Logopädin Aila

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Logopädin Aila
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Beitragvon Logopädin Aila » 08.12.2009, 20:02

Hallo Mandy,

ich hab da erst noch ein paar Fragen - die kannst du mir aber auch gerne als pn beantworten wenn du magst.

Seit wann bekommt eure Sophia schon Logopädie und wie oft in der Woche hat sie Therapie? Wurde sie mal getestet und was wurde für eine Diagnose gestellt? Hat sie auch noch andere Therapien? Seid ihr während der Therapie dabei? Wie ist denn ihre motorische Entwicklung?

Es ist immer sehr schwer aus der Ferne zu helfen und leider gibt es auch keinen "ultimativen" Ratschlag :wink:
Jedes Kind entwickelt sich anders und meist brauchen die Kleinen einfach mehr Zeit! Ich weiß, dass es besonders als Eltern nicht immer leicht ist, aber man braucht wirklich Geduld und auch die passende Therapiemethode, dann kommen auch die Fortschritte.

Grüße
Aila

Mika06
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Beitragvon Mika06 » 16.12.2009, 20:57

Hallo Aila,

wir hatten heute vormittag einen Termin in der UNI-HNO-Pädaudiologie und dort wurde bestätigt, dass Mika eine Sprechdyspraxie hat.

Er hat im Moment einen Wortschatz von ungefähr 100 Wörtern, spricht aber so undeutlich, dass es kontextunabhängig kaum zu verstehen ist. Er kann zwar alle laute isoliert bilden, kann diese aber schlecht kombinieren, und höchstens zwei-silbig sprechen. er ersetzt viele vorne gebildete laute durch hinten gebildete laute wie zB (Hose = Hore, Käse = Käre, Auto = Auko) oder läßt Auslaute einfach weg (Eis = Ei, raus = rau) oder hängt irgend etwas velares hinten dran (nein = neik). Manche Wörter sind gar nicht zu verstehen (jeijei = singen, raua = runter, Beppe = Treppe, ...)
Auf der Satzebene ist er mal gerade bei Zwei-Wort-Sätzen angekommen. Er macht stetig Fortschritte, sein Wortschatz wird immer größer, aber seine Artikulation nicht.

Nun meine Frage: Mika ist im Sprachheilkiga, wo er 2x die Wocho Logo, und 2x die Woche Motopädie bekommt. In der HNO die haben mir nun eine Verordnung gegeben über 10x logo und rieten mir, mir eine Logo-Praxis zu suchen, die auf Dyspraxie bei Kindern spezialisiert sind. Evtl. sollen die sich dann mit dem Logo im Kiga absprechen bzw zusammenzuarbeiten. Vielleicht kann unser Logopäde im Kiga sich auch fortbilden? Hättest du vielleicht Adressen von guten Logopäden hier, die eine Dyspraxie-Therapie durchführen können. Könntest du mir sagen, wo sich unser Logo im Kiga weiterbilden könnte? Was kann ich nun machen - gibt es Literatur zur Arbeit zu Hause?

Sorry für die vielen Fragen, hoffe du kannst mir weiterhelfen, gerne auch per PN,
LG, Isa
Mika 10/06 - globale Entwicklungsverzögerung, Sprechdyspraxie und motorische Dyspraxie

Logopädin Aila
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Beitragvon Logopädin Aila » 22.12.2009, 21:50

Hallo Isa,

gerade bei einer verbalen Entwicklungsdyspraxie ist es unumgänglich, dass mit einer ganz gezielten auf das Störungsbild abgestimmten Methode gearbeitet wird - ansonsten wird das Kind zwar Fortshritte machen, die Spontansprache bleibt aber weiter schlecht verständlich. Geeignete Methoden sind z.B. McGinnis, KoArt (nach Frau Becker-Redding) oder Taktkin / Prompt oder eine Modifikation des niederländischen Dyspraxieprogramms.

Literatur gibt es leider kaum und für das Arbeiten zu Hause gar nicht. Dafür ist das Störungsbild hier noch zu unbekannt. Schau mal hier im Unterforum "Sprache", da habe ich in einigen threads schon Infos zur Entwicklungsdyspraxie geschrieben.

Wo kommt ihr denn her? Vielleicht kenne ich ja Kollegen in der Nähe? Ansonsten kann man auf der Homepage des deutschen Bundesverbandes für Logopäden (www.dbl-ev.de) unter "Logopädensuche" nach Therapeuten suchen. Oder du fragst kannst gezielt in den Praxen bei euch nach, ob sie eine der Methoden kennen und danach behandeln können.

