"Trockenwerden"

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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katily

"Trockenwerden"

Beitragvon katily » 03.08.2005, 14:39

Hallo!
Ich arbeite seit dem 1.8. in einem Wohnheim für behinderte Kinder und Jugendliche. Ich habe als Bezugskind u.a. einen 5jährigen autistischen Jungen, der noch nicht auf die Toilette geht. Daher habe ich die Aufgabe übernommen, mit dem Kleinen das "Trockenwerden" zu trainieren. leider weiß ich noch nicht ganz genau wie ich das anstellen soll. Vielleicht kann mir hier jemand Anregungen geben, wie ich mit ihm diesen Schritt in die Selbstständigkeit üben kann. Über Hilfe würde ich mich sehr freuen.

CarolineF
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Beitragvon CarolineF » 03.08.2005, 16:37

hmmmmmm , also mit autistischen kindern kenn ich mich jetzt auch nicht wirklich aus...
akzeptiert er denn das klo , wenn er hingeführt/draufgesetzt wird??
dann könnte man klotraining probieren , dh. , alle 2 std aufs klo setzen...
und dann evtl, noch mit belohnen... wenn er pipi oder sogar "groß" ins klo macht , gibts n gummibärle oder so...
und natürlich viel loben!!
das wären so meine ideen , vielleicht hilft dir das ja weiter...
gruß caro
HEP ,Heilpädagogin und angehende Kommunikationspädagogin (Fachmensch für UK)

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Isolde
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Beitragvon Isolde » 03.08.2005, 17:37

Hallo Kati,

schön, dass Du nach Deiner Stellensuche im vorigen Jahr nun für den 1.8. etwas gefunden hast.
Du machst jetzt Dein Anerkennungsjahr?

Ich kenne mich mit autistischen Kindern nicht aus - aber der Plan zum Trockenwerden allgemein wäre schon in etwa so, wie Caroline ihn beschrieben hat. So wird es auch bei uns mal sein, und wir haben einen geistig behinderten Jungen.
Was ich aber fragen wollte, habt Ihr in dem Heim evtl. Kontakt auch zu einem Psychologen, der dann sich spezieller mit der Problematik bei autistischen Kindern auskennt und dann spezifisch auf Dein Bezugskind - sodass Ihr zusammen etwas ausarbeiten könnt und individuell umstellen könnt, wenn Plan 1 nicht klappt und vielleicht Plan 2 angegangen werden müsste, oder ein 3. Plan.

Das würde mir eigentlich jetzt einfallen als Hilfe für Dein Vorhaben - eine psychologische Mitbegleitung vor Ort.

Einen lieben Gruß - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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Daniela sagave
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Beitragvon Daniela sagave » 03.08.2005, 17:40

hi,

meine tochter (12) ist seid kurzem trocken.
was du braucht ist sehr, sehr ,sehr viel geduld...
UND einen riesen berg an wechselwäsche.
hat der kleine eine blasenkontrolle? trägt er tag und nacht windeln?
lässt er sich von dir anfassen (du bist ja noch ziemlich fremd für ihn).
es kann auch nur klappen wenn alle die für den jungen zuständig sind an einen strang ziehen.wenn nur du mit ihm aufs clo gehst und die anderen die für ihn zuständigt sind nicht ,wird es anstrengender und dauert meistens auch länger.

es ist schwierig dir tips zu geben da ich den zwerg nicht kenne.
wie verhält er sich wenn die windel ab ist, merkt er es wenn er pischert?
bleibt er auf dem clo sitzen wenn du ihn draufsetzt?
kann er sprechen/sagen was er möchte?

würde dir gerne weiterhelfen.

lg
Dany :icon_flower:

Margarete
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Beitragvon Margarete » 03.08.2005, 18:46

Hallo Katy,

warum nimmst Du Dir den gleich so etwas Schweres vor? Du arbeitest doch erst ein paar Tage mit dem Jungen!

Ich halte es für wichtiger, dass Du erst einmal eine gute Beziehung zu dem Kind aufbaust. Das ist bei Menschen mit Autismus durchaus eine große und möglicherweise langwierige Aufgabe. Vielleicht solltest Du erst einmal nur schöne und für den Junge bedeutungsvolle Dinge mit ihm tun. Was macht er denn gerne! Woran hat er Freude?

Kann der Junge überhaupt seine Blase, seinen Darm kontrollieren?

Weißt Du, Du bist seine Betreuungserzieherin, er hat sich Dich aber nicht ausgesucht! Eigentlich bist Du ihm vorgesetzt worden und er hat damit klar zu kommen. Du solltest Euch die Chance geben einander lieb zu gewinnen und Vertrauen zu einander zu entwickeln. Mache Euch das bitte durch ein voreiliges Toilettentraining nicht kaputt.

Liebe Grüße

Margarete

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Beitragvon MamaFlix » 03.08.2005, 21:34

Hallo Kati,

ich habe mit Felix (heute 5) vor genau einem Jahr zu Beginn der Sommerferien mit den Üben angefangen. Im Internet fand ich jedoch keine brauchbaren Tipps, außer das man viel Geduld haben muß und es dauert...

