Gespräch mit dem Schulamt

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Ulrike&Jan
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Gespräch mit dem Schulamt

Beitragvon Ulrike&Jan » 16.06.2005, 12:32

Das habe ich mir eben noch kurz vor Feierabend gegönnt. Meine Frage an den Sachbearbeiter war, ob ein Autist Anspruch auf einen Integrationsplatz hat. Jan ist angemeldet in einer Kooperationsklasse mit insgesamt 6 Kindern und ca. 20 - 25 Grundschulkindern, die eben einige Fächer zusammen und andere getrennt voneinander unterrichtet bekommen. Man sagte mir gleich, dass Jan aufgrund seines jetzigen Wissens wohl viel Zuhause nachlernen muss bzw. ich es ihm beibringen muss, damit er den Standard eines Grundschulkindes bekommt bzw. dann behält. Man sagte mir, er wäre in seiner Gruppe der Stärkste und eigentlich nur aufgrund seiner sozialen Schwächen (nicht mit anderen Kindern umgehen können, diese teilweise nicht ertragen können, dementsprechende mögliche Wutausbrüche, vor allem wenn irgendwas nicht nach Plan läuft etc.) nicht in einer "normalen" Regelschule. Das in dieser Kleinstklasse auch Kinder mit mehrfachen Schwerstbehinderten beschult werden, ok, das wußte ich und das kann ich auch akzeptieren. Aber nun ist es so, dass von den 6 Grundschulkindern 4 Ausländer sind, von denen zwei fast kein deutsch sprechen können. Versteht Ihr was ich meine, ich habe nichts gegen Ausländerkinder, zwei von den Kindern kenne ich, weil die in Jans Kindergartengruppe gehen, aber es findet dort sowieso nicht der normale Unterricht statt und dann soll ich als Mutter auch noch hinnehmen, dass mein Sohn evtl. noch weniger lernen wird, weil die Lehrerin erst einmal anfangen muss, mit den ausländischen Kindern unsere Sprache zu lernen?

Ehrlich, ich verstehe ja das diese Kinder unterrichtet werden müssen, zumal sie nebenbei ja auch behindert sind und auch einen Anspruch auf sonderpädagogischen Förderbedarf haben, aber für mich persönlich entstehen da natürlich auch gewisse Ängste das meinem Sohn bereits der Start in die sowieso ungewisse Zukunft durch so etwas noch mehr erschwert wird. Hätte man diese Kinder nicht aufteilen können?

Übertreibe ich jetzt oder versteht jemand meine Angst? Persönliche Assistenz in der Regelschule - wo ich meinen Sohn in diesem Fall lieber gesehen hätte - bekommt er übrigens auf keinen Fall.

Auf meinen Einwand, es wird hier in Bremen sehr wenig für Kinder, insbesondere für Kinder mit Behinderungen getan sagte er nur ganz entspannt. Ich sollte mich nicht aufregen, Bremen würde nach der Meinung anderer Bundesländern noch viel zu viel Geld in die Bildung stecken. Bitte schön, höre ich nicht recht. Zuviel Geld für Bildung. Das ist mal wieder typisch. Die Diäten werden noch einmal eben vor den Wahlen angehoben, aber für die Zukunft unserer und anderer Kinder (also unserer Zukunft überhaupt) wird z u v i e l Geld ausgegeben?????

ARMES Deutschland sage ich nur, wo endet das alles noch?

LG Ulrike

"Wer Rechtschreibfehler findet darf sie gerne behalten, habe mich heute so aufgeregt, da werde ich bestimmt einiges an Mist geschrieben haben, sorry"

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silke
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Beitragvon silke » 16.06.2005, 13:00

klingt nach kleinstem gemeinsamen Nenner. Hätte ich auch Bauchschmerzen.
Vermutlich wird dort kein Kurs für die Kulturtechniken angeboten werden können? Und zusammen nur in Kunst/Sport/Musik... (so ist es bei uns).

Klingt auch nach: GB-Begutachtung.

Was spräche denn gegen den Besuch einer LB-Schule oder evtl. KB-Schule?

LG Silke

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Ulrike&Jan
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Beitragvon Ulrike&Jan » 16.06.2005, 21:02

Hallo Silke,
diese Schule nennt sich "Förderzentrum für die Bereiche Wahrnehmung und Entwicklung". Eine Lernbehindertenschule in dem Sinne ist es vielleicht auch und eine Körperbehindertenschule gibt es hier meines Wissens nach nicht. Aber selbst wenn ich es jetzt schaffen würde für Jan eine Schulbegleitung zu bekommen und ihn in der Regelschule beschulen zu lassen, ich weiß mittlerweile nicht mehr was richtig ist. Immerhin ist es so, dass die Grundschule die für ihn in Frage käme in diesem Jahr nur einen I. Klasse aufmacht in der sich dann 30 Kinder mit einer Lehrerin aufhalten. Vielleicht ist Jan dann in der anderen Klasse, wo er wohl auch - mal abgesehen von der Eingewöhnungszeit - die meisten Fächer in der Regelklasse verbringen wird. So war es jedenfalls angedacht. Es gibt 6 Grundschulfächer (Sport, Kunst, Musik, Sachkunde, Mathe und Deutsch). In Mathe soll er dann in der kleinen Gruppe bleiben, den Rest in der großen Klasse. Ehrlich es wird hier - sicher bei Euch auch - gespart und nochmal gespart und wir Eltern können dann sehen wie wir aus unseren Kindern das Beste herausholen.

LG Ulrike
Liebe Grüße

Ulrike

mit Jan Philip (02/99), psychomotorische Entwicklungsstörung, auditive Wahrnehmungsstörung (GdB 80, G, B und H)


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