Brauche mal einen Rat! (Heilpädagogischer Kindergarten?)

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Marie
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Brauche mal einen Rat! (Heilpädagogischer Kindergarten?)

Beitragvon Marie » 16.06.2005, 13:55

Ein Hallo in die Runde,

ich kreise immer wieder um den Gedanken, wie es mit Marle demnächst "weiter gehen" soll! Und zwar in Punkto Kindergarten.

Wir sind eigentlich lange davon ausgegangen, dass sie ganz normal in unseren KiGa gehen kann, in dem es keine I-Gruppe gibt.
Anfang des Jahres hat mich unser KiA darauf angesprochen, dass wir sie im Heilpädagogischen KiGa anmelden sollten (also jetzt schon), da sie zum einen die Fördeung brauchen würde, zum anderen die Anmeldung so lange brauchen würde! Seither spricht er mich immer wieder darauf an, wenn wir mit Marle dort sind.

Unsere Therapeuten meinten, dass wir doch erst mal abwarten sollten, wie sie sich weiter entwickelt und das ist auch ehr unser Gefühl. Immerhin hat sie jetzt ja auch endlich laufen gelernt und mental ist sie topfit.
Eigentlich sind unsere Kinder bisher 2 Jahre im KIGa gewesen und das sollte eigentlich Marle auch nur. Wenn sie nächstes Jahr schon hin geht, dann wären es für sie 3 Jahre.

Wie seht ihr das???
"Braucht" Marle 3 Jahre KiGa, bzw. Heilpädagigischen KiGA?
Wäre die Förderung dann soviel besser, als mit der anderen Lösung (mal ganz davon abgesehen, dass ich die Therapien nicht mehr alle selber organisieren müsste)?

Würdet ihr die Förderung vorziehen, oder sie "normal" groß werden lassen?

Der Leiter des HPH KiGa ist in unserem Freundeskreis und allem zum trotz meinte er eh, dass wir MArle frühestens nächstes Jahr anmelden bräuchten, wenn Marle 3 wird!

Liebe Grüße Marie,
die auf viele Meinungen eurerseits hofft!
Marie mit 9 Kids: 7 gesunde Kids (Jahrgänge: 96; 98; 99; 04; 06; 08; 10), einem Herzkind (01), und unserer "Püppi" (01/03) Apoplex, ICP, li betonte Tetraspastik, Hemi li, Skoliose, massiver innenrotation...

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NadineStoerk
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Beitragvon NadineStoerk » 16.06.2005, 14:23

Hallo,
also wir sind auch immer davon ausgegangen das Joschua ja mal ganz normal in den Kindergarten gehen kann. Dann sind wir auf einen I Platz umgesprungen, aber dann haben wir eine Untersuchung bei der Amtsärztin gehabt wegen der Frühförderung. Diese hat uns nahegelegt, Joschua in den Heilp-Kiga zu geben.

Er war zu diesen Zeitpunkt 3,5 Jahre alt. Anfangs habe ich mich vor dem Gedanken gescheut, Joschua nur mit behinderten Kindern in Kontakt zu bringen, da ich dachte, das er von gesunden Kindern wahrscheinlich mehr lernen würde.

Aber siehe da ich wurde um ein tausendfaches ums bessere belehrt.

Joschua lernte super schnell laufen, fängt mehr und mehr an zu sprechen, auch sein ganze Wesen hat sich geändert. Sein ganzes Sozialverhalten ist besser geworden.
Er hat keine Wutanfälle mehr, etc. Er ißt regelmäßig und normal er trinkt endlich aus einem becher (weils die anderen auch machen)

Und dann der Punkt der Therapien.
Ich brauche nichts mehr zu organisieren, er bekommt alle Therapien im Kiga. Zum Teil als Einzeltherapie und manches als Gruppentherapie. Und das ist toll denn wenn andere kinder mitmachen macht es gleich doppelt Spaß.

Er ist rundum versorgt, wird gewickelt, bekommt regelmäßige Mahlzeiten, die er zu Hause abgelehnt hat.

Alles in allem wir sind froh diesen Weg gegangen zu sein, ich denke in einem normalen Kiga wäre er untergegangen.

Auch Rafael haben wir fürs nächste Jahr shcon jetzt angemeldet obwohl er dann erst 2m 3/4 Jahr ist, aber ich muß ja wieder arbeiten ab November und der Kig beginnt im Aug.

