Komische Wünsche der Lehrer beim Schulmaterial

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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malli
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Beitragvon malli » 29.07.2008, 07:58

Hallo zusammen,
also ich stimme da Werner schon zu,die billigen Sachen taugen manchmal wirklich nichts.Und was Wasserfarbkästen anbelangt,was macht es schon wenn es der von Pelikan sein muss? Der ist im Vergleich zu anderen nicht wesentlich teurer.Wenn man sich natürlich einen von 2 oder 3 € zulegt den kann man wirklich gleich in die Mülltonne werfen.
Ich verstehe auch nicht warum sich Eltern immer wegen des Farbkastens aufregen.
Lg Christa

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MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 29.07.2008, 08:51

Hallo,

nach 4 Schuljahren kann ich sagen: teilweise macht es Sinn, teilweise nicht.
So hatten wir auf der Liste für das 3. Schuljahr einen Stabilo Tintenroller auf der Einkaufsliste stehen.
Mit diesem kam J. überhaupt nicht klar, er hat sich seine ganze Schrift versaut.
Als ich gefragt habe, ob man nicht einen anderen Tintenroller / Füller kaufen kann, wurde es erst mal mit einem "nein" beantwortet.
Erst später, mit der ersten Pflegschaftssitzung kam heraus, dass nicht nur mein Sohn damit Probleme hat, sondern auch viele andere Kinder. Die Regel "es muss ein Stabilo" sein, wurde dann aufgehoben.
Und... das Geld dafür haben wir in den Sand gesetzt :-(
Ein Jahr später hatte meine Tochter auch den auf der Einkaufsliste stehen. Dort habe ich den Fehler nicht gemacht, sondern sie verschiedene Tintenroller / Füller probieren lassen und den gekauft, der am Besten (nach ihrer Aussage) in der Hand lag.

Was ich insgesamt traurig finde, ist nicht die Angabe der "Marken" oder die Wünsche, sondern insgesamt die Menge, die angeschafft werden muss.
50 Euro ist bei uns pro Kind das Minimum, denn die Plastikhüllen halten bei uns auch nicht ein Schuljahr, ebenso wenig wie die Mappen. Hefte verwenden wir meistens weiter...
Die Einkaufsliste für meinen Sohn umfasste für das kommende Schuljahr Einkäufe in Höhe von 80 Euro!
Da er die Schule wechselt, die Hefte -- bis auf ein Heft -- randvoll waren, die Mappen nicht mehr ansehlich.... neben den 40 Euro für Bücher auch noch 80 Euro für Helfte, Mappen, etc. ausgegeben!

Diese enormen Kosten... da frage ich mich, ob das wirklich sein muss. Und glaubt mir, ich kaufe nicht die teuersten Hefte, sondern die günstigsten...

Grüße,
Miriam

mamajoto
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Beitragvon mamajoto » 29.07.2008, 09:01

Hallo allen,
auch ich durfte dieses Jahr erstmals in den Genuss kommen, Schulsachen für unseren Grossen zu kaufen...
Glücklicherweise gab es keine Nennung von Marken auf der Einkaufsliste...
Ausser, dass es unbedingt ein UHE klebstift sein muss.. Warum, ich weiss es nicht, sicher es gibt Kleber der klebt gar nicht...aber es gibt günstige Kleber, die kleben dennoch...
Bei den Farben wurden wir nur darauf hingewiesen, aus wohl gesundheitlichen Gründen, nicht die Tschechischen zu nehmen.

Auch wenn ich keine sooo ausgefallenen Wünsche der Lehrer habe, verstehe ich nicht, wieso soooviel Zeug gekauft werden muss. Vor allem, soviele Bücher und Arbeitshefte. Sicher, diese Arbeitshefte erleichtern sicher das Arbeiten der Lehrer.. Anstatt etwas vorzumalcneu nd so weiter, sagt man eben, schlagt bitte Seite so und so Heft so und so auf und füllt dies aus...
Ich möchte nicht alle Sachen "verteufeln", aber wir hatten ein Mathebuch, eine Fibel, Stifte, Hefte und siehe da, wir haben Schreiben gelernt, und Rechnen noch dazu und ich kann es immer noch ;-)
Ich denke, ein klein wenig weniger könnte es schon sein...
LG Anne
MWS

iko100
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Beitragvon iko100 » 29.07.2008, 10:23

Hallo Anne,

mit früheren Zeiten zu vergleichen, ist ganz nett, bringt aber nicht viel.

Die Lehrbücher sind heute darauf ausgerichtet, viele Zusatzmaterialien zu kaufen. Im Klartext: Im Mathebuch wird ein Lernschritt erklärt, es folgen ein paar Übungsaufgaben. Um den Stoff zu festigen, werden im Arbeitsheft weitere (notwendige) Aufgaben angeboten. Die Fibel ist ein Erstlesebuch. Buchstaben schreiben, kleine Leseübungen, Aufgaben zum Schreiben und Lesen gibt es im dazugehörigen Arbeitsheft bzw. Schreibheft.

