Besonderes Kind als Sandwichkind?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Stef
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Besonderes Kind als Sandwichkind?

Beitragvon Stef » 13.08.2005, 14:01

Hallo,
wir denken gerade immer wieder über ein drittes Kind nach. Aber das würde Sarah in die Sandwichposition bringen und da hab ich ein bisschen Angst davor. Sie hat Neurofibromatose aber momentan keinen Entwicklungsrückstand. Sie ist ein sehr "starkes" Kind, dass weiß, was es will und sich auch - so gut es mit zwei Jahren schon geht - durchzusetzen versucht. Für ihre Zukunft wünsche ich ihr natürlich eine große Portion Selbstvertrauen, damit sie sich in unserer Gesellschaft behaupten kann.
Ich habe Sorgen, dass eine "Entthronung" ihrem Selbstbewußtsein einen Knacks versetzt. Außerdem erlebe ich in vielen Familien mit drei Kindern, dass sich das Älteste mit dem Jüngsten zusammenschließt und das Mittlere außenvor bleibt. Diese Situation wäre mir für Sarah unerträglich!
Andererseits - abgesehen von unserer Überlegung als Eltern (Wollen wir nicht noch ein Kind?) würde es Johanna (unserer Großen) wahrscheinlich gut tun, noch ein Geschwisterchen zu haben. Und vielleicht würde es meine tendenzielle Überfürsorge für Sarah ja auch in realistischere Bahnen lenken?
Was meint Ihr dazu?
Wer hat ein besonderes Kind in der mittleren Position der Geschwisterfolge?
Liebe Grüße,
Steffi

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Markus
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Beitragvon Markus » 13.08.2005, 14:21

Hallo Steffi,

wir haben auch 3 Kinder, unsere älteste hat die Behinderung. Unser Sohn als mittlerer zwischen 2 Mädchen ist an unserer kleinen, obwohl sie erst 3 Monate ist, unwahrscheinlich gewachsen. Unsere Kinder sind fast 8 Jahre, 5 Jahre und die Kleine 3 Monate alt. Ich bin auch mit 2 Schwestern aufgewachsen, allerdings als Jüngster, und habe das Gefühl, dass meine Schwester, die in der Mitte war, die stärkste Persönlichkeit entwickelt hat. Ich fänds toll wenn es eine "kinderreiche" Familie mehr in unserem Kreis geben würde. Also nur zu Steffi.


Liebe Grüsse

Markus
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Kathleen
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Beitragvon Kathleen » 13.08.2005, 18:24

Hallo Steffi,
also zu Deiner Sorge das sich das Große Kind mit dem kleinsten zusammentut, kann ich dir nur aus eigener Erfahrung sagen, dass dies nun wirklich nicht immer sein muss. Ich bin sozusagen auch Sandwichkind ( ;-) ) Und ich war es mit der mein Großer Bruder sich gegen den Kleinen verschworen hatte. Mein Kleiner Bruder hatte es wirklich nicht leicht mit uns ;-)

Liebe Grüße Kathleen
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Sandra ...
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Beitragvon Sandra ... » 13.08.2005, 20:51

Hallo Steffi!

Wir haben auch drei Kinder,allerdings ist unsere älteste das besondere Kind.Alle Kinder werden gleich erzogen.Bei unseren mittleren meinen auch viele,daß sie das Sandwichkind ist(nach ihrem Benehmen).Ich finde das nicht.Sie ist nur die Sensibelste!!!!!Jedes Kind hat seine ganz eigene Persönlichkeit!!!Kleine Geschwister können auch sehr anspornend sein.

L.G.Sandra

josysmama
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Beitragvon josysmama » 14.08.2005, 18:16

Hallo ,,


Wir haben einen großen Sohn und unser besonderes kind ist das Mittlere, in 7 Wochen bekommen wir unser drittes Kind.

Ich habe mir über diese Problematik nie wirklich gedanken gemacht , da kranke Kinder auch sehr viel von Ihren Geschwistern profitieren können. Josy freut sich bis jetz noch das wir noch ein Baby bekonmen , und ich deke ihrer Entwicklung tut das nichts schaden.

Die einzige ´Sorge die wir haben ist das es vielleicht nicht gesund wird , aber selbst das würde mich nicht davon abhalten , denn es muß ja nicht so kommen.



Liebe Grüße Conny
Goldenhar Syndrom,ASD, VSD, Pulmonastenose, Spinalkanalstenose Duana Syndrom.Hörschwäche , Fehlbildung der HWS und BWS, Auditive Wahrnehmungs und Verarbeitungsstörung, Weitsichtig, unterentwickelter Kiefer , HWS Op zweifach 2011,Tethered Cord. (Lukas 01.00 und Cheyenne 02.07 an der hand und Franziska Charline *31.08.05 für immer im herzen

Elbac
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Beitragvon Elbac » 14.08.2005, 22:47

Hallo Steffi,
ich(20) bin auch ein sogenanntes "Sandwich-Kind" und ich habe eine ältere Schwester (25) und einen jüngeren Bruder (19), der gleichzeitig behindert ist. Meine Mutter meinte letztens, dass sie eigentlich 4 Kinder haben wollte, aber nachdem mein Bruder behindert war und ich auch noch klein war und meine Eltern selbstständig sind, sind wir 3 geblieben.
Ich habe unter dieser Position nicht gelitten und wurde genauso beachtet. Wir haben zwar selten zu dritt gespielt, aber ich fühlte mich nie ausgegrenzt. Ich habe sehr viel mit meinem Bruder gespielt und als das noch nicht ging mit meiner Schwester. Ich bin sehr froh, dass wir 3 sind, hätte natürlich nichts gegen noch eine Schwester oder einen Bruder gehabt, kann meine Mutter allerdings sehr gut verstehen.

