Das Mutti...eine Geschichte zum schmunzeln

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Linda79
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Das Mutti...eine Geschichte zum schmunzeln

Beitragvon Linda79 » 13.07.2008, 00:33

Hallo!! Habe gerade in einem anderen Forum diese Geschichte gefunden und finde sie total niedlich...

Das Mutti


Meine geheimnisvolle Verwandlung vollzog sich an einem ganz normalen Montag, nachmittags 17.45 Uhr MEZ, von einer Minute auf die andere. Aus der Spezies "Frau" (besondere Kennzeichen: leichtsinnig, fröhlich bis albern, sinnlich, kapriziös, attraktiv, witzig, mit einem Hang zum Luxus und zum schönen Phlegma) wurde die Gattung "das Mutti" (besondere Kennzeichen: bieder, belastbar, besorgt, ernsthaft, genügsam, nervös, 24 Stunden voll im Einsatz). Das Mutti ist streng geschlechtsneutral und kommt überall auf der Welt vor; gehäuft auf Kinderspielplätzen.
Zu erkennen ist das Mutti an seiner bellenden oder schrillen Tonlage: "Stefan! Sofort runter da, sonst komme ich!", und an einem rastlosen Betätigungsdrang (bevorzugte Tätigkeiten: Jacken an- und ausziehen, Rotz abwischen, backe-backe-kuchen-machen, Mützen auf- und absetzen, Apfelsinen schälen, Fläschchen schütteln, Küsschen oder Knüffe verteilen). Sitzt das Mutti wider Erwarten mal ganz ruhig da, ist zumindest der Fuß in Bewegung: der schaukelt den Kinderwagen.
Das Mutti tritt niemals allein auf, sondern ist stets rudelweise von seinen Jungen umgeben. Sind diese noch klein, trägt das Mutti sie in einer textilen Ausbuchtung vor Bauch und Rücken geschnallt (ähnlich dem australischen Känguru, jedoch bewegt sich das Mutti nur selten hüpfend vorwärts).
Wenn die Jungen größer sind und aufrecht gehen können, übt es geduldig die Tätigkeit des "Spazierenstehens" aus. Während das Mutti-Junge sich im Matsch suhlt, jedes Steinchen auf seine Verwendbarkeit untersucht, Grashalme frisst oder tiefsinnig sein Spiegelbild in Pfützen betrachtet, bleibt das Mutti einfach stehen. So verbringt es einen Großteil seiner Zeit, in Kälte und Nässe ausharrend, stumm, schicksalsergeben.
Mutti ist Frau nicht von Geburt an, zum Mutti wird es gemacht. Viele Frauen bezeichnen diesen Hergang als äußerst lustvoll; wahrscheinlich gibt es deshalb so viele Muttis in der Welt. Die wenigsten machen sich klar, was die Mutti - Metamorphose bedeutet. Auf jeden Fall ist es ein irreversibler Prozess: einmal Mutti - immer Mutti. Was sich auch darin ausdrückt, dass manche "Vatis" (besondere Kennzeichen: oft aushäusig, meist paschamäßig auf Draht und windelmäßig unerfahren, auch - oder gerade nach der Geburt der Jungen unentwegt um die begehrenswertere Spezies "Frau" herumbalzend) es fortan neutral Mutti nennt.
Für die Aufzucht sind stets wir Muttis allein zuständig - eine Aufgabe, in der wir für den Rest des Lebens aufzugehen haben. Durchdrungen von der existenziellen Wichtigkeit des Brutpflegetriebs, werden wir durch ständige Adrenalinausschüttung offensichtlich jahrelang zu Höchstleistungen angetrieben. Einem Mutti - und darin erweist sich die ausgesprochene Widerstandsfähigkeit dieser äußerlich schutzbedürftigen, innerlich aber zähen Gattung - macht es nicht aus, drei- bis viermal pro Nacht das warme Nest zu verlassen, um die brüllenden Jungen mit Nahrung zu versorgen. Ein Mutti ödet es nicht an, täglich den immer gleichen Brei zu bereiten und den immer gleichen Spielplatz mit den immer gleichen Mit-Muttis aufzusuchen und dort die immer gleichen Gespräche zu führen.