Zusätzlich dazu gibt es für die Lehrer noch Kopiervorlagen im Lehrerhandbuch, weitere Übungshefte (für schnelle Kinder, für langsame Kinder) ...

Oft artet das dann wieder in 1000 Kopien aus, die übrigens auch von den Eltern verteufelt werden (Zettelwirtschaft, nicht farbenfroh) und die Rektoren an den Rand der Verzweiflung treiben, wenn das Kollegium zum Schulhalbjahr schon wieder das Papierkontingent für das ganze Jahr aufgebraucht hat.

Von der Tafel abschreiben - ist heutzutage, auch aus lerntheoretischer Hinsicht - verpönt.

Ich weiß, dass die Anschaffungen für Erstklässler ganz schön ins Geld gehen (Schulranzen, Mappen, Stifte, Hefte, ...), aber warum braucht ihr so viele Bücher? In NW wird ein festgelegter Elternbeitrag eingesammelt, die restlichen Bücher werden von der Schule gestellt. Ich werde dieses Jahr die Eltern der Erstklässler bitten zusätzlich 2 Lesehefte (5,50 €) und die der Eltern der Zweitklässler einen Schreibschriftlehrgang (6 €) zu kaufen. Beide Sachen sind Verbrauchsmaterial und werden definitiv eingesetzt.

Manche Eltern machen sich auch selber (finanziellen) Stress, auch wenn sie es für ihr Kind gut meinen. Da wird dann der Farbkasten statt mit 12 mit 24 Farben gekauft, statt einem Federmäppchen (in dem doch heute alles drin ist) noch ein zweites für (von mir gar nicht gewünschte) Filzstifte, im 2. Schuljahr bekommen die Kinder eine neue Schultasche (weil die alte schon verrammelt wurde :shock: , weil die alte nicht mehr cool ist), ...

Ich habe in meiner Klasse ca. 24 Kinder. In meinen ersten Berufsjahren war ich oft geknickt, wenn ich von Eltern (manchmal auch ganz massiv) kritisiert wurde. Klar, manchmal auch berechtigt. Heute habe ich mir ein dickeres Fell angeschafft, denn es ist mir klar geworden: Ich kann es nicht allen Eltern recht machen. Ist es für die einen bereits zu viel, ist es für die anderen zu wenig. :twisted:

Liebe Eltern, ich verstehe euren Unmut sehr gut, denn ich habe auch ein schulpflichtiges Kind und verstehe nicht immer, warum alles besorgt werden muss, warum ich jeden Monat 10 € Klassenkasse gebe, warum .... Aber wenn es mir zu viel wird, dann rede ich halt mit den Lehrer/innen und in der Regel findet sich eine Lösung. :)
Iris mit Katharina *1999 in Bulgarien, seit 2001 in Deutschland, geistig behindert, keine Sprache, keine Diagnose

Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast.

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Beitragvon mamajoto » 29.07.2008, 11:00

Hallo Iris.
ich wollte jetzt auf keinen Fall die Lehrer an sich kritisieren, versteh mich da nicht falsch.
Mhh gute Frage, wieso wir soviele Bücher (bzw dazugehörige Arbeitshefte) benötigen.
Wie du selber schreibst, sind ja wohl die Bücher so ausgelegt, dass die Arbeit mit den Arbeitsheften, bzw. Kopierzetteln notwendig ist.
Warum? Hat man herausgefunden, dass man so viel besser lernt, effektiver, einprägsamer?
Mich würde es wirklich mal interessieren, denn wie gesagt ich kann auch schreiben (*g*) ....
LG Anne
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Beitragvon Zrinka » 29.07.2008, 12:51

Petra Patriarca hat geschrieben:Um seine Schlamperei nicht zu unterstützen , habe ich ihm auch schon angedroht mir den (regulären) Kaufpreis von seinem Taschengeld zurückzuerstatten :? .
Viele Grüße Petra

Das habe ich schon aufgeben müssen, da Luka bei mir mittlerweile so viel Schulden hat, dass er gar kein Taschengeld mehr bekommt. Nun kann er wieder sorgenfrei verlieren oder kaputt machen, weil ich ihm ja nicht mehr Geld wegnehmen kann als er hat :?
Lieben Gruß, Zrinka

Luka (03/98) - Asperger/HB
Mateo (08/10) - gesund

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Beitragvon MiriamP » 29.07.2008, 13:24

Hallo,

ich denke, dass die Schule immer noch im Experimentierstadium ist, d.h. es ist überhaupt noch nicht klar, welche Methoden und Schulmittel am geeignesten sind, um allen Kindern den Stoff sinnvoll, schnell und effektiv beizubringen.
Vielleicht liegt es daran, dass es keinen idealen Weg gibt, vielleicht liegt es an vielen anderen Faktoren (Klassengröße, Ausrüstung), an den teilweise nicht-praxisnahen Lehramtsstudiengängen, an der Lehrperson selbst ...

