Isabell (Trageberaterin aus Kurpfalz)

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IsabellK
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Isabell (Trageberaterin aus Kurpfalz)

Beitragvon IsabellK » 06.12.2009, 21:17

Hallo,

ich bin Isabell, 32 Jahre alt und Mutter von zwei Söhnen (1 und 4), die viel getragen wurden bzw. immer noch werden.

Der älteste Sohn (17) meines Bruders hat das Down-Syndrom. Durch das Miteinander in der Großfamilie habe ich viel über das Leben, die Einschränkungen aber auch schöne Momente mit einem behinderten Kind erfahren dürfen. Leider kam meine damals noch sehr junge Schwägerin nicht mit dem Tragetuch zurecht, in eine andere Tragehilfe wollte ihr Sohn nicht und das Ergebnis war, dass die ganze Großfamilie den Jungen vom Säuglings- bis ins Kleinkindalter sehr oft auf den Armen getragen hat - um ihm die Geborgenheit zu geben, die er sichtlich brauchte. (Ich war damals 15 Jahre alt).

Nun bin ich selbst Mutter. Ich habe mit dem Tragen meiner eigenen Kinder gerade im Alltag (gerade weil ich beim zweiten Kind kaum Hilfe hatte) so gute Erfahrungen gemacht, dass ich diese gerne weitergeben möchte.

Seit Herbst 2009 bin ich als Trageberaterin tätig. Im Jahr 2010 werde ich mich an der Trageschule Dresden fortbilden und zertifizieren lassen. Die Kurse sind bereits gebucht. Als zweites Standbein haben wir einen Shop und Verleih für Tragetücher und ergonomische Tragehilfen aufgebaut, der uns momentan in jeder Hinsicht richtig fordert.

Als Trageberaterin bin ich im Kreis KA / MA / LU / HD / SP / GER / RP tätig.

Auf dieses Forum stieß ich über eine andere Trageberaterin. Ich möchte mich hier gerne mit meinem bisherigen Wissen einbringen, aber auch viel Neues dazu lernen. Bisher habe ich noch keine direkten Trageerfahrungen mit besonderen Kindern gemacht. Ich bin jedoch für alles offen und immer bestrebt, mein Bestes zu geben.

Freue mich auf neue Kontakte und interessante Beiträge.

Herzliche Grüße
Isabell
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Isabell mit
Flo(h) *06.2005 und "LilleValo" *05.2008
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Beitragvon ina boe » 06.12.2009, 21:59

hallo
und herzlich willkommen hier in diesem tollen forum!!
wünsche dir viel freude und nette kontakte!!
Jonas*98, Marian*00, Fritzi Pauline*08-Noonan Syndrom mit typ. äußeren Merkmalen, Mosaik Trisomoie 8, ASD2,Pulmonalstenose,Hyp. Kardiomyopathie,Ernährungs-gewichtsprobleme, hypothon, Jmml, Dumping Syndrom, Kleinwuchs...

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Beitragvon Alexandra H » 13.12.2009, 23:35

Hallo IsabellK, kannst du mir weiter Helfen?

Mein Kleiner ist 85 cm groß und hat 11 Kilo. Er hat noch keine gute Kopf-Rumpf-Kontrolle und überstreckt sich gerne nach hinten. Durch die Spastik hat er auch viel Kraft dabei. :(
Ich würde gerne mal ein Tragetuch ausprobieren. Ich bin selber nicht sehr groß und weiß nicht was das richtige wäre? Ich bin 165 cm und 50 Kilo. Wäre so ein Tuch eine Entlastung für meinen Rücken? Ich muss es auch alleine an und aus ziehen können! Da er motorisch wie ein Neugeborenes ist aber 11 Kilo hat+Spastik, habe ich abends oft Rücken und Schulterschmerzen. :cry:

LG Alex
Alexandra mit Prinz (2007) Frühchen, Gehirnblutungen 3.Grad, Hydrocephalus mit Shunt, Tetraspastik, BNS-Anfälle, Reflux, Sehbehinderung, Schilddrüsenunterfunktion, Lateralisation und drohende Luxation der rechten Hüfte, Skoliose, Rippenbuckel--- wird über alles geliebt, so wie er ist...

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Beitragvon IsabellK » 15.12.2009, 13:24

Hallo Alex,
ich hätte dir ja gerne zu einem elastischen TUch geraten, aber mit 11 Kilo ist das nicht mehr zu empfehlen.
Eine Entlastung für deinen Rücken würde dir das Tragetuch auf alle Fälle bieten - dennoch müsste man das mal "live" sehen. Wo wohnst du? Dann kann ich dir evtl. helfen, eine Trageberaterin in deiner Nähe zu finden.

Wie trägst du ihn denn normalerweise, wenn du ihn trägst? Mit beiden Armen vor deinem Bauch? Oder mit einem Arm auf der Hüfte? Sitzend (angespreizt) oder eher liegend? (Um mal abschätzen zu können, was gut für euch wäre..)

LG
Isabell
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Beitragvon Judith121 » 15.12.2009, 13:48

Hallo Isabell,

habe ungefähr die gleichen Probleme wie Alex. Mein Sohn hat auch keine Kopf-Rumpf-kontrolle, wiegt 10 Kilo, ich bin 167 groß und wiege 57 Kg also auch nicht viel größer als Alex. Ich trage Arne meistens über die SChulter gelehnt, dabei aber Kopfstützend, weil der immer nach Hinten fällt. Oder ich trage ihn in der rechten angewinkelten Armbeuge.
Was meinst du? Wir kommen aus MD!

