Dame am Tel meinte nur recht trocken "Tja, dann koennen sie eben nicht umziehen." Aber das kann's ja nu auch nicht sein, oder? Ein Recht auf einen Kindergartenplatz haben wir ja in jedem Fall, Sam ist ja schon 5. Aber haben wir auch ein Recht auf einen Integrativplatz? Kann ich das irgendwie "erstreiten"? Samuels momentane Erzieherinnen sind der festen Ueberzeugung das er in einer normalen Gruppe, die ja noch dazu voll ist (25 Kinder) untergehen wird, das denke ich ehrlich gesagt auch. Er braucht schon noch viel Anleitung und man muss ihn viel "schieben" weil er lieber nicht spricht wenn er drum rum kommen kann. Ich habe ausserdem ja lange um diesen bloeden Platz gekaempft und wuerde ihn nun ungern aufgeben nur weil wir umziehen.
Wir ziehen zwar nur eine Gemeinde weiter, aber da ich kein Auto habe ist es leider nicht moeglich Sam jeden Tag hier in de Kindergarten zu bringen (hab schon gefragt, das waere moeglich).

Faellt jemandem was ein? Ich bin mittlerweile ziemlich ratlos :-/

Liebe Gruesse
Nicole

Werbung
 
Benutzeravatar
Petra Cordes
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 276
Registriert: 31.10.2005, 16:11
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Petra Cordes » 04.11.2005, 12:41

Hallo Nicole ,
meine erste Frage wäre wo wohnst Du ?
Bei uns in Hamburg ist es so , das jedes behinderte Kind auch einen Rechtanspruch auf Förderung hat .
Wir sind in den letzten drei Jahren zweimal in einen anderen Stadtteil gezogen und die Behörde hat sich auch gesträubt ihn weiterhin in seine Kita gehen zu lassen .Da es angeblich keinen Fahrdienst aus dieser Entfernung mehr gibt . Wir sind an die Rechtabteilung des Jugendamtes gegangen und haben Recht bekommen. Heute nun wird er jeden Morgen mit einem taxi abgeholt und auch zurückgebracht . Eventuell brauchst Du den Bericht eines Psychologen .
Solltest Du noch Fragen haben , melde Dich bitte.

Gruß Petra
Petra ,Marco , Giuliano Down-Syndrom (5.98) ,
Thore Down-Syndrom (3.00) , Duodenalstenose,
kompl.Av-Septumdefekt ,Hirnblutung ,Mitralklappenstenose , künstl. Mitralklappe etc.
Weitere Fotos in unserer Galerie

nicolel

Beitragvon nicolel » 04.11.2005, 15:22

Hallo!

Samuel hat halt eben keine "Behinderung" also er hat die Wahrnehmungsstoerung un die Sprachentwicklungsverzoegerung, aber das gilt eben nicht als Behinderung, weil es ja theoretisch reversibel ist....
Wir wohnen in Hessen, naehe Frankfurt.

Bei uns gibt's kein Recht auf Befoerderung, das stand so in der Bewilligung fuer den Integrativplatz. Das ist auch eigentlich nicht das Problem, das Problem fuer mich ist das die Stadt in die wir ziehen ihre Kindergaerten voll gemacht hat indem sie zwei Gruppen geschlossen haben, und mit voll meine ich wirklich Randvoll. Ich habe mittlerweile mit 3 Kindergaerten telefoniert, in einem weiteren war ich persoenlich, die haben keinen einzigen freien Platz, auch keinen "Normalen" mehr :-/ Ich koennte wirklich platzen vor Wut.

So, wir machen uns mal langsam fertig und auf den Weg zur Logo...

cu
nicole

nicolel

Beitragvon nicolel » 04.11.2005, 15:32

Ach ja, ich hab eine Seite gefunden, die mein Problem leider nicht hinreichend klaert:
http://gemeinsam-leben-nds.de/lag27.html

Bedeutet das einfach das jedes Kind das einen Integrativplatz bewilligt bekommen hat auch ein Recht auf einen Solchen hat?

MfG
Nicole - die jetzt wirklich los duest

Benutzeravatar
Inga
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7205
Registriert: 18.03.2005, 20:14
Wohnort: RLP

Beitragvon Inga » 05.11.2005, 22:26

Hallo!