Um das alles (psychologisch- lerntheoretisch) auszutesten, dauert es sehr lange.... und diese Experimentiererei zeigt sich halt anhand verschiedener Strategien (z.B. wie Kindern das Lesen beigebracht wird), an den unterschiedlichsten Schreibschriften (vereinfachte Ausgangsschrift, ...), an den unterschiedlichen Methoden im Rechtschreibbereich etc. pp. Es gibt unterschiedliche Hersteller von Schulbüchern, die unterschiedliche Methoden bevorzugen und letztendlich ist und bleibt Schule ein Experimentierfeld... zumindest momentan.

Grüße,
Miriam

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Miriam

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Beitragvon AnjaH » 29.07.2008, 16:04

Hallo

Was das Geld für Bücher angeht denke ich kommt es drauf an ob in einem Bundesland Lehrmittelfreiheit herrscht oder nicht .

Soweit ich weiß muß man in Baden Würrtemberg noch gar nix für Bücher zahlen wärend in anderen Ländern alle bezahlt werden müssen.

Diese Menge an Arbeitsheften verstehe ich auch nicht so ganz. Ein paar kann ich nachvollziehen aber nicht in den Mengen.

Wir hatten auch schon Schönschreibheft, Mathearbeitsheft und Sachkundearbeitsheft. Aber das war es dann.

Ansonsten wurde von der Tafel abgeschrieben..und geschadet hat es nicht finde ich.

Mal ne Frage wird heute eigentlich noch mit Füllfederhalter oder nur noch mit den unsäglichen Tintenrollern geschrieben?? Das finde ich sehr gewöhnungsbedürftig. Ebenso diese komische Einheitsschrift.... :?
LG
Anja+ Felix
24.3.04 frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 30.7.09 hypoton, Lernschwäche ( IQ 89),v.a ADHS u. Dykalkulie
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Beitragvon kerstinkatze » 29.07.2008, 16:14

Hey,
bei uns in der Schule ist es egal womit die Kinder schreiben. So zum Ende der zweiten Klasse sind sie bei meinen Sohn angefangen mit Füller oder Tintenroller zu schreiben. Gesagt wurde es von der Lehrerin aber nicht ausdrücklich. Es war eher der "Gruppenzwang". Er ist dann mit dem Tintenroller angefangen, aber weil es damit nicht klar kam doch bei dem Lamy abc Füller gelandet. Wenn er aber kein Bock auf Füller hatte , hat er selbst jetzt am Ende der Dritten mit Bleistift geschrieben (besser radieren als killern!! :lol: : In Niedersachsen kann man sich die Bücher bei den Schulen ausleihen. Dazu kommen aber wirklich noch jede Menge Arbeitsheft: Mathe 3x, Deutsch 2x und Englisch 1x und natürlich die ganzen Kopien, die es das ganze Jahr über noch gibt. Und es sollten natürlich immer die Arbeitshafte mit den CD-ROM´s sein, damit die Kinder auch noch weiter üben können.
Kerstin
Kerstin (39), Dieter (41), Maximilian (11) ADS, Fabian (8) und Katharina Marie (5) globale Entwicklungsverzögerung, Sprachverzögerung ohne Diagnose

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Beitragvon iko100 » 29.07.2008, 19:22

Ich denke, Miriam hat Recht. Schule ist und bleibt ein Experimentierfeld. Zum einen, weil man neue Ideen ausprobieren will oder alte neu beleben möchte, zum anderen weil die Kinder sich einfach auch ändern. Auch ändern sich die Lerninhalte. Ich habe als Kind bis zum Umfallen Mengenlehre gemacht, da redet heute kein Mensch mehr von. Dafür werden in NW die Mäuse in der Grundschule schon mit englischen Reimen und Liedern, Computer-Pässen, .... gefördert. Ob sinnvoll oder nicht - keine Ahnung. Das wird sich wohl auch erst im Laufe der Zeit herausstellen.

Ich weiß nicht, wie es in anderen Bundesländern ist, aber inNW müssen die Eltern den Elternbeitrag bezahlen. Alles, was ich mir als Lehrerin darüber hinaus "wünsche", muss von den Eltern genehmigt werden. Bisher hatte ich Glück :) , und alle stimmten zu. Ich kann aber auch verstehen, wenn Eltern sagen "Tut uns Leid, da sehen wir keinen Sinn drin." oder "Das ist uns zu teuer." Sind viele dieser Meinung, dann muss ich es halt streichen, in Einzelfällen findet sich immer eine Lösung. Falls Geldproblem der Grund sind - man muss sich ja nicht vor versammelter Elternschaft outen, ein Gespräch unter 4 Augen oder ein kurzer Brief an die Lehrer/in tut es auch. Ich denke, da wird auch keiner für schief angesehen.

LG Iris
Iris mit Katharina *1999 in Bulgarien, seit 2001 in Deutschland, geistig behindert, keine Sprache, keine Diagnose



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