Förderkindergarten

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Leila S.
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Förderkindergarten

Beitragvon Leila S. » 25.07.2005, 11:18

:cry: Hallo,

wir wenden uns mit einem Anliegen an Euch, welches die Kostenübernahme für den Besuch eines deutschen Förderkindergartens durch unseren 4-jährigen Sohn Noah betrifft. Wir haben beim Landratsamt einen Antrag zur Kostenübernahme für den Besuch eines Förderkindergartens unseres jüngsten Sohnes gestellt. Diese Kostenübernahme wurde jedoch abgelehnt, wogegen wir aber Widerspruch eingelegt haben. Der Widerspruch wurde mittlerweile ebenfalls abgelehnt. Nach der ersten Ablehnung haben wir uns auch an das Sozialministerium Baden-Württemberg gewandt. Dieses hat unser Schreiben an das Kultusministerium weitergeleitet. Lt. tel. Auskunft aus dem Kultusministerium wurde unser Antrag auch dort abgelehnt.
Inzwischen hat auch das zuständige Schulamt, entgegen ursprünglich anderslautender Aussagen, die Aufnahme unseres Sohnes in einen deutschen Förderkindergarten abgelehnt. Es geht also nicht mehr nur darum die Eigenanteil-Kosten zu übernehmen, sondern die komplette Kostenübernahme müsste durch uns erfolgen.

Unsere Situation ist folgende:
Wir sind deutsche Staatsbürger mit Wohnsitz im grenznahen Frankreich. Vier unserer Kinder gehen in Frankreich zur Schule bzw. wurden dort eingeschult. Als unser jüngster Sohn mit 3 Jahren in Frankreich in die Vorschule kam, stellte sich recht schnell heraus dass er nicht in der Lage war die an ihn gestellten Anforderungen zu erfüllen. Nach mehreren Untersuchungen und einem stationären Aufenthalt im Neurologischen Kinderzentrum in Maulbronn wurde unter anderem eine komplexe Entwicklungsverzögerung diagnostiziert. Dieses empfahl dringend die Eingliederung Noahs in einen Sonderkindergarten mit logopädischer und ergotherapeutischer Einzelbehandlung. Deshalb haben wir uns um eine Aufnahme in einen Förderkindergarten bemüht. Da er auch in einer entsprechenden Einrichtung in Frankreich überfordert wäre, haben wir die Aufnahme in einen grenznahen deutschen Förderkindergarten beantragt. Die dortigen Plätze waren aber im Mai des KJ 2004 für das Schuljahr 2004/2005 bereits vergeben. Im ersten Schritt haben wir unseren Sohn aus der französischen Vorschule raus genommen und für die Übergangszeit bis zur Aufnahme im Förderkindergarten einen Platz in einem deutschen Kindergarten für ihn gesucht. Einen solchen besucht er auch seit Herbst 2004. Zudem bekommt er regelmäßige ambulante Therapien, die aber nicht in dem Maße durchgeführt werden können wie in einer speziellen Fördereinrichtung. In allen bisherigen Gesprächen mit den verschiedenen Stellen (Förderkindergarten, Sozialamt, Neurologisches Kinderzentrum, Kinderpsychologe etc.) wurde uns auch signalisiert das dies zwar ein außergewöhnlicher Fall sei (wg. des Wohnsitzes in Frankreich), das nach allgemeiner Ansicht die Kostenübernahme wg. der vorliegenden medizinischen Diagnosen aber gewährt werden müsste. Nach der jetzt erfolgten Ablehnung der Kostenübernahme wissen wir nicht mehr wie wir für unseren Sohn eine geeignete Förderstelle finden sollen.
Ursprünglich ging es bei der Kostenübernahme durch das Sozialamt um Eigenanteil-Kosten in Höhe von 255,80 €. Für uns als siebenköpfige Familie mit nur einem Einkommen eine hohe finanzielle Belastung, die wir aber zu tragen bereit gewesen wären. Durch die Ablehnung der Aufnahme durch das zuständige Schulamt, müssten wir jedoch sämtliche Kosten selbst tragen. Da diese ca. 1800 € monatlich betragen ist dies für uns unmöglich zu leisten. Wobei durch die Ablehnung des Schulamts die Aufnahme in den Förderkindergarten insgesamt in Frage gestellt ist.
Da bereits 4 unserer Kinder in Frankreich zur Schule gehen und dort in rein Französischsprachige Klassen eingegliedert sind, ist auch eine Rückkehr nach Deutschland nicht ohne weiteres möglich. Wir haben dies zwar schon in Betracht gezogen, aber unsere anderen Kinder könnten nicht ohne weiteres eine deutsche Schule besuchen. Wir hätten damit einem Kind geholfen und würden vier anderen schaden. Deshalb ist das ganze für uns eine Zwickmühle aus der wir keinen anderen Ausweg als die Betreuung unseres jüngsten Sohnes in einem deutschen Förderkindergarten sehen.
Ohne die Kostenübernahme für den Förderkindergarten sind die Aussichten unseres Sohnes seine Zukunft einmal ohne große Hilfe alleine zu bewältigen eher schlecht. Es ist auch jetzt schon klar, das er auch keine normale Grundschule besuchen kann und in eine Förderschule eingegliedert werden muss.

Aus diesem Grund brauchen wir in dieser Angelegenheit eine Rechtssicherheit, für die wir aber vermutlich durch alle Distanzen bis zum Europäischen Gerichtshof klagen müssten. Bis dieser Weg zu Ende ist, ist es für unseren Sohn zu spät. Er braucht die Hilfe auf die er angewiesen ist jetzt.

