Familie... naja... Freunde... Vergangenheit

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Beitragvon ConnyW » 22.10.2005, 20:35

Für dich doch immer Antje.....lach.....der Club wird zu meiner eigenen Überraschung sehr groß, aber komischerweise fühle ich mich dadurch nicht mehr ganz so einsam.....Gruß Conny
Was eine Kinderseele aus jedem Blick verspricht? So reich ist doch an Hoffnung ein ganzer Frühling nicht. (Hoffmann v. Fallersleben)

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Beitragvon ConnyT » 22.10.2005, 20:58

Hallo Conny,

möchte auch in den Club der Geächteten. :wink:
Habe alles mitgelesen und es geht mir genauso wie Euch!

Wünsche Euch ein schönes Wochenende. :icon_sunny:

Grüssle conny
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Beitragvon Sabine » 22.10.2005, 21:01

Hallo zusammen,

bitte, bitte Vorsicht mit den Familienaufstellungen nach Bert Hellinger!!! Das Prinzip funktioniert ähnlich wie Scientology (die Sekte, für die Tom Cruise eifrig Werbung macht und die in den USA als "Religionsgemeinschaft" gilt). Das ist alles mit großer, großer Vorsicht zu genießen und meiner Meinung nach nicht mit dem gesunden Menschenverstand zu vereinbaren!!! Das nur schnell am Rande!
Schreibe heute eigentlich keine Beiträge, weil ich noch leicht vergrippt bin und der Timmi auch, aber das war mir nun doch zu wichtig.
Ich würde um Hellinger einen großen Bogen machen.

Lieben Gruß,
Sabine
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Beitragvon Antje D. » 22.10.2005, 21:11

Hallo Sabine,
bzgl Hellinger:Genau das meinte ich. Vorsicht, es ist wirklich nur sehr wenigen Menschen möglich, dies auch unbeschadet durchzustehen.
Ich rate davon ab!
Viele Grüße

Antje D.

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AnjaR
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Beitragvon AnjaR » 22.10.2005, 21:42

Hallo an alle,

ich finde es sehr traurig, welche Erfahrungen Ihr mit Euren Familien und Freunden gemacht habt.
Also ich kann "gottseidank" sagen, dass sowohl unsere Familie , als auch unsere Freunde zu uns stehen und wir durch Joris sogar schon neue Freunde gewonnen haben. Urlaubsbekannte mit denen wir u.a. durch Joris ins Gespräch gekommen sind, wir mailen regelmäßig und haben uns schon besucht. Sie haben (laut eigener Aussage) eine Menge Hochachtung davor, wie wir die Dinge angenommen haben.

Ich denke Freunde, die sich von einem abwenden, sind nie echte Freunde gewesen.
Echte Freundschaft muss doch gerade in schweren Zeiten zum Tragen kommen.
Ärgert Euch nicht zu sehr über die falschen Freunde, sie sind es nicht wert und ihr braucht Eure Energie für was besseres.

LG Anja
Anja (´75), Jens (´73), Pascal Jannes (´01), Joris Michel (20.10.04)- Mischform: Dystonie/spastisch athetotische Tetraparese

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Beitragvon marianne » 23.10.2005, 11:03