Wer sich als Artfremder mit den Muttis unterhalten will, fühlt sich binnen kurzem außen vor. Haben wir Muttis doch eine Art Geheimcode entwickelt, mit der wir uns mühelos untereinander verständigen. Da wimmelt es plötzlich von Worten wie Strampelpeterfixies, Paidi, Peaudoux oder Osh-Kosh, es gibt Duplos, den Schniedelwutz oder den Pipi-Mann, die Tut-Tut-Bahn, das Tatütata und das Hoppe-Hoppe, da schwirren so exotische Begriffe durch die Luft wie "Apgar-Test", "Phimose", "Ur-Vertrauen", "rechtsdrehender Joghurt" oder "Drei-Monats-Koliken"...
Kurz: Besonders Jung-Muttis, die sich in ihrem früheren Dasein als Frau profiliert haben, indem sie ihr Abi mit "Eins" und ihr Examen mit "cum laude" gemacht haben, machen in der Regel eine seltsame intellektuelle Regression durch. Wie alle Muttis dieser Welt verfallen sie in eine Art frühkindliche Stammel-Sprache, deren Hauptbestandteil das Diminutiv ist ("Will Dodolein jetzt Heia-Heia machen? Aber erst kriegt Dodolein noch ein Küsschen...") Die Mutti Metamorphose ist in allen Bereichen des täglichen Lebens spürbar. Statt "Die Liebe in Zeiten der Cholera" liest das Mutti jetzt "Die Häschenschule", statt raffiniertem "Kaninchen in Senf-Sauce" bereitet sie gesunden, salzlosen Blumenkohl, statt zu "Cabaret" geht es ins Kindertheater zu "Peterchens Mondfahrt". Und beim Shopping halten wir Muttis nicht etwa nach einem getupften Ballonrock für uns, sondern nach einer strapazierfähigen Latzhose für das Jüngste Ausschau, genügsam, wie wir nun mal sind.
Am verblüffendsten aber ist die optische Verwandlung des Muttis. Knallenge Calvin-Klein-Jeans, spitzenbesetzte BHs unter schimmernden Seidenblusen, verführerische Stöckel oder ausgeflippte 50er-Jahre-Klamotten - alles passé. Das Mutti ewig mit Brei bekleckert und ewig in Zeitnot, hat sein farbenfrohes Kleid abgelegt, mit dem es einst Vati zur Balz aufforderte. Bequeme Jeans, Turnschuhe, ein weites Sweatshirt - so etwa sieht der Einheits-Look des mitteleuropäischen Mutti-Tiers aus. Je grauer und eintöniger der Alltag des Muttis zwischen Küche-Kacke-Kindergarten ist, desto grauer und einfallsloser kleidet es sich.
Und Vati? Vati, der all das gewollt und verursacht hat? Vati schmollt. Er fühlt sich, zumindest im ersten Jahr, um all das betrogen, was ihm bis dahin lieb und teuer war: seine ungestörte Nachtruhe. Sein geregeltes Sexualleben. Seine spontanen, ausgedehnten Kneipentouren. Seine saubere, untadelig aufgeräumte Wohnung. Seine stets perfekt angezogene Vorzeige-Frau. Seine Vorrangstellung im Herzen derselben.
Statt dessen sitz er da mit diesem völlig fremden Wesen, dem Mutti, und leidet unter dem sogenannten "Baby-Schock" - Symptome: nächtliche Schweißausbrüche bei der ersten lautstarken Unmutsäußerung des Babys, ein heftiges, lang anhaltendes Gefühl der Unzulänglichkeit dem Mutti gegenüber (Was, zum Teufel, ist "teildatierte Milch"...?) und das Ausgeliefertsein, das oft klaustrophobische Züge annimmt ("Hier komm' ich nie mehr raus, das geht jetzt zwanzig Jahre lang so weiter..."), nie gekannte seelische Wechselbäder von unbändigem Stolz bis zur ohnmächtigen Wut. Unter dieser Schockwirkung - also im Stadium der Unzurechnungsfähigkeit - erliegen manche Väter gerne der nächstbesten Versuchung, deren Name "Weib" ist, und trennen sich vom Mutti. Doch es nützt alles nichts. An einem x-beliebigen Mittwoch, um 13.34 Uhr, ist es mal wieder soweit: ein zarter Schrei - und aus einer "Frau" wird ein "Mutti".

Süß oder??

Gruß linda
Linda mit Reinke tief in Herzen seit dem †13.Dez.2010 und Simon 18.08.08 geboren. Krümel insite ET Mai 2014Unsere Vorstellung

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Denise und Vivien
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Beitragvon Denise und Vivien » 13.07.2008, 08:06

Total süß! Das Thema ist zwar schon ausgelutscht, doch in dieser Form wird's wieder unterhaltsam. Wo hast das denn her?