So das waren meine Erfarhungen

Lieben Gruß
Nadine mit Kids
Liebe Grüße Nadine mit Joschua 29 SSW & Rafael 28 SSW(BNS-Epilepsie)

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Beitragvon rosi » 16.06.2005, 14:47

hallo,
wir haben für unseren sohn (07/01, epi) einen i-platz beantragt und bekommen.
leider bin ich, je näher der kiga-start kommt, unsicherer das es die richtige entscheidung war.
ich würde mittlerweile mehr zu einem "normalen" kiga tendieren, da ich denke das er durch den i-platz noch mehr das gefühl bekommt unnormal zu sein.
da er auch noch unter anderen blöden /schweren krankheit(en?) leidet und eh sehr oft zu untersuchungen + kkh war bzw. noch muss, wird der immer mehr das gefühl haben nicht so zu sein wie seine 4 geschwister, und ich habe angst ob das für seine zukunft so gut sein wird.
in seiner gruppen werden 5 i-kinder und 10 "normale" kinder sein.
die gruppenstärke sehe ich zwar positiv, da er unter 20-25 kinder untergehen würde.
obs für uns die richtige entscheidung sein wird, wird sich im laufe der zeit herrausstellen,
da ihr ja auch schon mehrere kinder im kiga hattet, kennst ud die einrichtung ja, und wenn du dir sicher bist das der kiga auch für evtl notfälle sorgen kann, würde ich eher den "normalen" kiga vorziehen.
ich selber bin auch der meinung das 2 jahre kiga vollkommen reichen.
unser kleiner wird auch nur 2 jahre gehen,
rosi

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Beitragvon Sabine » 16.06.2005, 17:47

Hallo zusammen,

bei der Kindergartenwahl muss man - finde ich - auch einfach auf sein "Bauchgefühl" hören. Schließlich kennen wir als Eltern unsere Kinder ja am besten.
Wenn ein Kind mental fit bzw. geistig normal entwickelt ist, spricht doch eigentlich nichts gegen einen Regelkindergarten. Es sei denn, das Kind ist körperlich sehr stark eingeschränkt. Aber auch dann würde ich eine integrative Gruppe favorisieren, in der auch normal entwickelte Kinder sind. Schließlich möchte ein geistig normal entwickeltes Kind doch so viel "Input" wie möglich, ist im allgemeinen sehr wissensdurstig und möchte sich mit anderen Kindern (zumindest in geistiger Hinsicht) messen.
Ich denke, Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, die laufen und ein bisschen sprechen können, sind in einer I-Gruppe sicher gut aufgehoben. Besonders dann, wenn sie eine Nachahmungsbereitschaft besitzen und sich von ihren Altersgenossen etwas "abgucken" können.
Jan-Paul wäre in einer I-Gruppe völlig überfordert - zumal die Räumlichkeiten auch gar nicht auf ein "Krauchkind" wie ihn eingestellt sind. Er besucht im Heilpäd. Kindergarten die Sondergruppe für schwerst mehrfach behinderte Kinder. Das hört sich für Außenstehende wahrscheinlich ganz furchtbar an, ist für unseren Sohn aber optimal und ich bin super glücklich, dass er diese Gruppe besuchen kann.
Er ist nun mal schwer mehrfach behindert und diese Gruppe wird seinen Bedürfnissen am ehesten gerecht: Die Gruppe ist klein, die Kinder haben in etwa die gleichen Bedürfnisse, es herrscht eine gewisse Ruhe und die Kleinen bekommen unglaublich viel Liebe und Zuneigung von den Erzieherinnen. Neben der KG gehen die Kinder 1x pro Woche ins hauseigene Schwimmbad und Jan-Paul erhält zusätzlich noch 1x wöch. Logopädie.
Jan-Paul wird diesen Kindergarten noch mindestens 3 Jahre besuchen, worüber wir sehr froh sind. Es ist nicht sehr einfach, für ein schwer mehrfach behindertes Kind eine geeignete Schule zu finden - oft kommt nur ein Internat für schwerst mehrfach behinderte Kinder in Frage, weil die Schulen am Ort auf so schwer behinderte Kinder meistens nicht eingestellt sind (auch die "herkömmlichen" GB-Schulen nicht).
Falls wir uns für diese Internat-Lösung entscheiden, wäre es schon schön, wenn Jan-Paul dann bereits knapp acht Jahre alt wäre. Insofern ist es für uns eine gute Sache, wenn er so lange wie möglich im Kindergarten bleiben kann.
Unser Kindergarten richtet sich übrigens nicht nach den Schulferien. Bis auf einige wenige Tage im Jahr, ist der Kindergarten im Sommer nur 3 Wochen geschlossen. Zu Schulzeiten wäre das anders: Wegen den Ferien sind die Kinder dann ja viel öfter zu Hause und man muss in dieser Zeit die Therapien selbst am Laufen halten, damit die Kinder über die lange Ferienzeit nicht alles vergessen... Insofern habe ich schon ein großes Interesse daran, dass Jan-Paul so lange wie möglich im Kindergarten bleibt.

