Wie lange zur Schule (Schulpflicht)?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Anjac mit Ramon
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Wie lange zur Schule (Schulpflicht)?

Beitragvon Anjac mit Ramon » 20.04.2009, 20:52

Hallo leute,
Ramon geht ja zum Weserbogen zur Schule, er hat in diesem Sommer die 10 Schulpflichtigen Jahre rum.Ich möchte ihn danach gerne zuhause lassen weil es ihm ihr am besten geht. In der Schule ist er oft Krank heute kam er mit gequetschten Fingern nach hause. (er kann ja auch nix, daher will ich ihn zuhause lassen). Naja die SCHULE sagt ES SEI PFLICHT DAS RAMON NOCH EIN jahr gehen muss,weil er noch kein Praktikum gemacht hat. (Ich frage mich wie soll er ein praktikum machen?) Wenn ich keine Schulverlängerung machen würde,würde die Schule das Jugendamt einschalten. So haben sie mir das jeden falls geschrieben.
Ich möchte gerne wissen ob es wirklich nach 10 Schuljahren Noch ein Verlängerungsjahr geben muss.

Wie gesagt ich hab auch meine Gründe warum ich Ramon gerne zuhause behalten möchte. Ich meine wenn die Lehrer okey wären wäre ja alles kein Ding, aber naja ich mag da keinen und Ramon auch nicht.

Ich danke schon mal für eure Antworten.
Viele Grsse Anja
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BineundBenji
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Beitragvon BineundBenji » 20.04.2009, 21:10

Hi Anjac,

Herford liegt in Nordrhein-Westfalen, oder? Habe mal gegoogelt und darunter folgendes gefunden.

Hier der Link:
http://www.schulministerium.nrw.de/Schu ... jsp?teil=4

Interessant war dort § 37 Abs. (3)

"(3) Die Schulpflicht zum Besuch der Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Sehen, Hören und Kommunikation, Körperliche und motorische Entwicklung, Sprache sowie Geistige Entwicklung dauert elf Schuljahre. Absatz 1 Satz 3 und Absatz 2 gelten entsprechend."

Beantwortet das deine Frage?Bzw. hilft dir das weiter?

lg
Bine
Benjamin (10) ADHS, Legasthenie, AVWS, Logopädietherapie u. Therapie wegen ADHS, Asthma***Michel (13) "normal", Verdacht auf ADS/ADHS, nur eine Niere, z.Zt. in Therapie "Erlernen von sozialen Kompetenzen" *** Selbst (43), ADHS, schwere Kniearthrose, auf re. Auge so gut wie blind, Adipositas, eingeschränkt Arbeitsfähig lt. Gutachter

Senem
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Beitragvon Senem » 20.04.2009, 21:11

Hallo Anja,

da muss ich aber der Schule recht geben.
In der Regel heißt es,dass man im Schulbesuchjahr Praktikas machen sollte,dass ist wichtig für die spätere Berufswahl. Und meistens wird ein Praktikum (so war das zumindest bei mir) in den letzten beiden Schuljahren gemacht.

Aber jetzt mal eine Frage: warum glaubst du dein Sohn kann nichts machen?
Er könnte doch zb in einer Werkstatt für Behinderte arbeiten?

Ich lebe in einer Einrichtung für Körper-u Schwerstmehrfachbehinderte Menschen und wir haben extra eine Gruppe,mit besonderem Förderbedarf (also für schwerstbehinderte).
Ich bin sicher,dass es für deinen Sohn auch eine Beschäftigung gibt.
Denn das wehre ja wichtig für ihn. Damit er andere Menschen kennenlernt und sich beschäftigen kann.

Viele Grüße,
Senem
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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Beitragvon Anjac mit Ramon » 21.04.2009, 15:19

Hallo,
danke für eure Antworten.
@Senem Also Ramon ist schwerst mehrfachbehindert und er ist wie ein Baby. Er kann nix halten,greifen,oder sitzen. er hat eine PEJ wo die in der Schule noch nicht mal mit klar kommen. Er ist sehr viel Krank und darum möchte ich ihn sehr gerne zuhause lassen,weil hier fühlt er sich am wohlsten. Er muss mehr mals am Tag umgelagert werden,und hier die werkstadt will nicht das ich mir die besichtige auser am tag der offenen Tür.

Viele Grüsse Anja
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Beitragvon Sigi60 » 21.04.2009, 16:19

Hallo Anja,

wir wohnen in Bayern. Mario sollte auch nach der Volksschule die Berufsschule für ein Jahr besuchen. Da hab ich Mario befreien lassen.

Das ging bei uns über das Gesundheitsamt. Ich habe zuerst der Schule geschildert, dass Mario doch sehr viel Hilfe braucht und die haben dann das Gesundheitsamt eingeschaltet. Nach einem Telefongespräch mit der Ärztin vom Gesundheitsamt wurde Mario dann vom Unterricht befreit.

Hätten die nicht mitgespielt, dann hätte ich Mario für dieses Jahr andauernd krankschreiben lassen.

LG Sigi
Mario (05/91) Muskeldystrophie Duchenne, Diana (01/90) ADS, Nicole + Nadine (08/95) ADS, KISS, Frühgeborene (29.SSW)

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Beitragvon AnjaH » 21.04.2009, 21:31

Hallo

ICh finde es sehr egoistisch ihn zu Hause zu lassen. Dein Sohn hat auch ein Recht auf ein Leben unter gleichaltrigen.
Wie lange willst du ihn zu Hause lassen?? Bist er 40 oder 60 Jahre alt ist? Und dann? Ihr seit nicht mehr am leben und er kennt das Leben in der Gemeinschaft nicht. Das ist dann erst grausam.

