Familie... naja... Freunde... Vergangenheit

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

Moderator: Moderatorengruppe

ConnyW
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 583
Registriert: 17.07.2005, 18:20
Wohnort: Hagen
Kontaktdaten:

Beitragvon ConnyW » 26.09.2005, 16:39

Ich danke Euch für Eure lieben Antworten. Ist es nicht verrückt, dass wir, die einen solchen Schmerz zu tragen haben, immer wieder noch eins drauf kriegen, anstatt das man uns einfach nur mal für ne Auszeit in den Arm nimmt?
Brigitte, Dir wollte ich sagen, dass nicht Du zu spät den Mut hattest zu Deinem Vater zu gehen, sondern er war zu feige, früh genug gekommen zu sein.
Amuelie, ich weiß sehr gut, was Du sagen willst, aber ich habe es satt, diese "Freunde" zu entschuldigen, in dem ich mir sage......"sie wissen nicht damit umzugehen".......Quatsch, alle wissen auch nicht, wie der neue DVD-Recorder funktioniert und kaufen sich trotzdem das neueste Teil......ok, der Vergleich hinkt ein wenig, aber müßte man nicht auch nur einfach uns fragen, um zu wissen, wie man sich dem Engel gegenüber verhält?
Marianne, Dein Part ist aber auch sehr groß, denn ein "angenommenes" Kind abzuschieben, wenn es nicht perfect funktioniert, fällt vielen leichter und daher bewundere ich Dich, dass Du diese Kraft und Liebe aufbringst. Es ist natürlich, dass auch Du ab und zu an Deine Grenze kommst, aber was solls.......man reißt sich zusammen, tritt sich in den A....... und dann gehts weiter. .
Ich danke Euch allen.......Gruß Conny
Was eine Kinderseele aus jedem Blick verspricht? So reich ist doch an Hoffnung ein ganzer Frühling nicht. (Hoffmann v. Fallersleben)

Julide
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 103
Registriert: 11.09.2005, 15:08

Beitragvon Julide » 30.09.2005, 21:55

hallo,
ich konnte und wollte am Anfang nicht begreifen,warum sich auch "gute Freunde " und Kollegen so zurückziehen. Bis ich der Wahrheit nicht mehr entfliehen konnte: wir passen nicht mehr in das ideale Gesellschaftsbild. Im Kollegenkreis wurde getuschelt,daß Kenan behindert ist und später mal im Rollstuhl fahren müsste. Habe mir dann den Mut zusammengenommen und angerufen. Ich habe gesagt, wenn sie schon alles über seine Behinderung auf die Welt setzen, sollten sie auch vorher mal kommen und die Person kennenlernen, über die sie sprechen. Im übrigen kann man ihn anschauen,er ist keine Bestie nur ein Frühchen! Das hat bei allen gesessen :o . Trotzdem traurig und sehr belastend.Mit betroffenen zu reden hat mir über diese schwere Zeit sehr geholfen!

Gruß Zülfiya
ehemaliges Frühchen, 23.SSW,Cerebralparese,höchstgradig sehbehindert, spricht und läuft nicht. Lächelt aber mit dem schönsten Lächeln,daß ich kenne!

Manu7
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 258
Registriert: 26.08.2005, 18:38
Wohnort: Elsdorf

Kenne ich auch

Beitragvon Manu7 » 04.10.2005, 19:56

Auch ich mußte diese Erfahrung machen.
Einige Freunde haben sich auch von mir verabschiedet und sich nicht mehr
gemeldet.
Aber ich stehe darüber.
Auch erlebe ich oft das meine Tochter blöde angemacht wird wenn wir zB.
über den Trödelmarkt gehe, oder beim Einkaufen bin.
Aber ich bin einer der den Mund nicht halten kann, und so gebe ich ihnen
eine passende Antwort zurück, meistens etwas lauter das es andere auch hören.
Meistens kommen positive Antworten von anderen zurück.

Gruß
Theo

Heike-Moritz

Beitragvon Heike-Moritz » 04.10.2005, 22:19

Hallo,

ich kann Euch allen nur zustimmen. Diese Erfahrungen, das sich vermeintlich wichtige Menschen zurückzuziehen, ist sehr schmerzhaft.

Es ist aber sicher nicht nur das besondere Kind, mit dem Freunde und Verwandte nicht umzugehen wissen. Habt Ihr Euch nicht auch verändert? Ich bin, seit unser Moritz bei uns ist, ein anderer Mensch geworden. Erstmal ein ganz verzweifelter, dann ein wütender und dann habe ich mich irgendwann in unser neues Leben eingelebt. Ich habe jetzt aber andere Lebensinhalte und vor allem andere Ziele. Ich kann verstehen, dass alte Freunde da oft nicht mitkommen.

