Verwirrung wegen Behindertenausweis

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Cerstin
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Verwirrung wegen Behindertenausweis

Beitragvon Cerstin » 15.09.2004, 14:45

Hallo Ihr lieben,

ich bin verwirrt :!:
Ich habe mit dem Versorgungsamt Verden Telefoniert, und gefragt, ob ich einen BA für Mascha beantragen kann (soll) bei Ihrer Diagnose.

Sie sagte, daß ich mir überlegen soll, ob für mein Kind nicht Nachteile entstehen, wenn sie einen BA bekommt, denn der würde auf 15 Jahre ausgestellt :?: :!:

Hier lese ich überall, daß er auf 5J ausgestellt wird.

Gibt es Nachteile? Sie sagte, daß man, wenn die Situation sich verbessert hat, man den Ausweis ablehnen (zurückgeben) kann.
:?: :?: :?: :?: :idea: Wer gibt mir die Erleuchtung??
Liebe Grüße Cerstin
Mascha 5/99 leichte geistige Behinderung, Rolando Focus, Entwicklungsverzögert ca. 2 Jahre. KISS Syndrom. und Hannah 5/01 ADS-Träumer
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Michi17
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Beitragvon Michi17 » 15.09.2004, 15:04

Hallo!

Was bringt nun so ein Ausweis?
Erstmal sollte man wissen, daß dieser Ausweis für 5 Jahre ausgestellt wird, dannach wird neu geprüft, also das heißt, das eine im Kindesalter festgestellte Behinderung nicht ein Leben lang gilt( davor haben viele immer Angst, daß ihr Kind dann immer als behindert gilt).
Zweitens sollte man bei der Antragstellung ankreuzen, "Rückwirkend ab Geburt.
Warum? Weil die Einschränkungen ja nicht erworben sondern angeboren sind.
Drittens sollte man bei Antragstellung die komplette Krankenakte mit einreichen, das verkürzt die Bearbeitungsdauer.
Viertens sollte man sich von. z.B. der Lebenshilfe oder einer Hilfsorganisation wie die Familienentlastenden Dienste beraten lassen, die helfen einem bei der Antragsstellung und wenn z.B. der Ausweis zu niedrig oder ohne Merkzeichen festgestellt wird, beim Widerspruch.
Fünftens bringt es eine steuerliche Entlastung bei den Merkzeichen G und H und zwar Rückwirkend ab dem Datum der Feststellung der Behinderung(also z.B. ab Geburt).
dann gibt es noch verschiedene Dinge, wie kostenloser od. ermäßigter Eintritt in öffentliche Gebäude, Veranstaltungen, Parkerleichterungen, Freifahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrtkostenerstattung, Sondertarife der Telekom usw.
Teilweise sind die Leistungen der Bundesländer unterschiedlich.
Anträge gibt es bei den Bürgerdiensten und dem Versorgungsamt.


hab das nur rauskopiert aus nem beitrag in nem andren forum!
ausserdem steht da auch noch was dazu: www.handicap-kids.de
selber hab ich von nix ne ahnung (wie sollte ich auch...) :)

michaela :D

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Cerstin
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Beitragvon Cerstin » 15.09.2004, 16:03

Hallo Michi,

mir haben die gesagt, daß der Ausweis für 15 Jahre ausgestellt wird. Ich habe mehrmals Nachgefragt, sie blieb bei den 15 Jahren. deshalb ja auch meine verwirrung.
LG Cerstin
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 15.09.2004, 19:38

Hallo Kerstin,

mit dem Austellungszeitraum ist das so. Der Ausweis wird vom Versorgungsamt für 15 Jahre ausgestellt. Er muß bzw. kann aber alle 5 Jahre,... solange es keine wesentlichen Veränderungen gibt, ohne große Überprüfung... in jeder Gemeinderverwaltung verlängert werden lassen, um die Vorzüge weiter zu haben. Nach 15 Jahren werden, je nach schwere der Behinderung, bzw. Eindeutigkeit der Situation, vor der Verlängerung die behandelnden Ärzte befragt, oder ohne großen Aufwand weiter verlängert. Ein wesentlicher Vorteil ist, das je nach Merkzeichen Mutter und Kind, im Umkreis von 50 km und co. mit Bus und Bahn fahren können. Für weiter als 50 km fährt die Begleitperson Kostenlos, und nur der Behinderter zahlt je nach Alter. Dann gibts noch allgemeine Steuererleichterungen sowie KFZ Steuerbefreiung.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

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Beitragvon AnnaL » 15.09.2004, 19:58

Hallo Cerstin,
die Erleuchtung suche ich aber auch gerade. Was hat die Frau denn gesagt, was das für Nachteile seien?
Das einzige was mir einfällt ist, dass wenn Du im Arbeitsleben stehst und als schwerstbehindert gilst, Du entsprechende Schutzvorschriften für Dich in Ansporuch nehmen kannst/musst. Hier wollen dann evt. einige Arbeitgeber einen Schwerstbehinderten nicht einstellen, weil er das nicht leisten kann/muss.
Ansonsten gibt es doch eigendlich nur Vorzüge????????

Gruss Anna

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Beitragvon *Beate* » 15.09.2004, 21:53

Hallo Cerstin,

für Vincent habe ich nur für 2 Jahre den Behindertenausweis bekommen,wegen Kindesalter.
Der gilt nun bis 02 / 2005,ich wurde nun schon bereits Anfang August vom Versorgungsamt angeschrieben sie möchten die Merkzeichen überprüfen, ich möchte alle Akten die ich von Kliniken habe ect.einzureichen,gestern bin ich angeschrieben worden,alles vom MDK einzureichen,falls wir Pflegegeld beantragt haben.
Ich denke mir das sie uns jetzt schon anschreiben hängt damit zusammen das Vincent nach seiner Delfintherapie auf Curacao in der Presse und viel im Fernsehen mit seinen Wundern war.
Das man uns versucht das aG für das Parken abzuerkennen und das H.
Normalerweise ist es hier üblich einen Monat vorher angeschrieben zu werden.

