Probleme bei Krippeneingewöhnung von Geschwisterkind

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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kachiya
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Probleme bei Krippeneingewöhnung von Geschwisterkind

Beitragvon kachiya » 06.07.2005, 21:40

Hallo,

seit drei Wochen ist im Kindergarten meines Sohnes ein neues Kind, ein 1 3/4 Jahre alter Junge. Ich habe ihn und seine Eltern leider noch nicht kennenlernen können, da ich meinen Sohn erst um 16 Uhr abhole.
Den Platz hat das Kind über die Mütterberatungsstelle bekommen, die ich regelmäßig aufsuche. Gestern war ich wieder bei der Beratungsstelle und habe diese traurige Geschichte gehört: Der Junge hat den KITA-Platz bekommen, weil sein kleiner Bruder (10 Wochen alt) an Hydrozephalus leidet und die Mutter mit der ganzen Situation überfordert ist und vor allem wenig Zeit für den älteren Jungen hat. Unglücklichere Umstände gibt es für eine Krippeneingewöhnung kaum. Das Kind hat sich nach drei Wochen kein bisschen eingewöhnt. Bei meinem Sohn war die Eingewöhnung nach drei Wochen abgeschlossen, die Erzieherinnen sind sehr lieb und das Konzept ist sehr gut. Ich vermute, dass die Mutter ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrem älteren Kind hat und die Trennungsängste unbewusst von ihr ausgehen. Als Elternvertreter fühle ich mich verantwortlich etwas zu tun, morgen werde ich erstmal mit der Erzieherin sprechen. Viel werde ich erstmal nicht tun können, da der Kindergarten dann drei Wochen geschlossen ist. Habt ihr vielleicht ein paar Ideen oder Vorschläge, wie man die Situation für die Familie verbessern kann?

Danke und liebe Grüße,

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Stella
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Beitragvon Stella » 06.07.2005, 22:56

Hallo Kachiya!

Um die Situation der Familie zu verbessern müsste man zuallererst mit ihnen reden. Die Eingewöhnungszeit ist auch individuell verschieden. Unsere Tochter hat sechs Wochen Eingewöhnung gebraucht, in der gleichen Krippe braucht unser Sohn nur eine Woche. Man kann Kinder da nicht wirklich vergleichen.
Aber dass man einen Kita-Platz aufgrund familiärer Belastung bekommt ist mir ganz neu. Bei uns habe ich das noch nie gehört.
Ein Geschwisterkind leidet aber sicher auch mit an der Krankheit seines Bruders oder seiner Schwester. Auch wenn es das noch nicht artikulieren kann. Das lässt sich aber alles nur in einem Gespräch mit Eltern und Erziehern aufdecken.
Aus unserer Krippe weiss ich, dass es vielen Kindern in schweren Zeiten (Krankheiten, Trennungen etc.) eine große Hilfe war, die Struktur, die Regeln und die Geborgenheit der Gruppe zu haben, um den Halt nicht zu verlieren. Ein offenes Gespräch kann da sicher vieles klären.

Gruß von Stella

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Beitragvon kachiya » 07.07.2005, 09:45

Hallo Stella,

danke für deine Antwort.

in Hamburg bekommt jedes Kind einen Kindergartenplatz, wenn es drei Jahre alt ist. Kinder unter drei bekommen nur einen Platz, wenn Bedarf vorliegt (meist Berufstätigkeit oder Ausbildung, aber auch sozialpädagogische Gründe oder bei der beschriebenen Familie hohe Belastung).
Ich denke auch, dass die Kindergartengruppe in mittelfristiger Sicht dem Jungen Halt und Geborgenheit geben wird, nur im Moment ist die Situation für die Familie sehr schwierig. Wenn ich mit in die Lage der Mutter versetze würde ich mir wünschen, dass sichmein Sohn in der Krippe wohlfühlt, aber auf der gefühlsmäßigen Ebene stelle ich mir die Trennung schwierig vor, schließlich gibt sie ihr Kind nicht in die Krippe, weil sie es möchte, sondern weil die äußeren Umstände es erfordern.
Unser Sohn ist in der Krippe, weil mein Mann und ich berufstätig sind, das war von vornherein so geplant. Unserem Sohn geht es dort sehr gut und hat seit er da ist offensichtliche Fortschritte gemacht und ist vor allem im motorischen Bereich sehr selbständig geworden (auch wenn er noch nicht läuft).

LG,

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Beitragvon Margarete » 07.07.2005, 10:11

Hallo Katja,
Ich finde Dein Engagement als Elternvertreterin super! Jedoch wäre ich an Deiner Stelle etwas vorsichtig, mich da einzuschalten, denn eigentlich ist es von dem Mütterberatungszentrum nicht ok, Dir von dieser Sache zu berichten. Auch die unterliegen der Schweigepflicht, ebenso die Erzieherinnen im Kindergarten.

Du könntest über einen vorsichtigen Kontakt mit der Mutter (z.B. dass Du Dich ihr einmal als Elternvertreterin vorstellst) ins Gespräch kommen, um evtl. heraus zu bekommen, wo Hilfebedarf ist.

Was Du bisher geschrieben hast, sind ja alles erst einmal nur Vermutungen. Wie sich die Situation darstellt, ob die Mutter noch Hilfebedarf hat, erfährst Du vielleicht in einem persönlichen Gespräch, aber nicht über Dritte.