LG Heike

ConnyW
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 583
Registriert: 17.07.2005, 18:20
Wohnort: Hagen
Kontaktdaten:

Beitragvon ConnyW » 05.10.2005, 06:46

Hallo Heike, natürlich habe auch ich mich verändert, aber vom Grunde her bin ich der selbe Mensch......Ich habe meine gleichen Vorzüge und Macken wie vorher. Durch Maurice bin ich nicht nur zum "Muttertier" mutiert, welches ihr besonderes Kind umhegt. Ich habe trotzdem auch noch mein eigenes Leben und mit den wenigen Menschen, mit denen wir noch Kontakt haben, sprechen wir nicht ständig über Maurice. Es wäre absurd sich nicht einzugestehen, dass wir eingeschränkt sind, aber wir sind nicht lebensunfähig geworden. Deine Selbstbeschreibung kann ich gut nachvollziehen, verzweifelt und wütend bin ich auch oft, aber ich bin auch noch ein glücklicher, manchmal auch unkomplizierter :wink: Mensch. Nur war ich auch früher schon so, da mein Leben nie einfach war. Es geht mir auch nicht darum, dass meine Bekannten bei meinem Leben mitkommen sollten, das wäre auch nicht möglich, aber es gibt auch die ganz "normale" (was man so normal nennt..) Conny, die sich über ganz normale Dinge unterhalzen will.
Manu, dass Du gelernt hast für Deine Tochter zu kämpfen, verlangt wohl die Situation. Schön, dass Du das so gut kannst. Aber wie auch an Zülfiyas Schreiben ersehen kann, können wir wohl alle einen Club bilden. Ich muß halt lernen, dass alles noch besser wegzustecken. Danke, Gruß Conny
Was eine Kinderseele aus jedem Blick verspricht? So reich ist doch an Hoffnung ein ganzer Frühling nicht. (Hoffmann v. Fallersleben)

DanielaD.
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 83
Registriert: 03.05.2005, 19:01
Wohnort: Nordhorn

Beitragvon DanielaD. » 05.10.2005, 18:13

Also ich kann das jetzt gar nicht so sagen.

Meine Familie,und Freunde zu dem Zeitpunkt von Lousias Geburt,sind auch heute noch meine Freunde.

Fremde ,ja die haben damals geguckt und ihre eigenen Schlüße gezogen,aber die können einem ja egal sein,oder?

Und mittlerweile durchs Net habe ich noch eine Menge Freunde dazugewonnen,die keine besonderen Kinder haben,die meine drei kennen.

Also das war nie ein problem von mir
Louisa(06.07.2000,Dandy Walker Syndrom mit assoziertem Hämangiom,Shunt,

Sandra ...
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 664
Registriert: 08.07.2005, 21:39

Beitragvon Sandra ... » 05.10.2005, 20:46

Hallo Conny!

Mein Arzt sagte mal,ich müsse mir ein dickeres Fell zulegen!Habe mir zu viel zu Herzen genommen und oft geweint!Er hatte so Recht mit der Aussage!Auch wenn es nicht immer leicht fällt! :wink:
Heute habe wir gute Freunde,wo ich mich auch mal ausheulen kann und die da sind,wenn man sie braucht!Die wirst Du sicher auch noch finden,da bin ich mir sicher!
Wenn andere Leute über uns reden,dann denke ich immer,die sollen erst mal vor ihrer eigenen Haustür kehren.Sind doch meistens die schlimmsten.Oder sie haben selber keine Kinder!

Kopf hoch
Sandra

DanielaD.
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 83
Registriert: 03.05.2005, 19:01
Wohnort: Nordhorn

Beitragvon DanielaD. » 05.10.2005, 21:49

Hallo Sandra ..., ich komme leider erst jetzt dazu, die für deinen lieben Beitrag zu danken. Es ist wirklich tröstlich zu sehen, dass soviele die gleiche Erfahrung gemacht haben und es trotzdem schaffen. Vielleicht finde ich ja sogar mal wieder den einen oder anderen Freuind. Dir und deiner Familie alles Liebe, Gruß Conny
Hallo Conny!

In deinem Profil steht du kommst aus Hagen?
Meine Mutter wohnt dort,und sie hilft beim Kinderschutzbund,im Moment betreut sie eine kranken Jungen.
Vielleicht rufst du einfach mal beim Bund an? Sie unterstützen ja nich nur in der Pflege.
Wäre vielleicht mal eine Idee um wieder Kontakte zu knüpfen?
Louisa(06.07.2000,Dandy Walker Syndrom mit assoziertem Hämangiom,Shunt,

Josef
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 43
Registriert: 10.09.2005, 12:25
Wohnort: Hohberg

Beitragvon Josef » 05.10.2005, 23:57

so... bevor wir jetzt hier nur noch in negativen gedanken versinken...
alle mal den kopf hoch, und ganz fest denken "Es geht weiter! ! ! :D
...wenn vielleicht auch anders als geplant, aber es geht auch weiter!
der größte teil der menschen ist der aufgabe einfach nicht gewachsen, das leben anders als "normal" zu leben.
auch wenn es manchmal nicht so aussieht, aber man findet immer wieder jemand der auf der gleichen wellenlänge liegt ;)

gute nacht zusammen! ;)
liebe Grüße
Josef
19 Jahre alt, ICP, ein stück weit gehfähig, aber ganz ohne rolli dann doch nicht ;)

ehem. User

Beitragvon ehem. User » 06.10.2005, 01:20

So ist es, Josef! Der größte teil der menschen ist der aufgabe einfach nicht gewachsen...

Danke für deinen Beitrag

Liebe Grüße

Karin


Zurück zu „Familienleben“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste