Wie gehe ich mit der Religion um?

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

Moderator: Moderatorengruppe

Uns Uwe
Professional
Professional
Beiträge: 56
Registriert: 23.06.2008, 14:36

Beitrag von Uns Uwe »

wow
Das wurde jetzt eine komplexe Diskussion.
Tja die Kinderfragen aus der Schule sind ein Thema für sich:
"Papa wo liegt das Tote Meer?"
"Frag Mama die räumt immer auf"

Klar muss man kein Christ sein um Christentum zu erklären und kein Vegetarier um das zu erklären. Aber es ging um eine konkrete grundsätzliche Frage, da wird es schon schwieriger. Und es geht natürlich auch um die persönliche Meinung der Bezugsperson Mutter dazu.
Ich kenne das Problem - auch von der anderen Seite.
Ich habe Religionsunterricht in der Grundschule gegeben.
Da erzählt man die Schöpfungsgeschichte und kriegt den Einwurf:
Meine Mama sagt aber wir stammen vom Affen ab.
Kinder philosophieren gerne aber sie orientieren sich auch stark an Bezugspersonen.
Die Diskussion hier geht inzwischen schon stark darum ob Erwachsene glauben und was Kinder "glauben sollen/dürfen/können".
Ich finde das eine definitive Entscheidungsfindung gut im Alter von etwa 14 Jahren (Konfirmation und Religionsmündigkeit) aufgehoben ist.

Die Zeit vorher sehe ich persönlich mehr pragmatisch, um mal ganz offen zu sein:
Die biblischen Geschichten die im Kindergarten und Grundschule dran kommen sind sehr sehr wichtig für "menschliche Wertentwicklung".
- Andere akzeptieren (Zachäus, barmherziger Samariter)
- Umwelt achten (Schöpfung)
- bis hin zur Vaterfigur von Gott
dabei geht es ja nicht nur um die Vaterrolle gegenüber Jesus,
dies wird ja quasi an uns vererbt (siehe "Vater Unser").
Ich denke für kleine Kinder kann es sinnig sein wenn Sie einen Vater im Himmel für ein Gute-Nacht-Gebet haben.

Mal ganz abgesehen das die Zeugungsfrage für mich nicht wesentlich ist.
Wir haben hier eine ältere Nachbarin die unsere Tochter als Oma ansieht.
Und sicher dürfen sich Adoptiv- oder Pflegeeltern mit Fug und Recht Mutter und Vater nennen.

Benutzeravatar
Isolde
Moderator
Moderator
Beiträge: 37550
Registriert: 19.09.2004, 21:41
Wohnort: Kraichgau / vorh. Saarland + München

Beitrag von Isolde »

Mensch Uwe,
das hast Du aber schön geschrieben,
das finde ich super erklärt und widergegeben.

Danke

lieben Gruß - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

Jonathans CFC-Syndrom + Unsere Vorstellung + https://www.facebook.com/CfcAngelDeutschland

Claudia Z.
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1500
Registriert: 01.07.2007, 16:19

Beitrag von Claudia Z. »

Hallo Uwe,

schön geschrieben :-).
Wir merken hier auch als Eltern (mein Mann ist auch Bezugs- und Orientierungsperson), dass das was wir versuchen zu vermitteln auch "ankommt".

Bei uns werden die gemeinsamen ethischen Werte betont und besonders spannend für uns alle ist es immer wieder, Gemeinsamkeiten zu entdecken und zu vertiefen.

Bei unserer 10jährigen zeichnet sich mittlerweile eine Tendenz ab, sehen wir mal, welchen Weg sie geht - da kann sich viel ändern....oder auch bleiben.


Wichtig ist uns als Eltern, dass sich unsere Tochter bewusst entscheidet. Wir wollen weder, dass sie sich gezwungen fühlt aus "Herkunftsgründen" in der katholischen Kirche zu bleiben, wir wollen aber auch nicht, dass sie konvertiert, weil sie es vielleicht aus einer pubertären Laune heraus ist (so nach dem Motto: "Opposition ist alles").

Bei mir hat es 19 Jahre gedauert, bis ich mich entschieden habe, mich "meiner" Religionsgemeinschaft anzuschliessen.
Als ich den Glauben zum ersten Mal erlebt habe, war ich 17 Jahre alt, ich habe mich 18 Jahre lang intensiv damit befasst und mich erst im "späten" Alter von 36 Jahren dazu offiziell bekannt....weil ich es nicht aus einer "Laune heraus" machen wollte, sondern weil es mir so ernst war, dass ich es erst dann gemacht habe, als ich sicher war, dass ich meinen Glauben nicht nur aus tiefster Überzeugung lebe, sondern auch darin sterben will.