Fortbildungen für Logopäden muss eigentlich jeder Therapeut selber finden! Es kommt ja auch darauf an, in welchem Bundesland ihr seid und welche Fortbildungsanbieter dort Seminare für Logopäden machen. Aber übers Internet findet man ja inzwischen sehr viel :)

Grüße
Aila

Mika06
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Beitragvon Mika06 » 22.12.2009, 22:16

Liebe Aila,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Hast 'ne PN.

LG, Isa
Mika 10/06 - globale Entwicklungsverzögerung, Sprechdyspraxie und motorische Dyspraxie

Natalja81
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Beitragvon Natalja81 » 23.12.2009, 08:18

Hallo Aila,
ich habe zu viele Fragen, aber die wichtigste ist im Moment, die die Einschulung betrifft.
Vielleicht weißt du das. Mir wurde von irgendjemandem vor kurzem gesagt, dass ein Kind, was momentan keinen Logopädiebedarf hat, nie auf einer Sprachheilschule aufgenommen werden wird. Stimmt das???
Unser Problem ist, dass wir auf die Logopädin gehört haben und erst mal Ergo machen. Allerdings hatte ich auch kein gutes Gefühl bei der Logotante, es gab NIE Hausaufgaben, und bei nur einer 45-Minuten-Behandlung pro Woche ist es doch echt ein Witz. Wir waren über ein Jahr dort und so richtige Fortschritte konnte ich nicht vermerken.
Unsere KiÄrztin meint aber, dass sie neben Ergo keine Logo verschreiben dürfte...
Unser Problem ist im Moment, dass wir schon für Logo neben Ergo kämpfen würden, aber eben keine LogoTante/Onkel kennen, wo wir eben Sinn drin sehen.
Ich habe mir einiges von dir durchgelesen (nicht alles, sorry, ist echt zu viel mit nem Baby, dass jetzt riesen Hunger hat), das mit dem Marburger Training, hab jetzt das Arbeitsbuch von bestellt, ich MUSS auch zu Hause was machen können, sonst drehe ich durch.
Du kennst nicht ganz zufällig einen Logopäden in unserer Umgebung???

Liebe Grüße
Und sorry, dass es doch so viel geworden ist.

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Beitragvon Logopädin Aila » 27.12.2009, 19:27

Hallo Natalja,

ich weiß zwar jetzt nicht, was für Schwierigkeiten dein Kind hat, aber wenn es bis zur Einschulung schwerpunktmäßig sprachliche Defizite hat, dann ist eine Einschulung auf der Sprachheilschule möglich.
Du kannst aber auch bei den Förderschulen in eurem Kreis einfach mal nachfragen. Ich würde mir sowieso immer alle Schulen ansehen und dann entscheiden, welche Einrichtung am Besten zu meinem Kind passt.

Wieso kann eure Ärztin kein Ergo UND Logo verschreiben? Ich habe selber sehr viele Patienten, die ausser Logopädie auch noch andere Therapien erhalten.
Wenn ihr mit der vorherigen Praxis nicht zufrieden wart, dann würde ich euch empfehlen eine andere Praxis aufzusuchen. In Detmold kenne ich mich nicht aus, aber wie im vorletzten Beitrag schon geschrieben: auf der Seite www.dbl-ev.de kann man unter "Logopädensuche" im eigenen Postleitzahlengebiet suchen. Vielleicht hilft das ja weiter?!

Viele Grüße
Aila

UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 07.05.2010, 12:52

Hallo Aila,

vlt. kannst Du uns weiterhelfen, wo andere es nicht mehr können.

Unser Sohn, ist jetzt 5 J. und 3 Mo. alt.
Hier sind unsere Eckdaten.
- ab ca. 2 J. Sitzen und Krabbeln
- seit Sommer 09 Laufen
- Diagnose nicht bekannt
- Symptome: globale Entwicklungsverzögerung und Muskelhypotonie
- gutes Wortverständnis, aber keine Lautsprache
- ab ca. 3 J. kein Sabbern mehr, seit Herbst 09 tritt das Sabbern wieder auf.

