Kerstin mit Ben (Hirnblutung + Schlaganfall)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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KerstinNaß
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Kerstin mit Ben (Hirnblutung + Schlaganfall)

Beitrag von KerstinNaß »

Hallo an euch "alte Hasen".

ich lese seit geraumer Zeit (genauer seit dem 24.11. letzten Jahres) bei euch mit und versuche mir ein Bild zu machen, was auf uns zukommt.

Ben ist 4,5 Monate alt und kam mit Notsectio zur Welt. Er hatte Mekonium aspiriert und zunächst nicht geatmet. Zum Glück hat er sich nach der Geburt sehr schnell bekrabbelt und sich den Beatmungsschlauch auch nach 2 Minuten selber wieder gezogen...

Aber leider und für alle überraschend zeigte sich bei dem Routineultraschall des Kopfes am 2. Tag eine Hirnblutung 4. Grades in den Ventrikeln mit V.a. Apoplex rechtshirnig.

Die Blutung hat sich zum Glück resorbiert, einen Shunt hat er nicht gebraucht. Lange haben wir gehofft, das sich auch der Schlaganfall nicht oder wenig auswirkt, aber so langsam zeigt sich, das er mit der linken Hand schlecht greifen kann und von gesamten Körpertonus eher schlapp ist.

Er kann zwar auf dem Bauch liegen und den Kopf kontrollieren, hin und wieder gelingt auch schon das drehen, aber insgesamt ist er ein echter Wackeldackel mit dem Kopf-Rumpfbereich.

Jetzt meine dringenste Frage an Euch:

wie haben sich die Spastiken bei Euch (sprich euren Kindern) entwickelt? Ben greift jetzt mit der linken Hand schlecht, aber er kann sie öffnen und macht das auch häufig - wenn er nicht gerade die Hand zur Faust geballt hällt und den Daumen einsteckt....

Wird das schlechter mit dem Älterwerden? Besser? Keine Ahnung!

Wie war das bei Euch? Ach ja, KG nach Vojta 3 mal am Tag seitdem er 8 Wochen alt war machen wir natürlich...

Vielen Dank für eure Antworten und ´tschuldigung für`s zutexten, Cattie

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connie
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Beitrag von connie »

Hallo Cattie,

das wird dir wohl niemand hier wirklich beantworten können. Es gibt Kinder, deren Spastiken verbessern sich mit der Zeit, und es gibt Kinder bei denen wird die Spastik mit jedem Wachsstumsschub schlechter - manchmal holen diese Kinder dann wieder auf, manchmal nicht. :roll:

Das einzige was man sagen kann, ist dass man mit Physiotherapie die meisten Spastiken verbessern, bzw. eine Verschlechterung verhindern kann.

Ansonsten entwickelt sich (leider) jedes Kind unterschiedlich, und du wirst hier sehr viele unterschiedliche Krankheitsbilder kennen lernen :wink:


Bei Arne ist es z.B. so, dass sich die Hand stark verbessert hat und er inzwischen viele Sachen damit machen kann, dafür macht sich jetzt zunehmend der Spitzfuß auf beiden Seiten bemerkbar *seufz*. Seine Kopfkontrolle wurde erst mit einem Jahr besser, und mit dem Rumpf wird es jetzt erst einigermaßen gut. Aber sonst kann er auch fast alles außer laufen :roll: - aber man muss ja ein Ziel haben :wink:

Mit Vojta macht ihr auf jeden Fall schon mal das richtige, alles andere werdet ihr erst mit der Zeit absehen können :(

Ich wünsch Euch alles Gute,

Connie
*2005, 27+1 SSW; IV-Blutungen III° bds.; HC, Shunt, Epilepsie, Tetraparese beinbetont linksbetont

KristinaBö
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Beitrag von KristinaBö »

Hallo Cattie!

Ich kann mich Connie nur anschließen. Ausgang ist ungewiss. Aber tun kannst du ne Menge, um den Ausgang günstig zu beeinflussen. Und da seid ihr ja auch schon dabei.
Bewegung und Bewegungsmuster üben, um sie zu automatisieren, wo die Spastik es schwerer macht. Viel gegen die Hypotonie tun, Rumpf stärken, Kopfkontrolle üben, auch aus den Überstreckungen rauskommen... aber das tut ihr ja mit der KG auf jeden Fall. Ansonsten beobachten, fördern, fordern und an den Stellen, wo es schwierig ist auf jeden Fall mit Spass drangehen und nicht Frust schaffen, damit dein Zwerg nicht aufgibt. Und, es geht viel mehr, als man so manchmal denkt.
Liebe Grüße
Kristina
Kristina und Justus mit Lukas ('94), Jonas ('97) und Niklas ('00) ehemaliges Frühchen, 27. SSW spastische Hemiparese rechts


Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann. (Francis Picabia)

AnjaD
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Beitrag von AnjaD »

Hallo, Cattie! :hand:

Herzlich Willkommen hier im Forum! Auch wenn Du schon länger mitliest.... :wink:

Meine Tochter Louisa (jetzt 7) hatte vorgeburtlich einen Schlaganfall, Folge ist eine Hemi rechts armbetont.... Bei ihr hat sich die Spastik bemerkbar gemacht, als sie das Greifen anfing. Die Hand war ständig geschlossen, der Daumen immer innen. Heute geht die Hand nur noch zu, wenn sie mit links etwas macht, wie malen, essen..... (assoziierte Reaktion)... Seit neuestem versucht sie auch, mit der Hand richtig aktiv etwas zu machen, wie einen Stift halten, eine Gabel halten und zum Mund führen usw... Klappt nicht, aber egal -der Wille ist da! :wink:

HAbt Ihr vielleicht schon mal ein MRT machen lassen? Da kann man die Schädigung des Gehirns i.A. sehr gut erkennen und daraus Rückschlüsse ziehen, welche Funktionen ganzlich ausfallen, welche teilweise vorhanden sein können etc. Dann kann man mit den Therapien auch gut gezielt arbeiten. Wir wussten z.B. von vorneherein, dass die Hand das größte Problem werden würde.

