Trennung.....

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Claudia und Max
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Beitragvon Claudia und Max » 03.11.2005, 12:05

Hallo Claudia,

Ich bin heute 42 Jahre alt und wurde vor 5 Jahren nach ca. 18 Ehejahren geschieden. In dieser Ehe sind zwei tolle,gesunde Kinder (22J, 18J) entstanden.
Es entwickelten sich im Laufe dieser Jahre Partnerschaftsprobleme die nicht mehr zu retten war. Er trank, hatte überhaupt kein Verständnis für seine Kinder, konnte nicht mit ansehen wie sie größer wurden und selbstständig, war nur verbal aggressiv. Ich machte mehrfach den Versuch ihn zu einer Partnerschaftstherapie zu bewegen...er wollte nicht.
Dann kam der Punkt als ich ihm mitteilte dass ich ihn verlassen würde wenn r nicht bereit wäre an der Situation etwas zu verändern. Er meinte:" Das machst Du eh' nicht!"
Falsch...Eines Tages saß ich im Wohnzimmer...meine beiden Kinder damals 17 und 14 und ich dachte...nun reichts!
Ich hab mich von ihm getrennt...und das war gut so.
Danach lernte ich meinen heutigen Lebenspartner kennen. Mit ihm konnte ich mir sogar nochmals ein gemeinsames Kind vorstellen. Gedacht, getan! Mit Kinderwunschsprechstunde, Hormone und allem drum und dran. Vor 2 Jahren wurde dann unser "besonderes" Kind geboren. Mittlerweile habe ich auch in dieser Beziehung erhebliche Probleme. Meine Freunde fragen mich schon warum ich mir dass alles antue.
Ich tue mir dass nicht an. Ich warte auf den berühmten Tropfen...bezw. auf den Tag wo ich wieder im Wohnzimmer sitze und denke:"Jetzt reichts!"
Ich bin der Meinung, dass ich meine Kraft für Max brauche und sie nicht lange wieder in eine Partnerschaft stecke in der ich sowieso an allem Schuld bin und dass Reden mit dem Partner nichts bringt, da ihm meine Meinung gar nicht interessiert.
Mir ist der "Stress" mit der Partnerschaft und einem behinderten Kind einfach zu groß!
...Aber wie gesagt...noch hoffe ich und noch investiere ich in meine Partnerschaft.

Nur Du bist diejenige die Dein Leben entscheidet und ich wünsche Dir alles Gute dabei.

Lieben Gruß
Claudia

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Ilona
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Beitragvon Ilona » 03.11.2005, 12:38

Hallo Claudia!

Mein Freund und ich kennen uns seit dem mein Sohn ein paar Wochen alt ist sprich er ist nicht der Vater.
Mein Freund hat noch einen gesunden Sohn der heute fünf ist um ein paar Eckdaten zu nennen.
Mein Freund liebt mich und ich ihn, das steht vollkommen außer Frage, aber er hat ein Problem mit Dennis Behinderung! Ich habe mit ihm mehr als einmal geredet! Habe ihm auch die Wahl gelassen zu gehen falls er damit nicht klar kommt.
Das Problem bei ihm ist, daß er bei Dennis nichts machen kann. Z.B. in der Öffentlichkeit schreit Dennis recht häufig. Seinem Sohn könnte er sagen, daß er ruhig sein soll, bei Dennis würde noch nicht einmal Mund zuhalten helfen. Man muß es einfach hin nehmen und auch die Blicke und dummen Sprüche der anderen einfach hin nehmen.
Er liebt Dennis, das weiß ich! Er bemüht sich mal mehr mal weniger um ihn, hat allerdings auch jede Menge um die Ohren wo manchmal schlicht und ergreifend die Zeit fehlt!
Mein Freund sagt zu mir, daß er mit Dennis Behinderung (die sich erst im Laufe der Zeit gezeigt hat) noch nicht wirklich klar kommt, ist sich aber sicher, daß er das irgendwann kann!
Da fängt es dann an, das ich mich frage, ob ich ihm die Zeit geben soll?
Ich habe diese Frage eindeutig mit einem JA beantwortet!!! Ich finde es schon großartig von ihm einfach bei mir/uns zu bleiben (Dennis Vater hat dies nicht getan), und ich denke er hat die Möglichkeit verdient sich in die Behinderung einzuleben genau wie jeder andere in meiner Umgebung auch!

Es ist verflucht nicht einfach, wir streiten manchmal auch recht häufig, aber weil ich ihn so liebe und er mich nehmen wir das hin, reden offen miteinander (wenn sich die Gemüter wieder beruhigt haben) und versuchen alles unter einen Hut zu bringen!

Ich kann Deinen Mann nicht einschätzen, nur sollte es bei ihm der Fall sein wie bei meinem Freund, dann rede offen mit ihm! Und zeig ihm auch, daß du auch nicht perfekt im Umgang mit eurem Süßen seit! Das kann Männer auch zurück schrecken wenn sie das Gefühl haben es nicht richtig machen zu können!

Alles in allem schließe ich mich den anderen an und sage ÜBERLEG Dir den Schritt gut!

Alles Liebe!

Ilona
Ilona 09/1977 mit Dennis 01/2003
Globale Entwicklungsverzögerung (wenige und kleine Fortschritte), keine Sprache, hypoton, autistisch, Epilepsie... Alles ohne Diagnose oder Ursache, und mit meinem geliebten Bruder im Herzen (17.04.1975-14.01.2008)

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Beitragvon Manu7 » 03.11.2005, 19:38

Hallo Claudia
Ich bin zwar ein Mann, kann dich aber sehr gut verstehen. Bei mir war es damals
genau umgekehrt, ich habe mich von der Mutter meiner beiden Kindern getrennt,
die Kinder sind natürlich bei mir geblieben.
Die Mutter meiner Kinder kümmerte sich so gut wie garnicht um die Kinder,
Termine zur Förderung hat sie einfach abgesagt oder ist erst garnicht dahin
gegangen.
Zeitweise hat sie die große auch einfach ins Zimmer eingeschlossen.
Am Anfang hatte ich es echt Schwer, aber man bekommt auch Hilfe von Behörden und Vereine.
Man muß nur an sie herantretten.
Ich hatte damit keine Probleme.
Für meine beiden Kids war die Trennung sinnvoll.
Ihre Mutter kennen sie garnicht mehr, sie haben sie seit 5 Jahren nicht mehr gesehen.
Manchmal ist eine Trennung nicht zu umgehen, den der Streit kriegen unsere
Kids ja mit und dies ist nicht gut für sie.
Dann lieber Alleine erziehen, auch wenn es nicht immer einfach ist.
Gruß
Theo mit Manu7 und Jenni

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Beitragvon mine » 03.11.2005, 20:08

Hallo Claudia,

ich denke eine Partnerschaft ansich ist in der heutigen Zeit schwer zu führen. Die meisten sind schließlich Singel :cry: Mit einem behinderten Kind wird eine Beziehung auf eine harte Probe gestellt.
Wie Sabine und Ilona geschrieben haben, ist es wichtig zu wissen liebst Du Deinen Mann / Freund noch ? Wenn ja finde ich ein klärendes Gespräch oder wie Anette geschieben hat eine Paartherapie.

Wirf es nicht zu schnell weg und denke gut darüber nach.

Alles Liebe und Gute, die wirst die richtige Entscheidung treffen.
Alexandra 11.03.1973 mit Yasmin 27.01.2004 verstorben am 05.08.2013 nd Lena Henriette 14.06.2010

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Beitragvon Sandra ... » 03.11.2005, 21:37

Hallo Claudia!

