Private KK lehnt Kian ab!

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Nadine

Private KK lehnt Kian ab!

Beitragvon Nadine » 10.07.2004, 15:39

Hallo Ihr Lieben!!

Ich bin stinkwütend auf die Allianz und das Verfahren indem die meinen Sohn abgelehnt haben :evil:
Ich wollte Kian über meinen Mann, der privat versichert ist, mitversichern lassen. Unser Versicherungsfritze vor Ort meinte, kein Problem, klappt auf jeden Fall, wir müssten bloss eine Selbstauskunft ausfüllen und das war´s. Dann müssten wir eventuell einen Risikozuschlag zahlen und Kian wäre dort versichert.

So, nun kommt´s! Ich reiche noch freundlicherweise einen Bericht unserer Bobaththerapeutin dazu und war superstolz, dass alle kleinen Fortschritte von Kian erwähnt waren und wartete guter Dinge auf die Zusage. Aber nein!!

Irgendein Kinderarzt aus München, der Kian nie gesehen hat, ist der Meinung, sie könnten nicht einschätzen, wie Kian sich entwickeln würde. Er hätte ja schon seit Monaten Therapie und es hätte sich kaum was getan. UNVERSCHÄMTHEIT! Kian kann seit einiger Zeit toll sitzen (na gut, wenn er müde ist, fällt er immer noch um, aber egal :wink: ).

Es macht mich total sauer, dass niemand sich persönlich ein Bild machen möchte. Man hat uns angeboten ein Gutachten einzureichen, aber das müssten wir selber bezahlen und es würde nicht garantieren, dass er dann aufgenommen werden würde!!

Was ist das denn für ein Verfahren??? Sind Behinderte Menschen zweiter Klasse??? Ich bin so aufgebracht, dass ich eine riesige Stinkbombe in die Allianzzentrale feuern könnte :twisted:

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder eine Idee wie ich mich verhalten kann? Ich möchte die Sache so nicht auf sich beruhen lassen.

Danke für jeden Tipp!

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Thomas
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Beitragvon Thomas » 10.07.2004, 16:57

Hallo Nadine,

private Krankenversicherungen sind halt privatwirtschaftliche Unternehmen und die dürfen (bzw. müssen) sich ihre Kunden aussuchen. Mit einer Ausnahme: Wenn ein Versicherungsnehmer Nachwuchs bekommt, muss die Versicherung das Kind ohne Prüfung oder Einschränkungen mindestens zu den gleichen Bedingungen wie den Versicherungsnehmer versichern.

Ich kann schon verstehen, dass du sauer bist und dich gedemütigt fühlst, aber vielleicht ist es auch gar nicht verkehrt, mit einem behinderten Kind gesetzlich versichert zu sein. :shock:
Ok, bei den privaten gibt es i.d.R. keine Probleme mit KG oder anderen Rezepten. Es werden auch alle Arztrechnungen normalerweise anstandslos bezahlt. Aber, bei Hilfsmitteln wird es schon schwieriger.
Im Normalfall werden fast keine Hilfsmittel - und wenn doch, dann meistens solche für Erwachsene - laut Vertrag erstattet. D.h. mit einem behinderten Kind, welches u.U. ein Leben lang auf technische Hilfen angewiesen ist, kann eine private Krankenversicherung eine echte Armutsfalle sein :!:

Mich würde noch interessieren, wie ihr Kian überhaupt in die gesetzl. KK bekommen habt? Obwohl Sabine gesetzl. versichert war, ich aber privat, mussten wir auch JP privat versichern (oder ihn freiwillig in der gesetzlichen Kasse versichern, was finanziell aber kein Vorteil gewesen wäre).

