Grundsicherung (SGB XII)

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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carolabri
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Grundsicherung (SGB XII)

Beitragvon carolabri » 22.02.2010, 13:06

Hallo Ihr Lieben Wissenden,

meine Freundin hat eine Tochter mit Trisomie 18, die nächsten Monat 18 Jahre alt wird. Anna geht noch 1,5 Jahre zur behindertengerechten Waldorfschule. Das Amt hat die Auskunft gegeben, dass währen der Schulzeit keine Grundsicherung geleistet wird. Ist diese Aussage richtig?

Liebe Grüße Carola
Carola mit Lutz (Joubert-Syndrom 93)

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ilona1961
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Beitragvon ilona1961 » 22.02.2010, 13:15

Hallo carolabri,

meine Tochter Rebecca ist letztes Jahr im August 18 Jahre alt geworden. Sie besucht bis voraussichtlich 2011/2012 eine GB-Schule.

Ich als ihre Betreuerin habe kurz vor ihrem Geburtstag beim zuständigen SA einen Antrag auf Grundsicherung gemäß SGB XII wg. dauerhafter Erwerbsunfähigkeit gestellt. Das ist jetzt über 7 Monate her.

Vorab wurde mir letzte Woche telefonisch mitgeteilt, daß der Antrag positiv beschieden wurde. Ich warte jetzt nur noch auch den Bewillungsbescheid. Dann werde ich noch einen Antrag auf Befreiung von GEZ-Gebühren stellen.

Ich hoffe Dir etwas weiter geholfen zu haben.

lg. Ilona

gelöschter User

Beitragvon gelöschter User » 22.02.2010, 13:16

Hallo,

hier bei uns ist es so, dass keine Grundsicherung gewährt wird bei Schulbesuch, ABER
man erhält "Hilfe zum Lebensunterhalt" nach dem Dritten Kapitel SGB XII.
Es wird ungefähr oder genausoviel gezahlt, wie bei der Grundsicherung.
Auf diese Leistung hat die Tochter einen gesetzlichen Anspruch.

LG
Mirianna

carolabri
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Beitragvon carolabri » 22.02.2010, 13:21

Hallo,

vielen lieben Dank Ihr beiden für Eure Antwort. Also werden wir es trotzdem versuchen. Mal sehen was sich ergibt. Werde dann hier informieren, wie es gelaufen ist.

L. g. Caro :wink:
Carola mit Lutz (Joubert-Syndrom 93)

conny1965
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Beitragvon conny1965 » 23.02.2010, 21:18

Hallo Ihr lieben meine Tochter ist letztes Jahr im November 18 geworden habe ca. 3 Monate vorher Grundsicherung beantragt und das ist alles reibungslos bewilligt worden, sie geht auch noch bis dieses Jahr zur Schule, die gute Frau vom Amt sagte mir wenn Sie 18 wird gibt es Grundsicherung ohne wenn und aber
mfg Conny

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Beitragvon BettinaR. » 24.02.2010, 14:16

Oh

An diesem Thema sind wir auch dran.
Pascal wird im Mai 18.
Mir wurde gesagt wenn ich den Betreuerausweis habe dann kann ich mit dem zum Sozialamt marschieren und die Grundsicherung beantragen.
Nächste Woche kommt der Richter wegen der Betreuung.

Gruß Bettina
Bettina *62, Etienne *60
Dominik *86 Gesund
Pascal *31.05.1992 † 03.09.2012 MPS IIIa
Ganz weit draußen,am Rande des Regenbogens...
dort werden wir uns wiedersehen.
Wir vermissen dich - Unendlich
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Beitragvon Inge » 06.11.2010, 17:47

[center]Regelsatz in Höhe des Haushaltsvorstandes in der Grundsicherung bei über 25-Jährigen [/center]

[...] Behinderte Menschen, die in Haushaltsgemeinschaft mit ihren Eltern leben, sind bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres als Haushaltsangehörige zu betrachten. Ab dem 25. Geburtstag können sie laut Rechtsprechung des Bundessozialgerichts den Regelsatz eines Haushaltsvorstands beanspruchen. Haben Grundsicherungsberechtigte dieses Alter erreicht, sollte deshalb der höhere Regelsatz beantragt werden. Unter http://www.bvkm.de gibt es hierfür in der Rubrik „Recht und Politik“ eine Argumentationshilfe . [...]


Aus der Argumentationshilfe:
[...] In seiner Urteilsbegründung führte das Bundessozialgericht aus, Einsparungen bei einer gemeinsamen Haushaltsführung könnten nur dann angenommen werden, wenn zusammenlebende Personen auch tatsächlich entweder eine Bedarfsgemeinschaft im Sinne des SGB II oder eine Einsatzgemeinschaft im Sinne des SGB XII bilden würden. Da aber durch den Gesetzgeber weder in den Regelungen über die Einsatzgemeinschaft nach dem SGB XII, noch in den Vorschriften der Regelsatzverordnung festgelegt sei, bei welchen Bedarfen, bei welchen Konstellationen des Zusammenlebens und in welchem Umfang von einem geringeren Bedarf aufgrund von Ersparnissen bei einer gemeinsamen Haushaltsführung im Rahmen des SGB XII ausgegangen werden könne, sei die Ungleichbehandlung der Personengruppe der SGB XII Leistungsempfänger im Verhältnis zu der Personengruppe der SGB II Leistungsempfänger im Hinblick auf die Annahme einer Haushaltsersparnis nicht gerechtfertigt. Im Ergebnis steht daher seit diesem Urteil fest, dass auch über 25-jährigen, behinderten und in einem gemeinsamen Haushalt mit ihren Eltern lebenden Kindern, welche Leistungen nach dem SGB XII beziehen, grundsätzlich der Regelsatz eines Haushaltsvorstandes zusteht. [...]

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

'Sommerkind' von Wortfront


Viele Grüße
Inge

angela
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Beitragvon angela » 15.11.2010, 14:06

Hallo,

ich sitz ja nun auch über diesem GS-Antrag und habe eben noch mal das Zusatzblatt vor mir liegen, bei dem ich stolpere...
Als Unterlagen soll ich u.a. beifügen:
-Kindergeldbescheid
-Versicherungspolicen

Das Kindergeld geht doch an mich, warum soll ich da einen Nachweis beifügen? Ist doch kein Einkommen von Eric. (ich kenn die Diskussion wegen des KG-Abzuges, mir gehts nur darum so wenig wie möglich und genau so viel wie NÖTIG an Ämter weiterzugeben :wink: )
Versicherungspolicen - wir haben unter 100.000€ Einkommen, damit sind wir doch eh aus der Nummer raus Unterhalt bzw. Zuschüsse zahlen zu müssen.

Bitte helft mir.  8)

LG - Angela
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Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom

KathrinS
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Beitragvon KathrinS » 15.11.2010, 14:37

Hallo Angela,

ich kenne es so, das bei Versicherungspolicen der Rückkaufswert mit zur
Vermögensprüfung dazugehört (z. B. Lebensversicherung).

LG Kathrin
Sohn mit Diagnose frühkindlicher Autismus

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angela
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Beitragvon angela » 15.11.2010, 14:54

Hallo Kathrin,

Eric hat solche Versicherungen nicht. :wink:
Er ist in unsrer Haftpflicht mit drin, auch in der Hausrat - aber die zahlen doch wir, die Beiträge. Oder gibt das Amt da einen "Zuschuß" so wie bei der Miete.

LG - Angela
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