Bei Fieber kaum autistisches Verhalten

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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KathrinS
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Beitragvon KathrinS » 12.01.2010, 17:46

Hallo,

danke für Eure Antworten. Auch die Seite ist interessant.
www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/286090.html, danke für diesen Link.
Wir sind auch in homöopathischer Behandlung. Für die Therapeutin
war es auch nicht so neu.
Insgesamt hat mein Sohn aber sehr selten Infekte mit Fieber,
vielleicht gibt es doch einen Zusammenhang. Andererseits hat er einen nachgewiesenen Immundefekt, der bei ihm scheinbar das Gegenteil bewirkt. Andere Kinder mit diesem Immundefekt haben gerade häufig Infekte.

LG Kathrin
Sohn mit Diagnose frühkindlicher Autismus

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 17.12.2018, 07:29

Hallo,

ich buddel aus aktuellem Anlass diesen Thread wieder aus.
Jetzt bin ich noch dem Link in Kathrins letztem Post nachgegangen, hab bei wissenschaft.de mal geguckt, und außer der Sache mit dem Fieber und dem Broccoli (die sich wohl inzwischen im Sande verlaufen hat, jedenfalls habe ich nix mehr gehört), bin ich noch auf diesen Artikel gestoßen: https://www.wissenschaft.de/umwelt-natu ... sprobleme/
Der ist auch schon ziemlich alt, das heißt es kam nichts weiter raus bei weiterer Forschung, vermutlich weil in die falsche Richtung gegangen wurde (die suchen immer alle nach Durchbrüchen oder Heilung, vielleicht liegt’s daran.)
Interessant bleibt der Zusammenhang, den ja auch schon viele Eltern festgestellt haben, dass Autismus plus Fieber offenbar signifikant häufig anders daherkommt als NT plus Fieber. Die Hinweise gehen in Richtung Gehirnstoffwechsel, klar. Auf echte Erklärungen müssen wir wahrscheinlich noch länger warten ...

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 17.12.2018, 07:44

Danke Engrid,

an diese Diskussion habe ich mich auch erinnert. :lol:

Bei Kind ist es auch so, dass sie mit Fieber viel ruhiger und neurotypischer wirkt, aber auch keine Nebenwirkungen des Fiebers, wie Erschöpfung und höheren Schlafbedarf, zeigt.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 17.12.2018, 08:27

Ich finde eigentlich schade, dass in der Richtung nicht viel intensiver weitergeforscht wird (oder es wird sehr wohl geforscht, aber halt ohne neue Ergebnisse, die an die Öffentlichkeit kommen).

Schon Julius Wagner Jauregg hat als junger Arzt die heilende Wirkung von Fieber erkannt, erst mal bei Geisteskranken und Malariapatienten, aber dann auch bei psychischen ERkrankungen. Das ASS ja eine Wahrnehmungsstörung ist und man starkt vermutet, dass der Hirnstoffwechsel eine große Rolle spielt, wäre die weitere Erforschung der Heilsamkeit von Fieber im Zusammenhang mit ASS durchaus naheliegend.

Ich vermute nur, dass man sich vom nachgehen dieser Erkenntnisse nicht viel Profit (in Form von neuen Medikamenten) verspricht und daher die Kosten für solche Forschungen schwer zu finanzieren sind (ist aber, wie gesagt, nur eine Vermutung meinerseits).
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 17.12.2018, 08:53

Hallo Lisa,

ich würde mir wünschen, dass man die Priorität der "Heilung" da mal zurückstellt, und einfach mal neutral Zusammenhänge erforscht. Es wird ja in den Neurowissenschaften viel geforscht, da würde das schon reinpassen.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Beitragvon Ronja-und-Mini » 17.12.2018, 10:17

Ich finde das Thema extrem spannend. Gerade weil mein Sohn einen extremen Verhaltenswandel bei Fieber hinlegt. Er ist dann quasi annähernd komplett neurotypisch, der Unterschied zu sonst ist extrem. Ich weiß, dass zum Beispiel in Deutschland Dr. Busse daran geforscht hat, zumindest als ich noch mit ihm in Kontakt stand. Er war damals einer der weniger, die genau an dieses Phänomen glaubten und dies auch beobachtet hatten. Ich muss ihm nochmal schreiben diesbezüglich, da er mich damals auch immer gefragt hatte, wie der Mini bei Fieber reagieren würde. Da wusste ich noch gar nicht Bescheid, worauf er hinaus wollte bzw. dass er da einen Zusammenhang vermutete. Wir waren da noch am Anfang im Diagnosewahnsinn.
Mama (39) mit Mini-Asperger (6, Vorschulkind)

karya
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Beitragvon karya » 17.12.2018, 13:21

Hallo!
Auch ich finde dieses Thema sehr spannend, denn wenn das Verhalten meines Sohnes neuritypisch wird, werde ich hellhörig :-).

Sprich, sobald er (fiebrig) krank ist, ist er "handzahm", macht, was man ihm sagt, wirkt vernündftig, man kann mit ihm reden, er hört zu usw...
Was noch ggf interesant ist. Zwischen 37,5 und knappe 40 Grad ist er nicht "typisch" krank (sehr erschöpft, müde
..).... Zumindest war es in der Vergangenheit so. Er hatte schon lange keinen fiebrigen Infekt mehr. In der Kleinkindzeit aber umso häufiger...

LG
karya mit
C. (04/07) "Grenzgänger" von Geburt an ☺️, Frühchen 31. SSW, Asperger Autist
L. (04/09) Z.n. Schulterdystokie, mittlerweile ausgeheilte Plexusparese links und erfolgreich operierter Schiefhals (10/11) links
E. (02/15) Spätfrühchen, gesund und munter

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Beitragvon Regina Regenbogen » 17.12.2018, 13:39

Was noch ggf interesant ist. Zwischen 37,5 und knappe 40 Grad ist er nicht "typisch" krank (sehr erschöpft, müde
..).... Zumindest war es in der Vergangenheit so. Er hatte schon lange keinen fiebrigen Infekt mehr. In der Kleinkindzeit aber umso häufiger...
Kann ich bestätigen. Auch, dass der Autismus bei dieser "Betriebstemperatur" vorübergehend verschwunden ist.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

AnnalenaO
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Beitragvon AnnalenaO » 18.12.2018, 13:06

Hallo!
Mein Sohn hatte das PFAPA Syndrom bis er knapp 5 Jahre als war, das ist ein rheumatisches Fiebersyndrom. Er hatte daher sehr häufig sehr hohes Fieber. Ich hab an seinem Verhalten genau gemerkt wann das Fieber wieder weg war, da brauchte ich gar nicht messen, denn er wurde dann wieder deutlich anstrengender, provozierte, war unangemessen albern etc. Ich hatte mir das immer damit erklärt dass er durch das Fieber wie gedämpft ist und daher einfach viel ruhiger ist und vernünftiger wirkt. Insgesamt war aber schon erstaunlich wie gut er Fieber zwischen 40 und 41 Grad weggesteckt hat. Er war zwar ruhig, schlief aber nicht übermäßig viel. Interessantes Thema, ich hatte davon noch nie was gehört.
Liebe Grüße, AnnalenaO
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
Tochter 10/2012 Topfit

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Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 18.12.2018, 18:20

Also ich bin nicht weniger Autistin als sonst, wenn ich Fieber habe. Allerdings zeige ich im Alltag keine schwierigen Verhaltensweisen, die bei Fieber verschwinden könnten. Alle anderen autistischen Besonderheiten bleiben.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie


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