LG JUdith
Judith *01/80, Stefan * 08/79, Eik * 05/05 und Arne 07/08 therapieresistente multifokale Epilepsie mit Beginn in der Neugeborenenzeit (4. Tag), Mikrozephalie, Erhebliche supratentorielle Hypomyelenisierung, Schwerste psychomotorische Retardierung, beidseitige Hüftluxion (OP im Jan. ´13)

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Beitragvon Alexandra H » 15.12.2009, 23:28

Hallo IsabellK,

ich trage ihn wie einen Säugling, selten auch über die Schulter da mach er sich aber sehr steif und versucht sich nach hinten weg zu überstrecken.

LG Alex
Alexandra mit Prinz (2007) Frühchen, Gehirnblutungen 3.Grad, Hydrocephalus mit Shunt, Tetraspastik, BNS-Anfälle, Reflux, Sehbehinderung, Schilddrüsenunterfunktion, Lateralisation und drohende Luxation der rechten Hüfte, Skoliose, Rippenbuckel--- wird über alles geliebt, so wie er ist...

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Beitragvon IsabellK » 16.12.2009, 10:01

Hallo,

für Kinder mit Spasmen werden elastische Tragetücher empfohlen, weil die nicht so einen großen Widerstand bieten und die Kinder somit nicht zu stark zum Gegendruck anregen. Einige dieser Tücher sollte man aber über 9 Kilo nicht verwenden. Aber ich glaube, es gibt auch welche mit höheren Belastungsgrenzen. Muss mich mal erkundigen.

Ich könnte mir bestimmte Tragetechniken mit gewebtem Tuch für euch vorstellen. Das geht aber über Internet definitv nicht.

In diesem Falle würde ich euch zu einer Trageberatung (im Idealfall zusammen mit einem Ergotherapeuten) raten. Eine Trageberaterin verlangt in der Regel ca. 20 - 35 Euro und die Trageberatung dauert ca. 2 Stunden.

Eine Trageberaterin in eurer Nähe findet ihr einer der Beraterinnenlisten von
www.trageschule-dresden.de
www.clauwi.de
www.rabeneltern.org

Ich hoffe, ich konnte euch helfen!

Herzliche Grüße
Isabell
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Beitragvon Siri Lehmann » 18.12.2009, 23:02

Hallo Ihr Lieben,

mit was und wie man ein besonderes Kind trägt, oder tragen kann, sollte immer mit dem zuständigen Therapeuten (im Idealfall der Arzt) entschieden werden.

In einer Trageberatung mit besonderem Kind sollte ausschließlich an einer Puppe ausprobiert werden, dieses dem Therapeuten vorgestellt werden und erst nach dessen ok mit dem echten Kind.

Die verschiedenen Symptome und Eigenheiten der verschiedenen Behinderungen sind so vielfältig, dass man keine pauschale Empfehlung geben kann und sollte.

Eine ausgebildetet TB wird Euch das auch bei der Kontaktaufnahme mitteilen.

Liebe Grüsse,
Siri
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Beitragvon Nellie » 18.12.2009, 23:35

Hallo Siri,

das halte ich für nicht praktikabel. Erstens haben die wenigstens Ärzte Ahnung von TTs oder Tragehilfen. Zweitens haben sie und Therapeuten oft sinnlose Argumente dagegen. Drittens hat dafür auch keiner Zeit.

Ich finde, eine Puppe bringt überhaupt gar nichts, weil die keine Spastik, keine Hypotonie, keine Anfälle, keine Unruhe, usw hat.

Hätte ich auf die KG gehört, hätte ich Linn nie getragen, dabei hat es ihren zu hohen Tonus gesenkt und die Unruhe vermindert. Und wir waren damit mobil, als wir noch keinen Rehabuggy hatten, weil die Kasse ihn verweigert hat.

LG
Nellie
Linn *2004, schwerste Mehrfachbehinderung durch pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet
A. *2009
Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. (Richard von Weizsäcker)

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Beitragvon Siri Lehmann » 19.12.2009, 08:50

Hallo Nellie,

so ist die klare Ansage der Trageschule Dresden.

Gerade weil die Therapeuten keine Experten auf dem Gebiet Tragen sind, ist es wichtig gemeinsam mit Therapeut und Trageberater eine Lösung zu finden.

Und praktikabel ist das sehr wohl, ich habe selbst eine Mutter mehrfach zur Ergotherapeutin begleitet, bis wir etwas geeignetes gefunden hatten.

Ich darf es mir als TB nicht anmaßen, zu wissen in welchem Maße ein besonderes Kind z.B. gespreizt werden darf, bis wohin es gestützt werden soll etc. Und ich darf mich als TB niemals über den Arzt stellen. Wenn ein Kind auf Grund meiner Beratung Probleme bekommt, habe ich ein riesen Problem.

Es ist eine Absicherung für die Eltern, für das Kind und für mich.

Da kann einfach sehr viel falsch gemacht werden.
Tragen - Für den besten Start ins Leben!



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