LG Denise
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Beitragvon Nellie » 13.07.2008, 10:57

Hallo,

was soll denn daran "süß" sein? :shock:

Ich finde weder die Darstellung einer Mutter gelungen, noch finde ich es eine sympathische Familienkonstellation. Das sind doch nur Klischees, die Mütter abwerten, die mit Säuglingen oder Kleinkindern zuhause sind und Väter als benachteiligt hinstellen, weil die Frau nicht mehr seinen Bedürfnissen nachkommt.

LG
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Beitragvon Denise und Vivien » 13.07.2008, 12:30

Hallo Nellie,

das ist eine satirische Darstellung von uns Muttis und der Familie und die sind nun mal ironisch. Sie zeigt nicht die Realität sondern eine überzogene Sicht. Daher verstehe ich nicht warum du dich da aufregst :?: Und sympathische Familienkonstellationen findet man nicht immer und überall. Das Heile-Welt-Bild der Mutter und ihrer zufriedenen Familie finde ich wesentlich unpassender!

Lg,Denise
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Beitragvon Nellie » 13.07.2008, 12:52

Hallo Denise,

Du bist ja lustig :lol: Ich rege mich doch nicht auf. Ich erkenne das "süß" und "niedlich" nicht und habe daher nachgefragt. Es ist eine Darstellung von Klischees in einer abwertenden Form über Frauen, die Mütter werden.

Eine satirische Darstellung von "uns Muttis" ?! Also das "uns" musst Du wohl mit jemand anderem teilen.

Ich finde den Text nicht witzig, nicht niedlich, nicht süß. Er stellt Mütter als völlig sich aufgebende Neutra dar, die sich über ihre nervigen, störenden Kinder vergessen.

Im Übrigen stammt dieser Text von 1988 und ist eine Glosse aus der Brigitte.

LG
Nellie
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Beitragvon Manuela-Susanne->Herzc » 13.07.2008, 12:59

Hallo Ihrs!

Also Ich finds gut und nicht schlecht, Klischee hin oder her. Aber nen Fünkchen Wahrheit hat es doch schon... wir alle haben uns doch mit unserem Nachwuchs verändert und sind halt Muttis...egal wie wir uns mit den Kind/ Kindern beschäftigen, selber kleiden, "Kriegsbemalung" auflegen, dem Kindsvater widmen sobald das Kind versorgt ist etc. Man muß nicht heile Welt spielen und ich stimme Denise da in dem Punkt zu. Wir Frauen wachsen schon mit der SS in die bevorstehende Aufgabe des Mutterseins hinein und haben entsprechend schon in der SS einen immer mehr wachsenden Bezug zum Kind. Den Vätern fällt das doch wesentlich schwerer und werden in dem Sinne förmlich ins kalte Wasser gestoßen und haben von heute auf morgen den Nachwuchs. Sie können zwar am Bauch der werdenden Mama fühlen und horchen und auchmal mit zum Gyn das Baby-TV gucken, aber das ist nicht das gleiche es selber zu spüren und das Leben ins sich wachsen zu fühlen mit den zarten Klopfzeichen usw. Auch dann, wenn das Kleine da ist, ist für so manchen Papa eine enorme Umstellung und es ist doch für jede Mama klar, dass zuerst der Nachwuchs dran ist und dann der Lebensgefährte, Ehemann, Freund oder wer auch immer der Kindsvater sein mag... und da fühlt sich Mann doch schon oft zurückgestellt und manche entwickeln auch ne gewisse Eifersucht nicht mehr an 1. Stelle zu stehen... sind natürlich auch Sachen der Erziehung wie man selber groß geworden ist und die eigenen Eltern das vorgelebt haben, gerade, wenn man selber jüngere Geschwister hat wo man das entsprechend miterleben konnte... Gibt halt viele Väter, die mit der ganzen Situation ganz und gar nicht klarkommen nicht mehr Frau für sich allein zu haben, die sich auch noch so verändert hat... und sich der Vater dann zurückzieht und je nachdem wie dieser Mann drauf ist anderweitig umschaut. Frau muß halt schauen alles unter einen Hut zu bekommen, damit sich keiner zurückgesetzt fühlt und eben Mann in vielerei Dingen versuchen mit einzubeziehen... Kommt halt auch drauf an wie die Partner gegenseitig im Umgang sind und ob sie auch auf sich eingehen oder Mann ist Pascha und Frau hat zu hüpfen und zu machen...