Also ich finde neben der Schulpflicht gibt es auch ein Recht auf Förderung für deinen Sohn.
LG
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24.3.04 frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 30.7.09 hypoton, Lernschwäche ( IQ 89),v.a ADHS u. Dykalkulie
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Beitragvon CordulaK » 21.04.2009, 21:58

Hallo,

@ AnjaH: Ich finde, das kann man von hier aus gar nicht beurteilen. Beim Lesen von Anjas Beiträgen hatte ich wirklich nicht das Gefühl, dass sie aus egoistischen Motiven handelt - denn sie schreibt doch, dass er sich zu Hause eben am wohlsten fühlt, dass er mit gequetschten Fingern von der Schule nach Hause gekommen ist u.a. Ebenso gut könnte man behaupten, es sei egoistisch, ein behindertes Kind zur Schule zu schicken - weil die Eltern dann mehr Ruhe und Freiraum haben. Das behaupte ich nun nicht, um Himmels willen, aber beide Behauptungen fände ich so viel zu pauschal, man muss sich immer den Einzelfall ansehen. Wenn Anjas Sohn nicht mal greifen oder sitzen kann, es ihm zuhause am besten geht und er ja immerhin schon zehn Jahre in der Schule war, kann ich gut verstehen, dass sie ihn zuhause lassen will.
LG
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Beitragvon Laila » 21.04.2009, 22:16

Hallo!

Ich finde die entscheidung auch okay und habe auch schon öfters davon gehört. Jonas geht auch nur wenige Stunden in die Schule, weil die Eltern ihn zuhause haben möchten. Er ist ebenfalls schwerstbehindert und hat auch nichts vom Schulbesuch, soweit wir das beurteilen können. Ihm ist dort zu laut, er mag die Busfahrt nicht und er krampft dort häufig... :roll:

Ich denke mit entsprechendem Antrag müsstet ihr das durchbekommen. Jonas soll auch verkürzen und danach "nur" zu den Therapien. Er bekommt dann aber verstärkt Therapie, weil er dann mehr Zeit hat und ausgeruhter ist.

LG Laila

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Beitragvon Tara-Elina » 21.04.2009, 22:26

hi,
also ich denke auch, dass, wenn es das beste ist für ihn zuhause zu bleiben, dann sollte man dass auch machen.. er kennt das schuleleben ja jetzt wohl gut genug ..
vielleicht tut ihm ein bisschen pause und ruhe mal ganz gut !

lg
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Tine.H
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Beitragvon Tine.H » 21.04.2009, 23:35

Hallo!

Ich kann deinen Wunsch, deinen Sohn zu Hause zu lassen sehr verstehen, zumal er ja auch andere Kinder um sich hat (Geschwister) und ihm von daher bestimmt nichts fehlen wird. Oftmals kennen Mütter die Bedürfnisse von ihren schwerstbehinderten Kindern am Besten und können auch die kleinsten Regungen des Kindes einordnen, wozu leider manche Lehrer in Sonderschulen nicht fähig sind gerade bei so schwer behinderten Kindern (andere wiederum schon).
Ich denke aber auch dass es für dich als Mutter bestimmt nicht einfach wird wenn du als Pflegeperson nun auch tagsüber (wo er sonst in der Schule wäre) pflegen musst. Oder habt ihr einen Pflegedienst, damit du auch mal ausspannen kannst?

Ich finde die Situation in der Schule deines Sohnes, das anscheinend nicht richtig auf die Bedürfnisse deines Sohnes eingegangen wird, schlimm, was ich aber auch auf Fehler im Schulsystem zurückführe. In dn meisten Sonderschulen G werden Kinder mit teils so unterschiedlichen Behinderungen in einer Klasse unterrichtet,z.B. hyperaktive, laute Kinder neben schwerstbehinderten, extre Geräuschempfindlichen Kindern, die auf Lautstärke mit Anfällen reagieren, und die Klassenstärke ist ja auch z.T. nicht so gering, 10-12 Schüler sind ja schon die Regel (meine Erfahrungen). Und diesen Ansprüchen aller Kinder gerecht zu werden, dass schafft man oftmals aus Personalmangel schon gar nicht, und man muss bedenken, dass z.B. Behandlungspflege wie halt der Umgang mit der von dir genannten PEJ- Sonde nicht unbedingt auf dem lehrplan für Sonderschullehrer steht.
Ich finde einfach, und das ist nicht böse gemeint, dass du das bedenken solltest, bevor du die Schuld auf die "unfähigen" Lehrer schiebst. Ich denke zur Begebung dieser Mängel sollten vermehrt wirkliche Fachkräftze für einzelne bereiche wie z.B. Krankenpflege eingesetzt werden, oft werden pflegerische Dinge doch von Zivis oder FSJlern erledigt, der Staat spart hier halt einfach Geld für Fachkräfte. Und das Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen in einer Klasse sind, ist ja nicht schlecht, da alle voneinander lernen, aber die Klassen sollten kleiner sein damit manden Bedürfnissen aller gerecht wird.

ich will damit nicht sagen dass alle Sonderschulen schlecht sind, es gibt besimmt genügend positive Beispiele aber diese Kritikpunkte haben eben doch ihre Berechtigung.

Ich wünsche dir das du für dich und deinen Sohn diie richtige Entscheidung triffst.
Lieben Gruß,
Kristine


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