Ob Ihr einen Ausweis wollt das müßt Ihr selbst entscheiden.
Ich habe ihn bis jetzt noch nicht bereut und auch Widerspruch damals einlegt als ich das aG nicht bekam.

Gruß Beate 3fachmami
Von einigen Eltern habe ich auch gehört das der Ausweis Probleme machen soll,beim Früherschein ect.
..es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann;und man soll das auch gar nicht versuchen,man muss es einfach aushalten und durchhalten;das klingt zunächst sehr hart,aber es ist doch zugleich ein großer Trost,denn indem eine Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,bleibt man durch sie miteinander verbunden.D. Bonhoefffer

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Beitragvon Britta » 16.09.2004, 10:00

Hallo Cerstin,

wir haben seit 2 Jahren einen Behindertenausweis für Sina und haben dadurch nur Vorteile. OK, man hat es auf einmal schriftlich, daß das Kind behindert ist, aber da sollte man drüberstehen. Einige Vorteile, wie steuerliche Entlastung und Ermäßigungen beim Eintritt, freies Parken (außer in Parkhäusern) sind ja hier schon genannt worden. Eine weitere interessante Sache ist auch, daß du bei bestimmten Autofirmen wie Renault, VW, Ford usw. beim Neukauf eines Autos 15 % bzw. 20 % erhälst und das rechnet sich natürlich.

Viele Grüße
Britta

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Beitragvon Antje34 » 02.11.2004, 23:50

Michi17 hat geschrieben:Hallo!

Was bringt nun so ein Ausweis?
Erstmal sollte man wissen, daß dieser Ausweis für 5 Jahre ausgestellt wird, dannach wird neu geprüft, also das heißt, das eine im Kindesalter festgestellte Behinderung nicht ein Leben lang gilt( davor haben viele immer Angst, daß ihr Kind dann immer als behindert gilt).
Zweitens sollte man bei der Antragstellung ankreuzen, "Rückwirkend ab Geburt.
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Teilweise sind die Leistungen der Bundesländer unterschiedlich.
Anträge gibt es bei den Bürgerdiensten und dem Versorgungsamt.


hab das nur rauskopiert aus nem beitrag in nem andren forum!
ausserdem steht da auch noch was dazu: www.handicap-kids.de
selber hab ich von nix ne ahnung (wie sollte ich auch...) :)

michaela :D


Wollte nur dazu anmerken, daß das aus unserem Forum stammt und ein Beitrag von mir ist.
Wir haben übrigens 80% G B H rückwirkend ab Geburt, bei einer "nur" unklaren Entwicklungsverzögerung mit muskulärer Hypotonie und Augenmuskellähmung. Auch haben wir seit 2 Jahren die Pflegestufe 1 (da war meine Tochter noch 2, kurz vor ihrem 3.tten Geburtstag)

Es kommt immer darauf an, wie "gut" die Berichte geschrieben sind, als sinnvoll hat sich auch erwiesen, Berichte von KG und Ergotherapeuten schreiben zu lassen.
Viele Grüße,

NadineStoerk
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Beitragvon NadineStoerk » 03.11.2004, 10:33

Hallo Cerstin

also ich habe für beide Kinder und auch für mich einen Behindertenausweis. Ich weiß das hier bei uns das Versorgungsamt Oldenburg die Ausweise nur für 5 Jahre ausstellt, danach wird bei Kindern eine Nachprüfung gemacht, weil sich die Behinderung ja entweder einschränkt (weniger wird) oder aber verstärkt.

Für mich habe ich ebenfalls einen Ausweis, meiner ist 10 Jahre gültig, da ich amputiert bin und sich dieser Zustand ja nicht mehr bessern kann, somit habe ich hier einen längeren Zeitraum bewilligt bekommen.

Ich habe bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht, mit den Ausweisen, von der Steuerentlastung, Wohngeld, Baukindergeld etc. bis zur Parkmöglichkeit.

Ich habe eine Freundin, die dies für Ihren Sohn nicht beantragt hat, weil sie der Meinung war, man muß das Kind ja nicht zwanghaft "behindert" machen.

Behindert heißt aber doch eigentlich nur, das die Kinder im daran gehindert werden, im alltäglichen "normalen" Leben teilzunehmen.
Man sollte es mal von der Seite aus sehen das die Kinder nicht "behindert sind" sondern "behindert werden"
nämlich durch die Gesellschaft und da hat man doch das Recht, sich Erleichterungen zu suchen, damit man seinem Kind ein angenehmes Leben bereiten kann.

Meine Erfahrung; es bringt mir sehr viel Erleichterung und dadurch bin ich wesentlich lockerer im Umgang mit meinen Kids!


Ich kann es wirklich nur empfehlen!


Lieben Gruß
Nadine mit Joschua und Rafael
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Beitragvon Cerstin » 04.11.2004, 09:27

Hallo Ihr lieben,

danke für Eure Antworten, den Antrag habe ich nun schon seit Wochen ausgefüllt hier liegen. Mich aber noch nicht getraut ihn abzuschicken.
Ich werde noch einmal mit meinem Mann sprechen und dann ... ihn wohl abschicken.
Liebe Grüße Cerstin
Mascha 5/99 leichte geistige Behinderung, Rolando Focus, Entwicklungsverzögert ca. 2 Jahre. KISS Syndrom. und Hannah 5/01 ADS-Träumer

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