Hallo Anja, ich stimme dir absolut zu: Echte Freundschaft und auch echte Familien-Unterstützung zeigt sich in schweren Zeiten. Und genauso, wie da so manche schlimme Enttäuschung passiert, passieren auch echte wunderbare Überraschungen. Ich habe so eine noch in diesen Monaten erlebt: Ich habe mit Janosch eine Krabbelgruppe wöchentlich besucht, seit er 1 Jahr alt war und bis er 3 Jahre alt war. Wir Mütter dort verstanden uns sehr gut, und ich konnte von den Erfahrungen der Mütter mit mehreren Kindern für meinen Alltag auch oft profitieren, denn ich war ja zum ersten Mal Mutter. Sie waren auch nicht so besserwisserisch belehrend wie man das ja leider oft ungefragt in Mutter-Kind-Gruppen (war ja auch noch mit Janosch als Kleinkind in Turn- und Musikgruppen etc.) aufgedrängt bekommt, sondern meistens angenehm. Auch waren dort so einige wie ich ältere Mütter, was auch gut passte. Dennoch merkten die anderen Mütter nicht so richtig, in welcher Ausnahmesituation ich mit Janoschs Verhaltensauffälligkeiten immer war, dachten auch immer, so besonders anders ist meine Situation gar nicht, auch, wenn ich immer hinter Janosch herraste, während sie viel länger still sitzen und sich unterhalten konnten, weil ihre Kinder nicht dauernd wegliefen und mehr Interesse an anderen Kindern hatten. "Das wächst sich noch alles aus" hörte ich auch dort. Auch zusätzliche private Nachmittagstreffen mit diesen Familien waren mir auf Dauer zu anstrengend wegen Janoschs Kontaktstörungen und "Hyperaktivität", die anscheinend nur ich wahrnahm.... :roll:

Umso erstaunter war und bin ich, wie sehr diese Mütter nun auf Kontakt beharren, erst recht , seit Janoschs Behinderung bekannt ist. Sie lassen uns nicht aus dem Kontakt schlüpfen :lol: und das überrascht und rührt mich sehr. Ganz locker treffen wir Mütter uns alle paar Wochen/Monate abends zum Essengehen, seit Ende der Krabbelgruppenzeit. Seit nun Janoschs Behinderung im SPZ im Sommer bestätigt wurde, habe ich das bei Telefonaten auch erzählt und es stieß auf Bedauern und Traurigkeit, aber auch auf eine deutliche Beschützerreaktion oder wie ich das nennen soll. Jedenfalls bestehen diese Mütter jetzt mehr denn je auf meinem Erscheinen bei den Treffen und rufen oft an. Freitagabend nun war wieder so ein Termin (gottseidank ganz nah), ich war eigentlich mitten in Umzugsvorbereitungen viel zu müde, aber wie mein Mann mir schon prognostizierte, würden sie sonst hier einzeln erscheinen, wenn ich nicht käme. Und was soll ich euch sagen? Es herrschte eine so warme und lockere und liebefvolle Atmospäre, dass ich mich kein bisschen anders fühlte als die anderen. Irgendwie waren sie sogar sehr offen mit eigenen Sorgen. Es war sehr sehr schön. Und ich frage mich, was darüber bestimmt, ob man solche oder solche Erfahrungen macht, denn ich habe ja auch schon hier über die Reaktion einer nahen Verwandten geschrieben, der ich nie diese Brutalität und Lieblosigkeit zugetraut hätte. ???

Eine andere enge Freundin von mir liebt Janosch zwar heiß und innig, aber ist kräftemäßig nicht in der Lage, mich tatkräftig zu unterstützen. Das habe ich lange nicht verstanden und ihr sehr übel genommen, dass ihre Hilfe rein verbal und oft gar keine war. Aber auch Freunde haben oft erstaunlich enge Grenzen, die gar nicht böse oder lieblos gemeint sind.

Lieber Gruß

Marianne

vjestica
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Beitragvon vjestica » 23.10.2005, 14:10

Hallo ihr Lieben,

ganz lieben Dank für eure netten Antworten.Komme jetzt erst dazu mich zu melde,da diese Tage doch sehr schwer sind.Goran hatte seinen "Op-Tag" am Freitag und hat ihn sehr schlecht überstanden.Das nur am Rande.
Dankeschön das ich im elitären "Club der Geächteten" aufgenommen wurde :lol:
Das hört sich doch ein bisschen nach Robin Hood an,find ich total Klasse.
Es ist schon erstaunlich wieviel Menschen die gleichen Probleme mit ihrem Umfeld haben,Conny du hast Recht,man fühlt sich nicht mehr so alleine.
Ich dachte schon ich fang an zu spinnen!
Leider habe ich überhaupt keine Familie die hinter mir steht,mein Vater verstarb viel zu früh und meine Mutter hat mich als ich 17 war zu Hause rausgeworfen und will keinen Kontakt mehr mit mir oder ihren Enkeln.
Einmal kam der Spruch:"Wenn Du mir 15000DM gibst,bist Du wieder meine Tochter."
Das Angebot hab ich dankend abgelehnt,ich glaube Mutterliebe kann nicht käuflich sein.
Deswegen schmerzt es umsomehr wenn der Freundeskreis immer kleiner wird,und die letzten Wochen gehen mir doch sehr an die Substanz.
Aber das brauch ich euch ja nicht erklären,das Gefühl kennt ihr ja leider auch zu genüge.