Nur so als Tipp!

Liebe Grüße

Margarete

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Beitragvon Erica » 07.07.2005, 11:38

Hallo Katja,
ich finde es auch toll, wie Du Dich bemühst und Dir viele Gedanken machst, wie Du der Familie helfen könntest...
Aber Margarete hat schon recht, rechtlich gesehen darfst Du das alles gar nicht wissen! Weder die Beratungsstelle noch der Kindergarten dürfte Dir etwas näheres über die Lebensumstände der Familie sagen, auch nicht wenn Du nur helfen möchtest, denn letztlich gilt hier die Schweigepflicht...auch wenn man es nur gut meint.
Deshalb mußt Du, wenn Du der Familie trotzdem helfen willst, vorsichtig sein, damit die Beratungsstelle und der Kiga da keinen Ärger bekommen, denn es könnte für die Familie schon einen ziemlichen Vertrauensbruch bedeuten, wenn Sie nicht wollten, dass jemand "Fremdes" erfährt, wie ihr Privatleben aussieht...

Aber so von Mutter zu Mutter ist das ja kein Problem...angesichts der Tatsache, dass der Kiga bald Urlaub macht (was die Eingewöhnung auch nicht gerade vereinfacht...) könntest Du doch vielleicht schauen, ob ihr euch mal in den Ferien verabredet, dann können eure Kinder sich besser kennenlernen und vielleicht fällt dem Jungen die Eingewöhnung in der Krippe leichter, wenn er nach den Ferien Deinen Sohn schon besser kennt...und über den persönlichen Kontakt kannst Du dann ja herausspüren, ob und was für Hilfe sie brauchen.
Es gibt aber auch Familien, die keine Hilfe annehmen können oder wollen...nimm es dann nicht persönlich...manchmal braucht das Zeit...

Dass Krippenplätze an "Härtefälle" vergeben werden, ist aber wirklich nicht so ungewöhnlich, zumindest in Hamburg...ich war vor Lenas Geburt in der Leitung einer Hamburger Kita und auch in einer Krippe und finde diese Vergabepraxis auch nicht falsch...es gibt immer mal wieder Situationen wie diese, in denen es sinnvoll ist, wenn eine Familie einen Krippenplatz zur Unterstützung hat...und in Hamburg gibt es wenigstens Krippenplätze, nicht wie hier im benachbarten Schleswig-Holstein... :( da kann man sehen, wo man bleibt...
Liebe Grüße
Erica

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Beitragvon kachiya » 07.07.2005, 13:09

Hallo Erica,

ich habe die Informationen unbeabsichtigt bekommen, die Mütterberaterin fragte mich, wie lange die Eingewöhnung bei meinem Sohn gedauert hat. Sie hat der Mutter gerade unsere KITA empfohlen, weil es meinem Sohn dort so gut gefällt. Im Gespräch hat sie mir dann die Probleme berichtet. Ich kenne die Mütterberaterin seit der Geburt meines Sohnes und inzwischen haben wir ein sehr gutes Verhältnis entwickelt. Ich werde die Mutter ganz allgemein als Elternvertreterin ansprechen und gucken, was ich tun kann.

Das mit den Krippen in Hamburg hat leider auch seine Schattenseiten, in Finleys Gruppe sind 18 Kinder zwischen 1 und 4 und werden von 1,7 Erzieherinnen betreut. Es geht, aber einfach ist das nicht, vor allem für den betroffenen Jungen, da er in der Eingewöhungszeit viel Aufmerksamkeit durch seine Bezugserzieherin bekommen sollte.

LG,

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Beitragvon Erica » 07.07.2005, 13:22

Hallo Katja,

18 Kleinkinder und 1,7 Erzieherinnen...???????

Oh Gott...
Zu meiner Zeit hatten wir 12 Kinder und zwei Vollzeiterzieherinnen, und das ist schon knapp, wenn man "vernünftig" arbeitet und berücksichtigt, dass dazu noch Urlaub, Krankheiten und Fortbildungen der Mitarbeiter kommen, wodurch dann auch mal einer alleine ist...

Aber 18 finde ich nicht mehr witzig, ich kanns mir grad nicht vorstellen und glaube auch nicht, dass ich nach meiner "Lena-Pause" wieder in diesen Bereich zurück will...das ist für Eltern, Kinder und Erzieher ganz schön frustrierend, oder??

*KopfschüttelndüberdiedeutscheFamilienpolitik*
...und da wundert man sich über sinkende Geburtenzahlen...
Liebe Grüße
Erica
P.S. Kommst Du am Samstag eigentlich auch zum Treffen?

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Beitragvon kachiya » 07.07.2005, 13:37

Hallo Erica,

ich habe es mir gerade überlegt, ich werde Samstag zum Treffen kommen. Ich brauche nur noch die Info wann und wo (Schweinske in Bergedorf weiß ich schon, aber die Zeit fehlt mir noch).

LG,

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Beitragvon Erica » 07.07.2005, 21:36

Hallo Katja,
das ist ja toll, dass Du auch kommst!!
Wir wollten uns im Bergedorfer Schweinske um 19.30 Uhr treffen...
Liebe Grüße
Erica
Mama von Lena (18 Jahre), Frühchen, occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, Herzrhythmusstörungen, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, Gesichtsfelddefekte, etc


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