Alles in allem würde ich mich Markus Worten gerne anschließen.Denke er hat es schon gut auf den Punkt gebracht.
Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht,das Männer schlechter darüber reden können und auch länger brauchen den Tatsachen ins Auge zu sehen.Mein Mann liebt seine Töchter,die alles Papakinder sind,sehr!Trotzdem hält er sich gerne,gerade bei schwerwiegenden Entscheidungen,zurück und überläßt mir die Entscheidung.Nicht immer einfach,aber er steht voll und ganz hinter uns!
Vielleicht solltest Du Deinem Mann,mit allen Konsequenzen,noch einmal begreiflich machen,wie es Dir geht und was Dir so wichtig wäre.Wenn Du ihn aber nicht mehr liebst,dann zieh einen Schlußstrich!
Viel Kraft wünsch ich Dir
Sandra

*Beate*
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Beitragvon *Beate* » 03.11.2005, 22:19

Hallo Claudia,

ich habe gestern Abend dein Posting gelesen mußte aber das für mich erstmal reflektieren um dir dann heute zu schreiben.

Du wirst sicher nicht hier so Hals über Kopf schreiben,wenn du dir nicht genügend Gedanken dazu gemacht hättest.

Ich finde wichtig wie deine Gefühle sind und wenn du tief in dich gehst ,dann weißt du deinen Weg.....es ist dein Weg und keiner kann ihn dir abnehmen.
Allein nur zu kompensieren um Pauls Willen halte ich für nicht so gut,Kinder haben dafür ein gutes Gespür.
Natürlich gehören zu einer Trennung ja auch zwei und man sollte versuchen miteinander zu reden,aber es nützt nichts wenn der eine an dem anderen vorbei redet,gar nicht zuhört,es falsch interpretiert.
Sicher,hängt auch der finanzielle Hintergrund ab,wieviel Hilfe hättest du dann noch innerhalb der Familie oder Freunde,du machst sehr viel mit Paul 85% wie du schreibst,wird er Unterhalt zahlen,wie sieht es aus mit dem häuslichen Umfeld,es sind zig von Fragen und entscheide ganz ruhig und mit klarem Verstand.
Überlege dir auch ob es nur Kleinigkeiten sind,die dich stören,oder mangelt es wirklich an eurer Liebe,Respekt und Achtung vor dem anderem Partner.
Vielleicht hilft euch eine Eheberatungsstelle oder auch nur Menschen die das wertfrei beurteilen und einfach euch mit Rat beiseite stehen.

Ich wünsche mir Claudia,das du deinen Weg findest............

Gruß,

Beate
..es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann;und man soll das auch gar nicht versuchen,man muss es einfach aushalten und durchhalten;das klingt zunächst sehr hart,aber es ist doch zugleich ein großer Trost,denn indem eine Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,bleibt man durch sie miteinander verbunden.D. Bonhoefffer

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Beitragvon Claudia Jo » 07.11.2005, 15:22

Danke Leute, für eure zahlreiche komentare.Ich weis es auch nicht,bin hin und her gezogen. Einerseitz ist kann ich mir kein besseren Vater als ihn für Paul vorstellen. Ich will nicht sagen das er sich nicht um ihn kümmert.Er tut alles für Paul,geht mit ihm weg,oder badet mit ihm.Es ist mehr das zwischenmenschliche, einfach mal eine bestätigung von ihm das alles so gut läuft wie es ist. Ich steh ziemlich alleine da,mit Haushalt und Kind. Alles hängt an mir,und das stinkt mir gewaltig.Es wächst mir irgendwie über den Kopf. Und was mich am meisten auf die Palme bringt sind seine dumme sprüche... Das ja schließlich ich Paul auf die Welt gebracht habe.Also ist die Mutter dran schuld,an dem Schicksal. Und noch so ein paar kleinigkeiten...
Eigentlich wollten wir zusammen ein Haus kaufen, für Paul.... jetzt habe ich keine große Lust mehr dazu.Ich binde mich doch nicht noch fester,wenn ich nicht weiß ob wir überhaupt das nä Jahr zusammen überstehen. Ich habe mir ein Ultimatum gestellt... und werde mal ganz vernünftig mit ihm reden. Ob er es einsieht weis ich nicht.Bin hier ja nicht die einzigste der es so geht.
Nochmal herzlichen Dank für euren Trost.

Claudia
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Beitragvon StefanStrobel » 07.11.2005, 16:00

Hallo Claudia !