Lieben Gruß,
Sabine
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Beitragvon Sabine » 16.06.2005, 17:52

@Marie

wenn eure Kleine geistig normal entwickelt ist, verstehe ich nicht, warum euer Kinderarzt einen Heilpäd. Kindergarten vorgeschlagen hat :?. Selbst wenn sie körperlich etwas eingeschränkt ist (du hast ja geschrieben, dass sie jetzt auch laufen kann), spricht doch dann nichts gegen einen Regelkindergarten. Du kannst ja noch mal nachfragen, warum er unbedingt einen Heilpäd. Kiga vorschlägt. Die Gründe würden mich da schon interessieren, denn einen Heilpäd. Kindergarten besuchen meines Wissens eher Kinder mit kognitiven/mentalen Einschränkungen.

Lieben Gruß,
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Eva D.
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Beitragvon Eva D. » 17.06.2005, 09:49

Hallo Marie,
es ist nicht leicht dir einen Tipp zu geben. Ich denke die Kindergartenfrage ist von Kind zu Kind völlig unterschiedlich.
Unser Sohn Hauke ist jetzt 19 Monate alt und wird ab Oktober in einen Heilpädagogischen Kindergarten in eine Krippengruppe "gehen". Da ich selbst Erzieherin bin und meine Grundeinstellung zum Kindergarten und auch schon zur Kinderkrippe nur positiv ist, möchte ich diese Erfahrungen meinem schwer behinderten Kind nicht vorenthalten.
Hauke braucht einen Heilpädagogischen Kindergarten. Das hat mir kein Arzt oder Therapeut gesagt, sondern das sagt unser Bauchgefühl. Wir haben uns auch einigen Integrationskindergärten angeguckt und obwohl es ganz klasse Einrichtungen sind haben wir unseren Sohn dort nicht gesehn. Wir konnten uns nicht vorstellen wie er den Tag dort verbringt.
In dem Kindergarten in dem er nun einen Platz hat (zum Glück, denn die sind heißbegehrt) können wir uns all das vorstellen. Die Erzieher die dort arbeiten sind einfach klasse und natürlich gibt es ein super therapeutisches Angebot. Die Frühförderung wird im Kindergarten stattfinden, ebenso wie die Krankengymnastik. Auch diesen Familienentlastenden Aspekt finde ich sehr wichtig.
Naja, nun hoffe ich dass meine Erwartungen auch erfüllt werden. Aber ich habe ein gutes Gefühl.
Ich würde mir die Kindergärten die in Frage kommen man ansehen, oft beantwortet sich ja dann die ein oder andere Frage auch schon von selbst.
Viel Glück bei einer Entscheidungsfindung und Suche.
Eva
Eva (05/75), Eike (12/76) und Sohn Hauke (10/03) mit Hydrocephalus, kompl. Hirnfehlbildung, ICP, Hypotonie, Sehbehinderung, schwer mehrfach behindert, Epilepsie

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Beitragvon Ines Decker » 17.06.2005, 10:45

Hallo Marie,
Es ist wirklich nicht einfach aber wie meine Vorschreiber schon schrieben kann ich auch nur sagen verlass Dich auf Dein Bauchgfühl.
Sarah ist mit 3Jahren in einen Kiga für geistigbehinderte gegangen und wir waren froh das wir überhaupt einen Platz bekammen.Allerdings stellten wir sehr schnell fest das sie da unterfordert war.Sarah hat zwar schwerwiegende körperliche und auch sprachliche Probleme aber sie versteht alles und bekommt auch alles mit.Also wollte sie auch dementsprechend gefördert werden.Das war dort nicht gegeben.Nach knapp zwei Jahren haben wir es mit etwas Kampf Sarah in den Kiga der körperbehinderten Schule geben können und sie hatte dort die schönste Zeit die es für einen Kiga gibt.Alle Therapien liefen dort und es wurde speziell auf jedes Kind eingegangen.
Wir denken heute noch sehr gern an diese Zeit zurück da auch das Verhältnis Betreuer und Eltern einfach Klasse war.
Viel Glück für Euch!

HG Ines
Ines u.Detlef mit Sarah 08/88 (ICP) u.Sascha 08/89


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