Logopädin Aila

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Beitragvon Heikem » 11.03.2009, 11:43

Hallo Aila!

Ich habe nun den Arztbrief der Pädaudiologie erhalten .
Vielleicht kannst du mir einiges erklären, da ich diese nicht verstanden haben jetzt beim Lesen .
Es handelt sich um Matthias ( 3, 6 Jahre ), allgemeine Sprachentwicklungsverzögerung.

Semantisch-lexikanische Ebene:Auffällig.Laut patholinguistischer Diagnostik bei SES nach Kauschke und Siegmüller ist die Wortproduktion als stark auffällig einzustufen.


Was bedeutet patholinguistisch und Determinanten ?


heike
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Beitragvon Logopädin Aila » 22.03.2009, 12:46

Hallo Heike,

die Patholinguistik (Sprechwissenschaft) befasst sich mit der Forschung, Lehre von Sprach- und Sprechstörungen. Die patholinguistische Diagnostik ist also ein "Test"/eine Untersuchung, bei der die einzelnen Bereiche der Sprache untersucht werden.

Das Ergebnis für Matthias heißt, dass sein aktiver Wortschatz und wahrscheinlich auch Satzbau und Grammatik (wie z.B. Mehrzahlbildung, Artikelzuordnung usw.) sehr auffällig / nicht altersgerecht entwickelt sind.
Determinatoren ist ein Oberbegriff für Artikel (Demonstrativ-, Possesivpronomen).

Grüße
Aila

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Beitragvon Heikem » 22.03.2009, 12:50

Danke Aila für die Erklärung.

Ja, er hinkt da sehr hinterher und holt langsam mit Logopädie auf.

lg
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g/k durch d/t ersetzen

Beitragvon IrisB » 02.05.2009, 20:05

Hallo,
mein Sohn, Johannes, 5,5, hat ziemlich lange schlecht gehört und mit 4 Jahren Paukenröhrchen bekommen. Seither hat er sprachlich rapide aufgeholt; aber er ersetzt immer noch häufig g/k durch d/t, vor allem im Anlaut, wenn es Bestandteil einer Vorsilbe ist ("Das hab' ich gut demacht. Hattest du mich dehört?"), mitunter auch im Wortinneren. Wenn man ihn auffordert, kann er die Wörter korrekt nachsprechen, aber auch nur dann. g/k vor a oder o oder Konsonanten ist auch kein Problem. Die Kinderärztin hat bei der U9 nichts dazu gesagt, auch die Schulärztin (er wurde gerade ein Jahr zurückgestellt) fand ihn sprachlich auch unauffällig. Kann/sollte ich was unternehmen? Reicht abwarten? Hilft korrigieren? (Die pädagogisch korrekte Variante, die richtige Variante in einen Antwortsatz einzubauen, nervt ihn ausgesprochen, mit eindeutigem Korrigieren hat er im letzten Jahr eine Menge schwieriger Lautkombinationen, z.B. kr/tr gelernt).

Herzliche Grüße
Iris
Iris mit Johannes (Herbst 2003), Asperger Syndrom, und Konstantin (Frühling 2006), HFA
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Beitragvon Logopädin Aila » 04.05.2009, 18:54

Hallo Iris,

die Laute K/G sind gerne mal "hartnäckig" :roll: und da dein Sohn ja lange schlecht gehört hat, liegt es bei ihm daran, dass er diese ähnlich klingenden Laute nicht gut über das Gehör unterscheiden konnte und "falsch abgespeichert" hat.
Dass heisst (einfach ausgedrückt) - bei ihm kommt dann tatsächlich z.B. "Tint" anstatt "Kind" oder "Tasse" anstatt "Kasse" im Kopf an. Und obwohl er die Wörter richtig nachsprechen kann und die Ohren wieder frei sind, macht er es in seiner Spontansprache wieder "falsch". Da die Vorsilbe "ge-" unbetont ist, wird sie auch häufig ausgelassen oder durch "de-" ersetzt.

Grundsätzlich ist korrektives feed-back gut - du wiederholst einfach richtig, was das Kind sagt. Lässt man das Kind alles nachsprechen oder korrigiert eben alles, dann kann es natürlich passieren, das es irgendwann abblockt oder mit Frust reagiert. Und ganz ehrlich: wir Erwachsenen mögen es ja auch nicht gerne, wenn wir ständig mit der Nase darauf gestoßen werden, wenn wir Fehler machen :wink:

Damit du eine sichere Diagnose hast würde ich dir Folgendes raten: Du hast ja die Möglichkeit, deinen Sohn beim Logopäden vorzustellen - vielleicht würde der Kinderarzt (wenn er nicht gerne verschreibt) zumindest Eine Therapieeinheit aufschreiben zur Diagnostik. Beim Logopäden wird dann festgestellt, ob Therapie notwendig ist, und was ihr zu Hause unterstützend noch tun könnt.

Grüße Aila

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Beitragvon IrisB » 05.05.2009, 13:45

Hallo Aila,

danke für die Antwort. Das korrektive feed-back wird einem ja immer nahegelegt; wenn der Grund dafür wirklich ist, dass angenommen wird, dass das Kind dann weniger schnell abblockt, bin ich beruhigt - Johannes macht da keinen Unterschied, bzw. offene Korrektur (in sparsamer Dosierung) nimmt er eigentlich besser an - man kann das ja verpacken. Für einige Lautkombinationen sind wir mit Dinosauriernamen sehr gut vorangekommen - da gibt es ja endlos viele höchst komplizierte Wörter, die einfach auszusprechen sind und voll des Stolzes, dass er Plateosaurus, Plesiosaurus und Diplodocus sagen kann, hat er dann auch z.B. Triceratops geübt. Muss ich wohl mal nach interessanten Tieren mit unbetonten "ge-"s suchen.