An Eurer Stelle würde ich mir die Trennung genau überlegen. Glaubst Du, allein hast Du es leichter mit Paul ?
Offensichtlich hilft Dein Mann Dir nicht gerade wenig und vermutlich ist er tagsüber beim Arbeiten ?

Was denkst du: Wie denkt Paul gerade über Eure Beziehung ?
Dein erstes Posting war voll mit :
Ich denke ...
Ich plane ...
Beredest Du das mit Deinem Mann, oder ist alles schon beschlossen bis er abends von der Arbeit heim kommt ?

Du solltest Dir galube ich wirklich ein Ultimatum setzten, aber ein gaaaanz langes. Es ist dorch wirklich schade, wenn eine Beziehung leichtfertig zerbricht. Ich persönlich denke, viele Menschen trennen sich halt "einfach so" ohne sich genau überlegt zu haben, ob die Alternative wirklich besser ist.

Ciao
Stefan

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Beitragvon Isolde » 07.11.2005, 16:13

Hallo Stefan,

das ist schon richtig, was Du sagst - dass sich viele "einfach so" trennen, aber ich habe mir auch die Frage gestellt,
welches ist das größere Übel?

Doch alleine leben mit Jonathan - und schauen wie ich mir Hilfe von außen organisiere,
oder ewig unzufrieden sein, meine schlechte Laune auch das Kind unbewusst spüren zu lassen und mich neben den Problemen mit Jonathan auch noch mit den Problemen der Ehe oder des Mannes auseinander setzen, wo ich genau weiß - da ändert sich nichts mehr, das ist verlorene Liebesmühe.
Ich habe mir auch ein Ultimatum gestellt.

Und ich stelle mir heute immer wieder die Frage zwischendurch, war es wirklich richtig, was ich gemacht habe.

Manche trennen sich schon "einfach so", aber viele Frauen gehen auch erst mal durch die Hölle, bevor sie diesen Schritt machen, vorallem in einer solchen Situation.
Und manchmal muss man Eigeninitiative ergreifen, wenn der Mann einfach nicht mitreden will, es ihn nicht interessiert.

@Claudia,
ich finde es schon heftig, wenn Dein Mann so ähnlich äußert wie, dass Du das Kind schließlich zur Welt gebracht hast. Am Ende ist er aber auch der Vater - ist schon eine sehr krasse Aussage.
Das Haus - ich würde erst da zustimmen, wenn Du Dir ganz sicher bist, Du willst diese Beziehung wirklich aufrecht erhalten. Alles andere reißt Dich finanziell so tief runter denn sobald Du nur einen Vertrag mit unterschreibst, dann bist Du dafür auch mit haftbar.
Hier wäre die Frage zu überlegen - ob dann das Geld für den Hausbau nicht erstmal sinnvollerweise anders besser angelegt wäre.

Ich drücke Dir weiterhin die Daumen für die RICHTIGE Entscheidung,
am liebsten natürlich, dass Du mit Deinem Mann reden kannst und er Dich in Deinen Bedenken, Ängsten und Sorgen auch ernst nimmt.

Lieben Gruß - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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Martin
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Beitragvon Martin » 07.11.2005, 17:06

Hallo Claudia,

Hm, es ist schon so, dass Männer ung Frauen unterschiedliche Sprachen sprechen.
Die Aussagen, welche ich hier Treffe sind aus meinen presönlichen Erfahrungen und erheben keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

- Erst bei der Lebensberatung konnten meine Frau und ich die unterschielichen Sichtweisen mit unserer Lebenssituation dem Anderen darstellen.
-> Die Sichtweisen und der Umgagng damit sind sehr unterschidlich
-> Die Hilfe tut uns beiden gut

- Es ist wirklich seltsam, wenn ein guter Moderator dabei ist, dann kann man plötzlich über Themen sprechen, welche im Alltag schon fast den Status eines Tabus haben

- Nach meiner Meinung nur ein Ultimatum sich Hilfe zu holen. Selbst bewegt man sich nur im Kreis.

Wenn Interesse an unseren Erfahrungen, dann bitte PM (dann auch gerne telefonisch), da sehr privat

Martin


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