Meines Wissens ist es so, daß Kinder inEinzelintegrationen keinen Anspruch auf Beförderung haben, nur in Sonderkindergärten, oder Integrativen Gruppen.
In dem Kiga, wo Michelle hingeht gibt es eine I- Gruppe. Alle 5 I-Kinder werden mit dem Fahrdienst befördert. Der Kiga hat noch 3 weitere Gruppen. In 2 Gruppen davon geht je ein I-Kind in Einzelintegration. Diese haben keinen Anspruch auf Transport und bekommen auch keine Therapien in Kiga ( die 5 Kids der I-Gruppe schon). Verstehe den Grund und Sinn nicht, aber so steht es bei uns in den Vorschriften (RLP).
Jetzt soll ein weiteres Kind in Einzelintegation in den Kiga gehen. Problem, die Mutter (Alleinerzeihend) hat kein Auto, also braucht das Kind den Fahrdienst. Mehr Kosten würden nicht entstehen, weil der Kigabus sowieso fast an dem Haus der Familie vorbei fährt, wenn sie meine Michelle holen. Die Kigaleitung will nun um die Genehmigung kämpfen, auch wenn sie nicht vorgesehen ist. Falls sie Erfolg hat, kann ich mich ja nochmal melden und mitteilen, wie sie zum Ziel kam.

Viel Erfolg bei einer Lösungsfindung!

Gruß
Inga mit Danielo, Steven, Michelle Bele & Zoe Josephine

JuliaE
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 367
Registriert: 24.10.2004, 22:34
Wohnort: Südhessen

Beitragvon JuliaE » 06.11.2005, 13:35

Hallo Nicole!


Schau mal, das hatte ich neulich mal auf der Arbeit gefunden weil ich auf der Seitewas rausgesucht hab.



Wiesbaden. Hessen hat sich bei der gemeinsamen Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung unter den Bundesländern die Spitzenposition erarbeitet. „Während bundesweit der Anteil der integrativen Kindertageseinrichtungen bei 20,7 Prozent liegt, führen in Hessen 43,6 Prozent der Kindertageseinrichtungen entsprechende Integrationsmaßnahmen durch. Hessen liegt damit deutlich an der Spitze aller 16 Bundesländer, gefolgt von Sachsen mit 34,2 Prozent und Berlin mit 30,4 Prozent“, erklärte Sozialministerin Silke Lautenschläger aufgrund einer parlamentarischen Anfrage.

Es ist nunmehr ein flächendeckendes Angebot vorhanden, das wohnortnahe Betreuung in einem Regelkindergarten gewährleistet. „Hessen ist bundesweit beim Versorgungsgrad führend, aber auch hinsichtlich der Qualität der Betreuung und Bildung von Kindern mit Behinderung in Kindertageseinrichtungen“, betonte die Ministerin. Seit dem Regierungswechsel 1999 habe die Landesregierung konsequent die wohnortnahe Versorgung ausgebaut und die Qualitätsentwicklung der Betreuung unterstützt. Hessen habe als bisher einziges Bundesland ein einheitliches Finanzierungssystem zur Betreuung von Kindern mit Behinderung in Kindertageseinrichtungen eingeführt.

Derzeit werden in Hessen 4.584 Kinder mit Behinderungen in rund 1.600 Regelkindergärten in Form von Einzelintegrationsmaßnahmen und in integrativen Gruppen betreut. 1998 wurden nur 2.980 Kinder in Integrationsmaßnahmen betreut. Bereits zum 1. Januar 2000 konnte die Zahl der Integrationsplätze auf 3.866 erhöht werden. Zum Jahresbeginn 2002 waren 4.277 Plätze vorhanden. „Dieser systematische Ausbau hat dazu geführt, dass jetzt alle Kinder, die nicht aus medizinischen Gründen eine stationäre Betreuung benötigen, einen Integrationsplatz erhalten können“, so Silke Lautenschläger.



Die gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung in den Kindergärten sei in Hessen von der Ausnahme zum Regelfall und damit zur flächendeckenden Normalität geworden. Der finanzielle Kraftakt, den die Landesregierung gemeinsam mit den Kommunen auf sich genommen und 1999 mit der Rahmenvereinbarung ‚Integrationsplatz’ gestartet habe, trage Früchte. Die Hessische Landesregierung habe die Integration von Kindern mit Behinderung in den Kindergärten vor Ort erfolgreich umgesetzt. „Allen Kindern soll die Chance gegeben werden, im Alltag mit einander zu leben und zu lernen. Durch das gemeinsame Aufwachsen wird Integration damit für die Jüngsten unserer Gesellschaft zu einer alltäglichen Lebenserfahrung“.