Ich kann natürlich nur meine persönlichen Erfahtungen mitteilen, aber vielleicht hilft es bei eurer Entscheidung, wenn ihr mehrere persönliche Beiträge lest.

ich wünsche euch, dass ihr für euch die richtige Entscheidung trefft!
Doreen

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Beitragvon Cerstin » 15.08.2005, 08:35

Hallo Steffi,

Mascha ist ein Sandwich Kind, über Ihre Position haben wir nicht nachgedacht, da Ihr Entwicklungsrückstand erst mit 2 Jahren so richtig auffällig wurde, und da war Hannah schon da.
Wir haben 3 Mädchen, wobei die älteste 9 Jahre älter als Mascha ist.
Hannah und Mascha sind auf den Tag genau 2 Jahre auseinander.
Das einzige was ich persönlich (aber das sind meine ureigensten persönlichen Probleme) schrecklich finde, ist, daß Hannah jetzt mit 4 Jahren, Mascha in einigen Dingen Überholt. Und da Mascha dies mitbekommt, tut es mir weh.
Mascha scheint damit nicht so sehr die Probleme zu haben. Die beiden Spielen stundenlang toll miteinander. Und Mascha kann von Hannah lernen.
D.h. Mascha war immer ein liebes, ruhiges Kind, welches sich nie durchgesetzt hat (gegen die Cousine 2 Jahre älter)
Durch Hannah (Dickkopf) lernt sie, daß sie sich nicht alles gefallen lassen muß.
Als Hannah anfing zu sprechen, hat auch Mascha sich mit dem Sprechen mehr mühe gegeben.
Soviel erstmal, muß noch alle Einträge vom We durchlesen, wenn Du noch fragen hast, nur zu,
Liebe Grüße Cerstin
Mascha 5/99 leichte geistige Behinderung, Rolando Focus, Entwicklungsverzögert ca. 2 Jahre. KISS Syndrom. und Hannah 5/01 ADS-Träumer
Cerstin66 nach Depr./Angstat.nun ADS Gemischter Typ
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Dagmar Loeber

Große Tochter gesund (ADHS), Mittlere NF1, Kleine gesund

Beitragvon Dagmar Loeber » 30.08.2005, 07:27

Hallo Stef,

ich habe auch 3 Kinder. Unsere kleine kam kurz vor der Diagnose NF1 bei der Mittleren zur Welt.
Sie ist mittlerweile (3 Jahre) Neurodermitikerin (Hausstaub-Allergiker Stufe4.
Das passt schon, wenn man sich "arrangiert". Klingt schräg, stimmt aber.
Wir sind als Familie ein echtes Team geworden, durch die Neurofibromatose !!!!!!!
Dadurch haben alles Familienmitglieder gelernt, das es wichtig ist, an einem Strang zu ziehen. Aber auch alle in dieselbe Richtung :lol:
Wenn Du noch Kinder willst.....nur ran!! Dieses "neue" Kind wächst direkt in die Erkrankung des Geschwisterkindes rein. Unsere Kleine bezeichnet die Mittlere als "mein alter Kumpel" und die Große ist der Anführer der Truppe geworden.
Natürlich wird auch gezankt, das die Wände wackeln. Das gehört dazu! Mittlerweile mische ich mich aber dabei nicht mehr ein. Die kriegen das ganz alleine wieder hin. Du musst ein bisschen Abstand nehmen vom Beschützerinstinkt und deinen Kindern zutrauen, das ganz alleine zu meistern. Besuch uns doch mal auf unserer Seite nf-kids.de und schau Dir unsere Mittlere mal an. Dann siehst Du das Kinder richtig aufblühen können, wenn sie eine eigene Aufgabe haben :lol:

andih
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Beitragvon andih » 04.09.2005, 21:49

Hallo Steffi
Wir haben 3 Kinder ( 10J, 7J, und fast 3J ) und alle lernen voneinander. Ich kann es nur empfehlen. Mir hat der Kleine in der schweren Zeit viel Kraft und Ablenkung gegeben. Außerdem dreht sich nicht alles nur um unser besonderse Kind. Wir versuchen allen gleich zu werden, obwohl das nicht immer so klappt. Ich denke bei uns kommt der Große zu kurz. Aber wir sind auch nur Menschen und geben weiter unser bestes.

LG Andrea
Lea 6 Jahre nach Autounfall (05/2003) inkomplettes
Querschnittssyndrom

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Anja k
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Beitragvon Anja k » 23.09.2005, 18:31

Hallo Andrea,

Du brachst Dir keine Sorgen machen.

Ich habe auch NF (Neurofibromatose) und lebe ganz gut damit. Als 4 von fünf Kinder fühlte ich mich nie zurück gesetzt. Bestimmt hat mich es auch gestärkt, mich bei meinen drei älteren Brüdern durch zu setzten. Auch wenn ich oft mit einen Bruder (nur 3 J älter als ich) oft im Klinsch lag, habe ich es gut verkraftet. Nur weil ich NF habe, haben mich meine Geschwister nicht anders behandelt. Nun bin ich 40 und komme mit NF sehr gut zurecht.

Wenn Du Fragen hast schreib mir ruhig oder komm ins Forum oder in den Chat

Grüße Anja


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