Kennt jemand einen ähnlichen Fall, oder weiß jemand wer uns behilflich sein kann. Bei den Deutschen Behörden sind wir bisher auf Ablehnung gestoßen.

Vielen Dank für eure Hilfe

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Beitragvon martins-mum » 25.07.2005, 11:49

Oh weh. Das hört sich aber nach viel Ärger an.

Achso, herzlich Willkommen. Ich drück euch die Daumen, dass hier jemand ist, der euer Problem kennt und euch helfen kann.
Viele Grüße

Moni mit Martin (1999, nicht progrediente Enzephalopathie und Epi)


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Beitragvon Dirk K » 25.07.2005, 12:23

Hallo Leila,

uns ging es im Grunde genau wie euch, wir wohnen in Belgien, direkt an der deutschen Grenze, sind auch deutsche Staatsbürger und zahlen alle Abgaben in Deutschland.
Der deutsche Kindergaren jedoc nimmt uns wegen des Wohsitzes im Ausland nicht auf, Ende punkt basta.
Inzwschen sind wir aber recht zufrieden mit dem belgischen Kindergarten, den Nadja jetzt besucht.
Dein einziger Ausweg ist eine Adresse in Deutschland, aber sei Dir im klaren drüber, daß Du auch dabei Proble bekommen wirst, möglicherweise werden Dir die Behörden vorwerfen, nur zur Leistungserschleichung den Wohnort zu wecseln und erneut ablehen.

Sorry, es sieht nicht gut aus.

Trotzdem liebe Grüße
Dirk
Papa von den 09/01 geb. Zwillingen Rebecca, gesund, und Nadja, ehem. eutrop. Frühgeb., blind, periventrikuläre noduläre Heterotopie, Hydrocephalus mit Shunt versorgt, Balkenagenesie, Kleinhirndisplasie, unterschiedlich schwere Epilepsie, geistig und motorisch retardiert, nach Unfall 2005 posttraumatischer ADH-Mangel und Diabetes Insipidus

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Beitragvon Leila S. » 25.07.2005, 12:32

Ja, das stimmt. Das mit der anderen Adresse in Deutschland haben wir auch schon überlegt, wenn das aber rauskommt
Wir haben uns inzwischen auch schon an die Medien gewannt, bin mal gespannt was dabei herauskommt.
Noah bekommt zwar seine Therapien, aber groß geholfen hat es nicht.
Wir wissen nicht einmal, ob es solch einen Kindergarten in Frankreich gibt und wenn es so wäre, hätten wir das Problem noch mit der Sprache bei Ihm.
Das ist echt zum Verzweifeln.
Aber trotzdem Danke

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Beitragvon Leila S. » 25.07.2005, 12:37

Hallo Moni und Martin,

Danke das Ihr uns so die Daumen drückt.
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Beitragvon Nicole Kern » 25.07.2005, 13:58

Hallo
Ich habe mir erst letzte Woche den Forderkindergarten in Rastatt angeschaut für unseren Sohn, er ist für Geistig und Entwicklungsverzögerte Kinder.
Jetzt weiß ich nicht Kommst du von der Gegend weil ich hab da Kontakte zu einem herr Röderer er kann euch vielleich helfen , das Problem ist nur das jetzt die ferien beginnen und mann nur noch bis Mittwoch jemandenn antrifft.

Rechtlich kann ich dir leider nicht weiter helfen da kenne ich mich nicht aus.

Trotzdem alles Gute und wenn ich dir helfen kann melde dich

Gruß Nicole
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Beitragvon Leila S. » 25.07.2005, 14:09

Hallo,

Den Kindergarten in Rastatt meinen wir. Noah würde da auch nach den Ferien im Sommer aufgenommen werden, aber leider fehlt uns noch die Kostenzusage der Ämter, da wir ja im Ausland wohnen.
Es wäre schön, wenn Ihr uns helfen könntet.

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Beitragvon Rachael » 25.07.2005, 15:03

Hallo Leila,

leider fürchte ich, dass Dir da keiner helfen kann. Denn nachdem aufgrund des Aufrisses den die Medien veranstaltet haben, wegen "Florida-Rolf" die Sozialhilfe für Deutsche im Ausland abgeschafft wurde, gibt es auch solche Sachen wie Förderkindergartenplätze nicht mehr für Deutsche, die im Ausland wohnen. Das ist nämlich auch eine Form der Sozialhilfe. Hektische Gesetzgebung: Kind mit dem Bade ausgeschüttet :evil:.

Liebe Grüße von Rachael (die sich vielleicht (hoffentlich) doch irrt? :roll:)
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Beitragvon Leila S. » 25.07.2005, 15:44

Danke, aber wir geben die Hoffnung nicht auf.
Vielleicht finden wir doch noch einen Weg.

Liebe Grüße
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Beitragvon Nicole Kern » 26.07.2005, 13:45

Es ist wirklich schwierig in eurem Fall

ich weiß da ehrlich auch nicht viel.
Der Herr Röderer ist von der Augusta Sibilla Schule die ist neben dem Kindergarten. Er leidet die Frühföderstelle und hat uns denn Kindergaten gezeigthabt ihr schon mit einem Herr Speck gesprochen das ist der Kindergartenleiter dort, der hat uns bei einem Gespräch auch aufegklärt was uns rechtlich so vom Staat zusteht wie Pflegegeld usw. hat er euch nicht weiter helfen können

Gruß Nicole
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