Benutzeravatar
Christin&Leyla
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 217
Registriert: 19.03.2008, 13:00
Wohnort: Emsdetten

Beitrag von Christin&Leyla »

mein Sohn Jan geht in die 3.Klasse der Grundschule. Dort ist hat er
auch Religionsunterricht. Heute fragte er mich: Mama, ist Gott wirklich
der Vater von Jesus? . Das ist eine schwierige Frage für mich.
Nein, Gott, ist nicht der Vater von Jesus. Jesus ist einer von vielen Propheten. So wie Sonj es schon geschrieben hat.
Der Glaube an Jesus gehört zum Christentum
Nicht nur zum Christentum, auch zum Islam....
Christin(07/84)Adnane(02/80)Leyla(03/07 SB,HC,ACMII) Samya (11/11)

Benutzeravatar
Isolde
Moderator
Moderator
Beiträge: 37550
Registriert: 19.09.2004, 21:41
Wohnort: Kraichgau / vorh. Saarland + München

Beitrag von Isolde »

Hallo liebe Christin,

nur rein sachlich aufgeklärt,

Gott ist Gott - er steht über Jesus und über dem Propheten Mohammed.

In unserem Christentum ist die Dreieinigkeit gegeben,
Gott Vater, Sohn und der Heilige Geist (das ist auch das Symbol unseres Kreuzes und des Kreuzzeichens) - Da heißt es bei dem Kreuzzeichen: "Im Namen des Vaters (Gott) und des Sohnes (Jesus) und des Heiligen Geistes (Darstellung durch die Taube).
Das ist nunmal Fakt.

Du schreibst - der Glaube an Jesus gehöre nicht nur zum Christentum,
das trifft nicht zu,
welche Rolle spielt Jesus denn im Islam?
Das würde mich interessieren.

Der Prophet des Islam ist Mohammed - sehe ich das verkehrt?
So habe ich es in der Schule gelernt, und Mohammed ist um 563 nach Christus (Jesus) geboren - trifft auch zu, oder?

Insofern - Deine Thesen kann ich so nicht nachvollziehen.

Lieben Gruß - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

Jonathans CFC-Syndrom + Unsere Vorstellung + https://www.facebook.com/CfcAngelDeutschland

Lisaz
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 898
Registriert: 24.08.2005, 11:01
Wohnort: Österreich

Beitrag von Lisaz »

Hallo Christin,

im Islam ist Jesus einer der Propheten, aber doch nicht im Christentum, das müsstest du eigentlich schon noch wissen!

Ich bin mir nicht sicher, ob man sagen kann, dass Gott über Jesus steht, weil es sich doch um eine Dreieinigkeit handelt.

Liebe Grüße

Lisa

Benutzeravatar
Isolde
Moderator
Moderator
Beiträge: 37550
Registriert: 19.09.2004, 21:41
Wohnort: Kraichgau / vorh. Saarland + München

Beitrag von Isolde »

Hallo Lisa,

meinst Du nun Christin oder mich ???

Deine Antwort klingt so, als hättest Du auf mich geantwortet.

Lieben Gruß - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

Jonathans CFC-Syndrom + Unsere Vorstellung + https://www.facebook.com/CfcAngelDeutschland

Lisaz
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 898
Registriert: 24.08.2005, 11:01
Wohnort: Österreich

Beitrag von Lisaz »

Hallo Isolde,

der erste Satz war für Christin, der zweite eher für dich! :D

LG

Lisa

Benutzeravatar
Isolde
Moderator
Moderator
Beiträge: 37550
Registriert: 19.09.2004, 21:41
Wohnort: Kraichgau / vorh. Saarland + München

Beitrag von Isolde »

Hallo

ich nochmals,

zur besseren Verdeutlichung anbei 2 Links,
im 2. Link ist weiter unten auch etwas in Bezug Jesus und Islam geschrieben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_von_Nazaret

http://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_au%C ... ristentums

Lieben Gruß - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

Jonathans CFC-Syndrom + Unsere Vorstellung + https://www.facebook.com/CfcAngelDeutschland

Benutzeravatar
Isolde
Moderator
Moderator
Beiträge: 37550
Registriert: 19.09.2004, 21:41
Wohnort: Kraichgau / vorh. Saarland + München

Beitrag von Isolde »

Danke Lisa,
..................

@Christin

ich habe jetzt auch nochmals gelesen, und kann nur sagen,

es sind Sichtweisen jeder Religion wie er die andere Religion sieht,
aber es hat nichts mit einer Absolutität zu tun,
ich bin keine Theologin dass ich darüber wahrhaftig diskutieren könnte, welche Sichtweise nun die Richtige ist,
dafür gibt es andere Köpfe die sich darüber Gedanken machen können.

Ich lebe meinen christlichen Glauben dahingebend,
dass es für mich eben diese Dreieinigkeit gibt,
Gott Vater - Sohn - Heiliger Geist.

Und ob Gott nun der Vater von Sohn Jesus ist - ist mir auch wiederum zu theologisch um es mit Ja oder Nein beantworten zu können.
Das nehme ich jetzt dann einfach mal so hin .... :roll: :roll: :roll:

Liebe Grüße - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

Jonathans CFC-Syndrom + Unsere Vorstellung + https://www.facebook.com/CfcAngelDeutschland

Antworten

Zurück zu „Religion/Spirituelles“