@ Antje D. deine Geschichte hab ich schon verfolgt und es ist sehr traurig wenn man angefeindet wird wegen seiner Kinder-es ist doch egal ob eigene oder angenommene.Es sind deine Kinder durch Liebe verbunden mit dir.Auch wir leben hier auf dem flachen Land und sind nur "Zugezogene".Dann ist mein Mann auch noch Ausländer,OH mein Gott!!!
Das wir rigoros im Dorfleben ignoriert werden ist doch klar.
Witzigerweise wurde mein 9jähriger dieses Jahr Kinderschützenkönig,was meint was da hier abging.Da haben die lieben Alteingesessenen noch ein paar Jahre dran zu knabbern :P

Auch Danke für eure Meinung über Hellinger,da war mein Bauchgefühl ja mal wieder richtig.Ist nur Blöd an so ner Sache eine langjährige Freundschaft zu Bruch gehen zu lassen.

Ich wünsch euch allen einen tollen Sonntag,es ist schön hier einen Ort zu haben an dem man verstanden wird.

@ Conny Wahnsinn,dein Thema betrifft so viele hier.Und danke für die Jammererlaubnis :wink:

Jenny

Ilona
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Beitragvon Ilona » 05.11.2005, 20:55

Hallo Ihr Lieben!

Darf ich auch in den Club?

Ich würde glaube ich einen ganzen Tag brauchen um alles aufzuschreiben! Also fassse ich mal kurz zusammen!

Bevor ich schwanger wurde gab es keinen Tag an dem ich nicht angerufen oder angesimst wurde was ich mache und ob ich Zeit und Lust für Kino, Essen gehen, Kneipentour Cocktailbar oder dergleichen haben! Als schwangere fiel ich schon bei so manchem durchs Raster, was mich aber nicht sonderlich störte oder interessierte! Es gibt halt Bekanntschaften, die halten halt nur so lange wie der jeweilige Teil des Lebens dauert!

Mit der Zeit kommt Dennis Behinderung halt immer mehr zu Tage, was natürlich auch Außenstehenden nicht verborgen bleibt, und Bekannten erstrecht nicht!

Meine Eltern waren sher schnell überfordert mit Dennis und auch ehrlich gasgt auch mit mir und meinem angeschlagenen Wesen! Sie lassen auch keine Gelegenheit aus um mir das zu zeigen!

Mein Freund ist zwar superlieb, und unterstützt mich auch, aber er macht eine Umschulung, ist selber alleinerziehender Vater, und muß seine Mama noch unterstützen weil sein Vater nicht gerade zu den Ehemännern gehört mit denen man alt werden möchte (um es mal vorsichtig auszudrücken)! Ihm fehlt oft halt auch die Kraft und schlicht und ergreifend die Zeit!

Viele aus meinem Freundeskreis sind weg gezogen wodurch der kontakt eh weniger wurde, und als dennis Behinderung immer deutlicher wurde habe ich den Kontakt auch selber etwas eingeschränkt, alle drei gesunde Kinder in Dennis Alter haben und teilweise jünger und ich das nichtertragen hätte immer vor Augen zu haben, wie weit Dennis Behinderung geht!

Aber ich habe jetzt den Sprung ins kalte Wasser gewagt, und mich mit genau so einer Freundin verabredet! Gleich für Montag nächste Woche! Sie hat sich sehr gefreut, daß ich mich gemeldet habe!

