Alleinerziehend und das Amt macht Ärger?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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mine06
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Alleinerziehend und das Amt macht Ärger?

Beitrag von mine06 »

Hallöchen wie schauts aus wenn ich alleinerziehend bin und meine Tochter ein Pflegefall ist darf die ARge mich für einen Euro Losschicken weil ich ja sonst nicht für den Markt relevant bin auf grund der Therapien und termine die ich morgens anlaufe mit und auch ohne Tochter...
Nun möchte mich mein arbeitsvermittler vermitteln war dann bei dem Gespräch wo der andere Sachbearbeiter sagte das er mich nicht so vermitteln könnte nun sagt wiederrum der hier vor ort das ich mich weigere und er auf eine STellungsnahme wartet und dann endscheidet ob er mir das Geld kürzen tut. :?:

Ich verstehe die logig nicht die dahinter steckt wenn ich für den Markt nicht zur verfügung stehe das ich dann trotzdem für das Amt vermittelbar bin und das bei 60%behinderung und alleinerziehend....????????

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Isolde
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Beitrag von Isolde »

Hallo Mine,

darf ich fragen, wie alt Deine Tochter ist,
und welche Pflegestufe Ihr habt?
Geht sie in einen Kindergarten oder evtl. schon in die Schule?

Lieben Gruß - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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MamaUlli2000
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Beitrag von MamaUlli2000 »

Hallo Mine,

warum kannst du denn nicht die Termine verschieben?

Es ist schon - wenn auch mit Schwierigkeiten verbunden- möglich mit einem behinderten Kind arbeiten zu gehen. Und es tut auch gut, mal ein paar Stunden etwas anderes zu sehen.

Mein Sohn hat PS2 und SBA 80% mit BGH und ich gehe gerne arbeiten, seit er 2 Jahre ist. Allerdings nur Teilzeit.

Wenn du nicht vermittelbar bist, musst du - glaube ich - Grundsicherung beantragen, weil du bei der ARGE dann ja rausfällst. Bei denen musst du grundsätzlich min. 3StD pro Tag erwerbsfähig sein.

L.G. Ulli
Ulli mit Ann Kathrin, 1998 topfit und Sebastian 2000, HFA, AD(H?)S, Zwänge und Tics, Gangstörung,

mine06
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Beitrag von mine06 »

leonie hat pflegestufe 2 und 60% die termine können nur morgens angegangen werden da die nachmittags nur für schulkinder und da würde sie vor überreizung andere Kinder beißen kratzen und auch sich selber verletzten...

mine06
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Beitrag von mine06 »

und ja sie geht in kindergarten ist 5 aber ich muß sie sehr oft dort abhohlen da es nicht möglich ist sie dort von anderen fernzu halten und sie Kinder teils bis aufs Blut beißen tut durch ihre Gesichtslähmung merkt sie es halt nicht das es so dolle ist dieses beißen wiederrum hängt mit der sprache zusammen denn sie kann sich ja nicht mitteilen.

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MichaelK
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Beitrag von MichaelK »

Hallo Mine,

"Die Leistungen der Grundsicherung sind insbesondere darauf auszurichten, dass.... die familienspezifischen Lebensverhältnisse von erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die Kinder erziehen oder pflegebedürftige Angehörige betreuen, berücksichtigt werden,.... (§1 SGB II)

"Dem erwerbsfähigen Hilfebedürftigen ist jede Arbeit zumutbar, es sei denn, dass .... die Ausübung der Arbeit mit der Pflege eines Angehörigen nicht vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann,...." (§10 SGB II)

Wenn sich die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht mit der Pflege von Angehörigen vereinbaren lässt, darfst du ungestraft die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ablehnen.
Du mußt allerdings in dem Maße, wie die Pflege es zulässt, bereit sein, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Beispiel: Der Angehörige ist in Pflegestufe II eingruppiert und benötigt dafür etwa 21 Stunden Pflege pro Woche. In diesem Fall kann die Aufnahme einer Teilzeittätigkeit verlangt werden, ohne dass die Leistung gekürzt wird.
Auch die notwendige Betreuung muß, neben der Pflege, berücksichtigt werden, wenn sie nicht durch öffentliche Betreuungsangebote sichergestellt werden kann.
Pflege und Betreuung müssen abhängig vom Einzelfall, von den individuellen Umständen berücksichtigt werden.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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Tanja_S75
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Beitrag von Tanja_S75 »

Hallo Mine,

also meines Wissens wirst Du seitens der ARGE erst ab PS3 frei gestellt, ansonsten mußt Du Dich dem Arbeitsmarkt (wenn auch gering) zur Verfügung stellen.
Vielleicht wäre es doch ganz schön wenigstens ein paar Stunden in der Woche mal was anderes zu sehen? Und wenn ein Arbeitsgeber Dich unter diesen Voraussetzungen einstellt, hat er auch Verständins wenn Du dein Kind mal aus dem KiGa abholen mußt....