Schönen Gruß
Thomas
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Beitragvon anke » 11.07.2004, 12:20

Hallo Nadine,

auch wir haben ähnliche Erfahrungen mit Deiner KK gemacht, mein Mann war dort versichert und wollte nun seine Tochter, die mit 7 Jahren zu uns gezogen ist auch dort versichern. Nach einem Jahr haben sie Anna dann aus der Versicherung rausgekickt, mit der Begründung: sie hätte früher Verdachtauf Asthma gehabt, das haben wir in dem Antrag nicht angegeben, weil wirn das auch gar nicht wussten und Anna kerngesund ist (aktuellerGesundheitszustand lag der Versicherung vor).a

Nun ist Anna über Ihre leibliche Mutter in der gesetzlichen KK und alle anderen haben die Versicherung gewechselt!

Rechtlich brauchen die privaten KK auch gar nicht so viele Leistungen anbieten- wenn Du unbedingt möchtest, das dei Kind privat versichert wird, könnt Ihr die Versicherung wechseln, manche Versicherer nehmen dann Kinder ohne Gesundheitsprüfung auf!
Gruß anke
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Christoph
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Beitragvon Christoph » 15.07.2004, 09:55

Hallo Nadine,

Thomas hat recht, bei Vorerkrankungen, deren finanzielle Folgen nicht absehbar sind, lehnt eine Private KK den Versicherungsschutz ab. Das hat wenig mit der Behinderung von Kian zu tun, das trifft auch Erwachsene. Teilweise reicht derzeit eine Psychotherapie wg. Depressionen innerhalb der letzten Jahre, um abgelehnt zu werden. Neben Beitragserhöhungen ist das eine der wenigen Möglichkeiten der privaten KKs, auf die Kostensteigerungen im medizinischen Bereich zu reagieren.
Für Kian sicher ärgerlich, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Gesetzlichen im Bereich Hilfsmittel deutlich besser sind, als die Privaten. Wir haben für Jonas in den ersten Monaten ein Überwachungsgerät benötigt, dessen Kosten die Private erst dann zu 80 % übernommen hat, als das Krankenhaus damit gedroht hat, Jonas dann halt noch mindestens 14 Tage zu behalten. (Rechnen können sie dann halt doch.) Trotzdem, unser Eigenanteil lag dann immer noch bei rund 800 €. Bei den Gesetzlichen hätten wir das Gerät kostenfrei erhalten.
Gleiches gilt für die KG, wir haben eine Zuzahlung von 20 %, (okay, ich habe mir den Tarif selber ausgesucht, aber da gab es noch keinen Jonas.) und vor Kurzem mussten wir doch alle Hebel in Bewegung setzen, denn meine Private wollte eigentlich den Gesamtbetrag der KG-Rechnung gleich mal vorab um 20 % kürzen, die seien zu teuer. Das war zwar an den Haaren herbeigezogen, aber wir mussten uns eine Argumentation überlegen, um zum alten Zustand zurückkehren zu können. Durch diese Variante wäre unser Eigenanteil auf 36 % gestiegen. Super.
Also, privat versichert heißt noch lange nicht, dass behinderte Kinder wirklich besser versichert sind.

Gruß

Christoph
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Beitragvon mathias » 30.07.2004, 22:19

Hallo Nadine,
wir sind in einer gesetzlichen KK versichert (Betriebskrankenkasse) und sind damit rundum zufrieden. Bis jetzt wurden fast alle Therapien (bis auf Reittherapie) und Hilfsmittel anstandslos genehmigt und die Bearbeitung geht auch meistens innerhalb weniger Tage. Bei Kindergarten- und Schulbegleitung für Anna war die KK auch sehr entgegenkommend. Wenn ich dagegen höre, wie sich manche Bekannte mit privaten Kassen rumstreiten müssen, dazu noch Zuzahlungen und der ganze Abrechnungs-Papierkram ...
Von der AOK habe ich allerdings auch schon einiges Negatives gehört, die versuchen wohl massiv zu sparen auf Kosten der Versicherten.
Überlegts Euch trotzdem gut, ob ihr nicht doch mit Kian in einer gesetzlichen KK bleiben wollt - bei Kinderärzten gibts ja normalerweise auch keine ´Zweiklassen-Gesellschaft´ wie bei einigen anderen Ärzten.

Gruss Mathias

*Martina*
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Beitragvon *Martina* » 31.07.2004, 08:03

Hallo, schönen guten Morgen,
die Privaten KK sind knallhart. Jakob ist auch gleich aus seiner Tagegeldversicherung geflogen, weil wir nicht sofort seine Erkrankung gemeldet hatten (er war auf Intensiv und wir haben halt nicht gerade an die Krankenkasse gedacht :roll: )
Aber ich kann mich den anderen nur anschließen. Wenn wir die Wahl hatten, wären wir lieber in einer gesetzlichen KK. Wenn ich allein an den Rechenkram denke... Und entgegen landläufiger Meinung ist es wirklich so, dass die Privaten mit Hilfsmittel geizen. Eine Therapieschaukel ist uns abgelehnt worden, weil diese nicht zu den häufigsten Hilfsmitteln zählt.
Noch allgemein zu KK. Unsere Frühförderin erzählte, dass eine Mutter mit behinderten Kind eine Mutter-Kind-Kur beantragt hatte. Für die Mutter wurde die Kur genehmigt, für das Kind abgelehnt. Begründung: :evil: das Kind könne niemals in den Arbeitsprozess eingegliedert werden und brauche daher keine Kur. Jetzt fällt mir aber gar nix mehr ein..........
Martina

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Beitragvon *Beate* » 01.08.2004, 23:48

Hallo Nadine,

wir haben mit der Allianz auch so einiges durch.
Mit einem Jahr wollten wir Vincent Invaliditätsversicherung abschließen( bis daher war er noch nicht krank )Das einzige was er hatte er bekam KG wegen KISS-Syndrom,doch da war alles okay.
Der Versicherungsagent sagte:" wenn es abgeschlossen ist,kann er aufgenommen werden."
Also hatten wir das für die Kinder abgeschlossen.Einen Tag später ging ich mit Vincent zum Arzt weil er so eigenartig war,doch der damalige Kinderarzt stellte nichts fest ,nur eine hysterische Mutter.
Vincent ging es immer schlimmer und er wurde Schwerstbehinderter rang mit dem Tod,was von heute nicht mehr die Rede sein kann.Gott sei Dank ( wenn es ihn gibt ? )bekam dann 1 Jahr später 50 % Schwerbehinderung im Ausweis.
Wir wollten dann die Invaliditätsversicherung in Anspruch nehmen ( es hätte monatlich 250 € gegeben )
Wir mußten alles einreichen und die Ärzte Auskunft geben.
Was dann kam ist der Hammer,wir haben angeblich Versicherungsbetrug begannen,da wir nicht angaben das Vincent das KISS_Syndrom hatte,die Ärzte in München der Allianz hätten ihn niemals versichern lassen.
Wir holten zig von Gutachten ein,da KISS,keine anerkannte Krankheit ist.
Und das KISS mit seinem jetzigen Zustand nichts zu tun hatte.
Wir bekamen auch nicht die umsonst eingezahlten Beiträge wieder,wir sollten froh sein das man uns nicht verklagt.
Man schmiss uns alle aus der Allianz-Versicherung und stellte es uns an einem Samstag per Einschreiben zu,ich bin zusammen gebrochen mit meinem fast sterbenden Sohn auf dem Arm,ich habe niemanden erreicht,keine Agentur niemanden und war nur noch verzweifelt.
Wir haben uns einen Anwalt genommen,doch weiter zu klagen riet er uns ab,denn die Versicherung haben lange Atem über Jahre hinweg,das halten Familien nicht aus.
Der Versicherungsagent tat alles leid und machte letztes Jahr für Vincent eine Kletterwand auf dem Stadtfest für seine Delfintherapie.
Auch der ehemalige Kinderarzt hakte nach,alle hatten ja ein schlechtes Gewissen und Vincent war wirklich schwerst krank und hing an einem seidenen Faden.

Eines rate ich(und unser Anwalt ) Dir und allen anderen,Iht müßt genau angeben was Ihr habt,und wenn es Rückenschmerzen nach der Geburt ,Heuschnupfen(Risikobereich !)sind oder irgendwelche Wehwehchen,alles,bis Euch nichts mehr einfällt.
Denn wenn Ihr in die Not kommt und die sollen zahlen,dann checken die alles,was der Versicherungagent auch immer noch sagte,das zählt nicht,Ihr habt den Kopf in der Schlinge und da wird zugezogen.

Ich habe mit meiner Familie und der Allianz schreckliches durch gemacht !

Gruß Beate 3fachmami
Wir haben es erlebt

Nadine

Beitragvon Nadine » 02.08.2004, 12:54

Hallo Beate,

puh, musste gerade erstmal schlucken als ich deinen Bericht gelesen habe. Das ging mir ganz schön an die Nieren. Sch.... auf die Allianz, hauptsache dein Kleiner stabilisiert sich wieder. Es ist wirklich ein Greuel mit den Privaten. Ich habe Kian jetzt freiwillig pflichtversichert und das läuft ganz prima!

Ganz liebe Grüsse,

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Beitragvon Cerstin » 11.08.2004, 16:37

Hallo Nadine,

wir merken auch gerade wie schwer es ist für Mascha eine KKZusatzversicherung abzuschließen, zwei haben sie schon abgelehnt. Die eine nach Einreichen der ärztlichen Befunde, die andere nur mit Diagnose am Telefon. :evil:
Wir hoffen jetzt noch auf die eine Versicherung, bei der wir unser Haus und Geschäft und Auto versichert haben (ist gerade im Urlaub der Agent), mal sehen ob die kulanter sind. Auf jedenfall bekommt die Vers. die Mascha nimmt, die ganze Familie.
Eigentlich ist sie über mich Versichert (HEK)und mußte noch nie ins KKH. Die HEK hat bisher auch alles mitgemacht (Logo, Ergo) nun kommt sie ab nächster Woche in den Heilpäd. Kiga. in Buchholz aber da sie solche Entwicklungssprünge gemacht hat (nach KISS Behandlung) sagt sie nun sie will nicht, sie will in den alten Kiga.

Die Versicherungen sehen nur die Diagnose, aber nicht das Kind :( Meiner Meinung nach ist sie mittlerweilen halt "nur" noch ein bisschen hinterher und langsamer als andere.
Die erste Versicherung hatte nicht wegen der Diagnose abgesagt, sondern weil im Arztbericht stand, daß sie mit 5 noch nicht sauber ist. Dies hatte sich aber nach KISS sofort geändert, stand aber noch nicht im Bericht und deshalb hieß es NEIN.

Tja, da kann man schon den Glauben an die Menschheit verlieren...
LG aus Buchholz Cerstin
Mascha 5/99 leichte geistige Behinderung, Rolando Focus, Entwicklungsverzögert ca. 2 Jahre. KISS Syndrom. und Hannah 5/01 ADS-Träumer
Cerstin66 nach Depr./Angstat.nun ADS Gemischter Typ
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Beitragvon benni » 12.08.2004, 00:27

Hallo,
da haben wir auch gerade Probleme.
Wir suchen schon seit Monaten eine Krankenzusatzversicherung für Benni, aber keine nimmt ein behindertes Kind auf. Schon am Telefon wurde es drei Mal abgelehnt.

Vor Jahren habe ich auch nur eine Unfallversicherung(Interrisk) gefunden, die ihn aufgenommen hat.

Gruß Anja
Zuletzt geändert von benni am 12.08.2004, 15:18, insgesamt 1-mal geändert.


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