Letzte Woche hatte ich 4 Termine im SPZ in Karlsruhe.
Leider hatte auch dort keiner eine gute Idee, woran das Problem mit dem Sabbern liegt. V. a. war das Sabbern schon mal ganz weg!
Ich frage mich auch, ob ich ihn noch irgendwie besser unterstützen kann, aktiv sprechen zu lernen. Er hat einen GoTalker bekommen und wir setzen auch GuK ein.
Unsere Logopädin, bei der wir einmal die Woche einen Termin haben, hat bzgl. Sabbern auch keine so richtige Idee mehr.


Gruß,
Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus

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Beitragvon Logopädin Aila » 08.05.2010, 12:11

Hallo Ursula,

wie sieht es denn mit dem Essen und Trinken aus? Kann dein Sohn gut kauen? Wie ist denn die Sensibilität um den / im Mundraum? Gibt es Zeiten oder Situationen, in denen das Speicheln besonders stark ist?

Bei hypotonen Kindern ist ja nicht nur der Gesamtkörpertonus betroffen, sondern eben auch die orofaziale Muskulatur, also auch Lippen-, Zungen-, Wangenmuskulatur. Das beeinflusst dann auch das Kauen und Schlucken. Ist auch noch die orale Sensibilität betroffen, dann kann es sein, dass das Kind einfach nicht fühlt, dass der Speichel rausläuft bzw. es schluckt einfach seltener den Speichel runter.

Es gibt Therapeuten, die sich auf Mund- und Esstherapie spezialisiert haben - am Bekanntesten sind die Castillo-Morales-Therapeuten oder Brondotherapeuten. Was macht denn eure Logo mit eurem Sohn?

Grüße
Aila

Logo-Steffi
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Beitragvon Logo-Steffi » 09.05.2010, 21:28

Hallo UrsulaK,
ich habe gerade deinen Talk mit Aila gelesen. Ich bin auch Logopädin im Landkreis Karlsruhe. Das SPZ ist mir bestens bekannt. :?
Kurze Frage: hatte dein Sohn in letzter Zeit häufig Erkältungen oder ist bekannt, dass er vergößerte Rachen- oder Gaumenmandeln hat? Mitunter könnte auch das ein übermäßiges "sabbern" auslösen, nämlich dann, wenn ein "Hindernis" existiert, das das Abschlucken von Speichel erschwert.
Ansonsten pflichte ich Aila voll und ganz bei - Grüße an sie.

Liebe Grüße Steffi

UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 10.05.2010, 16:11

Hallo Aila, hallo Steffi,

ich antworte erst jetzt, da wir übers Wochenende weg waren.
Ich will versuchen so gut wie möglich Eure Fragen zu beantworten:
Beim Essen ist unser Sohn eher wählerisch. Er ißt v.a. gerne Nudelgerichte mit einer Tomatensoße. Am liebsten hat er Spaghetti mit Tomaten Hackfleisch Soße, Spätzle mit Linsen, Lasagne, auch mal Pizza und Pfannkuchen. Fleisch, bis auf Hackfleich, ißt er nicht, ebensowenig Gemüse.
Mit Brot ißt er nur Brot mit Nutella. Käse oder Aufschnitt ißt er wieder nicht. Beim Brot ißt er aber die Kruste mit, auch wenn diese etwas krosser ist. Gelegentlich ißt er auch mal ein Rosinenbrötchen.

Unsere Logopädin hat mit ihm anfangs auch nach Castillo-Morales gearbeitet. Als er ca. 3 J. alt gewesen ist, hat dann auch das Sabbern aufgehört. Danach ist sie mehr dazu übergegangen, mit ihm z.B. GuK zu machen oder Dinge wie Zuordnungsspiele, Bilderlotto usw..

Er hat zwar ab und zu eine Erkältung, dann wird der Speichelfluß auch wieder mehr. Aber selbst dann, wenn er nicht erkältet ist, speichelt er, allerdings weniger.

Ob er vergößerte Rachen- oder Gaumenmandeln hat, weiß ich nicht. Ich könnte aber mal den Kinderarzt danach fragen. Ich habe am 20.05. einen Termin bei ihm.

Er steckt auch mal gern wieder seine Finger in den Mund, auch beißt er wieder gerne auf etwas herum. Aus diesem Grund habe ich ihm auch wieder Beißringe gekauft, die er auch ab und zu nutzt.

Wenn Ihr noch irgendwelche Ideen hättet, wäre ich sehr dankbar.

Grüße,
Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus


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