Logopädie würde ich - in Absprache mit der Kinderärztin - gern rauszögern, wenn's geht - er hat gerade frisch Ergotherapie und hatte im Zusammenhang mit der Rückstellung von der Einschulung so viele Arzttermine, z.T. recht frustrierende, dass ich ihm lieber ein paar Monate Pause gönnen und dann nach den Sommerferien nochmal rangehen würde.

Herzliche Grüße
Iris

PS:
Feedback-Anekdote aus der Zeit, als er noch wesentlich schlechter gesprochen hat:
Johannes kommt angerannt:
"Mama, Mama, is hab mit K. destreitet!"
"Ach, ihr habt gestritten? Worüber denn?"
"Nein, is hab mit K. destreitet!"
"Du hast dich mit K. gestritten?"
"Nein, is hab mit K. destreitet!"
"Du hast mit K. destreitet?"
"Ja."
Johannes rennt fröhlich wieder ins Kinderzimmer.
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Beitragvon Logopädin Aila » 05.05.2009, 19:11

Hallo Iris,

die Idee mit den Dino-Namen ist ja klasse :D
Ich kann verstehen, dass du Johannes nicht noch mehr Termine aufhalsen möchtest. Vielleicht könnt ihr nach dem Ergorezept ja dann wechselweise Logopädie machen, wenn es nötig sein sollte. Denn zu lange aufschieben würde ich es ehrlich gesagt nicht. Sollte nämlich Logopädie erforderlich sein, dann braucht Johannes ja auch dort die Zeit um "aufzuholen". Und ich habe eben schon oft die Erfahrung gemacht, dass Kinder kurz vor der Einschulung kommen, und dann soll "mal eben" die Logopädin das Kind schulfit machen und das Kind soll am Besten auch perfekt daran arbeiten :(
Jetzt habt ihr ja zum Glück noch etwas Zeit und ich denke ihr findet da schon einen guten Weg!

Grüße
Aila

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Beitragvon Judith R. » 20.06.2009, 13:45

Hallo , ich bin noch ganz neu in diesem Forum und wollte fragen ab welchem Alter man mit seinem Kind zur Logopädin geht?
Meine Tochter ist erst 19 Monate und hat eine Tertaspastik und sagt noch kein Wort oder zeigt auch noch nicht mit dem Finger auf Gegenständen oder Personen .
Sie kreischt viel mehr ,mehr ein Freudeschreien !
Gibt es schon Übungen für so kleine ?
Mach ich mir schon zu früh Sorgen?
Liebe Grüße von Judith mit Sinja, 26.11.07, 31.SSW, Tetraparese beinbetont, hochgradig Schwerhörig an Taubh. grenz., ist mit 2 CI´s im Rolli die Welt am erobern :) mit ihrem kleinen Bruder 26.3.14

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Beitragvon Logopädin Aila » 21.06.2009, 12:36

Hallo Judith,

wann ein Kind zum Logopäden muss hängt von der Art der Behinderungen ab. Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder z.B. Frühchen/Kinder mit Ess- und Trinkstörungen kommen teilweise schon mit ein paar Wochen oder Monaten zur Therapie. Wichtig dabei: es muss wirklich ein Logopäde sein, der sich auf so Kleine bzw. auf diese Art der Störungsbilder spezialisiert hat!

Meist wird bei so kleinen Kindern auch in Intervallen gearbeitet - man bekommt z.B. alle 4 Wochen einen Termin, bei dem besonders die Eltern Ratschläge bekommen. Ich selber finde es sehr wichtig, dass die Eltern gerade im Bereich "Füttern/ Essen und Trinken" Techniken und spielerische Übungen erlernen - ich bilde also die Eltern als Co-Therapeuten aus :) Denn ich sehe das Kind ja nicht jeden Tag und muss es täglich füttern, sondern die Eltern!

Was das Sprechen angeht: auch da entwickelt sich jedes Kinders in seinem eigenen Tempo. Und wenn du dich z.B. unsicher fühlst, oder einfach gerne Ratschläge haben möchtest, wie du deine Tochter unterstützen kannst, hast du die Möglichkeit dir vom Arzt eine Verordnung über eine Therapieeinheit für ein Beratungsgespräch zu holen.

Grüße
Aila

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Beitragvon mandy1981 » 07.12.2009, 17:44

Hallo Aila,

ich habe gelesen das Du Logotherapeutin bist und ich habe mal eine Frage an Dich. Meine Tochter Sophia (7) ist sehr stark entwicklungsverzögert. Ihre Sprache ist immer noch sehr dyslallisch (ich hoffe, ich habe das Wort richtig geschrieben). Sie bekommt auch Logopädie aber es wird und wird nicht besser. Sie kann auch immer noch kein k oder g sprechen. Ich weiß nicht mehr weiter. Wir versuchen sie immer zu korrigieren, in dem wir die Wörter immer und immer wieder langsam richtig gesprochen wiederholen, aber es bringt nichts. Auch spricht sie von sich immer noch in der dritten Person. Also sagt z. B. Sophia ist lieb. Statt, ich bin lieb.

Kannst Du uns noch einen Rat geben. Wir wissen wirklich nicht mehr weiter. :?:
Mitglied im Stadtelternrat Leipzig sowie
deleg. des Landeselternrates Sachsen
stellv. Vorsitzende des Ausschusses der Förderschulen im Landeselternrat Sachsen


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