Wann habt ihr gewusst, dass es nicht ADS allein ist?

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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uli3
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Wann habt ihr gewusst, dass es nicht ADS allein ist?

Beitragvon uli3 » 28.04.2010, 21:00

Hallo,

das richtet sich an alle deren Kinder von ADS und Asperger oder atypischen Autismus betroffen sind.

Ich würde mal gerne wissen wann ihr gemerkt habt dass euer Kind nicht nur ADS hat.

Bei uns ist es so dass M seit Oktober die ADS-Dignose hat. Trotzdem fallen mir immer wieder Dinge im Sozialverhalten auf.
Er kotet und nässt ein.
Er spielt immer das Gleiche nimmt an keinen Gruppenspielen wie z.B. Fußball teil. Sondert sich ab sobald zur Zweiergruppe andere dazukommen.
Lässt seine Freunde einfach stehen und geht seinen Interessen nach.
Spricht in der Schule kaum. Hat aber durchaus Pausenfreundschaften und wird fast nie alleine gesehen.
Wenn die Tischordnung getauscht wird kann er mir sagen wer neben ihm sitzt weiß aber oft schon nicht mehr wer noch am Vierertisch sitzt. Bei Kindern zu denen er keinen direkten Spielkontakt hat weiß er es sowieso nicht genausowenig wie bei seiner Reitlehrerin oder bei dem Pferd auf dem er sitzt. Auf meine Frage wie sie heißt hat er neulich gesagt weiß ich nicht mehr muß ich aber auch nicht wissen. Er benutzt sie halt einfach für ihre Funktion.
Die Kinder die zu uns kommen gehen meist nach einer Weile wieder weil sie mit seiner Art des Spiels nicht lange klarkommen ( Lager bauen, Giftsuppe kochen und Müll sammeln).

Bild ich mir da was ein und gehört dies Verhalten zu ADS oder könnte doch etwas autistisches vorliegen. Er wurde schon auf Asperger getestet und der Test war negativ. Die Psychologin wollte das aber von anfang an nicht sehen da sie ihn in einer absoluten Kleingruppe anders erlebt hat.

Er kann durchaus auf jüngere Kinder eingehen und trösten und solche Sachen. Trotzdem kann ich es nicht lassen ihn da als extrem auffällig zu betrachten.

Wie war das bei Euch? Kann es sein dass er eben nur sehr leicht betroffen ist oder gibt es das nicht?

ULi
Moritz 03 ADS,Asperger
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Beitragvon GabyS_aus_B » 29.04.2010, 22:48

Die Doppeldiagnose zieht sich eigentlich wie ein roter Faden durch die ganze Diagnostik und Therapiezeit.
Jeder der Christian kennt, hat am Anfang immer gesagt: "Das muß ich nochmal überlegen, das ist irgendwie anders:" Nach den Überlegungen hatte sich jeder aber für "sein Fachgebiet" entschieden. Die Heilpädagogen sagten Sensomotorische Integrationsstörung, die Kinderärzte ADHS, die Psychologen emotionale Bindungsstörung......
Anders als das typische ADHS war er immer, die Diagnose Asperger haben wir erst seit letztem November. Eigentlich waren es eine ergotherapeutin und der Schulrat und die Mitarbeiterin vom Jugendamt, die die Verdachtsdiagnose geäussert hatten.
Zur Diagnostik waren wir in der KJP Marburg bei Frau Kamp-Becker. Die Sache hat zwei Vorteile, sie hat die Testverfahren entwickelt und etabliert und es dauert nur einen Tag.
Kann es sein dass er eben nur sehr leicht betroffen ist oder gibt es das nicht?

Während der Zeit, als wir nur die ADHS Diagnose hatten, war er ein schwerer Fall. Wenn wir jetzt uns die Geschichten von anderen Eltern mit Asperger Kindern anhören oder hier lesen, glaube ich beim Asperger Syndrom ist er ein eichter Fall.
Christian war schon alleine im Ferienlager, er fährt alleine mit dem Zug zu seinen Großeltern.
Gruß Gaby
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Beitragvon uli3 » 30.04.2010, 20:07

Bei uns ist das eigentlich ähnlich. Es gibt aber immer wieder im Bekanntenkreis die Meinung dass ich zuviel auf der Suche bin und mal aufhören soll ihn ständig zu irgendwelchen Tests zu schleppen. Mein Bauchgefühl sagt mir aber dass er eben noch ein anderes Problem hat. Mit der Diagnose will ich vielleicht die Bestätigung dass es nicht an unserer Familie liegt, das weiß ich nicht genau. Vielleicht will ich ja auch nur die Bestätigung dass ich recht hatte.
Er macht manche Dinge ja wie aus einem Zwang raus und wir sind uns nicht wirklich einig wie wir darauf reagieren. Mit Verboten und Strafen eskaliert das Thema nur. Ich hab auch oft das Gefühl er kann wirklich nichts für sein Fehlverhalten.
Wir hatten neulich Besuch von seiner Freundin. Wieder machten sie eine Stunde Giftsuppe. Danach wollte er zum Nächsten Übergehen und wollte Sachen suchen auf dem Spielplatz. Ich wollte sie nicht alleine gehen lassen weil ich nicht wußte ob seine Freundin das darf. M Flippt fasst aus. Er wirkt verzweifelt und wütend und versucht irgendwie zu flüchten. Ich schickte sie dann zu deren Eltern um zu fragen. Seine Freundin setzte noch unsere Meerschweinchen in den Käfig und bis wir nach ihm sahen war er weg. Er ist einfach vorrausgefahren und hat sie bei uns stehen lassen.
Auf dem Spielplatz schloß sich L gleich anderen Kindern an. M Suchte im Gebüsch nach Sachen und wollte dann bei uns zu Hause einen Roboter ( Kippverschluß einer Bierflasche=) holen. Er sah es überhaupt nicht ein dass er das L. sagen müsste.
So oder ähnlich läuft es immer ab. Ich mach ein Spagat zwischen scheinbar hirnrissiger Bedürfnissbefriedigung meines Sohnes und bei Laune halten des anderen Kindes in der Hoffnung dass es wiederkommt.