Ich habe einfach die Windel weggelassen und gewartet was passiert: Felix hat auch bald auf den Boden gemacht. Er hat hingeschaut, es somit gemerkt das das was passiert. Dann habe ich ihn gefragt wo das Pipi hinkommt worauf er gesagt hat "Ins Klo". So wußte ich er merkt es und er weiß auch was damit passieren soll. Seither hat er Zuause und im Kiga selten eine Windel an. Unterwegs traue ich es ihm jedoch noch nicht zu es auszuhalten wenn es mal nicht gleich eine Möglichkeit gibt. Nachts hat er ebenfalls noch Windeln. Er sagt zwar wenn er muß, aber oft ist auch die Hose schon naß und er hat es nocht rechzeitig gemerkt.

Was leider gar nicht funktioniert ist Stuhlgang. Den macht er nur in die Windel. Seit ca. einem halben Jahr haben wir auch Probleme mit Verstopfung, da er es verdrückt wenn er keine Windel anhat.

Das so oft erwähnte Toilettentraining bringt leider bei uns gar nichts, da Felix nicht sitzen bleibt wenn er micht muß bzw. sich schon sträubt wenn ich es auch nur versuche.

Viel Glück
Marion mit Felix (12/99, 27 SSW, Schluckstörung-Glossopharyngeus Parese, Entwicklungsverzügerung, Button) und Joshua (11/2002 - alles super)

katily

Beitragvon katily » 04.08.2005, 09:27

Hallo!
Erstmal vielen lieben Dank für die vielen Antworten! Um ersteinmal einige Fragen zu beantworten:
Jonas trägt sowohl tagsüber als auch nachts Windeln. Sprechen tut er gar nicht. Leider haben wir keinen Psychologen im Wohnheim.
Obwohl ich erst seit Montag im Heim arbeite, lässt er sich von mir anfassen. Oft kommt er sogar zu mir, möchte auf den Arm genommen werden und wenn ich ihn mittags oder abends ins Bett bringe, gibt es erstmal eine kitzel und kuschel Stunde. Dabei hat er riesigen Spaß!
Natürlich habe ich nicht direkt vor ihn mit dem Toilettengang zu überfallen. Aber ich wollte mir hier einfach schon mal ein paar Anregungen holen, die mir wenn es soweit ist ein wenig helfen können.

Liebe Grüße, Kati

Sabine2
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Beitragvon Sabine2 » 04.08.2005, 13:37

@marion,

das Verhalten von Deinem Kind kenne ich aber auch von gesunden Kindern. Der Sohn einer Nachbarin hat das jahrelang so mit seinem großen Geschäft praktiziert. Und der Rat der KiÄ war immer, dass man ihn gewähren lassen soll und ja kein Druck aufbauen.
Das nur zum Trost;-))
Viele grüße
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)

Daniela sagave
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Beitragvon Daniela sagave » 04.08.2005, 15:52

Hallo katily,

bei uns war es so das sarah lee mit ca. 3 jahren schon nachts trocken war, aber tagsüber in die windel gemacht hat.
nach einen klassenwechsel (vor 2 jahren)wurde ihr schon am dritten tag die windel abgemacht.
anfangst war ich da nicht begeistert,aber wir hätten keinen erfolg gehabt wenn sie zuhause ihre windel weiter getragen hätte.
also kammen bei uns die windeln in den keller (versteckt).
sarah lee fand es natürlich auch nicht toll.
ist anfangs auch nicht auf dem clo sitzen geblieben.
zu sehen war bei ihr aber das sie mal muste also
sind wir den ganzen tag hinterher gelaufen .tausend sachen haben wir ausprobiert um sie auf dem clo zu halten zb. trinken,bücher u.s.w
gepischert hat sie das erste mal auf dem clo nachdem ich ihr warmes wasser über den bauch nach unten laufen lassen habe.als sie das erste mal
gepischerte hat sie ganz erstaunt nach unten gesehen wir haben in die hände geklattscht
und sind mit ihr durchs bad gehüpft, damit sie merkt was sie tolles gemacht hat :D
von da an wurde es immer besser bis sie nachher alleine aufs clo ging.
mit dem grossen geschäft haben wir lange gekämpft.

es ist ein langer ,langer anstrengender weg!
ich weiss garnicht wie oft sarah lee in die hose gemacht hat.
da sarah lee auch schon so gross ist war es nicht immer einfach.
zum glück hat sie in ihren zimmer pvc so brauchte man nur wischen .

wichtig:
mit gewalt klappt garnichts!
nicht schimpfen,wenn er in die hose macht!
du brauchst einen riesen berg wechselwäsche.
achte drauf das er hosen trägtdie er selber runterziehen kann(joggingshosen).

wäre schön wieder von dir zu hören.

@marion
auch bei sarah lee hat es lange gedauert mit ihren grossen geschäft.
wir haben ihr alle zwei tage apfelsaft zu trinken gegeben.
noch heute ist es so wenn sie etwas nicht verarbeiten kann, macht sie wieder gross in die hose. aber die abstände werden grösser.
auch mein jüngster sohn (gesund) hat erst nur gross in die windel gemacht.
bei ihm haben wir dan aber festgestellt das er zu verkrampft auf dem clo sass und
sich nicht endspannen konnte. das töpfchen hat da gut geholfen.


lg
Dany :icon_flower:


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