Voraussagen kann niemand machen, das haben meine Vorschreiberinnen ja auch schon ausgeführt, es hängt von zu vielen Variablen ab....
Ich wünsche Euch jedenfalls, dass Euer Ben weiterhin tolle Entwicklungsfortschritte macht, das was Du geschrieben hast, liest sich doch schon mal toll! Er kann schon eine ganze MEnge für sein zartes Alter.... Louisa hat in dem Alter mit ihren BNS-Anfällen angefangen und alles verlernt, was sie bis dahin konnte. Du kannst ja mal ein Auge in meine Galerie riskieren, dann siehst Du, wie toll sie sich trotz der schlechten Voraussetzungen entwickelt hat :wink: ...

Alles, alles gut für Ben!

GLG Anja
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel

Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS

Peter
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Beitrag von Peter »

Hallo Cattie,

Sarah hatte ebenfalls einen Schlaganfall und eine rechtsseitige Hemi.

Seit 6 Jahren fahren wir zur Therapie (zuerst KG u. Ergo). Seit 2 Jahren auch Logo und reiten. Jemand, der es nicht weiß, sieht ihr die Hemi nicht an.

Jedes Kind ist anders und entwickelt sich dementsprechend auch anders. Aber Du gehst ja schon den richtigen Weg und förderst Ben.

Wir wußten damals auch nicht, ob Sarah jemals laufen lernt etc. Laß den Kopf nicht hängen. Ich will damit nur sagen, daß in unseren Zwergen sehr oft viel mehr Potential steckt, als wir denken.

LG Monika
Sarah. geb. 22.07.01, Hemiparese rechts nach Schlaganfall im Mutterleib

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KerstinNaß
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Beitrag von KerstinNaß »

Vielen Dank für eure aufmunternden Worte und Info`s. Also weiter hoffen, das es mit richtiger Förderung nicht zu schlimm wird, abwarten und den berühmten Tee trinken.

Liebe Grüße Cattie
Kerstin mit
Nicolas * 11.2003 kerngesunder Gymnasiast
Benedikt *11.2007 mit ICP links durch Asphyxie während der Geburt, Gymnasiast 5. Klasse

Amelie2007
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Beitrag von Amelie2007 »

Hallo Cattie,

Amelie hat auch eine Hemiparese rechts. Sie ist jetzt 14 Monate und wir machen seit ca. 1 Jahr KG nach Bobath. Amelie benutzt die rechte Hand als Hilfshand, sie kann Sie öffnen,jedoch hat Sie auch oft Ihren Daumen in der HAnd.

Amelie kann sitzten, (setzt sich selbst hin) jedoch noch nicht Krabbeln.

Aber wie meine Vorredner oben schon schreiben, jedes Kind hat sein eigenes Tempo und auch wirkt sich die Hemi bei jedem anders aus.

Wir drücken Euch die Daumen das Benedikt das Beste draus macht!!!

GLG
Daniela
Amelie (*30.01.2007) singular Ventrikel, Hemiparese rechts
3 Herz Op´s (Kiel)
2 Herzkatheter (Kiel)

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Sabrina1987
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Beitrag von Sabrina1987 »

hallo kerstin
herzlich willkommen hier im forum

lg sabrina
geb. 28.07.1987
Neurodermitis, Epiphyseolisis capitis femoris

Kinderpflegerin & Familienpflegerin

arbeite aber als Familienpflegerin

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Isolde
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Beitrag von Isolde »

Hallo liebe Kerstin,

herzlich willkommen hier in unserem Forum,
ich wünsche Dir einen guten gegenseitigen Austausch,
und viel Freude und Spaß bei uns,
liebe nette Kontakte und viele Informationen.

Alles Gute für Euch,
liebe Grüße - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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KerstinNaß
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Beitrag von KerstinNaß »

Hhhmm - waren heute mal wieder zum Schädelsono, die erste Kontrolle nach 8 Wochen wieder. Komisch, sagt der Doc. Der Befund sieht aus wie seit den ersten Sono`s, völlig unverändert 1,7 x 1,3 cm re. Rindengebiet. Aber keine Anzeichen für Narbenbildung, Gewebsdefekt, Vakuolen etc. was eigentlich nach Infarkt oder Blutung zu erwarten wäre.

Er sagt, keine Ahnung, was das ist. Auf jeden Fall nichts typisches. Wir werden jetzt doch ein MRT machen lassen, was wir eigentlich nicht unbedingt wollten - hätte ja keine Konsequenz für Prognose etc.

Auch einen Tumor könnte er nicht ausschließen, passen würde der Sonobefund da aber eigentlich auch nicht. Seltsam, seltsam.

Wie haben sich denn bei euch die Blutungen/Infarkte am Anfang im Sono verhalten?

Grüblerische Grüße Cattie
Kerstin mit
Nicolas * 11.2003 kerngesunder Gymnasiast
Benedikt *11.2007 mit ICP links durch Asphyxie während der Geburt, Gymnasiast 5. Klasse

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