LG Tanja
unsere VorstellungTanja(34) mit Jenny, die etwas langsame aber zuckersüße Zicke (11 J. Williams-Beuren-Syndrom,entwicklungsverzögert) und Lisa, das süßeste Dauer-Baby seit es Babies gibt (9 J. Chondrodysplasia punctata,BNS-Krämpfe,Skoliose,infektanfällig,etc.) :)

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Beitrag von ehemalige Userin »

Voraussetzungen einstellt, hat er auch Verständins wenn Du dein Kind mal aus dem KiGa abholen mußt....
Hallo Tanja,
das wäre schön, wenn das so wäre. Ich denke hier muss das Kind nicht MAL abgeholt werden, sondern immer. Es müsste also eine Tätigkeit sein, die anfängt, wenn das Kind im Kindi ist und aufhört, bevor der Kindi aus ist. In den Ferien betreut. Bedeutet, dass es eventuell eine Teilzeit oder Minijobstelle sein könnte. Aber auf Dauerverständnis vom Arbeitgeber kann man nicht hoffen. :D

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ElisaMari
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Beitrag von ElisaMari »

Hallo Mine,

meine Tochter hat auch die PS 2 und ich bin aufgrund der notwendigen rund-um-die-Uhr-Betreuung vom Arbeitsamt ganz freigestellt, vergleichbar bei PS 3. Dazu hatte ich ein Attest des Kinderarztes. Das Amt verlangte Entbindung von der Schweigepflicht für MdK und behandelnde Ärzte, die mußte ich NICHT geben, da das gegen den Datenschutz verstößt! (habe mich beim Landesdatenschutzamt erkundigt)

Ich könnte nie einer Arbeit mit festen Terminen nachgehen, da die Krankheit meiner Tochter zu unberechenbar ist, wenn sie wie derzeit nachts fast nur wach ist und morgens Anfälle hat, dann bis in die Puppen schlafen muß um sich wieder zu erholen, da geht gar nichts mehr. Auch muß ich auf meine eigene Gesundheit achten.

Ich brauche keinen Job und kein "etwas anderes sehen", um mich zufrieden und erfüllt zu fühlen, bin sehr glücklich damit, nur für mein Kind da sein zu können (was nicht heißt, daß ich nicht eigene Interessen habe und verfolge, aber eben dann, wenn es geht und das, was mich entspannt - und ein Job bedeutet ja meist zusätzliche Anspannung).

Die Pflege und Betreuung eines behinderten Menschen ist ein Vollzeitjob, unabhängig von der PS, ist zudem psychisch belastend, dazu braucht man niemanden noch zu einer Erwerbstätigkeit verpflichten. Für solche Pflege- und Betreuungsarbeit bekommen andere Menschen, die das als Erwebstätigkeit machen, ausreichend Geld, aber als Mama oder sonstiger Angehöriger bekommt man ein Almosen und soll dann noch zusätzlich malochen. Pervers in meinen Augen!

Wer die Pflege und Betreuung des eigenen Kindes delegieren WILL und dafür gerne ein paar Stunden oder auch Vollzeit aushäusig arbeiten geht, der kann das ja auch gerne machen - aber man sollte sich immer bewußt sein, daß man dafür eben eine andere Aufgabe delegiert! GLEICHZEITIG (und dann noch alleinerziehend) pflegen und (aushäusig) erwerbstätig sein ist ein Ding der Unmöglichkeit. Oder hat hier jemand einen Job, wohin er sein behindertes Kind mitnehmen und es nebenher pflegen kann?

LG, Elisabeth
Elisabeth mit Charlotte (*07/97) und Samuel (*04/94)

Seit Jan. 08 hat Charlotte die Diagnose Dravet-Syndrom (molekulargenetisch bestätigt, SCN1A Missense Mutation).

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Sabine
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Beitrag von Sabine »

Hallo Mine,

arbeitende Mütter können auch nicht ihr Kind dauernd aus dem Kiga abholen. Da würde ich mal Tacheles reden oder das Kind in einen anderen Kiga geben, der sich mit verhaltensauffälligen Kindern auskennt. In einem Heilpäd. Kiga bekommt deine Tochter alle Therapien in der Einrichtung, sodass du am Nachmittag nirgends hinmusst - Mittagessen inkl. In einem guten Heilpäd. Kiga werden die Kinder bis 14.30 Uhr betreut, auch verhaltensauffällige, "schwierige" Kinder. Für mich war es in dieser Zeit gar kein Problem zu arbeiten, weil mein Sohn vor 15 Uhr nicht zu Hause war und satt, sauber und zufrieden wieder nach Hause kam.
In der Schule wird es dann schon schwieriger wegen der vielen Ferien und Schließtage. Da kommt es aber auch darauf an, in welchem Bundesland du zu Hause bist, denn in einigen Ländern wird auch Hortbetreuung in den Ferien angeboten.

Liebe Grüße
Sabine
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