Sagt mal selber dass ist doch nicht ADS oder?

Ich bin sooo gespannt was bei der Testung rauskommt zumal es ja in einer ADS-Diagnosepraxis passiert.

Uli
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Beitragvon GabyS_aus_B » 02.05.2010, 21:17

Hallo Uli,
ich finde es ist ganz wichtig, auf das Bauchgefühl zu hören. Letzendlichwar es das bei uns ja auch.
Gruß Gaby
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Beitragvon corinna26 » 02.05.2010, 22:41

Hallo Uli,

ich weiß es bei meinem Sohn bis heut noch nicht :roll: .

LG Corinna
Alleinerziehend Bj.1980/ Sohn Nico Bj.2000 ADHS v.s Autistische Züge und Wahrnehmungsstörungen wird aber alles gerade Getestet, dazu Spitzfuß /
Tochter Sarah Bj. 2004 mehrfach Körperlich Schwerstbehindert geboren mit einer Omphalozele (offener Bauch), und bis Oktober 08 eine Peg und Tracheostomaträgerin mit Beatmung Nachts und Sauerstoffgabe,

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Beitragvon majonie » 03.05.2010, 08:09

unser nic hat ja ebnfalls die adhs diagnose, zusätzlich störung des sozialverhaltens und tics. ich bin überzeugt das er wie sein großer bruder aspie ist- nur eben nicht so lupenrein, sondern eher ein mischtyp und auch nicht so massiv ausgeprägt. ich hab schon mehrfach versucht das anzusprechen, bekomme aber immer gesagt das ich von max auf ihn übertrage. warum übertrage ich dann nicht auf die anderen zwei kids? :roll:

also: ich als mutter sehe gespenster  8) das regt mich nur noch bedingt auf, schließlich sehe ich seit 15 jahren welche. man gewöhnt sich an alles und schlussendlich waren meine gespenster zum doch am ende immer echt :lol:
Liebe Grüße, Michaela

"Ja, ich lebe in meiner eigenen Welt. Das ist okay, da bin ich wer!"

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Beitragvon katzia » 03.05.2010, 10:58

Hallo Uli,

unser Sohn ist deinem Sohn total ähnlich. Auch er baut ständig Lager und Müllsammlung sowie Experimenteversuche und noch andere immer derselben bzw. wiederholten "Sachen".
Bei ihm wurde locker ADS festgestellt, erst nach 4 Testversuchen, auch negativ bewertet, beim letzten "Interwiev-Test" mit einer Kamera, weil es ihm es sehr schwer fällt, emotionale Empfindungen in Worte zu fassen und einzuordnen. da hat der Psych. endlich auf Asperger Syndrom bestätigt, auch wenn es nur in leichter Form ist.
Bei Kindern, die vom Asperger-Syndrom betroffen sind, kommt es immer wieder zu emotionalen Einbrüchen, die allerdings in der Regel wieder abklingen. Auch er ist sehr lieb, sein Sozialverhalten ist zu Hause völlig normal, deswegen fällt es auch nicht auf, daß er ein Asperger ist. Aber wenn man mit ihm spielt oder kommuniziert.. dann bemerkts es jeder, daß er "anders" ist.

Gott möge dir helfen,

Grusse Katja.
Jonas 12/2000 (Asperger Autist), Silas 03/2006 (Strabismus)

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Beitragvon uli3 » 06.05.2010, 10:29

Schön dass ihr euch alle gemeldet habt.
Wir bekommen am 19.5 über den aktuellen Test Bescheid. Ich bin mal gespannt. Ich geh davon aus dass da auch nur Störung im Sozialverhalten rauskommt.
Es ist ja "nur" eine ADS-Diagnosepraxis. Was bringt mir das eigentlich für die Diagnose zu kämpfen? Das frag ich mich immer wieder. Das er anders ist wird dadurch ja auch nicht besser. Ich erhoffe mir dass mein Mann, Großeltern etc. Lockerer mit ihm umgehen können und nicht immer nur von Konsequenz und Strafe sprechen.
Ich bin überzeugt dass er sich gar nicht anders verhalten kann. Da kann man ihm noch so sehr verbieten Müll zu sammeln oder mit Glasscherben zu spielen. Er steht dann weinend vor mir und sagt: Mama ich weiß dass ich das nicht darf aber schau mal was ich gefunden hab darf ich das bitte behalten....

uli
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Beitragvon Monika67/97 » 20.05.2010, 09:27

Wir haben recht schnell gemerkt das unser Sohn Tendenzen zur Hochbegabung zeigt. das War schon im Kindergarten. Erst in der Grundschule zeigte er AD(H)S Symptome. Zur Abklärung wurde auch ein IQ-Test gemacht. Jetzt, auf der weiterführenden Schule (Gymnasium), nimmt er seit Ende April 20mg Methylphenydat. Anders ging es nicht mehr.

LG
Monika
Liebe Grüße,
Monika (42) mit Kind (Junge, 12 Jahre alt). Diagnose: Hochbegabung mit AD(H)S.


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