Jetzt zu einem traurigen freundschaftlichen Ereignis!

Bis vor kurzem war meine einzige Tatkräftige Unterstützung eine Freundin von mir! Dann hat sie sich im Sommer von ihrem Mann getrennt und das Unglück nahm seinen Lauf! Sie hatte gleich einen neuen, wozu ich nie etwas gesagt habe obwohl mir ihr Mann schon leid tat, weil der neue gleich bei ihr ein und aus ging obwohl ihr Mann noch nicht einmal eine eigene Wohnung hatte! Das hatte ich schon nicht mehr verstanden! Zeitgleich hatte sie auch immer weniger Zeit für mich und Dennis! Das habe ich noch verstanden, weil frisch verliebt möchte man ja nicht unbedingt ein behindertes Kind dazwischen rum krabbeln haben! Es tat zwar weh aber ich hab es verstanden!
An meinem Geb am 25.09. diesen Jahres hat sie den Kontakt zu mir ganz abgebrochen, weil die Freundschaft zu mir zu Zeit- und arbeitsaufwändig wäre und sie das nicht gebrauchen kann! HALLO :shock: :?: :?: Sie hat mir doch immer ihre Hilfe angeboten! Sie hat sich selber immer Als dennis Zweit-mama ausgegeben! Ich habe nie etwas von ihr verlangt! NIEMALS!
Und jetzt das! Ich kann es immer noch nicht glauben!
Jetzt habe ich so gut wie niemanden mehr der mich unterstützt!

Liebe und nachdenkliche Grüße

Ilona
Ilona 09/1977 mit Dennis 01/2003
Globale Entwicklungsverzögerung (wenige und kleine Fortschritte), keine Sprache, hypoton, autistisch, Epilepsie... Alles ohne Diagnose oder Ursache, und mit meinem geliebten Bruder im Herzen (17.04.1975-14.01.2008)

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Beitragvon Chrissie » 05.11.2005, 22:54

Hallo,

ich möchte auch in den Club.

Ich habe zwar noch einige sehr alte Freundschaften, die aber alle ziemlich weit weg wohnen. Bei den neueren trennt sich meist ganz schnell die Spreu vom Weizen, was bei mir anfänglich auch ziemlich weh tut. Ich bin zwar immer bemüht, es nicht an mich rankommen zu lassen, das gelingt mir aber nicht immer, kommt auch immer auf meine momentane seelische Verfassung an.

Das schöne an diesem Forum finde ich, daß man sich ganz oft verstanden fühlt.

Liebe Grüße
Ulli
Alexander 10/91 spastische Tetraparese, Epilepsie, Christina 5/90 und Niklas 10/2002 ADHS


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Beitragvon ConnyW » 07.11.2005, 19:42

Hallo ihr lieben "Club-Mitglieder" :D Ich habe einfach das Bedürfnis Euch ein kleines Gedicht mitzuteilen, welches ich schrieb, als ich gerade 15 Jahre alt war. Durch meine eigene Krankheit war ich plötzlich zur "Aussätzigen" geworden und war mehr als verzweifelt..........Zeige der Welt nie ein trauriges Gesicht - tränende Augen verstehen sie nicht - wenn auch dein Herz vor Kummer dir bricht - vor der Welt lache, doch weine für dich........... Wie es aussieht, waren meine Gefühle als 15-jährige nicht ganz verkehrt. Es passt noch immer und wie ich sehe, bei vielen von Euch auch. Verständnis kann man wohl nicht erwarten, wenn die Gesellschaft nur auf Perfektion bedacht ist, da passen wir nicht in das Bild hinein. So, jetzt fehlt uns hier nur noch ein Club-Name.......Laßt Euch mal was einfallen.....grins..........bis bald, Conny
Was eine Kinderseele aus jedem Blick verspricht? So reich ist doch an Hoffnung ein ganzer Frühling nicht. (Hoffmann v. Fallersleben)


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