...wieder ein Thema was ne Diskussion auslösen kann durch die verschiedenen Ansichten Familie, Frau und Mann...

LG Manu-Susi
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Beitragvon Timmi03 » 13.07.2008, 13:39

Hallo ihr Lieben!

Also ich find den Text extrem lustig... konnt mir das feixen nicht verkneifen!

Versteh die Kritik auch nicht... ist doch alles nur Spaß und ich gebe Manu-Susi total recht seh das genauso!

Lg Isabel
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Beitragvon Sabine » 13.07.2008, 14:25

Hallo zusammen,

mir geht es so wie Nellie - ich finde den Text weder niedlich noch lustig. In der EMMA wurden Mütter in den letzten Jahren verstärkt genau so dargestellt. Das hat mich hinterher nur noch angenervt, weil ich es - wie Nellie schon beschrieb - abwertend und dumm finde. Annette C. Anton schrieb mal einen ähnlichen Text zu Müttern am Prenzlauer Berg - platter und mütterfeindlicher ging es nicht mehr... Ich weiß, dass daraufhin viele Mütter, die gleichzeitig EMMA-Leserinnen waren, ihr Abo kündigten, weil sie sich in der Zeitschrift nicht (mehr) vertreten sahen. Ich glaube mit dem Anton-Text fing es damals an - es wurden ähnliche Texte wie dieser hier (also der hier vorgestellte) abgedruckt und mit dem Rauswurf von Ortgies, unter anderem mit der Begründung "Kranker Vater" und "Kinder in Hamburg" hatte ich endgültig die Nase voll und habe mein Abo nach 10 Jahren gekündigt.
Mir gefallen solche Texte einfach nicht - zumal sich Kinderlose in ihren Vorurteilen über Mütter mit Kindern durch solche Texte bestätigt fühlen. Es mag solche Frauen geben, aber man kann sicher nicht behaupten, dass das Gros der Mütter so ist.
Wohltuend zu hören, dass der Text schon 20 Jahre alt ist - trotzdem habe ich oft das Gefühl, in manchen Köpfen hat sich in dieser Hinsicht noch nicht viel geändert. Das merke ich zumindest immer wieder, wenn ich mich mit Leuten unterhalte, die keine Kinder haben...

LG
Sabine
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Beitragvon Denise und Vivien » 14.07.2008, 08:51

Hallo,

also ich packe den Text unter gehörige Selbstironie und lache drüber. Ob sich kinderlose Paare daran ein Urteil bilden? Ist doch egal! Die können doch denken was sie wollen! Ich sehe schon eine gewisse Metamorphose von Frau zu Mutti :wink: Zumindest in der ersten Zeit nach der Geburt. Wer schmeißt sich schon mit einem Säugling im Arm in einen total trendigen Fummel und flirtet mit dem hübschen Bänker? Nach einer Weile entdeckt man dann wieder das Frau-Sein oder auch nicht.
Ausserdem tut ihr grad so als wär der Text ernstgemeint! Ich habe außerdem in Frauenzeitschriften schon wesentlich bösere - männerfeindliche - Kolumnen gelesen.
Und da der Text '88 verfasst wurde, steht fest, dass er aus der Hochzeit des Feminismus stammt - und somit noch sarkastischer angehaucht ist als er es in der heutigen Zeit wäre.

Lg,Denise
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Beitragvon Sabine » 14.07.2008, 14:13

Hallo Denise,

also 1988 war ganz sicher nicht die Hochzeit des Feminismus... Die würde ich eher Mitte der 70er bis Anfang 80er Jahre ansiedeln... Und frauenbewegt waren damals auch eher die Studentinnen...
In der BRIGITTE wurde die "Glosse" zum diesjährigen Muttertag wieder rausgekramt. Dazu eine Leserin: "Wundert es noch jemanden, dass Frauen keine Kinder mehr haben wollen – bei DEM massiven Negativ Image, das Mütter in Deutschland haben! Diese fühlen sich ja sogar genötigt, Texten wie diesen pflichtschuldigst Beifall zu klatschen, damit man ihnen nicht auch noch Humorlosigkeit unterstellt!"
Da kann ich ihr nur beipflichten. Hatte auch eigentlich gedacht, dass gerade junge Frauen wie du solchen Texten eher ablehnend gegenüber stehen. :?

LG
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