Familie... naja... Freunde... Vergangenheit

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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marianne
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Beitragvon marianne » 08.12.2005, 15:39

Hallo Petra, wenn dich die Situation, wie ihr letztendlich behandelt wurdet, nicht überfordert hat, ist es sehr gut. Ich bin da automatisch von mir ausgegangen und ich wäre es definitiv gewesen.

Und da die Leute es sich halt nicht vorstellen können, kann man´s ja im Vorfeld nicht richtig erklären, ich konnte es ja nicht mal, wenn die Mütter Janosch gesehen haben, weil sie aus dem Bauch heraus ganz andere Gründe spekulierten als zutrafen. Das alles empfand ich neben der großen Alltagsbelastung immer als etwas, das ich mir ersparen wollte bis das Leben einfacher wurde und Janosch Kontakt zu Kindern von sich aus wollte. Und damit fing er mit 5 Jahren an. Davor war er täglich in Mutter-Kind-Gruppen und in Spielgruppen, aber private Treffen tat ich mir nicht an.

Und du hast Recht, die Vermutung anderer, bei Janosch könnte ein Erziehungsprobem vorliegen, hat mir schwer zugesetzt. Denn seine Probleme lagen ja vor allem auf der Verhaltensebene und ihm sieht man seine Behinderung gar nicht an. Erziehung war bei ihm als Kleinkind 10fach so schwer wie bei normalentwickelten Kindern. Da war ich äußerst dünnhäutig gegenüber dem Argument, er sei schlecht erzogen.

Die Gesellschaft will ich nicht ändern, dazu ist mein Alltag zu schwer. Versteckt habe ich Janosch nicht, aber es mir zusätzlich schwer gemacht habe ich auch nicht.

Das soll aber jede so halten, wie sie es für richtig hält. Ich habe ja nur meine Ansicht beschreiben wollen. Und solange mich Nachbarn nicht schneiden, fühle ich mich erstmal nicht schlecht behandelt, weil ich den engen Kontakt eh nicht suche. Das wollte ich vor allem deutlich machen.

Wie ging es bei dir mit der Nchbarin mit dem ordinären Vokabular ("kotzen" :shock: ) dann eigentlich weiter? Wie seid ihr nach diesem Satz weiter miteinander umgegangen?

Lieber Gruß

Marianne

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Petra B
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Beitragvon Petra B » 08.12.2005, 16:56

Hallo Marianne,

wir sind sehr auf Distanz, hatten aber auch vorher nicht viel Kontakt.

Wie ich ja oben schon schrieb haben wir hier in der direkten Nachbarschaft kaum Kontakte, wir passten und passen halt nicht ins Schema.

In den Jahren haben sich wenige gute Kontakte ergeben, man trifft sich zwar nicht oft, aber wir können uns auch nach Monaten ohne Kontakte gut unterhalten.
Das ist für mich mehr als jeden Tag gezwungene Gespräche.
Gerade komme ich von der anderen Nachbarin, sie waren im Urlaub, sie rief mich an "kommst du auf einen Tee??" wir haben uns unterhalten und es war nett.

Nur musste nun meine Tochter auf Manuel aufpassen, die kleine Schwester passt auf den großen Bruder auf. Hier muss sich bei uns noch etwas ändern und zwar bald.
Bin eifrig auf der Suche nach Möglichkeiten.

Viele Grüße
Petra B


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