Die Bedürfnisse der betroffenen Kinder stünden im Mittelpunkt. Deshalb habe die Landesregierung das Modellprojekt „QUINT“ (Qualitätsentwicklung Integrationsplatz) gestartet. “Ziel ist es, Kindertagesstätten so zu qualifizieren, dass sie individuelle Hilfepläne für Kinder mit Behinderung aufstellen und in die Praxis umsetzen können”, führte Silke Lautenschläger aus. Ebenso sollten auf diese Weise Kooperationsformen mit Frühförderstellen, Therapeuten, Sozial- und Jugendämtern entwickelt werden. „Nicht nur der quantitative Ausbau der Integrationsplätze ist wichtig, sondern auch deren qualitative Ausgestaltung“, so die Ministerin. Deshalb erfolge nun nach Abschluss der Modellphase mit finanzieller Unterstützung des Landes in Höhe von 260.000 Euro die Fortbildung der Fachkräfte in Tageseinrichtungen mit Integrationsplätzen. Bei der Integration der Kinder mit Behinderung in die Regelkindergärten seien bisher keine grundsätzlichen Probleme aufgetreten.

Die Landesregierung fördert die Integration von Kindern mit Behinderung in den Regelkindergärten mit 1.533,88 Euro pro Platz und Jahr. Silke Lautenschläger sicherte zu, dass an der Höhe dieser Förderung nicht gerüttelt werde. Gegenwärtig bringt das Land hierfür jährlich 6,8 Millionen Euro auf. Jeder Träger von Kindertageseinrichtungen bietet nach Bedarf Integrationsplätze an. Diese können auch in Form einer integrativen Gruppe organisiert sein, in der jeweils fünf Kinder mit und zehn Kinder ohne Behinderung gemeinsam betreut werden. Heilpädagogische Gruppen, die sich ausschließlich aus Kindern mit Behinderung zusammensetzen, gibt es in Hessen nicht mehr. In begründeten Einzelfällen besteht jedoch nach wie vor die Möglichkeit, ein Kind mit Behinderung in einer Einrichtung mit besonders passendem Profil zu fördern.

Quelle: http://www.sozialministerium.hessen.de/ca/i/bjh/


Hilft Dir das irgendwie weiter? Ich versteh das so das in Hessen jedes Kind einen Anspruch auf nen I-Platz hat. Mein Mann arbeitet ja als I-Helfer, (allerdings in einem Regelkiga), und er hat mir das auch so erklärt, das zumindest die Stellen für Integrationshelfer nach Bedarf eingerichtet werden. Wenn Du magst schreib mir mal ne PN, könnte sein das ich da ne brauchbare Idee hätte... Aber ein Regelkiga mit I-Helfer wäre definitiv keine Alternative? Wo zieht ihr denn genau hin? (kannst mir ja in der PN schreiben)

Gruss, inzwischen aus der Fast-Nachbarschaft, Julia
7/81, Spina Bifida/Hydrocephalus, (seit 07 Ventrikulustomiert) Rollifahrerin mit Sohn 10/2010, bisher gesund)

Tatze1977
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 989
Registriert: 30.10.2005, 13:42
Kontaktdaten:

Beitragvon Tatze1977 » 18.12.2005, 15:24

Hallo Nicole

ich komme auch aus der nähe von Frankfurt:-)
Melde dich mal mit ner pn bei mir vieleicht kann ich dir nen rat geben. Meine kleine ist auch in einem kindergarten mit i platz.


lg Tanja
Lisa-Marie (18) Epidermolysis Bullosa,von Willebrandsyndrom, Seelische Behinderung und andere Baustellen. Rolli fahrerin. www.Schmetterlingskind.eu
Leonie-Sofie 12 jahre schwere Laktoseintoleranz
Alleinerziehende Mama 41 J. Peroneusparese,Wurzelreizsyndrom,BSV,BSVW, Beinlämung,Rollifahrerin.

Werbung
 
Manu7
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 258
Registriert: 26.08.2005, 18:38
Wohnort: Elsdorf

Beitragvon Manu7 » 18.12.2005, 18:58

Hallo
Mein Sohn ist auch nicht Behindert, er ist nur Entwicklungsverzögert.
ER wurde 3 Jahre lang von zu Hause abgeholt, und in den Kindergarten
mit Integrativeplätze gebracht. Dies war immerhin eine Strecke von gut
15km.
Bezahlt hat das hier der Landschaftsverband.
Auch Kinder die in der Stadt wohnen wurden von einem Taxi abgeholt.

Gruß
Theo mit Manu7 u7nd Jenni


Zurück zu „Kindergarten und Schule“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast