Amtsärztliche Untersuchung für die Integration im Kiga

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Sabine2
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Amtsärztliche Untersuchung für die Integration im Kiga

Beitragvon Sabine2 » 23.06.2005, 23:14

Hallo,

sagt mal, hat jemand Erfahrung mit der Genehmigung der Eingliederungshilfe für die Integration im Kiga?

Stella hat jetzt einen Platz als Integrationskind in einem Kiga , der nur 5 Minuten von uns zu Hause weg ist. Alle freuen sich auf sie und nun kommt das Sozial-/Jugendamt und will noch einmal ein amtsärztliches Untersuchungsverfahren einleiten. Was verbirgt sich denn dahinter?

Kann das sein, dass sie Stella irgendwo anders hinschieben wollen? Ich bin leicht genervt, weil sie einen Wechsel der Frühförderung (von der Frühförderstelle auf denjenigen, der sie im Kiga auch betreuen soll) ohne Begründung abgelehnt haben. Ich muss nicht extra betonen, dass die Beantwortung des Antrages über zwei Monate gedauert hat, oder.
Viele Grüße
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)

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marianne
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Beitragvon marianne » 24.06.2005, 07:20

Hallo Sabine, das glaube ich, dass du da genervt bist. Ich kann dir auch nichts wirklich Informatives schreiben, weil wir in Bayern wohnen. Für seinen heilpädagogischen Platz in unserem Kiga in der Integrationsgruppe mussten wir nur ein kinderärztliches Gutachten über seine Entwicklungsverzögerung vorlegen. Das reichte Kiga und Landratsamt. Die Frühförderung macht eine Heilpädagogin, die einmal wöchentlich in den Kiga kommt.

Weil du auch nichts über den Kiga und die Art des heilpädagogischen Platzes geschrieben hast, überlege ich mir gerade, welches Chaos in den Amtsköpfen wohl herrschen könnte: Soll Stella nach eurem bisherigen Plan als einziges Integrationskind in einen Regelkindergarten und bekommt einen Integrationshelfer zur Seite gestellt, so dass das Amt sie vielleicht lieber in einer heilpädagogischen Einrichtung sähe oder zweifeln sie plötzlich die Notwendigkeit eines heilpädagogischen Platzes generell an? Verwechseln sie Stella vielleicht mit einem Schulkind - wegen Amtsarzt? Wer hat denn bisher die Frühförderung gemacht und wer soll sie nun machen?

Ich wünsche euch wirklich,dass sich bald das Ganze zu Stellas und eurem Besten löst, denn ein naher Kiga hat so viele Vorteile, wie ich auch jeden Tag feststelle. Und es kann gut sein, dass es sich einfach um behördliches Chaos handelt, viel Glück und schreib´mal, wie es weitergeht.

Ich hoffe, dass dir hier wer besser raten kann als ich.

Lieber Gruß Marianne

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Nellie
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Beitragvon Nellie » 24.06.2005, 08:14

Hallo Sabine,

wir mussten auch zum Amtsarzt, dabei sollte der Amtsarzt feststellen, wie stark ihre Betreuung sein muss. Wir wollten alle 1:1, weil es tatsächlich so ist, dass man sie ständig betreuen muss, das hat die Amtsärztin dann auch so gesehen, weil sich Linn zum Glück dort von ihrer schlechten Seite gegeben hat.
Vielleicht geht es ja bei Euch auch darum, in welcher Gruppengröße und mit welchem Betreuungsschlüssel Stella im KiGa aufgenommen werden kann. Kann auch sein, dass sie dran zweifeln, dass sie den Platz überhaupt braucht, aber wenn sie sie dann sehen, wird es ihnen ja sicher klar werden.
Bei uns war es von Vorteil, dass wir alle aussagekräftigen Briefe und Befunde dabei hatten, ansonsten werden die nämlich noch angefordert, was ewig dauern kann.
Bei uns war der Termin bis auf Linns Kampf eigentlich wirklich nett!

Ich drücke die Daumen, dass alles glatt läuft.

LG
Nellie
Linn *2004, schwerste Mehrfachbehinderung durch pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet
A. *2009
Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. (Richard von Weizsäcker)
https://cruise4life.de

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Beitragvon ehemalige Userin » 24.06.2005, 08:21

Liebe Sabine,
ich glaube, dass dieses amtsärztliche Untersuchungverfahren eine Formalität ist, um den erhöhten Bedarf an pädagogischer Hilfe und die zusätzliche notwendige personelle Förderung durch einen KiGaerzieher festzustellen und abzusegnen. Diese Feststellung hatte dann auch Auswirkungen auf den Betreuungsschlüssel und die Anzahl der Kinder in der Gruppe.
Bei uns in Berlin war die ofizielle Begründung: nach §5 (2) der KitaPersVO nötig.
Allerdings fand das ganze bei uns statt, nachdem Nico ungefähr schon ein halbes Jahr in der Integrationskita war und es wurde ein "Ausschuß zur Feststellung eines wesentlich erhöhten Bedarfs an pädagogischer Hilfe" zusammengerufen, der den erhöhten Bedarf feststellte. In diesem Ausschuß waren bei uns die Amtsärztin, die Kitaleitung, eine Frau von der Behindertenhilfe, eine Erzieherin und wir Eltern.
Wie gesagt, kann Dir nur berichten, wie es bei uns war,und in jedem Bundesland ist das ja unterschiedlich geregelt, aber vielleicht hilft es Dir ja weiter.
Wünsche Euch alles Gute und dass sich deine Befürchtungen nicht bestätigen!
Liebe Grüße,
Valeska

Sabine2
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Beitragvon Sabine2 » 24.06.2005, 08:33

Guten Morgen,

danke für Eure aufmunternden Worte. Ich habe ja schon wieder schlecht geschlafen. Ich habe mit dem Jugendamt so meine Schwierigkeiten. Einmal bekam ich den wohlwollen väterlichen Rat, dass ich mit meiner Tochter doch bitte mal zum Arzt gehen sollte, wenn sie mit 2 Jahren immer noch nicht läuft. Ein Vierteljahr später fragt er mich ernsthaft, warum wir zu KG gehen, das Kind läuft doch??? Ich muss wohl nicht erwähnen, dass er das Kind nie gesehen hat?

Von daher ist mein Vertrauen in dieses Amt irgendwie schwer erschüttert.

Dann warte ich wohl mal ab, liebe Grüße
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)

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Beitragvon conni » 24.06.2005, 09:16

Hallo Sabine,

wir mußten auch zum Amtsarzt gehen. Theresa geht in einen Heilpädagogischen Kindergarten der Lebenshilfe. Wir mußten dorthin, damit er auch sieht, daß das Kind schwer mehrfachbehindert ist und einen solchen Platz beanspruchen darf. Ich muß allerdings sagen, das dieser Arzt eine volle Niete ist. Er konnte mit den meisten Diagnosen von Theresa gar nichts anfangen und ich glaube er mußte erst mal den Pschyrembel wälzen :lol:
Na jedenfalls hatte er von Kindern überhaupt keine Ahnung. Später habe ich dann erfahren, daß dieser Arzt "gelernter" Gynäkologe ist und fast keine Praxiserfahrung hat weil er nähmlich gleich Amtsarzt wurde. Und sowas wird dann auf Kinder losgelassen.

LG Conni
Theresa (12/00), unbalancierter Gen-Defekt von 5 Chromosomen, Entwicklungsstand von ca. 3 Mon. und einigen sonstigen "Strickfehlern"
Seit †19.01.2006 ein Sternenkind

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Beitragvon benni » 24.06.2005, 09:48

Hallo,

das blieb uns zum Glück bisher erspart, wir wohnen auch in Bayern .
Benjamin war erst in der FF, kam danach die ersten 2 Jahre in den I- Kiga wo die FF dann dort fortgesetzt wurde und von da klappte der Wechsel reibungslos in den heilp. Kiga , da ist er jetzt die letzten Wochen . Ich denke auch dass es reine Formsache ist, sehe aber keinen richtigen Sinn darin. Ein Gutachten vom Kinderarzt, SPZ... wäre doch genauso ausreichend, zumahl dass dann Ärzte sind die das Kind schon länger kennen als ein neuer Amtsarzt.
Den Platz im I- Kiga bekamen wir durch Hilfe der FF und nachdem sich heraus stellte, dass es für uns nicht die richtige Einrichtung war , wurde uns zum Wechsel geraten, vorher hatte eine Teamsitzung statt gefunden . Ich meldete ihn dann im HPK an und bekam sofort die Zusage, der Träger war der gleiche und ich denke dass beide Kigas miteinander kooperiert haben.

Ich kann auch verstehen , dass Du genervt bist.
Leider ist man bei sowas machtlos, drücke Euch die Daumen dass es reibungslos abläuft.

Gruß Anja
Anja mit Benjamin 03/97- schwere Mehrfachbehinderung wahrscheinlich durch 6- fach-Impfung, Muskelhypotonie,Wahrnehmungsstörungen/aut. Züge, Grand-mal-Epilepsie, Skoliose, Gastrotube, Tracheostoma, Sondennahrung
Benjamin hat 1 grossen und 3 kleine Brüder

diemiotks

Beitragvon diemiotks » 24.06.2005, 10:29

Hallo,
ich bin wohl noch Gast hier, habe mich soeben registrieren lassen. Eine Vorstellung von uns erfolgt später.
Bei uns ging es ganz unproblematisch bisher mit dem I-Platz. Kilian wird erst im Januar 2006 3 Jahre alt und daher bekommen wir wohl erst einen Platz zum Wechsel im August, aber das liegt halt daran, dass der KiGa so voll ist, wir stehen also für Anfang des Jahres auf der Wartezliste. Ansonsten waren wir im März diesen Jahres zur Beantragung auf Fortfürhung der Frühförderung (bewilligt bis 31.1.200) und dort wurde uns sogar vom Kreissozialamt (Schleswig-Holstein) ein Integrationsplatz empfohlen. Ich muss wirklich sagen, dass ich mit der bisherigen Betreuung über das Kreissozialamt sehr zufrieden bin.

Auf diese Seite bin ich gestoßen, weil ich mich gerade über das "Institut Karl Kneisner" in Hamburg informieren wollte.

Lieben Gruß Tanja & Kilian

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Beitragvon Nina Falentin » 24.06.2005, 14:58

Hallo Sabine,

wir wohnen auch in Ba-Wü, ich schildere Dir mal kurz unsere Situation.
Lisa bekommt schon seit fast zwei Jahren heilpädagogische Einzelförderung, seit einem Jahr ist sie in einem integrativen Kiga, wir hatten aber bisher keinen Antrag auf zusätzliche Integrationshilfe gestellt. In unserem Kiga läuft das so, dass eine der drei Erzieherinnen eine 30%-Stelle hat und alle zusätzlichen Stunden, die sie arbeitet, werden durch diesen §40 BSHG finanziert. Bisher lief auf dem Papier dieser §40 für ein anderes Förderkind aus ihrer Gruppe, aber sie machen das eh nicht so, dass einer dann nur dieses eine Kind "begluckt", sondern dass sie dadurch einfach ein größeres Team sind und so einer immer die besonderen Kinder im Auge haben kann. Für das kommende Jahr wurden wir jetzt auch gerade gebeten, diesen Antrag für Lisa zu stellen, weil sie doch weit zeitaufwendiger sei als das andere Förderkind. Zufällig kommt jetzt auch ab nächstem Jahr tatsächlich eine Heilpädagogin als Ergänzung ins Team, da die eine Erzieherin, die bisher diese 30%-Stelle hatte, gekündigt hat. Kompliziert? :wink: Also auf jeden Fall ändert sich an der personellen Situation bei uns nichts, nur dass die Integrationskraft jetzt offiziell für Lisa da ist.
Der Kiga muss einen ausführlichen Bericht schreiben, warum sie eine zusätzliche Fachkraft für Lisa brauchen, wir müssen laut Sozialamt nur einen formlosen Antrag stellen und der Kinderarzt muss Formblatt A ausfüllen, wobei darauf zu achten ist, ob angekreuzt wird "geistige" oder "seelische" Behinderung. Bei "geistige" geht es wohl relativ problemlos, bei "seelische" ist es komplizierter, weil da nicht das Sozialamt zahlen muss, sondern irgendein Wohlfahrtsverband. Jedenfalls ist immer das Gesundheitsamt zuständig dafür, die Situation zu überprüfen und dann ggf. zu bewilligen, deshalb der Amtsarzt.
Bei uns soll die Einzelförderung auf jeden Fall weiterlaufen, unabhägig davon, und die zuständige Frau vom Sozialamt hat gemeint, dass das auch meistens parallel genehmigt wird. Sonst wird halt mal wieder Widerspruch eingelegt...
Hoffe, das hat Dir jetzt irgendwas geholfen :?

Liebe Grüße
Nina
Lisa *2000, allg. Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen, ca. 2 Jahre zurück und Jana *2003

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tine37
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Beitragvon tine37 » 25.06.2005, 19:43

Hallo Sabine2,
habe ich das richtig gelesen, dass du in der Nordstadt in Karlsruhe wohnst? Ich wohne nämlich auch in der Nordstadt - Martina mit Justin 5/99. In welchem KiGa ist denn Stella angemeldet? Bei uns war die Eingliederungshilfe für die Integration in einem Regelkindergarten kein Problem. Ich war an einem Termin im Gesundheitsamt und an einem Termin im Jugendamt und die Eingliederungshilfe war genehmigt.
Viele Grüsse um die Ecke
Martina mit Justin 5/99 unser besonderes Kind und Kevin 8/96 gesund
Justin (03/99), Mitochondriopathie I + IV, Button


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